Produktbild: Die Inkommensurablen
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Raphaela Edelbauer

1. Die Inkommensurablen

Die Inkommensurablen

Gesprochen von
18
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Cornelius Obonya

Spieldauer

10 Stunden und 56 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

20.02.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

158

Verlag

Random House Audio

Sprache

Deutsch

EAN

9783837164466

Beschreibung

Rezension

»Obonya macht mit seiner Interpretation diesen Geschichtsroman zu einem unvergesslich kraftvollen Ein-Mann- Hörspiel.«

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Gesprochen von

Cornelius Obonya

Spieldauer

10 Stunden und 56 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

20.02.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

158

Verlag

Random House Audio

Sprache

Deutsch

EAN

9783837164466

Herstelleradresse

Random House Audio [9]
Neumarkter Str. 28
81673 München
Deutschland
Email: info@service.penguinrandomhouse.de
Url: www.penguinrandomhouse.de
Fax: +49 89 41363333

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Unvergleichbar

wal.li am 30.03.2024

Bewertungsnummer: 2166350

Bewertet: Hörbuch-Download

Der siebzehnjährige Pferdeknecht Hans kommt am Tag vor Beginn des ersten Weltkriegs nach Wien. Er hofft dort auf die Psychoanalytikerin Helene Cheresch zu treffen. Auf der Suche nach ihrer Praxis begegnet er Adam, einem jungen Offizier, der eigentlich lieber Musiker wäre und als Kompromiss bei einem Musikkorps ist. Und er lernt die ebenfalls junge Klara kennen, die es als eine der ersten Frauen geschafft an der Universität ein Mathematikstudium abzuschließen. Nunmehr steht sie kurz vor der Promotion. Dieses Trio bildet eine ungewöhnliche Gemeinschaft, die unter dem heuandrohenden Krieg die letzten friedlichen Stunden verbringt. Ja, sie bilden wirklich ein ungewöhnliches Trio, der Landjunge aus Tirol, den man schon an seiner Sprache erkennt, die Intellektuelle, die in deser Zeit noch kaum gibt, und der Adlige, der eigentlich von der Musik träumt. Um Träume geht es teilweise auch bei der Analyse durch Helene Cheresch. Bei ihr möchte Hans Antworten auf seine Fragen finden. Er meint, er habe eine seltsame Gabe, für die es eine Erklärung geben müsste. Doch inzwischen durchleben die drei eine wilde Nacht, in der sie die bedrohliche Lage nie ganz vergessen können. Sowohl für den deutschen Buchpreis 2023 als auch für den deutschen Horbuchpreis 2023 war dieser Roman nominiert. Und beim Hörbuchpreis gab es tatsächlich die Ehrung in der Kategorie bester Interpret. Das völlig zurecht, denn Cornelius Obonya vermag es ganz hervorragend den Vorabend des Krieges mit seinen unterschiedlichen Facetten in der Phantasie des Hörers lebendig werden zu lassen. Allerdings ist die eigentliche Handlung des Romans doch etwas fordernd. Ein wenig fühlt man sich an Ulysses erinnert, wo auch ein relativ kurzer Zeitraum ausführlich abgehandelt wird. Ein echter roter Faden, der von da nach dort führt, ist nicht wirklich zu finden. Dennoch fühlt man die knapper werdende Zeit, das herannahende Ende des Friedens. Wie werden die jungen Menschen sich entscheiden? Wie wird sich die Welt entscheiden? Zum Glück läuft heute kein Ultimatum ab, aber es entsteht schon der Eindruck als stehe die Welt am Scheideweg. Man hofft, sie wird sich für den Frieden entscheiden, aber sicher ist das nicht. Wollte man pessimistisch sein, müsste man sagen, die Zeichen stehen auf Sturm. Hat die Autorin unsere Zeit in die Vergangenheit geschrieben? Interessant ist im Übrigen die Bedeutung des Titels, der nicht einfach so diahingeschrieben ist. 3,5 Sterne

Unvergleichbar

wal.li am 30.03.2024
Bewertungsnummer: 2166350
Bewertet: Hörbuch-Download

Der siebzehnjährige Pferdeknecht Hans kommt am Tag vor Beginn des ersten Weltkriegs nach Wien. Er hofft dort auf die Psychoanalytikerin Helene Cheresch zu treffen. Auf der Suche nach ihrer Praxis begegnet er Adam, einem jungen Offizier, der eigentlich lieber Musiker wäre und als Kompromiss bei einem Musikkorps ist. Und er lernt die ebenfalls junge Klara kennen, die es als eine der ersten Frauen geschafft an der Universität ein Mathematikstudium abzuschließen. Nunmehr steht sie kurz vor der Promotion. Dieses Trio bildet eine ungewöhnliche Gemeinschaft, die unter dem heuandrohenden Krieg die letzten friedlichen Stunden verbringt. Ja, sie bilden wirklich ein ungewöhnliches Trio, der Landjunge aus Tirol, den man schon an seiner Sprache erkennt, die Intellektuelle, die in deser Zeit noch kaum gibt, und der Adlige, der eigentlich von der Musik träumt. Um Träume geht es teilweise auch bei der Analyse durch Helene Cheresch. Bei ihr möchte Hans Antworten auf seine Fragen finden. Er meint, er habe eine seltsame Gabe, für die es eine Erklärung geben müsste. Doch inzwischen durchleben die drei eine wilde Nacht, in der sie die bedrohliche Lage nie ganz vergessen können. Sowohl für den deutschen Buchpreis 2023 als auch für den deutschen Horbuchpreis 2023 war dieser Roman nominiert. Und beim Hörbuchpreis gab es tatsächlich die Ehrung in der Kategorie bester Interpret. Das völlig zurecht, denn Cornelius Obonya vermag es ganz hervorragend den Vorabend des Krieges mit seinen unterschiedlichen Facetten in der Phantasie des Hörers lebendig werden zu lassen. Allerdings ist die eigentliche Handlung des Romans doch etwas fordernd. Ein wenig fühlt man sich an Ulysses erinnert, wo auch ein relativ kurzer Zeitraum ausführlich abgehandelt wird. Ein echter roter Faden, der von da nach dort führt, ist nicht wirklich zu finden. Dennoch fühlt man die knapper werdende Zeit, das herannahende Ende des Friedens. Wie werden die jungen Menschen sich entscheiden? Wie wird sich die Welt entscheiden? Zum Glück läuft heute kein Ultimatum ab, aber es entsteht schon der Eindruck als stehe die Welt am Scheideweg. Man hofft, sie wird sich für den Frieden entscheiden, aber sicher ist das nicht. Wollte man pessimistisch sein, müsste man sagen, die Zeichen stehen auf Sturm. Hat die Autorin unsere Zeit in die Vergangenheit geschrieben? Interessant ist im Übrigen die Bedeutung des Titels, der nicht einfach so diahingeschrieben ist. 3,5 Sterne

„Haben in der Konsequenz nicht wir die Ideen, sondern haben sie uns?“

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 20.07.2025

Bewertungsnummer: 2544203

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein sprachgewaltiger Roman mit gesellschaftlicher Weitsicht! - Der Bauernknecht Hans Ranftler trifft mit einer Visitenkarte der Psychoanalytikerin Helene Cheresch in Wien ein. Ihn plagt seine seherische Fähigkeit, dass er in manchen Situationen einen Satz schon genau kennt, den sein Gegenüber im nächsten Moment aussprechen wird. Sein im Unterbewusstsein hysterisches Empfinden tritt aber in den Hintergrund angesichts der propagandistisch entfachten, sich lauffeuernd durch Wien bewegenden Massenhysterie für die Mobilmachung zum Beginn des Weltkrieges. Ist der Wiener Bahnhof bei Hans frühmorgendlichen Ankunft am 30. Juli 1914 bereits proppenvoll mit Menschen und flüchtigen Eindrücken von ihnen, wird sich in den nächsten 36 Stunden der Romanhandlung die Masse Mensch zur Undurchdringbarkeit steigern. Auf der Schwelle der auf der Visitenkarte markierten Praxis begegnet Hans den gleichaltrigen Adam und Klara und bewegt sich mit ihnen fortan gemeinsam gegen den Menschenstrom. Hans muss ohne Geld die Zeit bis zum für den Nachmittag des Folgetages vereinbarten Termin mit Helene überbrücken, ohne in eine Musterungsstelle zu schwappen. Adam, mit aristokratischem Stammbaum und Offizierslaufbahn, hat seinen Einberufungsbefehl schon und zweifelt (noch in ziviler Kleidung) hin- und hergerissen, ob er in den Krieg ziehen soll. Klara, die sich aus niedersten sozialen Verhältnissen lösen konnte und sich an der Stufe zur akademisch anerkannten Spitzenmathematikerin befindet, muss zu ihrem Rigorosum in die Universität, wohingegen die bellizistischen Macker den Frauen in der Gesellschaft nur noch den Wert von dringend benötigten Uniformschneiderinnen zumessen. Die Stationen, die die Autorin Raphaela Edelbauer Hans, Adam und die stets klarsehende Klara in diesen anderthalb Tagen nehmen lässt, seien hier nicht verraten – seien Sie als Leserin stets überrascht. Vermeiden Sie beim Lesen aber bitte keinesfalls den Parallelblick auf heutige gesellschaftliche Zustände, die nicht wirklich anders sind als am 30. Juli 1914, denn: „Das Prophetische tarnt sich stets als Erinnerung.“

„Haben in der Konsequenz nicht wir die Ideen, sondern haben sie uns?“

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 20.07.2025
Bewertungsnummer: 2544203
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein sprachgewaltiger Roman mit gesellschaftlicher Weitsicht! - Der Bauernknecht Hans Ranftler trifft mit einer Visitenkarte der Psychoanalytikerin Helene Cheresch in Wien ein. Ihn plagt seine seherische Fähigkeit, dass er in manchen Situationen einen Satz schon genau kennt, den sein Gegenüber im nächsten Moment aussprechen wird. Sein im Unterbewusstsein hysterisches Empfinden tritt aber in den Hintergrund angesichts der propagandistisch entfachten, sich lauffeuernd durch Wien bewegenden Massenhysterie für die Mobilmachung zum Beginn des Weltkrieges. Ist der Wiener Bahnhof bei Hans frühmorgendlichen Ankunft am 30. Juli 1914 bereits proppenvoll mit Menschen und flüchtigen Eindrücken von ihnen, wird sich in den nächsten 36 Stunden der Romanhandlung die Masse Mensch zur Undurchdringbarkeit steigern. Auf der Schwelle der auf der Visitenkarte markierten Praxis begegnet Hans den gleichaltrigen Adam und Klara und bewegt sich mit ihnen fortan gemeinsam gegen den Menschenstrom. Hans muss ohne Geld die Zeit bis zum für den Nachmittag des Folgetages vereinbarten Termin mit Helene überbrücken, ohne in eine Musterungsstelle zu schwappen. Adam, mit aristokratischem Stammbaum und Offizierslaufbahn, hat seinen Einberufungsbefehl schon und zweifelt (noch in ziviler Kleidung) hin- und hergerissen, ob er in den Krieg ziehen soll. Klara, die sich aus niedersten sozialen Verhältnissen lösen konnte und sich an der Stufe zur akademisch anerkannten Spitzenmathematikerin befindet, muss zu ihrem Rigorosum in die Universität, wohingegen die bellizistischen Macker den Frauen in der Gesellschaft nur noch den Wert von dringend benötigten Uniformschneiderinnen zumessen. Die Stationen, die die Autorin Raphaela Edelbauer Hans, Adam und die stets klarsehende Klara in diesen anderthalb Tagen nehmen lässt, seien hier nicht verraten – seien Sie als Leserin stets überrascht. Vermeiden Sie beim Lesen aber bitte keinesfalls den Parallelblick auf heutige gesellschaftliche Zustände, die nicht wirklich anders sind als am 30. Juli 1914, denn: „Das Prophetische tarnt sich stets als Erinnerung.“

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Die Inkommensurablen

von Raphaela Edelbauer

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Meinung aus der Buchhandlung

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Patricia Rast

OSIANDER Wangen

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5/5

Mathematik, Psychologie und Geschichte - großartig miteinander verwoben.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wien 1914, ein Tag vor der Machtergreifung. Hans, ein Knecht aus Salzburg und quasi mittellos , geht nach Wien um eine Psychotherapeutin um Hilfe zu bitten. Währenddessen lernt er drei weitere junge Menschen kennen. Für alle ist klar, dass ab dem nächsten Tag alles anders sein wird und es ihr Leben, so wie es bisher war, nicht mehr geben wird. Ein anspruchsvolles, großartig geschriebenes Buch, in dem die Autorin die Geschichte Wiens und Österreichs parallel zu den Ereignissen erläutert.
  • Patricia Rast
  • Buchhändler/-in

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5/5

Mathematik, Psychologie und Geschichte - großartig miteinander verwoben.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wien 1914, ein Tag vor der Machtergreifung. Hans, ein Knecht aus Salzburg und quasi mittellos , geht nach Wien um eine Psychotherapeutin um Hilfe zu bitten. Währenddessen lernt er drei weitere junge Menschen kennen. Für alle ist klar, dass ab dem nächsten Tag alles anders sein wird und es ihr Leben, so wie es bisher war, nicht mehr geben wird. Ein anspruchsvolles, großartig geschriebenes Buch, in dem die Autorin die Geschichte Wiens und Österreichs parallel zu den Ereignissen erläutert.

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Alex Sättele

Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

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4/5

Ein Wimmelbild des Vorabends des ersten Weltkrieges

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wien, 1914 – Vorabend des ersten Weltkrieges, wortwörtlich. Der Bauernknecht Hans verlässt sein Dorf, um sich in Wien bei einer berühmten Psychoanalytikerin in Behandlung zu begeben. Praktisch ohne Mittel und durchnächtigt trifft er in der für ihn verwirrenden Großstadt ein. Die Stadt ist in Aufruhr, denn morgen läuft das deutsche Ultimatum gegen die Serben aus. Die Parapsychologin ist gewillt ihm am nächsten Tag einen Termin zu geben, außerdem trifft er vor ihrer Tür auf zwei andere Patient*innen: Den adligen Offizier Adam, der am morgigen Tag eingezogen werden soll, und die Doktorandin der Mathematik Klara, die am nächsten Tag ihre Doktorarbeit verteidigen muss. Zusammen verbringen sie die letzten Stunden vor dem Ausbruch des Krieges. Zwischen Orchesterproben, Dinner mit dem österreichischen Generalstab, und Suffragetten Kneipen, in denen Ragtime gespielt wird, durchzechen sie die Nacht. Großartige historische Recherche, eine Momentaufnahme in die gesellschaftlichen Verwerfungen des baldig zerbrechenden Kaiserreiches. Der Auftakt lässt einen erst an einen klassischen Bildungsroman denken, der Roman liest sich aber mehr wie ein Wimmelbild über die Ideen, Gedanken und Menschen der Zeit – von CG Jungs esoterischen Archetypen in der Psychoanalyse, bis hin zum Nationalismus und Antisemitismus der herrschenden Klassen und natürlich der Manipulation der Massen. Alle drei Figuren haben mit ihren eigenen parapsychologischen Phänomenen zu kämpfen, wegen derer sie sich auserwählt fühlen. Mit der Auflösung, was es mit diesen fast schon übernatürlichen Phänomenen auf sich hat, legt die Autorin einen Finger auf die gesellschaftlichen Probleme von heute. Der Roman ist mit bildungsbürgerlichen Fachworten gespickt, die mich beim Lesen immer wieder ein bisschen herausgerissen und irritiert haben. Wer die Originale der Zeit von Robert Musil oder Joseph Roth genossen hat, wird hier eine selbst reflektierte, moderne Aufarbeitung ihrer Werke finden.
  • Alex Sättele
  • Buchhändler/-in

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4/5

Ein Wimmelbild des Vorabends des ersten Weltkrieges

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wien, 1914 – Vorabend des ersten Weltkrieges, wortwörtlich. Der Bauernknecht Hans verlässt sein Dorf, um sich in Wien bei einer berühmten Psychoanalytikerin in Behandlung zu begeben. Praktisch ohne Mittel und durchnächtigt trifft er in der für ihn verwirrenden Großstadt ein. Die Stadt ist in Aufruhr, denn morgen läuft das deutsche Ultimatum gegen die Serben aus. Die Parapsychologin ist gewillt ihm am nächsten Tag einen Termin zu geben, außerdem trifft er vor ihrer Tür auf zwei andere Patient*innen: Den adligen Offizier Adam, der am morgigen Tag eingezogen werden soll, und die Doktorandin der Mathematik Klara, die am nächsten Tag ihre Doktorarbeit verteidigen muss. Zusammen verbringen sie die letzten Stunden vor dem Ausbruch des Krieges. Zwischen Orchesterproben, Dinner mit dem österreichischen Generalstab, und Suffragetten Kneipen, in denen Ragtime gespielt wird, durchzechen sie die Nacht. Großartige historische Recherche, eine Momentaufnahme in die gesellschaftlichen Verwerfungen des baldig zerbrechenden Kaiserreiches. Der Auftakt lässt einen erst an einen klassischen Bildungsroman denken, der Roman liest sich aber mehr wie ein Wimmelbild über die Ideen, Gedanken und Menschen der Zeit – von CG Jungs esoterischen Archetypen in der Psychoanalyse, bis hin zum Nationalismus und Antisemitismus der herrschenden Klassen und natürlich der Manipulation der Massen. Alle drei Figuren haben mit ihren eigenen parapsychologischen Phänomenen zu kämpfen, wegen derer sie sich auserwählt fühlen. Mit der Auflösung, was es mit diesen fast schon übernatürlichen Phänomenen auf sich hat, legt die Autorin einen Finger auf die gesellschaftlichen Probleme von heute. Der Roman ist mit bildungsbürgerlichen Fachworten gespickt, die mich beim Lesen immer wieder ein bisschen herausgerissen und irritiert haben. Wer die Originale der Zeit von Robert Musil oder Joseph Roth genossen hat, wird hier eine selbst reflektierte, moderne Aufarbeitung ihrer Werke finden.

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Die Inkommensurablen

von Raphaela Edelbauer

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