Dr. Isidor Geller hat es geschafft: Er ist Kommerzialrat, Berater des österreichischen Staates, Multimillionär, Opernfreund und Kunstsammler und nach zwei gescheiterten Ehen Liebhaber einer wunderschönen Sängerin. Weit ist der Weg, den er aus dem hintersten, ärmlichsten Winkel Galiziens zurückgelegt hat, vom Schtetl in die obersten Kreise Wiens. Ihm kann keiner etwas anhaben, davon ist Isidor überzeugt. Und schon gar nicht diese vulgären Nationalsozialisten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
14.09.2025
eBook (ePUB 3)
Wunderschön und traurig
Mich hat das Buch sehr berührt und ich sehe Parallelen zur jetzigen Zeit. Ich habe mit der Familie mitfiebern können, dass alles noch gut geht. Es hat mich sehr mitgenommen.
Andererseits ist es aber auch sehr anschaulich geschrieben, was die noch „schönen“ Zeiten der Familie anging, aber wirklich dramatisch. Und es sollte eine Pflichtlektüre für jeden Menschen sein, der in diesen Zeiten wählen darf.
mecop
5/5
14.11.2022
eBook (ePUB 3)
Familiengeschichte eindrücklic…
Familiengeschichte eindrücklich erzählt Das Cover von Isidor ist sehr speziell und sorgte in meinem Fall dafür, dass ich neugierig auf das Buch wurde. Shelly Kupferberg gelingt es hervorragend, mittels alter Fotos, Briefe und weiteren Dokumenten das Leben von Isidor, seiner Familie, seines Neffen Walter und weiterer Personen aus Isidors Freundes- und Bekanntenkreis nachzuzeichnen. Die Erzählung ist dabei nie trocken und verfällt auch nicht in einen Berichtstil. Ich konnte Isidors Leben gut nachverfolgen; je weiter ich im Buch vorrückte, desto beklemmender wurde die Lektüre. Obwohl so vieles aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannt ist, bestürzt mich die Unmenschlichkeit dieses Regimes stets aufs Neue. Shelly Kupferbergs Werk zeigt einmal mehr, warum diese Zeit niemals vergessen werden sollte. Ich lege die Lebensgeschichte Isidors allen Menschen ans Herz, die Biografien und Geschichte mögen.
Jaq
aus Dortmund
5/5
14.11.2022
eBook (ePUB 3)
Ergreifende Familiengeschichte…
Ergreifende Familiengeschichte In dem Buch „Isidor“ von Shelly Kupferberg geht es um die Familiengeschichte der Autorin, besonders um ihren Urgroßonkel Isidor ein Jude, der in Wien in die oberste Schicht aufgestiegen ist und 1938 von den Nazis in den Tod getrieben wurde. Wir Leser erfahren die Geschichte von Israel (Isidor) Geller. Wo er geboren wurde und aufgewachsen ist, bevor er als Junger Mann nach Wien gezogen ist, in eine Metropole, in der er mehr erreichen wollte. Er machte aus seinen Namen Israel schließlich Isidor, um den jüdischen Stempel anzulegen. Er Studierte in Wien und knüpfte Kontakte und sieg danach vom Sekretär zum leitenden Direktor bis zum Kommerzialrat auf. Isdor’s Lebensgeschichte beginnt von ganz unten und geht nach ganz oben in der Wiener Gesellschaft, bis die Nazis Einmarschieren und die Juden alles verliefen, auch Isidor der kurz nach dem „Anschluss“ von Österreich an das „Deutsche Reich“ von der Gestapo verhaftet wird. Dieser Buch ist mit so viel Wärme und Empathie geschrieben. Die Briefe und Bilder, die immer wieder erwähnt werden und teilweise auch zitiert werden bringen einem Isidor so nah als ober er zur eigenen Familie gehören würde. Dieser Schreibstil lässt eine nicht los und nimmt eine mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Auch die Nebencharakter werden ausführlich beschrieben und auch deren Werdegang bleibt nicht unbeleuchtet. Das Jüdische Schicksal, das das im 2ten Weltkrieg in der Familie zugeschlagen hat, hinterlässt eine beklemmende Atmosphäre, auch wenn man weiß es hat jemand überlebt, denn sonst würde es dieses Buch nicht geben, wird einem Bewusst, was die Juden in der Zeit durchgemacht haben. Für mich war dieses Buch eine Lebensgeschichte/Biografie über eine beeindruckende Persönlichkeit, und ich kann es jedem ans Herz legen.
fraedherike
5/5
12.11.2022
eBook (ePUB 3)
Schon immer zog es Isidor in…
Schon immer zog es Isidor in die Welt, wollte er all das entdecken, was ihm bislang verborgen geblieben ist im Schtetl im ostgalizischen Tlumacz. Dafür galt es zunächst seinen religiösen Namen abzulegen, den jüdischen Stempel, den seine Eltern ihm und seinen vier Geschwistern gaben. Und so wurde aus Israel schließlich Isidor, kaum dass er seinen Heimatort 1908 für das Jurastudium gen Wien verließ. Er blühte auf in dieser eleganten Kulturmetropole, war fasziniert ob der feinen Architektur, der opulenten Kunst und dem Betragen der Menschen. Schnell fand er sich in der Gesellschaft ein, besuchte Kaffeehäuser, knüpfte Kontakte – und stieg nach seinem Studium schnell vom Sekretär zum leitendenden Direktor und Kommerzialrat auf. Es ist ein Leben, dessen Erfolg denen amerikanischer Geschichten gleicht, „vom Tellerwäscher zum Millionär“, und eben dies wurde durch geschickte Investitionen und waghalsige Aktienkäufe. Doch die Welt ist im Umbruch, der Krieg verändert das Leben der Menschen. Und während Isidors erste Ehe in die Brüche geht, das gemeinsame Ex Libris das einzige Zeugnis einstiger Zweisamkeit zwischen ihm und der schönen Berta Singer, fragt er sich des Öfteren, ob er nicht doch ein Stück Land in Palästina kaufen sollte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alles zu spät ist. Bis ein Volksentscheid im Jahr 1938 über die Zukunft Österreichs zugunsten der NSDAP entscheiden sollte, Hitler den „Anschluss“ Österreichs an das „Deutsche Reich“ verkündete – und die Gestapo Isidor verhaftete. Voller Wärme und Empathie rekonstruiert Shelly Kupferberg in ihrem Debüt „Isidor. Ein jüdisches Leben“ unter Zuhilfenahme alter Briefe und Dokumente, Fotos und archivierter Berichte den Aufstieg und Fall ihres Urgroßonkels Isidor Geller. In schillernden Farben, lebendig und nahbar lädt sie zu einer Zeitreise, zu einem Blick ins Familienalbum ein, skizziert nicht nur den Werdegang Isidors, sondern auch den seiner Geschwister und Geliebten, seiner Freunde und Bekannten im Kontext des Zweiten Weltkriegs; eben der Menschen, die ihn prägten und begleiteten, ihn zu dem machten, der er war und ist. Denn obwohl er und seine Familie mit der Machtübernahme Hitlers beinahe alles verloren, fliehen, um ihr Leben kämpfen mussten, so bleiben die Erinnerung an sie und ihre Geschichten für immer bestehen. Kupferberg geht ungemein respektvoll und wertschätzend mit all den Dokumenten, die sie im Zuge ihrer Recherche fand, um, die letztlich ihr Erbe bedeuten, und mit ebendieser Achtung schreibt und beschreibt – oder vielmehr: erschreibt – sie ihre Familie, egal wie tragikomisch, wie deprimierend oder delikat die Anekdoten auch sind. Es ist bemerkenswert, mit welcher Tiefe sie jeden einzelnen Charakter zeichnet, ihnen allen Raum gibt, sich einzufügen. Und so fühlte auch ich mich wie eine Gästin bei einem von Isidors zahlreichen Banketts, eine Passantin, die ihrer Wege auf Wiens Straßen kreuzte. Doch nicht für lange. Vormals beschwingt, frohen Mutes wird die Atmosphäre beklemmender, dunkler, je konkreter der Beginn des Zweiten Weltkriegs wird und seine Bedeutung für das jüdische Leben. Worte, die von Leid und Angst sprechen; Bilder, die bleiben. Die Geschichte einer Familie, eines jüdischen Lebens, die ich nicht vergessen werde.
bolie
aus Langscheid
5/5
08.11.2022
eBook (ePUB 3)
Er war der Sohn orthodoxer…
Er war der Sohn orthodoxer Eltern und wurde mit dem Namen Israel getauft. Der Ort seiner Geburt lag im habsburgischen Galizien. Sein einziger Wunsch war, dass er dem armen Elternhaus entkommt und irgendwann einmal reich wird. Dass ihm das tatsächlich gelang, lag unter anderem daran, dass er sein Elternhaus hinter sich ließ und nach Wien zog. Das war im Jahr 1908 und zu dem Zeitpunkt war die Welt in Österreich noch in Ordnung. Isidor war der Onkel der Autorin Shelly Kupferberg. Er lebte in der Canovagasse in Wien. Durch schlaue Investitionen brachte er es zu einem beachtlichen Reichtum und konnte von den Zinserträgen seines riesigen Kapitals sehr gut leben. Zwei Ehefrauen trennten sich von ihm, (oder er sich von ihnen). Danach heiratete er nicht mehr. Er genoss sein Leben mit hübschen Geliebten. „Isidor“ ist ein unglaublich ergreifendes Buch. Die Autorin schaffte es, dass sie mich hautnah in das Geschehen rund um die Verfolgung von Juden involvierte. Sie zeichnet akribisch und nachvollziehbar auf, was damals mit ihrem Onkel geschah. Ein anerkannter und gerne besuchter Gastgeber, der niemals Kosten und Mühen scheute, seine Eingeladenen mit ausgesuchten Delikatessen zu bewirten. Er, der niemals gegen das Gesetz verstoß war plötzlich ein Verfolgter. Weder Isidor noch seine Geschwister wollten es wahr haben und trotzdem war es die Realität. Für mich unvorstellbar, das sich „Freunde“ von ihm abwandten, obwohl er ihnen nie negativ begegnete. In eindrücklicher Art und mitreißender Sprache schildert Frau Kupferberg das Schicksal ihres Onkels. Und das nur aus Aufzeichnungen, die sie in mühevoller Kleinarbeit zusammensuchte und zu einem exzellenten Roman verarbeitete. Für dieses Buch gebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
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5/5
18.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein jüdisches Leben
Die Journalistin und Radiomoderatorin Shelly Kupferberg hat in diesem Buch, halb Sachbuch, halb Roman, ihrem Urgroßonkel Isidor ein Denkmal gesetzt.
Sie erzählt von einer armen, orthodoxen ostgalizischen Familie mit fünf Kindern, deren zweiter Sohn Israel, der sich später Isidor nennen wird, schon bald erkennen ließ, dass er wissbegieriger und ehrgeiziger war als seine Geschwister.
Als junger Mann kam er nach Wien und verfolgte fest entschlossen sein Ziel, reich und geachtet zu werden und so kultiviert, wie die Menschen, die er auf den Straßen flanieren sah. Und dieses Ziel hat er bald erreicht.
Als sich 1938 Österreich an Hitlerdeutschland anschloss, sah er für sich keine Gefahr, so vertraute er in seine Beziehungen zu den höchsten Kreisen und musste bald erkennen, dass er von allen verraten wurde. Krank und verarmt starb er nur wenige Monate später.
Ein Schicksal wie so viele in dieser furchtbaren Zeit und doch wieder ganz neu erzählt. Shelly Kupferberg hat viel recherchiert, die Archive aufgesucht und dort vieles ausfindig gemacht und vor allem die Briefe und Erzählungen ihres Großvaters, des Neffen von Isidor, als Quelle genutzt. So ist ein intensiver persönlicher Bericht entstanden, die Erzählung eines jüdischen Lebens, eine wirklich bewegende Lektüre.
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4/5
06.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spuren eines jüdischen Lebens
Shelly Kupferberg recherchierte anhand von Familienbriefen und alten Dokumenten den rasanten gesellschaftlichen Aufstieg ihres Urgroßonkels Isidor. Er war eine schillernde Figur, ein Macher und ein Lebemann, der den Luxus, die Kunst und die Oper liebte.
Der Leser folgt Isidor von Galizien nach Wien, von Budapest nach Hollywood bis nach Tel Aviv.
Das Leben von Isidor birgt aufregende, verblüffende, komische und vor allem tragische Geschichten.
Der Leser taucht ein in das Schicksal einer jüdischen Familie, das sehr betroffen macht. Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte.
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4/5
02.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine unglaubliche Roman-Biografie - faszinierend und erschreckend zugleich
Dr. Isidor Geller ist Kommerzialrat, Berater des österreichischen Staates, Multimillionär und Kunstsammler. Aus einem ärmlichen jüdischen Haushalt kommend, hat er sich bis ganz nach oben gearbeitet. Doch schon bald wendet sich für ihn das Blatt, denn die Nationalsozialisten kommen an die Macht. Und ein jüdischer Aufsteiger ist für sie ein Dorn im Auge.
Eine faszinierende Roman-Biografie über eine unglaubliche Persönlichkeit. Shelly Kupferberg erzählt die Geschichte ihres Urgroßonkels als sprachliches Meisterwerk mit viel Gefühl und Wortgewandtheit.
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