Laura Purcell hat mich bereits mit »Die stillen Gefährten« und »Das Korsett« begeistert, aber mit »Der Schattenriss« steigt die Qualität ihrer Thriller meiner Meinung nach noch in eine höhere Liga auf.
Dieses Buch hat mich von Anfang bis Ende wahnsinnig gefesselt und keine Sekunde lang gelangweilt. Der Erzählstil ist wundervoll und elegant, im krassen Gegensatz dazu aber auch unverblümt brutal und so detailliert, dass es einem manchmal übel wird.
Der Thriller unterhält auf vielfältige Weise. Da sind einerseits die unerklärlichen Morde, die an den Kunden der Scherenschnitt-Künstlerin Agnes begangen werden und anderseits das 11-jährige Mädchen Pearl, welches an Albinismus leidet und für seine herrschsüchtige Schwester als Einnahmequelle in Gestalt eines Mediums herhalten muss.
Während Agnes’ Krimi-Geschichte spannend und mysteriös erscheint, beginnt man mit der kleinen Pearl mitzuleiden und wenn dann beide Erzählstränge miteinander verknüpft werden, wird es so richtig spannend, gruselig, bisweilen aber auch herzzerreißend und traurig.
Gegen Schluss gibt es noch einige Wendungen, die sich gewaschen haben und das Ende selbst kam für mich unerwartet und begeisterte mich gleich nochmals.
Fazit: »Der Schattenriss« ist ein fantastischer Gothik-Thriller. Intelligent, gruselig, emotional und einfach wahnsinnig spannend!
NiWa
5/5
02.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Konterfei des viktorianischen Thrillers
Die Scherenschnitt-Künstlerin Agnes steht vor einer wirtschaftlichen Herausforderung: Die Kundschaft ist seit dem Aufkommen der Fotografie spärlich und neuerdings hat es ein Mörder auf ihre Kunden abgesehen. Agnes sieht im Geistermedium Pearle eine Chance, weitere Bluttaten zu verhindern. Doch stattdessen bringt sie Erschütterndes ans Licht.
Laura Purcell ist die Königin des viktorianischen Thrillers und mit "Der Schattenriss" lädt sie zum spannenden Spiel mit Licht und Dunkelheit ein.
Obwohl ich Bücher nicht nach Cover auswähle, muss ich bei dem Design ein wahres Lob aussprechen. Regelrecht majestätisch thronen die goldenen Scheren über dem edlen Konterfeit, was dem hochwertigen Niveau des Thrillers entspricht.
Laura Purcell versetzt den:die Leser:in nach London zur viktorianischen Zeit. Die Stadt unterliegt modernem Wandel, derweil sich die Oberschicht mit dem Rufen von Geistern schaurigst vergnügt. Obschon wenige Jahre zuvor viele Wände ein von Hand gefertigter Schattenriss zierte, tritt mittlerweile die Fotografie den Siegeszug an, was der Scherenschnitt-Künstlerin Agnes schwer zu schaffen macht. Denn die Kundschaft bleibt aus.
So kommt Agnes in finanzielle Not. Doch sobald sich ein Klient in ihr Atelier wagt, wird dieser kurze Zeit danach ermordet aufgefunden. Bisher ist der Zusammenhang nur der Künstlerin selbst aufgefallen und es drängt sie, den Mörder zu stellen.
Damit verbindet sich der Erzählstrang um Agnes mit dem jungen Mädchen Pearle. Diese ist gerade dabei, sich als Geister-Medium einen Namen zu machen, während ihre Schwester die spiritistischen Sitzungen tatkräftig unterstützt.
Der Roman wird aus der jeweiligen Sicht von Agnes und Pearle erzählt, wobei sicherlich die Scherenschnitt-Künstlerin als Protagonistin zu bezeichnen ist. Mit beiden Frauen - der älteren Agnes und der überaus jungen Pearle - nimmt man am beängstigenden Geschehen, bedrängenden Sorgen sowie täglichen Nöten teil und wird in jeden einzelnen Moment davon an die Seiten gebannt.
Grundlegend ist eine sanft schaurige Note, die in Richtung eines Psychothrillers tendiert, und dabei unter anderem die wirtschaftlichen Perspektiven von Frauen jener Zeit in den Vordergrund stellt. Purcell zeigt, wie wichtig eine Gabe - sei es das Talent zum Scherenschnitt oder das Rufen von Geistern - für das Überleben ist, wenn der männliche Hauptverdiener abhanden gekommen ist.
Hinzu kommt Purcells Gespür für historische Details, welche, trotz manchmal ernüchternder Realität, interessant eingepflegt sind und mitunter zum Drehpunkt mancher Wendung werden. Beispielsweise schärft die Autorin den Blick für Londons dreckige Straßen und woher der Unrat stammt.
Dabei kommt das erzählerische Spiel zweier Kontraste, aus Licht und Schatten, zu tragen. Es wirkt, als hätte Laura Purcell, genau wie ihre Figur, mit diesem Werk tatsächlich einen Schattenriss, erschaffen, der bis zum bitteren Ende das Geschehen umreißt.
Der Roman war für mich ein fesselndes Lesevergnügen. Die Handlung empfand ich als großartig erdacht, feinsinnig geschnitten und zum Ende hin detailliert in Perfektion gebracht.
Denn mit dem Finale sowie dem letztendlichen Schluss hat Laura Purcell auf sehr geniale Weise erzählerische Finesse gezeigt. Zwar lag der Showdown - bis auf wenige Einzelheiten - auf der Hand, doch dann hat sie sich eine äußerst überraschende Wende ausgedacht und sich dabei vermutlich ins Fäustchen gelacht.
Erneut hat Laura Purcell mit „Der Schattenriss“ bewiesen, dass sie das Konterfei des viktorianischen Thrillers ist. Ich freue mich auf weitere Werke aus ihrer Hand, weil ich bisher all ihre Bücher an Liebhaber:innen subtiler Spannung zur viktorianischen Zeit nachdrücklich empfehlen kann.
Vanessa | @herbsandhexes
aus Köln
5/5
07.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Atmosphärisches Highlight
„Der Schattenriss“ war auf jeden Fall anders als erwartet, dafür aber sehr atmosphärisch und oft auf eine ungezwungene Art poetisch.
ʙösᴇs ɢᴇsᴄʜɪᴇʜᴛ ɪᴍ ᴅᴜɴᴋᴇʟɴ. Als wäre das Leben als unverheiratete Frau fortgeschrittenen Alters und mit angeschlagener Gesundheit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht schon schwierig genug, sieht sich die Scherenschnitt-Künstlerin Agnes mit weiteren Problemen konfrontiert: Das Interesse an ihrem Geschäft sinkt dank der aufkommenden Fotografie und ihre verbleibende Kundschaft scheint jemand nach dem Leben zu trachten. Um den mysteriösen Morden auf den Grund zu gehen – die Ermittlungen gehen nur schleppend voran – wendet sich Agnes an ein Medium. Doch so manches Geheimnis sollte lieber im Verborgenen bleiben…
Ich habe das Buch im Buddyread gelesen und uns beide hat die Sprache sehr eingenommen. An vielen Stellen fand ich die Bemerkungen überraschend tiefsinnig und die Geschichte war insgesamt angenehm zu lesen.
Mich hat der Einblick in den Alltag der Figuren zum Teil sehr bewegt – schwierige Situationen gibt es hier zuhauf. Vor allem die verschiedenen Facetten von zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikten haben mir richtig gut gefallen. Wie so oft gibt es wenig schwarz oder weiß, dafür aber viele Schattierungen dazwischen.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch bei Leseflauten ein guter Griff wäre: Kurze Kapitel, mysteriöse Morde und ein angenehmer historischer Flair – was will das Herz mehr?
Insgesamt war ich sehr begeistert, auch wenn mich einige Wendungen und Zusammenhänge weniger überrascht haben. Ich werde auf jeden Fall auch zu den weiteren Büchern der Autorin greifen!
Lines Books
aus Nentershausen
5/5
31.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein weiterer atmosphärischer Thriller der Autorin!
Bisher habe ich jedes Buch der Autorin gelesen und sie schaffte es jedes Mal auf's neue mich zu begeistern.
Umso gespannter war ich natürlich auf ihr neustes Werk.
Allein schon das Cover von "Der Schattenriss" gefiel mir unglaublich gut. Die hochwertige Ausstattung macht dieses Buch zu etwas besonderem.
Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht. Wie gewohnt punktet Laura Purcell hier absolut mit ihrem Schreibstil. Dieser ist in meinen Augen etwas ganz besonderes.
Sie schreibt einnehmend, fesselnd und bildhaft.
Es gelang ihr zudem mühelos mich in den Bann der Geschichte zu ziehen.
Bereits nach wenigen Seiten war ich vollends in der Story versunken.
Die Atmosphäre im Buch war düster und bedrückend.
Man spürt deutlich das etwas nicht stimmt. Das etwas passieren wird.
Laura Purcell hat hier wieder sehr eindringliche und außergewöhnliche Charaktere erschaffen.
Die kleine Pearl wuchs mir schnell ans Herz.
Aber auch alle anderen Charaktere wurden voller Leben dargestellt.
Laura Purcell erschaffte hier eine andere Art der Spannung. Diese war eher unterschwellig wahrnehmbar.
Doch das machte sie verdammt gut. Man kann dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Sie zeigt die menschlichen Abgründe und das war beängstigend.
Abschließend kann ich sagen hat mich auch "Der Schattenriss" unfassbar gut unterhalten. Das Ende war wieder einmal grandios denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Klare Leseempfehlung!
Fazit:
Mit "Der Schattenriss - Ein viktorianischer Thriller" gelingt Laura Purcell ein beeindruckender Thriller der mich sprachlos zurück gelassen hat. Ein weiteres Meisterwerk der Autorin!
Lowin1000
aus Heide
4/5
24.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Guter Purcell
Rezension
[ Genre: viktorianischer Thriller]
F; Schonmal einen Schattenriss gesehen?
Laura Purcell hat mit ,,Der Schattenriss” eine Mischung aus historische Geschichte mit ein wenig Thrill und Spookey Momente geschaffen.
Auch das ist ein Einzelband und wir reisen hier ins Jahre 1854 und die Autorin beschreibt das Leben zu der Zeit sehr detailliert und als Leser/ in bekommt man dadurch ein gutes Bild ,wie es in Bath damals zu statten ging .
Die Handlung fängt ruhig an und es geschehen seltsame Ereignisse,die Fragen in mir auslösen ,die Figuren werden detailreich vorgestellt und es geht gleich in die Tiefe ,was ich persönlich zuerst in Ordnung finde ,aber die Handlung bleibt leider 150 Seiten auf der Strecke die Fusion von Handlung und Figurenentwicklung ist leider nicht erfolgt,dennoch hat mich die zweite Hälfte der Geschichte sehr gut unterhalten, gerade das Thema mit den West Schwestern mit Agnes Vergangenheit und die Wahrheit über die ganzen Ereignisse, hat einen großen Spannungsbogen ausgelöst.
Und das fasziniert mich an Purcells Bücher, dass sie etwas glaubhaft verkauft und am Ende sprachlos stehen lässt,weil es doch nicht so ist ,wie sie es gemeint hat
Auch finde ich es gut das sie Dinge aufklärt wie der Phosphor Kiefer unvorstellbar das Leute das in Kauf nahmen um Geld zu verdienen. Einfach krass.
Das Thema Mesmerismus wovon viele zur damaligen Zeit sehr überzeugt waren. Auch die Kunstform mit dem Schattenriss bevor die Fotografie einhielt , finde ich spannend.
Insgesamt habe ich mit den Frauen sehr mitgefühlt und es macht mich wütend, wie schwer es Frauen hatten ,wenn der Ehemann verschied und auch das Thema Kinderarbeit.
Es gibt so einige Punkte, die ich lobenswert finde ,wie auch die leichten gruseligen Momente und dennoch hätte ich mir mehr Thrill gewünscht. Der Nervenkitzel hielt sich verstanden mir in Grenzen!
Insgesamt ein guter Purcell ,ich bin gespannt, was Ihre weiteren Bücher zu bieten haben.
Vielen Dank für das Bereitstellen des Leseexemplars an den Verlag!
Alles Gute, eure Jassy!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.