Produktbild: Die Angestellten
Band 67

Die Angestellten Ein Roman über Arbeit im 22. Jahrhundert | »Die Geburt eines neuen Sterns am Science-Fiction-Himmel.« MDR

Aus der Reihe MSB Paperback
4

11,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

31031

Erscheinungsdatum

27.10.2022

Verlag

MÄRZ Verlag

Seitenzahl

132 (Printausgabe)

Dateigröße

1098 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Alexander Sitzmann

Sprache

Deutsch

EAN

9783755050087

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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27.10.2022

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MÄRZ Verlag

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132 (Printausgabe)

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1. Auflage

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Alexander Sitzmann

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9783755050087

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Sprachlich, formal und inhaltlich innovativ und überzeugend

Bewertung am 28.12.2022

Bewertungsnummer: 1849761

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Olga Ravn wirft uns mit Die Angestellten ins 22. Jahrhundert auf ein Raumschiff mit Menschen, Humanoiden und rätselhaften Gegenständen. Etherisch-poetisch lesen sich die nüchtern gehaltenen Miniaturen aus dem Weltall. Spherisch hallen die nummerierten Zeugenaussagen der Besatzung von Schiff Sechstausend in uns wider. Es soll untersucht werden, welche Beziehungen die Angestellten mit den Gegenständen haben mit dem Ziel der Steigerung der Arbeitsabläufe und der Produktivität. Die Forschenden bleiben unsichtbar und greifen scheinbar nicht ein in das Geschehen und die Objekte ihrer Untersuchung, oder sind es Subjekte? »Zeugenaussage 022 Mir wurde gesagt, es gäbe ein Problem mit meinem emotionalen Reaktionsmuster... Ich soll meine kognitive Flexibilität trainieren, wenn ich auf Augenhöhe mit denen, die geboren wurden, Teil der Besatzung sein will. Ist dieses Problem ? In dem Fall würde ich es gern behalten.« Die erforschte Besatzung des Raumschiffs, das sind Die Angestellten. Was sie arbeiten, für was ihre Produktivität aufrechterhalten und gesteigert werden soll, wird kaum berichtet. Sie haben Aufgaben zugewiesen bekommen und sie alle versuchen, ihre Sache gut zu machen. Einige Angestellte sind von der Erde, aus einem Menschen geboren, andere sind humanoid, künstliche Wesen, die den Menschen ganz ähnlich sind, aber effizienter, anders vom Wesen, vermeintlich und sie haben keine Vergänglichkeit, vermeintlich. Die Angestellten reisen durch das Universum, sie sind alle bemüht, störende Gedanken, Impulse und Gefühle zu unterdrücken, Fehlbarkeiten und Fehlprogrammierungen auszulöschen. »Zeugenaussage 067 ...Warum hab ich all diese Gedanken, wenn ich doch vor allen Dingen eine technische Aufgabe lösen soll? Warum habe ich diese Gedanken, wenn es vor allen Dingen meine Aufgabe ist, die Produktion zu erhöhen? Aus welcher Perspektive sind diese Gedanken ? Ist ein Fehler beim Update passiert? In diesem Fall möchte ich gerne neu gestartet werden.« Der Plot entspannt sich durch die Miniaturen hindurch. Es gibt Objekte, organische Gegenstände von einem Planeten, die eine magische Gravitationskraft ausüben. Sie evozieren Träume, Sehnsüchte, romantische Gefühle, Triebe, Wut, die durch die Zeugenaussagen der Angestellten schwirren und die Koordinaten durcheinander bringen. Eine vielstimmige Unruhe steigt an, mit voranschreitendem Text werden die Aussagen immer vielfältiger, kritischer, dringlicher und lauter. Es baut sich eine Ahnung auf, irgendetwas ist passiert, das alles verändert, der Kontakt zur Homebase, zum Creator ist vom Kurs abgekommen. »Zeugenaussage 021 Ich weiß, dass ihr sagt, ich sei ein Gefangener hier, aber die Gegenstände haben mir etwas anderes erzählt.« Ohne die Künstlerin Lea Gulditte Hestelund würde das Buch nicht existieren, so Ravn. Schaue ich auf ihre Skulpturen und Installationen, verstehe ich sofort wieso, denn sie wirken organisch, auf eine Art erotisch anziehend und wie aus einer anderen Welt. Ravn findet eine Entsprechung in den Gegenständen und in der Sprache, die zugleich nüchtern wissenschaftlich-reporthaft und organisch-warm-poetisch anklingt. Ist Die Angestellten in der Tradition von Science Fiction, Prosa, Popliteratur, Lyrik zu sehen? All das und jenseits davon. Es ist eine Freude für Autofiktion-ermüdete Leser:innen wie mich, diese hoffnungsvoll-subversive Dystopie aus dem Weltall der Zukunft zu lesen. Das Streben nach Steigerung von Produktivität, die Konzentration auf Lohnarbeit und Sachzwängen, wird der subversiven Kraft der Kunst, der Liebe, des Übersinnlichen gestellt. Eigentlich sind keine Gedanken der Angestellten neu. In Ravns Text wirken sie aber frisch, als hätte ich sie das erste Mal gehört. Wir können es als aktuellen Trend betrachten, Dystopien von Frauen, mir fallen spontan einige weitere ein, auch einige, die sich zwischen den Genres bewegen. Aber lesen sie sich wie Ravn? Mit diesem Gefühl für Sprache, Form und Symbolik? Nein, keine kann schreiben wie sie und einen Perfektionisten wie Alexander Sitzmann als Übersetzer gewinnen zu können, hat sicherlich geholfen, dass der Text auch in der deutschen Sprache großartig ist. Völlig zu Recht ist Ravn der internationale Durchbruch gelungen. In der englischen Übersetzung landete Die Angestellten 2021 auf der Shortlist des Booker Prizes.

Sprachlich, formal und inhaltlich innovativ und überzeugend

Bewertung am 28.12.2022
Bewertungsnummer: 1849761
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Olga Ravn wirft uns mit Die Angestellten ins 22. Jahrhundert auf ein Raumschiff mit Menschen, Humanoiden und rätselhaften Gegenständen. Etherisch-poetisch lesen sich die nüchtern gehaltenen Miniaturen aus dem Weltall. Spherisch hallen die nummerierten Zeugenaussagen der Besatzung von Schiff Sechstausend in uns wider. Es soll untersucht werden, welche Beziehungen die Angestellten mit den Gegenständen haben mit dem Ziel der Steigerung der Arbeitsabläufe und der Produktivität. Die Forschenden bleiben unsichtbar und greifen scheinbar nicht ein in das Geschehen und die Objekte ihrer Untersuchung, oder sind es Subjekte? »Zeugenaussage 022 Mir wurde gesagt, es gäbe ein Problem mit meinem emotionalen Reaktionsmuster... Ich soll meine kognitive Flexibilität trainieren, wenn ich auf Augenhöhe mit denen, die geboren wurden, Teil der Besatzung sein will. Ist dieses Problem ? In dem Fall würde ich es gern behalten.« Die erforschte Besatzung des Raumschiffs, das sind Die Angestellten. Was sie arbeiten, für was ihre Produktivität aufrechterhalten und gesteigert werden soll, wird kaum berichtet. Sie haben Aufgaben zugewiesen bekommen und sie alle versuchen, ihre Sache gut zu machen. Einige Angestellte sind von der Erde, aus einem Menschen geboren, andere sind humanoid, künstliche Wesen, die den Menschen ganz ähnlich sind, aber effizienter, anders vom Wesen, vermeintlich und sie haben keine Vergänglichkeit, vermeintlich. Die Angestellten reisen durch das Universum, sie sind alle bemüht, störende Gedanken, Impulse und Gefühle zu unterdrücken, Fehlbarkeiten und Fehlprogrammierungen auszulöschen. »Zeugenaussage 067 ...Warum hab ich all diese Gedanken, wenn ich doch vor allen Dingen eine technische Aufgabe lösen soll? Warum habe ich diese Gedanken, wenn es vor allen Dingen meine Aufgabe ist, die Produktion zu erhöhen? Aus welcher Perspektive sind diese Gedanken ? Ist ein Fehler beim Update passiert? In diesem Fall möchte ich gerne neu gestartet werden.« Der Plot entspannt sich durch die Miniaturen hindurch. Es gibt Objekte, organische Gegenstände von einem Planeten, die eine magische Gravitationskraft ausüben. Sie evozieren Träume, Sehnsüchte, romantische Gefühle, Triebe, Wut, die durch die Zeugenaussagen der Angestellten schwirren und die Koordinaten durcheinander bringen. Eine vielstimmige Unruhe steigt an, mit voranschreitendem Text werden die Aussagen immer vielfältiger, kritischer, dringlicher und lauter. Es baut sich eine Ahnung auf, irgendetwas ist passiert, das alles verändert, der Kontakt zur Homebase, zum Creator ist vom Kurs abgekommen. »Zeugenaussage 021 Ich weiß, dass ihr sagt, ich sei ein Gefangener hier, aber die Gegenstände haben mir etwas anderes erzählt.« Ohne die Künstlerin Lea Gulditte Hestelund würde das Buch nicht existieren, so Ravn. Schaue ich auf ihre Skulpturen und Installationen, verstehe ich sofort wieso, denn sie wirken organisch, auf eine Art erotisch anziehend und wie aus einer anderen Welt. Ravn findet eine Entsprechung in den Gegenständen und in der Sprache, die zugleich nüchtern wissenschaftlich-reporthaft und organisch-warm-poetisch anklingt. Ist Die Angestellten in der Tradition von Science Fiction, Prosa, Popliteratur, Lyrik zu sehen? All das und jenseits davon. Es ist eine Freude für Autofiktion-ermüdete Leser:innen wie mich, diese hoffnungsvoll-subversive Dystopie aus dem Weltall der Zukunft zu lesen. Das Streben nach Steigerung von Produktivität, die Konzentration auf Lohnarbeit und Sachzwängen, wird der subversiven Kraft der Kunst, der Liebe, des Übersinnlichen gestellt. Eigentlich sind keine Gedanken der Angestellten neu. In Ravns Text wirken sie aber frisch, als hätte ich sie das erste Mal gehört. Wir können es als aktuellen Trend betrachten, Dystopien von Frauen, mir fallen spontan einige weitere ein, auch einige, die sich zwischen den Genres bewegen. Aber lesen sie sich wie Ravn? Mit diesem Gefühl für Sprache, Form und Symbolik? Nein, keine kann schreiben wie sie und einen Perfektionisten wie Alexander Sitzmann als Übersetzer gewinnen zu können, hat sicherlich geholfen, dass der Text auch in der deutschen Sprache großartig ist. Völlig zu Recht ist Ravn der internationale Durchbruch gelungen. In der englischen Übersetzung landete Die Angestellten 2021 auf der Shortlist des Booker Prizes.

Olga Ravn wirft uns mit Die…

Kata_____Lović aus Bremen am 28.12.2022

Bewertungsnummer: 2828364

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Olga Ravn wirft uns mit Die Angestellten ins 22. Jahrhundert auf ein Raumschiff mit Menschen, Humanoiden und rätselhaften Gegenständen. Etherisch-poetisch lesen sich die nüchtern gehaltenen Miniaturen aus dem Weltall. Spherisch hallen die nummerierten Zeugenaussagen der Besatzung von Schiff Sechstausend in uns wider. Es soll untersucht werden, welche Beziehungen die Angestellten mit den Gegenständen haben mit dem Ziel der Steigerung der Arbeitsabläufe und der Produktivität. Die Forschenden bleiben unsichtbar und greifen scheinbar nicht ein in das Geschehen und die Objekte ihrer Untersuchung, oder sind es Subjekte? »Zeugenaussage 022 Mir wurde gesagt, es gäbe ein Problem mit meinem emotionalen Reaktionsmuster... Ich soll meine kognitive Flexibilität trainieren, wenn ich auf Augenhöhe mit denen, die geboren wurden, Teil der Besatzung sein will. Ist dieses Problem ℎℎ? In dem Fall würde ich es gern behalten.« Die erforschte Besatzung des Raumschiffs, das sind Die Angestellten. Was sie arbeiten, für was ihre Produktivität aufrechterhalten und gesteigert werden soll, wird kaum berichtet. Sie haben Aufgaben zugewiesen bekommen und sie alle versuchen, ihre Sache gut zu machen. Einige Angestellte sind von der Erde, aus einem Menschen geboren, andere sind humanoid, künstliche Wesen, die den Menschen ganz ähnlich sind, aber effizienter, anders vom Wesen, vermeintlich und sie haben keine Vergänglichkeit, vermeintlich. Die Angestellten reisen durch das Universum, sie sind alle bemüht, störende Gedanken, Impulse und Gefühle zu unterdrücken, Fehlbarkeiten und Fehlprogrammierungen auszulöschen. »Zeugenaussage 067 ...Warum hab ich all diese Gedanken, wenn ich doch vor allen Dingen eine technische Aufgabe lösen soll? Warum habe ich diese Gedanken, wenn es vor allen Dingen meine Aufgabe ist, die Produktion zu erhöhen? Aus welcher Perspektive sind diese Gedanken ? Ist ein Fehler beim Update passiert? In diesem Fall möchte ich gerne neu gestartet werden.« Der Plot entspannt sich durch die Miniaturen hindurch. Es gibt Objekte, organische Gegenstände von einem Planeten, die eine magische Gravitationskraft ausüben. Sie evozieren Träume, Sehnsüchte, romantische Gefühle, Triebe, Wut, die durch die Zeugenaussagen der Angestellten schwirren und die Koordinaten durcheinander bringen. Eine vielstimmige Unruhe steigt an, mit voranschreitendem Text werden die Aussagen immer vielfältiger, kritischer, dringlicher und lauter. Es baut sich eine Ahnung auf, irgendetwas ist passiert, das alles verändert, der Kontakt zur Homebase, zum Creator ist vom Kurs abgekommen. »Zeugenaussage 021 Ich weiß, dass ihr sagt, ich sei ein Gefangener hier, aber die Gegenstände haben mir etwas anderes erzählt.« Ohne die Künstlerin Lea Gulditte Hestelund würde das Buch nicht existieren, so Ravn. Schaue ich auf ihre Skulpturen und Installationen, verstehe ich sofort wieso, denn sie wirken organisch, auf eine Art erotisch anziehend und wie aus einer anderen Welt. Ravn findet eine Entsprechung in den Gegenständen und in der Sprache, die zugleich nüchtern wissenschaftlich-reporthaft und organisch-warm-poetisch anklingt. Ist Die Angestellten in der Tradition von Science Fiction, Prosa, Popliteratur, Lyrik zu sehen? All das und jenseits davon. Es ist eine Freude für Autofiktion-ermüdete Leser:innen wie mich, diese hoffnungsvoll-subversive Dystopie aus dem Weltall der Zukunft zu lesen. Das Streben nach Steigerung von Produktivität, die Konzentration auf Lohnarbeit und Sachzwängen, wird der subversiven Kraft der Kunst, der Liebe, des Übersinnlichen gestellt. Eigentlich sind keine Gedanken der Angestellten neu. In Ravns Text wirken sie aber frisch, als hätte ich sie das erste Mal gehört. Wir können es als aktuellen Trend betrachten, Dystopien von Frauen, mir fallen spontan einige weitere ein, auch einige, die sich zwischen den Genres bewegen. Aber lesen sie sich wie Ravn? Mit diesem Gefühl für Sprache, Form und Symbolik? Nein, keine kann schreiben wie sie und einen Perfektionisten wie Alexander Sitzmann als Übersetzer gewinnen zu können, hat sicherlich geholfen, dass der Text auch in der deutschen Sprache großartig ist. Völlig zu Recht ist Ravn der internationale Durchbruch gelungen. In der englischen Übersetzung landete Die Angestellten 2021 auf der Shortlist des Booker Prizes.

Olga Ravn wirft uns mit Die…

Kata_____Lović aus Bremen am 28.12.2022
Bewertungsnummer: 2828364
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Olga Ravn wirft uns mit Die Angestellten ins 22. Jahrhundert auf ein Raumschiff mit Menschen, Humanoiden und rätselhaften Gegenständen. Etherisch-poetisch lesen sich die nüchtern gehaltenen Miniaturen aus dem Weltall. Spherisch hallen die nummerierten Zeugenaussagen der Besatzung von Schiff Sechstausend in uns wider. Es soll untersucht werden, welche Beziehungen die Angestellten mit den Gegenständen haben mit dem Ziel der Steigerung der Arbeitsabläufe und der Produktivität. Die Forschenden bleiben unsichtbar und greifen scheinbar nicht ein in das Geschehen und die Objekte ihrer Untersuchung, oder sind es Subjekte? »Zeugenaussage 022 Mir wurde gesagt, es gäbe ein Problem mit meinem emotionalen Reaktionsmuster... Ich soll meine kognitive Flexibilität trainieren, wenn ich auf Augenhöhe mit denen, die geboren wurden, Teil der Besatzung sein will. Ist dieses Problem ℎℎ? In dem Fall würde ich es gern behalten.« Die erforschte Besatzung des Raumschiffs, das sind Die Angestellten. Was sie arbeiten, für was ihre Produktivität aufrechterhalten und gesteigert werden soll, wird kaum berichtet. Sie haben Aufgaben zugewiesen bekommen und sie alle versuchen, ihre Sache gut zu machen. Einige Angestellte sind von der Erde, aus einem Menschen geboren, andere sind humanoid, künstliche Wesen, die den Menschen ganz ähnlich sind, aber effizienter, anders vom Wesen, vermeintlich und sie haben keine Vergänglichkeit, vermeintlich. Die Angestellten reisen durch das Universum, sie sind alle bemüht, störende Gedanken, Impulse und Gefühle zu unterdrücken, Fehlbarkeiten und Fehlprogrammierungen auszulöschen. »Zeugenaussage 067 ...Warum hab ich all diese Gedanken, wenn ich doch vor allen Dingen eine technische Aufgabe lösen soll? Warum habe ich diese Gedanken, wenn es vor allen Dingen meine Aufgabe ist, die Produktion zu erhöhen? Aus welcher Perspektive sind diese Gedanken ? Ist ein Fehler beim Update passiert? In diesem Fall möchte ich gerne neu gestartet werden.« Der Plot entspannt sich durch die Miniaturen hindurch. Es gibt Objekte, organische Gegenstände von einem Planeten, die eine magische Gravitationskraft ausüben. Sie evozieren Träume, Sehnsüchte, romantische Gefühle, Triebe, Wut, die durch die Zeugenaussagen der Angestellten schwirren und die Koordinaten durcheinander bringen. Eine vielstimmige Unruhe steigt an, mit voranschreitendem Text werden die Aussagen immer vielfältiger, kritischer, dringlicher und lauter. Es baut sich eine Ahnung auf, irgendetwas ist passiert, das alles verändert, der Kontakt zur Homebase, zum Creator ist vom Kurs abgekommen. »Zeugenaussage 021 Ich weiß, dass ihr sagt, ich sei ein Gefangener hier, aber die Gegenstände haben mir etwas anderes erzählt.« Ohne die Künstlerin Lea Gulditte Hestelund würde das Buch nicht existieren, so Ravn. Schaue ich auf ihre Skulpturen und Installationen, verstehe ich sofort wieso, denn sie wirken organisch, auf eine Art erotisch anziehend und wie aus einer anderen Welt. Ravn findet eine Entsprechung in den Gegenständen und in der Sprache, die zugleich nüchtern wissenschaftlich-reporthaft und organisch-warm-poetisch anklingt. Ist Die Angestellten in der Tradition von Science Fiction, Prosa, Popliteratur, Lyrik zu sehen? All das und jenseits davon. Es ist eine Freude für Autofiktion-ermüdete Leser:innen wie mich, diese hoffnungsvoll-subversive Dystopie aus dem Weltall der Zukunft zu lesen. Das Streben nach Steigerung von Produktivität, die Konzentration auf Lohnarbeit und Sachzwängen, wird der subversiven Kraft der Kunst, der Liebe, des Übersinnlichen gestellt. Eigentlich sind keine Gedanken der Angestellten neu. In Ravns Text wirken sie aber frisch, als hätte ich sie das erste Mal gehört. Wir können es als aktuellen Trend betrachten, Dystopien von Frauen, mir fallen spontan einige weitere ein, auch einige, die sich zwischen den Genres bewegen. Aber lesen sie sich wie Ravn? Mit diesem Gefühl für Sprache, Form und Symbolik? Nein, keine kann schreiben wie sie und einen Perfektionisten wie Alexander Sitzmann als Übersetzer gewinnen zu können, hat sicherlich geholfen, dass der Text auch in der deutschen Sprache großartig ist. Völlig zu Recht ist Ravn der internationale Durchbruch gelungen. In der englischen Übersetzung landete Die Angestellten 2021 auf der Shortlist des Booker Prizes.

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Die Angestellten

von Olga Ravn

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Kolja Hornung

OSIANDER Tübingen

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5/5

"Durch eine schlafende Unendlichkeit"

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

An Bord des namenlosen 'Sechstausender-Schiffs' leben geborene Menschen und konstruierte Humanoide, aber sie alle sind dort um zu arbeiten. Der Alltag an Bord ist von Routinen geprägt, der Arbeit fehlt es an Bezug, an einem Gefühl von Fortschritt und Bedeutung, was am stärksten dadurch deutlich wird, dass man nicht erfährt, worin die Arbeit der Angestellten eigentlich besteht. Es ist bedeutungslos. Menschen kennen das notwendige Gefühl, einen Zweck zu haben, während die Humanoiden zuerst nur ahnen, dass es mehr gibt als ihre reibungslosen Abläufe. In einzelnen 'Zeugenaussagen' legt Olga Ravn die unterdrückten Empfindungen der Besatzung offen. Klar und präzise, wie mit einem Skalpell aus Worten, schneidet sie die Gefühle aus ihren Figuren heraus und bringt sie aufs Papier. Ein kluges, manchmal bedrückendes, stellenweise euphorisches Buch über die Momente, in denen wir es schaffen, unseren Alltag auszublenden und über uns selbst als Menschen nachzudenken.
  • Kolja Hornung
  • Buchhändler/-in

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"Durch eine schlafende Unendlichkeit"

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An Bord des namenlosen 'Sechstausender-Schiffs' leben geborene Menschen und konstruierte Humanoide, aber sie alle sind dort um zu arbeiten. Der Alltag an Bord ist von Routinen geprägt, der Arbeit fehlt es an Bezug, an einem Gefühl von Fortschritt und Bedeutung, was am stärksten dadurch deutlich wird, dass man nicht erfährt, worin die Arbeit der Angestellten eigentlich besteht. Es ist bedeutungslos. Menschen kennen das notwendige Gefühl, einen Zweck zu haben, während die Humanoiden zuerst nur ahnen, dass es mehr gibt als ihre reibungslosen Abläufe. In einzelnen 'Zeugenaussagen' legt Olga Ravn die unterdrückten Empfindungen der Besatzung offen. Klar und präzise, wie mit einem Skalpell aus Worten, schneidet sie die Gefühle aus ihren Figuren heraus und bringt sie aufs Papier. Ein kluges, manchmal bedrückendes, stellenweise euphorisches Buch über die Momente, in denen wir es schaffen, unseren Alltag auszublenden und über uns selbst als Menschen nachzudenken.

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