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Clemens J. Setz

1. Monde vor der Landung

Monde vor der Landung

Gesprochen von
7
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Ole Lagerpusch

Spieldauer

17 Stunden und 15 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

08.02.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

297

Verlag

Tacheles!

Sprache

Deutsch

EAN

9783864847998

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Ole Lagerpusch

Spieldauer

17 Stunden und 15 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

08.02.2023

Hörtyp

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Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

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Tacheles!

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Deutsch

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9783864847998

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Querdenker in einer anderen Zeit

Eliza am 17.03.2024

Bewertungsnummer: 2156153

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Monumental mit ernsten aber auch manchmal süffisanten Anmerkungen verziert handelt dieser Roman von einem „Querdenker“ seiner Zeit. In der Story, welche den Zeitraum von 1920 bis 1942 umspannt geht es um einen ehemaligen Fliegerleutnant Peter Bender, der sich als Gründer einer neuen Religionsgemeinschaft proklamiert. Er ist besessen von der Theorie das die Menschheit in einer Kugel lebt und lehnt das heliozentrische Weltbild in vielen Punkten ab. Dabei stützt er sich auf Thesen von einer Bewegung aus den USA. Seine Frau versucht die Familie übers Wasser zu halten und wird immer wieder Opfer seiner sonderbaren Visionen. Irgendwann keimt ein Hoffnungsschimmer auf, doch das braune Schicksal seiner Zeit schlägt erbarmungslos zu. Peter Bender sorgt mit manchen Verhaltensweisen für ein wenig für Sympathie. Er wirkt verletzlich und sprunghaft und ist oft in sich gekehrt. Seine skurrilen Einfälle und Visionen, welche auf das Kriegstraumata aus dem ersten Weltkrieg zurückzuführen sind, sorgen aber auch für sehr viel Antipathie. Obwohl er seine Frau Charlotte liebt, führt er ein seltsames Doppeleben. Seine Frau hält trotz seiner sehr sonderbaren Verhaltensweisen und Ansichten zu ihm. Sie ist bodenständig und versucht z.B. durch Lern- bzw. Sprachhilfen bei Schülern für ein Auskommen der Familie zu sorgen. Doch auch sie ist gefangen in einer Spirale der Blasenbildung in Peter Benders Welt. Der Aufbau ist durch Zeitsprünge gekennzeichnet, welche den Lesefluss aber nicht beeinträchtigen. Sehr monumental, verschnörkelt beschreibend und manchmal auch abstrakt ist die Zusammenfassung des Schreibstils. Gerade die sprachliche Variabilität und Individualität ist eine Stärke des Romans. Die Handlung ist gut nachvollziehbar, auch wenn einzelne Passagen etwas zu langatmig erzählt wurden. Obwohl die Story sehr viel Ernsthaftigkeit enthält sorgen süffisanten Zwischenpassagen durchaus für Erheiterung beim Lesen. Zeichnungen und Grafiken in dem Roman helfen manche Ereignisse etwas transparenter darzustellen. Ein Roman, welcher das Querdenken in einer vergangenen sehr schweren Zeit literarisch schön beleuchtet.

Querdenker in einer anderen Zeit

Eliza am 17.03.2024
Bewertungsnummer: 2156153
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Monumental mit ernsten aber auch manchmal süffisanten Anmerkungen verziert handelt dieser Roman von einem „Querdenker“ seiner Zeit. In der Story, welche den Zeitraum von 1920 bis 1942 umspannt geht es um einen ehemaligen Fliegerleutnant Peter Bender, der sich als Gründer einer neuen Religionsgemeinschaft proklamiert. Er ist besessen von der Theorie das die Menschheit in einer Kugel lebt und lehnt das heliozentrische Weltbild in vielen Punkten ab. Dabei stützt er sich auf Thesen von einer Bewegung aus den USA. Seine Frau versucht die Familie übers Wasser zu halten und wird immer wieder Opfer seiner sonderbaren Visionen. Irgendwann keimt ein Hoffnungsschimmer auf, doch das braune Schicksal seiner Zeit schlägt erbarmungslos zu. Peter Bender sorgt mit manchen Verhaltensweisen für ein wenig für Sympathie. Er wirkt verletzlich und sprunghaft und ist oft in sich gekehrt. Seine skurrilen Einfälle und Visionen, welche auf das Kriegstraumata aus dem ersten Weltkrieg zurückzuführen sind, sorgen aber auch für sehr viel Antipathie. Obwohl er seine Frau Charlotte liebt, führt er ein seltsames Doppeleben. Seine Frau hält trotz seiner sehr sonderbaren Verhaltensweisen und Ansichten zu ihm. Sie ist bodenständig und versucht z.B. durch Lern- bzw. Sprachhilfen bei Schülern für ein Auskommen der Familie zu sorgen. Doch auch sie ist gefangen in einer Spirale der Blasenbildung in Peter Benders Welt. Der Aufbau ist durch Zeitsprünge gekennzeichnet, welche den Lesefluss aber nicht beeinträchtigen. Sehr monumental, verschnörkelt beschreibend und manchmal auch abstrakt ist die Zusammenfassung des Schreibstils. Gerade die sprachliche Variabilität und Individualität ist eine Stärke des Romans. Die Handlung ist gut nachvollziehbar, auch wenn einzelne Passagen etwas zu langatmig erzählt wurden. Obwohl die Story sehr viel Ernsthaftigkeit enthält sorgen süffisanten Zwischenpassagen durchaus für Erheiterung beim Lesen. Zeichnungen und Grafiken in dem Roman helfen manche Ereignisse etwas transparenter darzustellen. Ein Roman, welcher das Querdenken in einer vergangenen sehr schweren Zeit literarisch schön beleuchtet.

Akribisch recherchierter Historienroman über einen Querdenker

Bewertung am 25.02.2023

Bewertungsnummer: 1887905

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ganz entgegen dem Trend der Autofiktion und dem gegenwärtigen Gegenwartsbezug der Gegenwartsliteratur, zieht Clemenz J. Setz uns in die eigensinnige Welt des Peter Bender, eines Utopisten und Querdenkers, der vor hundert Jahren in Rheinhessen lebte. »Monde vor der Landung« ist ein akribisch recherchierter Historienroman, eine Biographie in auktorialer Erzählform, die stets einen Spalt offen lässt, was der Bender sich eigentlich selber glaubt, wenn er die Hohlwelt-Theorie predigt, laut derer die Menschen auf der Innenseite der Erde leben und die Planeten in der Erdmitte sind, wenn er darüber sinniert, ob der Mond aus Eis ist und die Wahrhaftigkeit der offenen Liebe predigt. Fast opernhaft-verworren baut Setz Benders Gedankengebäude, die Jonglage mit den Frauen, seine Erfahrungen im Krieg, der Inflation und dann dem Nationalsozialismus zusammen. Flirtet der Roman im ersten Teil mit einem ereignisreichen Schelmenroman, so verpufft die Energie im zweiten. Bender ist in Haft, in "Nervenheilanstalten". Neben seinen alternativen Gedanken hat er epileptische Anfälle, die nur schwer zu verbergen sind. Seine Frau Charlotte lässt ihn Schriftsteller sein, kämpft, lauscht geduldig seinen Gedankengerüsten, unterstützt seine Korrespondenzen bis in die USA und hält die Familie zusammen. Doch sie ist Jüdin, schnell wird aus subtiler Ausgrenzung Verfolgung, Bedrohung und Tod. Der Roman hält uns Lesende so nahe an der ambivalenten Figur Bender, dass er fast sympathisch wird und das Bedürfnis nach Abgrenzung zu den eigenartigsten Theorien und Ideen schwindet. Finden wir etwas mehr Distanz zum Text, drängen sich Fragen auf. Welche Realitäten und Theorien sind eigentlich wahnhaft und verquer, seine oder die domonanten seiner Zeit? Wie kann eine Gesellschaft und auch wir selbst mit Menschen umgehen, die anders denken, die quere alternative Gedanken verbreiten? Setz' »Monde vor der Landung« landen damit mitten in wichtigen Fragen unserer Gegenwart.

Akribisch recherchierter Historienroman über einen Querdenker

Bewertung am 25.02.2023
Bewertungsnummer: 1887905
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ganz entgegen dem Trend der Autofiktion und dem gegenwärtigen Gegenwartsbezug der Gegenwartsliteratur, zieht Clemenz J. Setz uns in die eigensinnige Welt des Peter Bender, eines Utopisten und Querdenkers, der vor hundert Jahren in Rheinhessen lebte. »Monde vor der Landung« ist ein akribisch recherchierter Historienroman, eine Biographie in auktorialer Erzählform, die stets einen Spalt offen lässt, was der Bender sich eigentlich selber glaubt, wenn er die Hohlwelt-Theorie predigt, laut derer die Menschen auf der Innenseite der Erde leben und die Planeten in der Erdmitte sind, wenn er darüber sinniert, ob der Mond aus Eis ist und die Wahrhaftigkeit der offenen Liebe predigt. Fast opernhaft-verworren baut Setz Benders Gedankengebäude, die Jonglage mit den Frauen, seine Erfahrungen im Krieg, der Inflation und dann dem Nationalsozialismus zusammen. Flirtet der Roman im ersten Teil mit einem ereignisreichen Schelmenroman, so verpufft die Energie im zweiten. Bender ist in Haft, in "Nervenheilanstalten". Neben seinen alternativen Gedanken hat er epileptische Anfälle, die nur schwer zu verbergen sind. Seine Frau Charlotte lässt ihn Schriftsteller sein, kämpft, lauscht geduldig seinen Gedankengerüsten, unterstützt seine Korrespondenzen bis in die USA und hält die Familie zusammen. Doch sie ist Jüdin, schnell wird aus subtiler Ausgrenzung Verfolgung, Bedrohung und Tod. Der Roman hält uns Lesende so nahe an der ambivalenten Figur Bender, dass er fast sympathisch wird und das Bedürfnis nach Abgrenzung zu den eigenartigsten Theorien und Ideen schwindet. Finden wir etwas mehr Distanz zum Text, drängen sich Fragen auf. Welche Realitäten und Theorien sind eigentlich wahnhaft und verquer, seine oder die domonanten seiner Zeit? Wie kann eine Gesellschaft und auch wir selbst mit Menschen umgehen, die anders denken, die quere alternative Gedanken verbreiten? Setz' »Monde vor der Landung« landen damit mitten in wichtigen Fragen unserer Gegenwart.

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Monde vor der Landung

von Clemens J. Setz

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Clarissa Laicher

RavensBuch Osiander Ravensburg

Zum Portrait

5/5

Die Welt mit anderen Augen sehen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wussten sie, dass sie nicht auf der Erde, sondern in einem Hohlraum innerhalb der Erdkugel leben? Das klingt für sie nach einer absurden und haltlosen Verschwörungstheorie? Für Peter Bender, den Protagonisten des neuen Romans des Büchner-Preisträgers Clemens J. Setz, ist das die Realität. Wir verfolgen, wie sich die 1893 geborene Hauptperson immer tiefer in ihre obskure Gedankenwelt verstrickt, im ersten Weltkrieg als Fliegerpilot ein Trauma erleidet und schließlich im KZ sein tragisches Ende findet. Hierbei gelingt es dem Autor auf ganz hervorragende Weise, stets eine beobachtende und deskriptive Erzählweise zu wahren, in der die tragische Figur nie bloßgestellt oder der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Vielmehr spürt man bei Setz ein zärtliches Mitgefühl für den beschriebenen Hohlwelttheoretiker, das sich unweigerlich auf den Leser überträgt. Setz Schilderungen sprühen vor Exzentrik und Eigenartigkeit und durchdringen die tiefe Einsamkeit eines Außenseiters.
  • Clarissa Laicher
  • Buchhändler/-in

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5/5

Die Welt mit anderen Augen sehen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wussten sie, dass sie nicht auf der Erde, sondern in einem Hohlraum innerhalb der Erdkugel leben? Das klingt für sie nach einer absurden und haltlosen Verschwörungstheorie? Für Peter Bender, den Protagonisten des neuen Romans des Büchner-Preisträgers Clemens J. Setz, ist das die Realität. Wir verfolgen, wie sich die 1893 geborene Hauptperson immer tiefer in ihre obskure Gedankenwelt verstrickt, im ersten Weltkrieg als Fliegerpilot ein Trauma erleidet und schließlich im KZ sein tragisches Ende findet. Hierbei gelingt es dem Autor auf ganz hervorragende Weise, stets eine beobachtende und deskriptive Erzählweise zu wahren, in der die tragische Figur nie bloßgestellt oder der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Vielmehr spürt man bei Setz ein zärtliches Mitgefühl für den beschriebenen Hohlwelttheoretiker, das sich unweigerlich auf den Leser überträgt. Setz Schilderungen sprühen vor Exzentrik und Eigenartigkeit und durchdringen die tiefe Einsamkeit eines Außenseiters.

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Simon Reuber

Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

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4/5

Ein Wirrkopf namens Bender

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Clemens J. Setz arbeitet in diesem Buch den Lebensweg des Verschwörungstheoretikers Peter Bender auf, der in den 1920er Jahren die sogenannte "Hohlerdtheorie" propagierte. Wenn man also in den Nachthimmel schaue, so die Verschwörung, sehe man das Innere der Erde und verschwommen den australischen Kontinenten auf der anderen Erdhälfte. Der narzisstische Bender tauscht sich via Briefpost mit anderen Gesinnungsgenossen aus und baut sich eine kleine Gefolgschaft auf. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ändert sich alles. Was in der Weimarer Republik noch gesagt werden durfte, wird unter Hitlers Regentschaft verboten. Bender gerät mit seinen kruden Theorien ins Visier der Nazis. Das Buch ist durchaus harte und beklemmende Kost, ich brauchte ein paar konzentrierte ruhige Abende dafür. Dennoch liegt hier ein gelungenes Porträt eines narzisstischen Mannes vor, der standhaft an seinem wahnwitzigen Weltbild festhielt.
  • Simon Reuber
  • Buchhändler/-in

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4/5

Ein Wirrkopf namens Bender

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Clemens J. Setz arbeitet in diesem Buch den Lebensweg des Verschwörungstheoretikers Peter Bender auf, der in den 1920er Jahren die sogenannte "Hohlerdtheorie" propagierte. Wenn man also in den Nachthimmel schaue, so die Verschwörung, sehe man das Innere der Erde und verschwommen den australischen Kontinenten auf der anderen Erdhälfte. Der narzisstische Bender tauscht sich via Briefpost mit anderen Gesinnungsgenossen aus und baut sich eine kleine Gefolgschaft auf. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ändert sich alles. Was in der Weimarer Republik noch gesagt werden durfte, wird unter Hitlers Regentschaft verboten. Bender gerät mit seinen kruden Theorien ins Visier der Nazis. Das Buch ist durchaus harte und beklemmende Kost, ich brauchte ein paar konzentrierte ruhige Abende dafür. Dennoch liegt hier ein gelungenes Porträt eines narzisstischen Mannes vor, der standhaft an seinem wahnwitzigen Weltbild festhielt.

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