Ob #metoo oder die Proteste im Iran: In den letzten Jahren gab es zahlreiche Anlässe, bei denen Frauen füreinander eintraten. Ein Prinzip, das schon die Feminist:innen der 1970er-Jahre propagierten - nicht umsonst lautete einer ihrer bekanntesten Slogans: Sisterhood is powerful! Aber Schwesterlichkeit ist mehr als Networking, mehr als weibliche Solidarität. Es ist eine politische Praxis. Julia Korbik setzt sich mit dem Prinzip der Schwesterlichkeit auseinander, will verstehen, wie sie aussehen kann - und was sie verhindert. Sie hinterfragt den Feminismus der letzten Jahre und erforscht dieses Thema anhand persönlicher Anekdoten, Beispiele aus Literatur, Popkultur, Geschichte und Gesellschaft inspirierend, nuanciert und neugierig.
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Empfehlung!
Cha aus Baden-Baden am 02.02.2024
Bewertungsnummer: 2121853
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Ein richtig wichtiges Thema, über das ich bisher noch viel zu wenig gelesen habe und ich fand es auch sehr interessant und anschaulich dargestellt. Ich mochte die historischen Bezüge, die Vergleiche zu ähnlichen Worten in anderen Sprachen und Konzepten. Insgesamt fand ich auch die Mischung aus Ideen, Fakten und geschichtlichen Infos. Vor allem, da das direkte Thema "Schwesterlichkeit" nicht oft besprochen ist, war viel Neues und interessantes für mich dabei.
Große Empfehlung.
Weibliches Miteinander:…
CK aus Raum Stuttgart am 24.04.2025
Bewertungsnummer: 2935912
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Weibliches Miteinander: "Schwesterlichkeit kann vieles sein. Muss vieles sein." Julia Korbik hat mit „Schwestern: Die Macht des weiblichen Kollektivs“ ein kluges und interessantes Buch geschrieben, in dem sie einen umfassenden Überblick auf feministisches Denken, feministische Sichtweisen und auf die „Schwesternschaft“ unter Frauen gibt. Anhand persönlicher Erlebnisse sowie mit Beispielen aus der Gesellschaft und Geschichte, Literatur und des Feminismus erforscht sie das Thema der weiblichen Solidarität und des weiblichen Miteinander. Sie zeigt aber auch auf, weshalb genau das oft fehlt, wieso wir im Patriarchat als Frauen nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiten. „Schwestern“ ist ein wichtiges und positives Buch, das ich allen Menschen ans Herz legen möchte. Es ist allerdings kein Buch, das einfach Antworten gibt – aber das hatte ich auch nicht erwartet. Vielmehr ist es ein Buch, das vieles aufzeigt und uns auffordert, Fragen zu stellen, an sich selbst, an die Gesellschaft. Und viel Stoff zum Nachdenken bietet. Veränderung ist nur möglich, wenn wir im Kleinen beginnen, also bei uns selbst. "Es mag sein, dass Schwesterlichkeit als Begriff und Konzept auf den ersten, flüchtigen Blick nicht über umfangreiche Mythen und Bilder verfügt - allerdings nur, wenn man Brüderlichkeit als Referenz benutzt und Schwesterlichkeit allein danach bewertet, wie ähnlich sie dieser ist. Frauen sind von der Geschichte systematisch "vergessen" und aus ihr herausgeschrieben worden, ihre Rolle darin wurde kleingeredet: Warum also messen wir etwas mit männlichen Maßstäben, wenn die Ausgangsbedingungen vornherein so unterschiedlich sind?" "Schwesterlichkeit, das ist nicht einfach Brüderlichkeit in weiblich. Und sie besitzt sehr wohl eigene Bilder, Geschichten, Mythen. Eine eigene Vorstellungswelt. Aber man muss genauer hinschauen, intensiver suchen, um diese zu finden und offenzulegen." "Und, es muss noch einmal gesagt werden: Schwesterlichkeit ist nicht einfach Brüderlichkeit in weiblich, denn ihr Ziel ist nicht Einheitlichkeit: Sie ist kein enthusiastisches "Wir Frauen" oder "Eine für alle, alle für eine", sondern ein politischer Kampfbegriff. Schwesterliche Solidarität basiert nicht auf einer gemeinsamen "weiblichen Erfahrung" oder auf dem Geschlecht - sie basiert auf einem gemeinsamen politischen Engagement für die feministische Bewegung, für eine gerechtere, gleichberechtigtere Gesellschaft." "Wenn ich an Schwesterlichkeit denke, denke ich an Hände: Hände, die als Fäuste in die Luft gereckt werden, als Geste des Protests. Hände, die klatschen, die anderen Beifall spenden und Unterstützung bieten. Vor allem aber denke ich an Hände, die ausgestreckt, die anderen gereicht werden. Eine ausgestreckte Hand ist ein Angebot, eine Einladung. Sie steht für Offenheit, dafür, sich trotz aller Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten anzunähern. Aufeinander zuzugehen. Eine ausgestreckte Hand ist ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts. Sie ist eine schwesterliche Geste."
Meinung aus der Buchhandlung
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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - wer kennt ihn nicht, den Leitspruch der französischen Revolution. Aber wo bleiben da eigentlich die Frauen? Französische Feminist*innen haben den Slogan ihrer Republik in "Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit" umgedichtet. Julia Korbik erforscht in "Schwestern" die Geschichte der Schwesterlichkeit und beschreibt die Macht, die Frauen im Kollektiv haben können. Sie beschreibt aber auch die Probleme der feministischen Bewegung, die Ausgrenzung, die besonders Women of Color und queere Frauen oft erfahren und erfahren haben. Das Buch bietet einen guten Einstieg in den intersektionalen Feminismus und die Probleme des historischen Feminismus, aber auch Perspektiven und Hoffnung für die Zukunft.
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