Lorbeerduft und Rosenwein - Ein Kreuzritter Barbarossas wird verzaubert von der Kochkunst einer Delikatess-Köchin. Eine Leidenschaft, die viele in Gefahr bringt.
Byzanz im Jahre 1189: Das Kreuzritterheer Barbarossas plündert und brandschatzt auf seinem Weg nach Jerusalem. Bei der Besetzung von Adrianopol wird Alkmene, eine Köchin aus der Palastküche, Ritter Diethelm als Zeltmagd zugeteilt. Dieser hat schon längst den Glauben an den Kreuzzug verloren und will sich nicht um sie kümmern. Doch sie ringt ihm ein Versprechen ab: Sie wird ihm eine so köstliche Mahlzeit vorsetzen, dass Diethelm Alkmene dem Herzog empfehlen würde.
Er schlägt ein, ohne zu wissen, dass Liebe durch den Magen geht. Diethelm interessiert sich jeglicher Sitten zum Trotz für Pares, Alkmenes heimliche Liebe. So werden alle drei zum Spielball mächtiger Intriganten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
07.09.2024
eBook (ePUB 3)
Ein faszinierender Einblick in das byzantinische Reich durch die Augen eines Kreuzritters und einer Köchin
Der historische Roman "Bittermandeln aus Byzanz" nimmt uns mit auf eine packende Reise ins byzantinische Reich, wo wir die Schicksale einer einfachen Köchin und eines Kreuzritters verfolgen. Die Autorin schafft es, mit lebendigen Beschreibungen und detailgetreuen Schilderungen das komplexe Geflecht von Kultur, Politik und Religion dieser Epoche zum Leben zu erwecken
phantastische_fluchten
aus Walzbachtal
5/5
01.11.2023
eBook (ePUB 3)
Das wichtigste im Leben: Liebe, Freundschaft, Essen
Alkmene arbeitet in der Küche des Palastes des Kephalen von Adrianopel. Als die Stadt von den Franken erobert wird, versucht sie zu fliehen. Sie verirrt sich in den Wäldern, wird von den Franken entdeckt und gefangen genommen. Als einer der Ritter versucht, sie zu vergewaltigen, greift Diethelm von Toggenburg ein und bewahrt Alkmene vor diesem Schicksal. Damit wird die junge Frau zu seinem Eigentum. Etwas, was Diethelm nicht gewollt hat. Er ist ein trauriger, einsamer Mann, der den Tod seines Bruders nicht verwinden kann und der in eine Frau verliebt ist, die er nicht haben kann. Seinen Kummer ertränkt er im Alkohol, essen ist für ihn Nebensache.
Alkmene verabscheut die Franken, ihre Manieren und ihre Essgewohnheiten. Schnell übernimmt die das Zepter in Diethelms Zelt, scheucht den Knappen Pio herum, damit er ihr Lebensmittel besorgt und beginnt zu kochen. Sie kocht sich in die Herzen der Franken, die keine Esskultur haben und eine Gabel als Teufelswerk ansehen.
Alkmene spricht kein fränkisch und Diethelm kein griechisch aber für ein gutes Essen braucht es keine Kommunikation so lange alle Sinne eine köstliche Mahlzeit genießen können.
Alkmene hofft, dass Diethelm sie an den Herzog weiterempfiehlt, ihr Traum ist es, in einer großen und gut ausgestatteten Küche zu kochen. Obwohl Diethelm Alkmene so schnell wie möglich loswerden möchte, beginnt er, ihre Mahlzeiten zu genießen. Doch er erkennt, dass sie im Lager der Franken nicht sicher ist und schafft es, sie im besetzten Palast unterzubringen.
Er lernt durch Alkmene ebenfalls den Eunuchen Pares kennen, einen ehemaligen Sklaven, der über ein großes Talent als Medicus verfügt. Diese drei unterschiedlichen Menschen verbindet bald so etwas wie eine tiefe Freundschaft. Beide Männer möchten Alkmene beschützen, deren einzige Waffen ihr loses Mundwerk und ihr energisches Auftreten sind.
Bald spricht sich ihre Begabung herum und sogar Kaiser Barbarossa möchte von ihr bekocht werden. Das ruft die Rebellen auf den Plan, die den fränkischen Kaiser vergiften möchten. Sie bedrohen Alkmene und verlangen, dass sie die Suppe des Kaisers vergiftet. Obwohl Alkmene die Franken verabscheut, weigert sie sich, den Untergrundkämpfern zu helfen. Mit schweren Folgen für sie und Pares.
Jedem Kapitel dieser Geschichte ist ein Rezept vorangestellt. Einige klingen verführerisch, wie Lokum oder eingelegte Pfirsiche, bei Blutpudding hört es dann bei mir aber auf. Ich bin mit der orientalischen Küche groß geworden und kenne daher einige Begriffe und vor allem die Gewürze und Kräuter, die Küche hat sich aber in 1000 Jahren doch stark geändert. Ich muss zugeben, dass ich immer davon ausging, dass Byzanz als Name für Konstantinopel, das heutige Istanbul steht, und Adrianopel der alte Begriff für Edirne ist. Das Byzanz ein komplettes Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum war, war mir nicht so bewusst, was schon etwas peinlich ist.
Dorothe Zürcher erzählt die Geschichte sehr schnörkellos in kurzen, eindringlichen Sätzen. Ohne Abschweifungen oder Umwege. Alkmene weiß, was sie möchte. Die stellt ihre Forderungen sehr energisch und wem ihr Essen nicht schmeckt, der ist es nicht wert beachtet zu werden.
Diethelm ist eine melancholische und traurige Gestalt. Er hat schon lange den Glauben an dem Kreuzzug verloren, er verachtet die Ritter, die rauben, morden und vergewaltigen und keineswegs mehr dem idealen Bild eines Ritters entsprechen. Der Verlust seines Bruders hat ihn in ein tiefes, schwarzes Loch gestoßen, aus dem ihn die Essensdüfte langsam wieder herauslocken. Und Pares verwöhnt Diethelm mit Massagen und Bädern, so dass der Ritter langsam an Laib und Seele heilt. Doch das fränkische Heer wird weiterziehen, nach Jerusalem und die Frage ist, ob Pares und Alkmene in Adrianopel bleiben oder Diethelm begleiten.
Ich habe bisher einige Bücher der Autorin gelesen, die sehr unterschiedliche Genre bedient.
Im Schatten der Krone, ebenfalls ein historischer Roman, der schwarze Garten, ein düsterer und etwas unheimlicher Roman, stabilitas loci- eine historische Biografie und zwei Science Fiction Geschichten, das Gamma Lächeln und das Nano Lachen. Jede Geschichte ist anders und zeigt die vielfältigen Facetten dieser außergewöhnlichen Autorin.
Fazit:
Bittermandeln aus Byzanz ist für mich ein außergewöhnliches Buch, das viele unterschiedliche Elemente miteinander verbindet. Gut recherchiert, spannend und auch etwas amüsant, vor allem, wenn Alkmene mal wieder ihren Kopf durchsetzt. Ich freue mich, dass dieses Buch beim acabus Verlag eine Heimat gefunden hat. So sind eine meiner Lieblingsautorinnen und einer meiner Lieblingsverlage nun endlich miteinander verbunden.
Bewertung
aus Igensdorf
4/5
16.08.2024
eBook (ePUB 3)
Ein historischer Roman, mal ganz anders
Gelesen als Taschenbuch
Essen und Trinken geht immer. Das wussten u.a. schon die alten Kreuzritter. Doch der Reihe nach ... Wir schreiben das Jahr 1189 und Barbarossas Heer plündert und brandschatzt auf seinem Weg nach Jerusalem. Adrianopol (das heutige Edirne) wird besetzt und Alkmene, Köchin der Palastküche, wird Ritter Diethelm als Magd zugeteilt. Ab jetzt beginnt ein kunterbunter Reigen um Macht, Intrigen, Liebe und kulinarische Genüsse. Gute Recherche, eingehende Beschreibung der Protagonisten sowie über die große Kunst der Essenszubereitung begleiten mich durch die 290 Seiten. Alkmene, ihr heimlicher Liebhaber, Diethelm sowie viele andere werden schnell zu Figuren, mit denen ich leide und mitfühle. Der Schreibstil ist flüssig und ich fliege nur so durch die Seiten. Mit Freude lese ich von einer Fortsetzung und bin schon gespannt auf "Anisbrot in Antiochia" - die spannende Reise geht also weiter. Erwähnenswert sind noch die Landkarte zu Beginn und das Personenverzeichnis sowie die Worterklärungen am Ende. Dies alles rundet den Roman gekonnt ab.
Fazit: Lesenswert, weil schwungvoll, leidenschaftlich und informativ erzählt. Einmal angefangen, will man diesen Roman nur ungern aus der Hand legen. Von mir gerne volle 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Nina Albert
5/5
14.01.2026
Buch (Taschenbuch)
„Ein Roman, der nach Liebe, Honig und Gefahr schmeckt.“
Wie ein duftender Schleier legt sich dieser Roman über die Wirren der Jahre 1190, spannt seinen Bogen von Akkon bis nach Venedig und erzählt von einer Frau, deren größte Gabe zugleich ihre gefährlichste Waffe ist. Alkmene, eine begnadete Köchin, steht im Licht der höfischen Pracht: Sie soll die Hochzeit des künftigen Königs von Jerusalem kulinarisch veredeln. Doch während ihre Hände Gewürze mörsern und Kessel zum Singen bringen, zieht jenseits der Mauern Akkons das Grauen des Kreuzzugs herauf.
Dort ringt der Kreuzritter Diethelm mit seinem Gewissen. Zwischen Treue und Zweifel, zwischen Pflicht und Menschlichkeit droht er sich selbst zu verlieren. Als Alkmene erfährt, dass der Königsanwärter das Heer für Gold verraten hat, kippt die Geschichte ins Dunkle. Plötzlich ist nicht nur ihr Leben, sondern auch das Diethelms und das ihrer gemeinsamen Tochter Sophia in Gefahr.
Zwischen dampfenden Kesseln und Kräuterdüften entfaltet sich eine Frage von märchenhafter Grausamkeit: Können ihre Kochkünste Leben retten? Oder muss sie töten, um das Liebste zu bewahren? Alkmenes Küche wird zum Schicksalsort, ihre Rezepte zu Zaubersprüchen, ihre Entscheidungen zu Prüfungen von Herz und Gewissen.
Der Roman verwebt historische Ereignisse mit einer leisen Liebesgeschichte, die durch den Magen ins Herz findet. Jedes Kapitel eröffnet sich einem Hors d’œuvre gleich, gefüllt mit zeitgenössischen Rezepten, die den Leser einstimmen auf das was kommen mag. Man liest mit allen Sinnen: riecht Mandelplätzchen, schmeckt Dattelmilch und glaubt Venus selbst entsteige ihrer Muschel.
Und über allem schwebt ein bittersüßer Geschmack – wie der eines kostbaren Gerichts, das man nicht vergessen kann.
Nina Albert
5/5
14.01.2026
Buch (Taschenbuch)
„Ein Festmahl aus Liebe, List und Gewürzen“
– eine sinnliche Reise ins Herz des Mittelalters
Der zweite Band der Triologie „Anisbrot in Antiochia“ entfaltet sich wie ein leiser Zauber aus Gewürzen, Gefahr und Gefühl.
Vor dem Hintergrund der Wirren des Jahres 1190 – Kaiser Barbarossa ist tot, sein Kreuzritterheer zerfällt – begleitet der Roman einen geschwächten Ritter und jene, die ihn nicht aufgeben wollen. Ritter Diethelm, von der Ruhr gezeichnet und vom Glauben an einen Fluch gelähmt, steht am Rand des Lebens. An seiner Seite: die hochschwangere Delikatessköchin Alkmene, deren Herz ebenso groß ist wie ihr kulinarisches Können, ihr Geliebter Pares, ein kluger Eunuch mit scharfem Verstand, und ein treuer Knappe. Gemeinsam wagen sie den gefährlichen Weg nach Antiochia – eine Reise durch lähmende Angst und unermüdliche Hoffnung.
Doch Heilung will sich nicht erzwingen lassen. Keine Speise vermag Diethelm zu retten, bis Pares einen ebenso kühnen wie lebensgefährlichen Plan schmiedet. Alkmenes Kochkunst wird dabei zur heimlichen Heldin: Sie ist Trost, Versuchung und letzte Hoffnung zugleich. In ihrer Küche verschmelzen Liebe und Mut, Gewürze und Gebete, und jedes Gericht erzählt mehr als Worte es könnten.
Der Roman verwebt historische Ereignisse mit einer sinnlichen Liebesgeschichte, die – im wahrsten Sinne – durch den Magen geht. Zeitgenössische Rezepte eröffnen die Kapitel wie kleine Schatztruhen und stimmen auf das Kommende ein. Man liest mit allen Sinnen, riecht Anis und Granatapfel, schmeckt Honig und Kräuter, hört das Knistern des Feuers und wünscht sich, Alkmene möge auch für einen selbst ihre Kochkünste offenbaren.
Sympathische Figuren, feine Intrigen und eine leise, verborgene Liebe verleihen der Geschichte Tiefe und Wärme – und über allem liegt ein bittersüßer Zauber, der lange nachhallt.
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