Der Traum vom selbstbestimmten Leben: als das Wünschen nicht geholfen hatMonschau, Ende des 19. Jahrhunderts: In der Tuchmacherstadt kreuzen sich die Wege von Wilhelm, Jacob und Luise, die schon als Kinder der gemeinsame Wunsch verbindet, den strengen Normen und Regeln ihrer Zeit zu entfliehen. Luise will Ärztin werden, Jacob träumt von einem ungebundenen Leben fernab der Fabrik seines Vaters, und der Bauernsohn Wilhelm will der Enge und Armut seines Heimatdorfes Wollseifen entfliehen. Zunächst scheint alles möglich, doch im ausgehenden Jahrhundert ist nur wenig Raum für individuelle Lebensentwürfe, vor allem wenn Liebe im Spiel ist. Auf einmal ist die Freundschaft der drei in Gefahr, und nicht nur Wilhelms Weg nimmt eine völlig andere Richtung als gewünscht …Anna-Maria Caspari beschreibt in ihrem zweiten Eifelroman einfühlsam die Lebenswege dreier Menschen, die versuchen, den Zwängen in der Gründerzeit zu entfliehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
brauneye29
aus Wachtendonk
4/5
27.07.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Schöne Geschichte
Zum Inhalt:
In Monschau begegnen sind Wilhelm, Jacob und Luise. Alle drei haben Träume. Luise möchte Ärztin werden, Jacob will ein ungebundenes Leben fern der Fabrik des Vaters, die er übernehmen soll und Wilhelm will weg aus der Enge und Armut aus Wollseifen. Zunächst erscheint den dreien alles möglich, doch Ende des 19. Jahrhundert ist es kaum möglich für die drei ihre Träume wahr zu machen und ihre Freundschaft scheint auch noch in Gefahr.
Meine Meinung:
Mir hatte Ginsterhöhe schon sehr gut gefallen und dieses Buch gefällt mir mindestens so gut. Es liegt zeitlich vor den Ereignissen von Ginsterhöhe. Es ist eine Vorgeschichte zu Ginsterhöhe, ist aber völlig unabhängig davon lesbar. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich sehr gut gelesen fand, auch dass es zwei Sprecher gab. Als Figur fand ich Luise am interessantesten, was natürlich auch daran liegt, dass sie es als Frau noch schwerer hatte, ihre Wünsche zu erfüllen.
Fazit:
Schöne Geschichte
Funkelnder Sternenstaub
3/5
27.10.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Zweiter Band der Eifel Trilogie.
Die Autorin Anna-Maria Caspari war mir vorher nicht bekannt, jedenfalls nicht lesetechnisch. Perlenbach ist mein erstes Werk von ihr. Wir befinden uns in Monschau Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist eine Tuchmacherstadt in der Eifel in der sich die Wege unserer drei Protagonisten Luise, Wilhelm & Jacob kreuzen und die dort ihre Kindheit gemeinsam verbringen. Gerade die Szenen aus ihrer Kindheit waren mir im gesamten Werk die liebsten. Da sie mir gefühlsmäßig sehr authentisch und auch nahe rüber kamen. Mit den Jahren verlor sich das leider für mich etwas. Ich verspürte immer wieder eine gewisse Distanz. Obwohl alle 3 Figuren sehr unterschiedlich waren, auch schon auf Grund ihrer jeweiligen Herkunft, war es mir doch etwas stereotypisch. Die Einwürfe in Form von Tagebucheinträgen von Luises Gouvernante empfand ich zudem meist als etwas störend und auch nicht unbedingt förderlich, weil sie eher historische bzw. sachliche Sachen hineinschrieb und selten etwas Emotionales. Schön fand ich das sich jeder auf seine Weise mit seinem Leben mehr oder weniger auseinander gesetzt hat und seinen Weg gegangen ist. Die Synchronsprecher Julian Mehne und Tanja Fornaro gaben diesem Hörbuch einen passenden Erzählrahmen, wobei mir vor allem die Stimmnuance von Julian Mehne sehr gefiel, er hat für mich so eine richtige Erzählerstimme, könnte mir bei ihm auch Märchen vorstellen. :)
Bewertung
aus Bremen
5/5
09.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Kindheitsträume
Monschau, Ende des 19. Jahrhunderts: Wilhelm, Jacob und Luise stammen aus Familien mit unterschiedlicher sozialer Herkunft. Trotzdem sind sie Freunde. Sie träumen von einer Zukunft ohne strenge Regeln. Luise möchte gerne in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Ärztin werden. Jacob wächst wegen einer körperlichen Behinderung behütet auf und träumt von einem selbstbestimmten Leben. Wilhelm, der arme Bauernsohn, möchte gerne einen anderen Weg, als Bauer zu werden, einschlagen. Ob ihre Wünsche in Erfüllung gehen werden ...
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Hauptprotagonisten erzählt.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Protagonisten authentisch dargestellt. Das Leben der drei Hauptfiguren wird fesselnd und bildhaft beschrieben.
Ich hatte kurzweilige Lesestunden.
MarySophie
5/5
27.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Perlenbach
Ich habe den anderen Roman der Autorin sehr geliebt und sehr sehr gern gelesen. Und daher sind meine Erwartungen an dieses Werk natürlich recht hoch gewesen, ich hatte darauf gehofft, dass auch mit diesem Buch das wirklich gute Niveau gehalten wird.
Ich finde, dass es einen lockeren Start in die Geschichte gibt, mir fiel es leicht, mich auf die Sprache, die Protagonisten, als auch die Ausgangssituation einzulassen und den Ereignissen zu folgen. Es gibt von der ersten Seite an lebendige und greifbare Schilderungen der Situationen und man erhält immer genau so viele Informationen, um der Handlung flüssig folgen zu können. An keiner Stelle des Buches wurde es langweilig, die Geschichte tappt nie auf der Stelle und es ist ein stetiger Fortschritt erkennbar.
Auch diesmal wieder ist mir besonders die nüchterne und dennoch interessante Stimmung aufgefallen. Auf ganz natürliche Art und Weise werden die Ereignisse beschrieben und im Grunde kommt die Geschichte ziemlich unaufgeregt und entspannt daher. Es werden die Lebensgeschichten verschiedener Protagonisten beschrieben, die sich gekreuzt und miteinander verbunden haben. Dabei kommt immer wieder ein starkes Maß an Bodenständigkeit zum Vorschein, wodurch die Ereignisse eine besondere Aura verströmen und sehr authentisch wirken.
Vor allem anhand der Lebenswege, aber auch an der Entwicklung der Handlungsorte und der Gesellschaft wird ein greifbares Abbild der Zeit abgebildet. Es lässt sich beobachten, wie auf Fortschritte reagiert wird und welche Normen nun gelten. Ab und an wird auch ein historisches Ereignis eingebunden, welches den Grundstein für eine realitätsnahe Geschichte legt.
Mit der Darstellung der Protagonisten bin ich sehr zufrieden, ihnen liegt eine tolle Zeichnung zugrunde und sie haben abwechslungsreiche Charaktere erhalten. Es macht Spaß, die Figuren kennenzulernen, die anfangs noch Kinder sind, und ihnen im Folgenden beim Aufwachsen zuzuschauen und zu sehen, was aus ihren Träumen und Zielen geworden ist.
Fazit
Das ist so eines der Bücher, an die ich mit unheimlich großen Erwartungen herangegangen bin, die sich in beide Richtungen hätten entwickeln können. Und umso schöner war es dann für mich, dass mich die Geschichte sehr schnell packen konnte, ich mich lockerleicht aufs Lesen konzentrieren konnte und einfach viel Freude beim Lesen hatte. Ich bin flott mit dem Lesen vorangekommen, mochte die Protagonisten auf Anhieb, dazu gibt’s interessante Handlungsorte, viel Abwechslung und spannende Wendungen. Für mich wars ein Lesegenuss auf höchstem Niveau, ich bin absolut begeistert und kann den Roman vollkommen weiterempfehlen!
Eva_G
5/5
25.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Die fesselnde Geschichte einer Freundschaft
Monschau, 1867: Jakob, Sohn eines Tuchfabrikanten darf seinen Vater mit aufs Land begleiten, als dieser wie jedes Jahr im Juni aufbricht, um Schaffelle zu kaufen. In Wollseifen lernt er dabei den Bauernsohn Wilhelm kennen, der ihn sofort so freundlich behandelt, dass er seinen Vater bittet, ihm diesen Freund auch zuhause zur Seite zu stellen. Sein Vater tut ihm den Gefallen, woraufhin Wilhelm nun jedes Jahr den Winter in Montjoie bei Jakob verbringt und dort auch Schulunterricht bei Hauslehrer Linden erhält. So begegnet Wilhelm auch der gleichaltrigen Louise, die viel lieber Hosen als Röcke tragen würde und Abenteuer erleben will. Die drei werden zu besten Freunden. Diese Freundschaft verändert sich aber mit den Jahren, denn die Standesunterschiede werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger und auch die unterschiedlichen Lebenspläne trennen sie zwangsläufig. So soll Jakob eines Tages das Gymnasium in Aachen besuchen und danach bei einem befreundeten Tuchhändler in die Lehre gehen, Louise dagegen verfolgt ihre Pläne, Ärztin zu werden hartnäckig und muss deshalb nach Greifswald ziehen, während Wilhelm eine Lehrstelle in der Tuchfabrik von Jakobs Vater antritt. Dennoch kreuzen sich ihre Wege immer wieder...
Anna-Maria Caspari erzählt in ihrem fesselnden historischen Roman über drei Freunde, die nur zu gerne ewig befreundet bleiben würden, denen aber das Leben einen Strich durch die Rechnung macht. Mit viel Einfühlungsvermögen und anhand vieler historischer Begebenheiten schildert sie die unterschiedlichen Schicksale auf sehr bewegende Art und Weise. Die Einteilung in Kapitel anhand des Schauplatzes und des Jahres sorgt für eine gute Übersichtlichkeit, da die Handlung sich ja auf knapp 380 Seiten über 37 Jahre erstreckt.
Ich mochte es, wie der Klappentext andeutet, dass es wohl nicht ewig mit der tollen und unkomplizierten Freundschaft der drei Kinder weitergehen wird, er aber nicht zu viel verrät. Deshalb war ich auch neugierig, wie es den jungen Menschen weiterhin ergehen wird und wollte mehr erfahren. So habe ich immer weitergelesen und war (leider) innerhalb kürzester Zeit am Ende angelangt, ohne bemerkt zu haben, wie schnell die Seiten dahingeflogen sind. Somit ist das ein großes Kompliment an die Autorin, die mich so fesseln und berühren konnte!
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