Produktbild: Mr. Goebbels Jazz Band

Mr. Goebbels Jazz Band

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

16.03.2023

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

660 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783627023157

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Produktdetails

Format

ePUB 3

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Erscheinungsdatum

16.03.2023

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

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660 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783627023157

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  • Manu

    Book Circle Community

    4/5

    16.04.2025

    eBook (ePUB 3)

    Anspruchsvolle, literarische Satire

    Ein englischer Radiomoderator, eine bunt gemischte Jazz Band und ein Schriftsteller mit Schreibblockade. Sie alle sollen in der Propagandamaschinerie Nazideutschlands ihren Beitrag leisten. Basierend auf einer wahren Begebenheit, taucht die Leserschaft in eine düstere Zeit der neueren Vergangenheit ein. Der Autor bedient sich einer durchaus anspruchsvollen aber auch ausserordentlich schönen Sprache - es ist ein wahrer Genuss. Entsprechend hervorragend ausgearbeitet kommen da auch die einzelnen Figuren daher und runden das Buch zu einem stimmigen Ganzen ab - eingehüllt in einen dicken Satire-Mantel. Wenn auch grundlegend historisch korrekt, lässt es sich der Autor nicht nehmen, einen teilweise fast zynischen Blick auf die Akteure zu werfen. Mr. Goebbels Jazz Band ist definitiv kein Easy-Read für Zwischendurch und erfordert, dass man sich wirklich auf das Buch einlässt. Wer das macht, wird aber auch entsprechend belohnt.

  • Forti

    3/5

    19.04.2023

    eBook (ePUB 3)

    Hat mich nicht gepackt

    Die Handlung des Buches klingt absurd, ist es in Teilen auch, aber sie greift reale Begebenheiten auf: die Jazz-Band gab es wirklich. Sie war Teil der Radio-Propaganda, die die Nazis Richtung England sendeten. Die Sprache des Romans sticht hervor. Sie ist sehr ungewöhnlich und machte die Lektüre nicht gerade einfach. Das liegt nicht nur an der insgesamt gesteltzten Sprache, sondern noch mehr daran, dass auf wörtliche Rede fast vollständig verzichtet wird. Für mich deshalb ziemlich sperrig und den Lesefluss behindernd - andererseits ist das Buch dadurch natürlich etwas besonderes und hat für manch Lesenden bestimmt einen gewissen Reiz. Statt Gesprächen zwischen den Figuren sollte man also direkt Einblicke in die Gedankenwelt der einzelnen Protagonisten erhalten. Mir blieben trotzdem alle Figuren fremd und unnahbar. Die Band ist eher Hintergrund als dass sie die tatsächliche Geschichte wäre - das hatte ich anders erwartet. Interessant aber das illustre Leben von William Joyce alias Wilhelm Froehlich, einem englischen Nazi, der aus Deutschland heraus Radiopropaganda machte. Der Roman konzentriert sich in der ersten Hälfte auf sein bewegtes Leben, seinen Werdegang, bevor er 1939 nach Deutschland migrierte und Teil der Propaganda wurde. Auch die surreale Realität, in der die Band sich in Kriegszeiten bewegt, hatte etwas faszinierendes: nah an der Macht, dabei aber Krieg, Verfolgung, Ermordung gekonnt ignorierend. Die Bandgeschichte blieb aber eher blass und die Figur Fritz Mahler, im Gegensatz zu den anderen offenbar eine fiktive Person, die kurioserweise einen Roman über die Band schreiben soll, blieb für mich völlig undurchsichtig. In Erinnerung wird mir William Joyce bzw Wilhelm Froehlich bleiben und ich frage mich, warum der Autor sich nicht einfach auf diese doch recht dankbare Figur konzentriert hat, denn der Rest des Buches hat mich nicht überzeugt. Mich hat das Buch leider nicht richtig gepackt. Es hat mich weder amüsiert, noch hatte ich das Gefühl, auf andere Art und Weise mit Gewinn aus der Lektüre gegangen zu sein. Schade.

  • rallewu

    aus Niedersachsen

    3/5

    26.03.2023

    eBook (ePUB 3)

    Eine kaum bekannte Facette der Propagandakriegsführung im zweiten Weltkrieg

    Im nationalsozialistischen Deutschland gilt amerikanische Tanzmusik und ganz besonders Jazz-Musik als entartet und ist deshalb eigentlich verboten. Eigentlich - denn ausgerechnet Reichs-Propagandaminister Josef Goebbels ließ 1940 in Berlin ein Jazz-Orchester der Spitzenklasse zusammenstellen, das insbesondere das zu Propaganda- und Falschinformationszwecken genutzte, in England und dem weiteren "feindlichen" Ausland zu hörende, deutsche Auslandsradio mit durch Hasstexte unterlegter Swingmusik unterstützen sollte. Der aus England geflohene britische Faschist William Joyce, der in Deutschland unter dem Namen Wilhelm Fröhlich lebt, ist die Stimme dieses englischsprachigen Senders. Als Lord Haw-Haw bringt Joyce täglich über das Auslandsradio Desinformationen und deutsche Propaganda in Millionen von englischen Haushalten, während die Jazzband in lockerer Swingmusik mit Hetz-Texten gegen Führungskräfte Englands oportuniert. Um die bunt gemischte Jazzband, bestehend unter anderem aus Juden, Ausländern und Homosexuellen, gegen die skeptischen Stimmen in Parteiführung und Gessellschaft rechtfertigen zu können, möchte Joyce ihre Bedeutung für die Propaganda in Romanform festhalten lassen und engagiert dafür mit Fritz Mahler einen schweizer Schriftsteller, der fortan versucht, die Geschichte der Musiker in Schriftform zu bringen - ein äußerst schwieriges Unterfangen... "Mr. Goebbels Jazz Band" basiert auf wahren Begebenheiten. Die Band hat es tatsächlich gegeben, ebenso wie den Radiosender und den Moderator Lord Haw-Haw. In diesem Buch wird allerdings in erster Linie die Geschichte von Fritz Mahler und seiner schwierigen Mission erzählt, eine Art "Bandbiografie" und eine Darstellung der Bedeutung der Jazzband für die deutsche Propaganda im Ausland zu erstellen. Das Buch ist toll geschrieben, spannend und sprachlich interessant. Es enthält viele interessante Anekdoten und enttarnt in Teilen den Zynismus der nationalsozialistischen Ideologie. Bis zum Ende des Buches bleibt jedoch unklar, was der Autor eigentlich erzählen möchte - die Geschichte der Band, die Geschichte der Musiker, die Geschichte des William Joyce, die Geschichte Fritz Mahlers oder alles zusammen. "Mr. Goebbels Jazz Band" ist sehr lesenswert, aber der Sinn der ganzen Story erschließt sich mir bis heute nicht und läßt mich mehr verwirrt, denn informiert zurück.

  • Johanna

    aus München

    5/5

    19.10.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Jazz und Propaganda

    William Joyce ist ein Faschist in England. Im August 1939 wird er vor einer drohenden Verhaftung gewarnt und flieht nach Berlin. Dort übersetzt er seinen Namen und heißt fortan Froehlich. Der Engländer mit irisch-amerikanischen Wurzeln soll zusammen mit seiner Frau Margaret eine Propagandasendung für Großbritannien leiten. „Germany calling“ heißt die Rundfunksendung mit Nazi-Propaganda, dazwischen Musik. Allerdings solche, die in Deutschland als „entartet“ gilt oder verboten ist, in den angelsächsischen Ländern aber gern gehört wird. Die Swing-Band „Charlie and his Orchestra“ oder auch „Mr. Goebbels Jazz Band“ sendet nach England, mit Neuinterpretationen bekannter Stücke, manchmal mit neu hinzugedichteten Strophen nazi-deutschen Kulturguts. Obendrein wird ein Schriftsteller aus der Schweiz engagiert (nicht gerade aus der ersten Reihe), der einen Roman über die Band schreiben soll, alles in Goebbels‘ Auftrag. Verrückt, denkt man. Dabei stimmen die Fakten (bis auf den Schriftsteller, den Lienhard hinzugedichtet hat). Lienhard erzählt die Geschichte dieses Schriftstellers namens Mahler und die des William Joyce, der nach dem Krieg von den Briten hingerichtet wurde, und (titelgebend) die Geschichte der Jazzband und einzelner Musiker, darunter Juden und Homosexuelle. Mahler ist von seiner Aufgabe völlig überfordert, weiß nicht, was er schreiben soll. Er versucht sich den Musikern anzunähern. Einer der Musiker erklärt ihm, wieso er für das Propagandaministerium spiele: „Die Arbeit für das Ministerium sei halt auch eine Existenzfrage […]. Er spreche nicht vom Geld […] Vom Orchestergraben in den Schützengraben sei es kein weiter Weg […] Zu wenig Jude, um von der Wehrpflicht befreit zu sein, aber zu viel, um als Deutscher durchzugehen.“ Irgendwann fragt sich Mahler, wie das gehen soll, einen Propagandaroman zu schreiben. Über Menschen, die vor einem gewaltigen Dilemma stehen: Musik zu machen für ein menschenmordendes System oder unterzugehen. Im Wissen darum, dass sie nur so lange weitermachen können, wie Goebbels‘ Idee Bestand hat. Und dass Goebbels‘ Ziel darin besteht, Menschen wie sie nach dem „Endsieg“ sowieso umzubringen. Kaum möglich. Einziger Ausweg: „Was aber […] wenn man (und damit meint er natürlich sich selbst) beispielsweise, sozusagen, gewissermaßen, sein Leben nähme, seine eigene Geschichte, oder aber, auch beispielsweise, und noch viel besser, Froehlichs Leben, um es als Garn aufzuspannen“ und damit die Geschichte des Orchesters zu erzählen. „Einen vielstimmigen Text ergäbe das, einen Roman wie eine Jazzband …“ Erstaunliche Ähnlichkeiten zu dem Roman, den man gerade vor Augen hat! Die Erzählweise ist ironisch, manieriert, mit Thomas Mann gesprochen: Es gibt da „einen raunenden Beschwörer des Imperfekts“, die Handlung ist aber keineswegs „mit historischem Edelrost überzogen“, auch wenn der Erzähler des Romans sich in scheinbar vormoderner Manier selbst ins Spiel bringt: „Das ist das bedauerliche Los des Erzählers: Wie sehr es ihn auch schmerzt, er kann doch nicht anders, als seinen Figuren tatenlos zuzuschauen, von ihren Irrungen und Wirrungen zu berichten, auf dass ihre Fehler mahnendes Beispiel für die Nachwelt seien, der wir ja inzwischen selbst angehören.“ Da stutzt man doch und überlegt, ob mit diesem Erzähler aus dem 21. Jahrhundert wirklich alles in Ordnung ist. Ist es nicht, so viel sei verraten. Am Ende des Buches wird man aufgeklärt. Oder doch nicht? Zwei Nachworte, eins vom Autor, eins von einem Archivar. Wer erzählt hier eigentlich? Perfekt! Eine vielschichtige Erzählung, die sich des bizarren historischen Vorgangs annimmt, über Macht, Manipulation, Opportunismus und die Rolle der Literatur erzählt. Mit skurrilen Untertönen, manchmal sogar zum Lachen komisch. Gern gelesen.

  • Bewertung

    5/5

    02.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachlich überragender historischer Roman

    Lienhard hat ein sprachlich und erzählerisch herausragendes Buch geschrieben, das ich vorbehaltslos weiterempfehle. Die Handlung, die sich um den Gründer des Jazzorchesters und Propagandaradiomoderator William Joyce sowie die Mitglieder der Band dreht, ist verschachtelt und voller Überraschungen. Die Figuren wirken in ihrer Zerrissenheit authentisch und oftmals auch witzig. Dass dem Moderator und Songschreiber William Joyce viel Platz eingeräumt wird, hat mich nie gestört, im Gegenteil. Dank ihm erfahren wir auch viel über die Propagandamechanismen der Zeit und über das Umfeld, in dem die Band lebte und überlebte. Eine tolle Geschichte, die der Autor mit viel Witz und Ironie zu erzählen weiss.

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    Anja Ehrmann

    OSIANDER Schwäbisch Hall

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieser Roman ist ein Meisterstück!...

    Dieser Roman ist ein Meisterstück! Historisch belegt nimmt einen diese Satire auf den Propagandabetrieb der Nazis mit auf einen musikalischen Ausflug in verruchte Jazz-Keller und lässt die Beine im Takt "entarteter" Musik wippen.
  • Zum Bewerterprofil von Florian Paschedag

    Florian Paschedag

    OSIANDER Rottenburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    27.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Absurd unterhaltsam!

    Die wahre Geschichte der Jazzband "Charlie and His Orchestra", die im Auftrag des Reichspropagandaministeriums (daher auch der titelgebende Spitzname) Jazz spielte - der ja eigentlich als "entartete Kunst" galt. Doch für die englischsprachige Radiosendung "Germany calling" machte man gerne eine Ausnahme - schließlich galt es, die Moral der Briten zu untergraben. Mit "Nachrichten", Sketches und eben textlich umgeschriebenem Jazz. Demian Lienhard erzählt die Geschichte dieser Band, des Radiomoderators William "Lord Haw-Haw" Joyce und auch des schweizer Schriftstellers Fritz Mahler. Mahler soll im Auftrag des Ministeriums einen schmissigen Roman über das Ensemble schreiben. Und verliert sich in seiner Recherche im Nachtleben Berlins und in verschiedensten Widersprüchen. Schillernde Figuren, absurde Episoden und ein wunderbar ironischer Ton voll herrlicher Stilblüten - trotz der ernsten Thematik bietet dieses Buch glänzende Unterhaltung. Und hebt sich wohltuend von anderen Romanen über die NS-Zeit ab.

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