Sport soll unpolitisch sein? So ein Blödsinn! Viele Menschen treiben Spitzensport und noch viel mehr verfolgen ihn mit großer Leidenschaft. Niemand gibt aber seine politischen und moralischen Überzeugungen beim Betreten des Fußballstadions, der Tennishalle oder zu Beginn der Olympischen Spiele einfach so ab. Wer Lebron James am Bas-
ketball-Court zujubelt, sollte auch hören, was er über systemischen Rassismus zu sagen hat. Wenn Beachvolleyballerinnen endlich für ihr Spiel und nicht ihre knappen Outfits beklatscht werden wollen, ist es Zeit, die Regeln zu ändern. Ebenso wenn sich Autokraten mit Sportgroßveranstaltungen reinwaschen, um von Menschenrechtsverletzungen in ih-
ren Ländern abzulenken. In 33 Beispielen illustriert Fabian Sommavilla, warum Sport fast immer auch politisch ist, und erzählt unter anderem, weshalb Kim Jong-il vielleicht doch nicht der beste Golfer aller Zeiten war und was die WM der verbotenen Länder sein soll.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog
5/5
19.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessant, vielseitig, kurzweilig
Ich boykottiere diese Farce von einer WM und wenn ihr das auch machen, dabei aber nicht auf Sport verzichten wollt, dann lege ich euch Fabian Sommavillas neues Buch „33 Sportereignisse, die die Welt veränderten“ aus dem Katapult-Verlag sehr ans Herz.
Natürlich spielt die aktuelle Fußball-WM in Katar eine Rolle und als Antwort auf die laut FIFA angeblich “fünf coole[n] Dinge über Katar“ präsentiert der Autor „fünf uncoole Dinge über Katar“. Er beschäftigt sich aber auch mit staatlich verordnetem Verlieren im Iran, einem Radrennfahrer im Widerstand gegen die Nazis, Klimaauswirkungen von Formel 1, Fußball, Cricket & Co oder sportlichen Höchstleistungen nordkoreanischer Staatschefs.
Natürlich dürfen auch die zahlreichen Grafiken im Katapult-Stil nicht fehlen und so entsteht eine extrem hohe Informationsdichte auf etwas mehr als 200 Seiten, die neben den bekannten Sportarten und Events z. B. auch Ziegenpolo und Ohrenziehen sowie „die WM der verbotenen Staaten“ beinhalten. Dass es aber nicht zu einem langweiligen Sportalmanach verkommen ist, verdankt das Buch neben poppigen Illustrationen vor allem Fabian Sommavillas spritzigem Schreibstil.
Der Journalist Sommavilla legt nach seinem ebenfalls sehr gut recherchierten Buch „55 kuriose Grenzen und 5 bescheuerte Nachbarn“ mit seinem interessanten Sportbuch nach, das nicht weniger politisch ist und sich u. a. mit Themen, wie Menschenrechten, queere Sportler*innen, Rassismus und dem Klimawandel beschäftigt. Aber auch weniger Sportbegeisterte können darin noch etwas über die Welt lernen, und zwar ohne sich zu langweilen.
Aus Liebe zum Lesen
aus Rannungen
5/5
19.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich boykottiere diese Farce…
Ich boykottiere diese Farce von einer WM und wenn ihr das auch machen, dabei aber nicht auf Sport verzichten wollt, dann lege ich euch Fabian Sommavillas neues Buch „33 Sportereignisse, die die Welt veränderten“ aus dem Katapult-Verlag sehr ans Herz. Natürlich spielt die aktuelle Fußball-WM in Katar eine Rolle und als Antwort auf die laut FIFA angeblich “fünf coole[n] Dinge über Katar“ präsentiert der Autor „fünf uncoole Dinge über Katar“. Er beschäftigt sich aber auch mit staatlich verordnetem Verlieren im Iran, einem Radrennfahrer im Widerstand gegen die Nazis, Klimaauswirkungen von Formel 1, Fußball, Cricket & Co oder sportlichen Höchstleistungen nordkoreanischer Staatschefs. Natürlich dürfen auch die zahlreichen Grafiken im Katapult-Stil nicht fehlen und so entsteht eine extrem hohe Informationsdichte auf etwas mehr als 200 Seiten, die neben den bekannten Sportarten und Events z. B. auch Ziegenpolo und Ohrenziehen sowie „die WM der verbotenen Staaten“ beinhalten. Dass es aber nicht zu einem langweiligen Sportalmanach verkommen ist, verdankt das Buch neben poppigen Illustrationen vor allem Fabian Sommavillas spritzigem Schreibstil. Der Journalist Sommavilla legt nach seinem ebenfalls sehr gut recherchierten Buch „55 kuriose Grenzen und 5 bescheuerte Nachbarn“ mit seinem interessanten Sportbuch nach, das nicht weniger politisch ist und sich u. a. mit Themen, wie Menschenrechten, queere Sportler*innen, Rassismus und dem Klimawandel beschäftigt. Aber auch weniger Sportbegeisterte können darin noch etwas über die Welt lernen, und zwar ohne sich zu langweilen.
Miss Pageturner
4/5
14.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesenswert – trotz bekannter Stories
Wer meinen Rezensionen schon länger folgt, weiß es vielleicht schon: Aber ich bekenne mich als großer Fan des Katapult Magazin und Verlages. Die Mischung aus Information, Humor und Anschaulichkeit in ihren Sachbüchern und Atlanten begeistert mich immer wieder aufs neue und so war es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Katapult Buch einzog. Dieses Mal begab ich mich in die Welt des Sportes.
Die Mär vom “neutralen” Sport
Als ich Geschichtswissenschaften studierte, belegte ich in einem Semester einen Kurs, der sich mit dem Sport in der DDR beschäftigte. Im Zuge dessen begann ich eine Hausarbeit über die Fanfreundschaft vom FC. Union und Hertha BSC (ich weiß, heute unvorstellbar, pfui), die über die Mauer hinweg und gegen das System Berliner verband und vereinte. Ein wahnsinnig spannendes Thema und auch wenn ich die Hausarbeit nie abgab (sorry Frau Dr. Laukötter) hat mir die Bearbeitung des Themas doch vor Augen geführt, wie sehr der Sport die Menschen beeinflusst und umgedreht. Denn letztendlich ist der Sport ein Spiegel der Gesellschaft und als solcher kann er eigentlich gar nicht neutral sein, denn er wird immer vom aktuellen Zeitgeschehen beeinflusst, ist Wandel und Anpassungen unterworfen und ein Ausdruck dessen, was die Menschen gerade bewegt. Der “neutrale” Sport, den diverse Verbände wie z.B. FIFA oder IOC also so gerne proklamieren, ist nichts weiter, als eine Illusion und das wird auch anhand von den 33 hier vorgestellten Geschichten deutlich.
Was mir gut gefallen hat, war die Bandbreite der Themen. Von sozialen Themen wie dem Rassismus in der NFL, Homophobie im Sport oder diversen Situationen, in denen Frauen benachteiligt werden, geht es auch um geopolitische Themen wie z.B den Sport als Mittel zur Anerkennung eines Staates (Was z.B. die DDR, um auf den Anfang zurückzukommen, im großen Stil betrieb), oder klimarelevante Themen wie die katastrophale Ökobilanz der Formel 1.
Vom Spektrum her also eine breit gefächerte und ansprechende Auswahl. Was die “Bekanntheit” angeht, hätte ich mir allerdings etwas mehr Überraschungen erhofft. Der Großteil der Themen hatte in den vergangenen Jahren schon einiges an mediale Präsenz, sodass ich bei diesem Buch, anders als bei anderen Büchern des Verlags, etwas weniger das Gefühl hatte, viel Neues zu erfahren.
Sicherlich, vieles, was in den Medien nur kurze Nachrichten waren, wird hier vertieft und mit Grafiken ergänzend dargestellt, trotzdem hätte ich mir ein paar mehr Geschichten gewünscht, die weniger bekannt sind. Genug Material liefert die Sportwelt, da bin ich mir sicher. Dafür gibt es auch den einen Punkt Abzug in meiner Bewertung.
Ansonsten ist das Buch, wie von Katapult gewohnt, wieder lehrreich und unterhaltsam zugleich. Autor Fabian Sommavilla hatte mir schon mit seinem Buch 55 kuriose Grenzen und 5 bescheuerte Nachbarn gezeigt, dass er Fakten gut verständlich und unterhaltsam vermitteln kann und zeigt dies auch hier wieder. Mit einer guten Balance zwischen lockerem Geplauder und Infodropping führt Sommavilla einen durch die Welt des Sports und zwar eben nicht aus der Sicht eines reinen Sportfans oder Athleten, sondern mit seinem journalistischen Blick, was das Buch auch für jene, die weder gerne Sport treiben noch schauen einen Blick wert macht.
Fazit:
Ein weiteres spannendes Sachbuch aus dem Katapult Verlag, dass den Sport ins Licht sozialkritischer und gesellschaftlicher Themen rückt und selbst für Sportmuffel lesenswert ist. Wer allerdings aufmerksam das Zeitgeschehen verfolgt, wird viele Geschichten schon kennen. Trotzdem lohnt sich das Buch, schon allein wegen den, wie immer, tollen Grafiken als Ergänzung.
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