Nach dem Tod der Eltern haben sich die drei Geschwister der Familie Gabel auseinandergelebt. Während die alleinerziehende Sidsel in einem Kopenhagener Museum arbeitet, schlägt sich Niels als Plakatierer durch. Ea, die älteste der drei, lebt in San Francisco und versucht, Kontakt zur verstorbenen Mutter aufzunehmen. Doch dann müssen die Geschwister auf einmal Stellung zueinander und zu ihrer Vergangenheit beziehen. Ein beglückendes Buch über das Wagnis, alte Hüllen abzustreifen und Veränderung zuzulassen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
4/5
21.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Familie und andere Katastrophen
Der Roman „Der Panzer des Hummers“ stammt aus der Feder der dänischen Autorin Caroline Albertine Minor, liegt hier in einer Übersetzung von Ursel Allenstein vor und erscheint im Spätsommer im Diogenes Verlag.
In dem Familienroman stehen die 3 Geschwister Sidsel, Niels und Ea im Fokus. Die Drei haben sich als Familie komplett auseinandergelebt. Abwechselnd verfolgt der Plot ihre aktuelle Lebensgeschichte. Unterbrochen wird die Gegenwart von einem Ausflug in eine Art Scheinwelt. Dort trift der geneigte Leser die Eltern der Geschwister und erfährt in zahlreichen Rückblenden einige Details der Familie, die dann zum wesentlichen Verständnis der eigentlichen Geschichte beitragen. Nachdem die Autorin sich viel Zeit bei der Vorstellung der Charaktere lässt, nimmt der Roman erst richtig Fahrt auf, als Ea mittels Seherin versucht, zur toten Mutter Kontakt aufzunehmen.
Sprachlich ist das Buch nicht einfach zu lesen, wenn man sich aber "eingelesen" hat, bereitet der Roman großes Vergnügen. Gekonnte Metaphern und ein kühler Sprachstil bereichern das Buch sehr.
Von mir bekommt dieses Werk daher eine Leseempfehlung für LeserInnen, die großen Wert auf sprachliche Finess legen und dem Buch nach der anfänglich schwierigen Lektüre eine Chance geben wollen. Keine leichte Kost, aber wert sich durchzubeißen.
Bewertung
aus Wien
5/5
21.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
eine etwas andere Familiengeschichte
In „Der Panzer des Hummers“ von Caroline Albertine Minor geht es um die Familien Gabel und Wallens, die alle beide keine perfekten Friede-Freude-Kinderbuchfamilien sind. Jeder hat seine Probleme. Ob es nun eine gescheiterte Liebe ist, oder Kinder ohne Vater, oder einfach die Last des Lebens, die schwer auf den Schultern lastet.
Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Die Beschreibungen sind sehr schön und es werden sehr häufig schöne und passende Metaphern verwendet. Genauso werden die Personen gut charakterisiert und jeder einzelne Charakter hat eine eigene Persönlichkeit, die wirklich gut ausgearbeitet ist.
Ich muss aber alle potentiellen Leser gleich vorwarnen: Dies ist keine klassische Familiengeschichte, wie man sie schon aus so einigen Büchern kennt. Meiner Meinung nach ist dieses Buch durch seine etwas lose zusammenhängenden Geschehnisse besonders realistisch, und auch das Ende passt gut zur Geschichte, weil es nicht wie ein Ende wirkt, sondern einfach wie ein glückliches Ereignis aus dem Leben zweier Familien.
Zusammenfassend kann ich also nur sagen, dass mir das Buch sehr, sehr gut gefallen hat, es allerdings nicht den klassischen Familiengeschichten entspricht, und somit nicht jedem gefallen wird, es aber durch seinen wirklich tollen Schreibstil schnell und einfach zu lesen ist.
Bewertung
aus Wermelskirchen
5/5
10.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine traurge Familiengeschichte
In dem Roman geht es hauptsächlich um die drei Geschwister Ea, Sidsel und Niels. Alle Charaktere sind sehr kurios und unzufrieden und sie haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Trotzdem sind die Charaktere sehr interessant und schön geschrieben. Ich mag den Perspektivwechsel und die bildhaften Beschreibungen. Es gibt keine fortlaufende Geschichte, nur Episoden aus dem Alltagsleben der drei Hauptfiguren und vieler Nebenfiguren. Da kann man den Überblick leicht verlieren. Aber es ist auch kein leichtes Buch, „Pain is growth“. Die Figuren leiden und finden nicht zueinander, nur ein bisschen zu sich selbst.
Ein ruhiger Roman zum Nachdenken!
Bewertung
aus Ratingen
5/5
05.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein moderner Familienroman
Die Geschwister Ea, Sidsel und Niels haben sich nach dem frühen Tod ihrer Mutter auseinandergelebt und führen vollkommen unterschiedliche Leben. Es werden nicht nur sehr unterschiedliche Charaktere, sondern auch unterschiedliche Lebensformen dargestellt. Der Leser begleitet die Protagonisten fünf Tage und erfährt zum Teil über Rückblenden Einzelheiten über die einzelnen Charaktere. Schwierig fand ich, dass Ea sich immer wieder bemüht über eine Seherin Kontakt zu ihrer Mutter aufzunehmen. Mit diesen Seancen konnte ich leider nur wenig anfangen.
Mir gefiel der Schreibstil der Autorin durchaus gefiel. Es war sehr detailliert, teilweise poetisch und es gab viele Wendungen, wodurch die alles sehr abwechslungsreich zu lesen war. Allerdings habe ich den roten Faden in der Handlung vermisst. Abschließend gibt es ein Interview der Autorin, das hätte ich gerne vorweg gelesen, da es ihre Motivation zum Schreiben der Geschichte gut erläutert.
Auch wenn mich die Handlung nicht gefesselt hat, sprachlich finde ich den Roman gelungen.
Bewertung
aus Birkenfeld
5/5
29.08.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Familiengeschichten
Das bunte Cover des Buches finde ich sehr schön. Das Buch handelt von den einzelnen Familienmitgliedern der Familie Gabel. Die drei Geschwistern Sidsel, Niels und Ea, die eigentlich sich schon sehr voneinander entfernt haben. Diese haben leider schon früh ihre Eltern verloren und sind somit auf sich allein gestellt. Das Buch geht nacheinander auf die einzelnen Geschwister ein und beschreibt nach und nach die Geschichten der einzelnen Personen. Niels und Sidsel haben am meisten miteinander gemein, da sie beide in Kopenhagen wohnen und sich gegenseitig unterstützen. Ea lebt weit weg in Amerika. Dort hat sie sich eine eigene Familie aufgebaut und lebt ihr eigenes Leben. Sie versucht durch ein Medium Kontakt zu der verstorbenen Mutter aufzunehmen.
Alles in allem für den Leser etwas verwirrend, aber jedes Kapitel hat ihren eigenen Reiz.
Man sollte sich auf das Buch einlassen.
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