Ist das Leben Zufall oder Schicksal? Wer schreibt heute noch Briefe? Richtige Briefe, auf Papier, mit der Hand? Kati Waldstein, die mit fast 40 ein neues Leben beginnen will und Abschiedsworte für alle verfasst, die sie geprägt haben – egal auf welche Art. Eine freundliche Supermarktkassiererin, eine strenge Mathelehrerin, ein gleichgültiger Ex-Mann. 37 Briefe insgesamt. Sie nimmt dafür Butterbrotpapier, das ihr Vater über Jahrzehnte sammelte. Dann trifft sie auf Severin, der sein Leben als Klavierstimmer wegen eines von ihm verschuldeten Unglücks hinter sich lassen musste. Und der gute Gründe hat zu glauben, dass Kati und ihr Heimatort sein Schicksal sind. Beide müssen begreifen: Das Schicksal bestimmt vielleicht, wer in unser Leben kommt, aber das Herz, wer darin bleibt. Eine zarte und inspirierende Geschichte – warmherzig gelesen von Steffen Groth.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Astrid Wergen
5/5
08.12.2023
Hörbuch-Download (MP3)
sehr nett
Ach, manchmal fallen einem die Worte schwer, die man seinem Gegenüber sagen will. Manchmal hat man nämlich richtig viel zu sagen. Und dann liegt einem etwas auf dem Herzen, was man loswerden will, und dann fehlen einem die Worte. So geht es Kati Waldstein. Sie will ein neues Leben anfangen. Aber dafür will sie erstmal aufräumen. Will mit Dingen abschließen, die sie noch dafür loswerden muss. Und so schreibt sie Briefe. Damit sie sich beim Vorlesen nicht verzettelt. Weil Zettel hat sie genug. Also genauer gesagt Butterbrotpapier. Das hat ihr Vater nämlich gesammelt für sie. Nicht das Fleckige, sondern das Saubere. Aber ihr Vater ist nicht mehr da. Dafür sein Kino. Aber das läuft nicht mehr. Also so gar nicht. Und so will Kati weg aus ihrem Dorf. Und so schreibt sie Briefe, genau genommen 37 Stück. Keiner ist vor ihr sicher. Weder ihr Ex-Mann noch die Supermarktkassierin noch der Landstreicher. Und nicht für jeden hat sie freundliche Worte.
Ja, manchmal hilft Schreiben, um seine Gedanken klar werden zu lassen. Man kann sich sammeln und genau überlegen, was man dem anderen sagen will. Und oft hilft es auch, den Zettel in der Hand zu halten, wenn man nervös wird. Es gleicht einer Liste, auf der die positiven und negativen Argumente aufgelistet sind. Man konzentriert sich aufs Wesentliche und verzettelt sich nicht.
Kati Waldstein hat ihren Frieden noch nicht gefunden. Sie möchte einen Neustart wagen, auch wenn sie nicht weiß, wohin der sie genau führen wird. Das Kino in Familienbesitz trägt sich nicht mehr, als Friseurin fühlt sie sich selbst nicht so sehr berufen. Für die Menschen im Ort hat sie aber eine Bedeutung. Auch wenn sie mit ihren Briefen schnell den Menschen auf den Keks geht.
Dagegen steht Severin: immer auf der Durchreise, fast schon auf der Flucht, trifft er auf Kati. Die beiden lernen sich immer besser kennen, und müssen feststellen: Beide haben ihr Päckchen zu tragen. Durch die Gespräche über die Briefe finden sie schnell zueinander und können einander helfen, ihren Platz im Leben zu finden.
Carsten Henns Bücher haben zwar immer irgendwie einen Hauch Kitsch, und doch sind sie aus dem Leben gegriffen. Es sind Geschichten, die einem selber passieren können. Diese Geschichten fühlen sich für mich manchmal ein bisschen wie Zuckerwatte an, da sie immer ein bisschen was Süßes haben, ja doch etwas kitschig sind. Sie sind einerseits leicht zu lesen, und doch haben sie eine Nachricht für die, die sie lesen wollen.
In diesem Buch suchen viele Menschen ihren Weg und ihren Platz im Leben. Die Protagonisten haben eine Sache, für die sie brennen. Ob Klaviere stimmen, ein Naturkundemuseum, oder das alte Kino. Für viele ist das ihre Bestimmung, in das sie Herzblut reinstecken. Aber manchmal muss man auch alten Ballast abwerfen, und was neues wagen. Es kann durchaus befreiend wirken, die Seile zu kappen und die Segel zu setzen, um was neues zu wagen. Man kann Dinge ausmisten, aber auch alte Gewohnheiten und manchmal müssen es auch Menschen sein. Da kann es auch helfen beim Aufräumen, Briefe zu schreiben. Um Ballast abzuwerfen, und sich mit den Menschen auszusprechen, die einem wichtig sind.
Carsten Henns Bücher kann man lesen wie man Zuckerwatte ist, oder man lässt sich auf seine tiefgründigere Nachricht ein. In diesem Fall hat mir das Buch sehr gut gefallen. Denn ich finde die Idee mit dem Briefe schreiben sehr toll. Für sich, für andere. Zum Vergnügen, zum Reinemachen. Das ist jedem selbst überlassen.
Buchkathi
5/5
04.11.2023
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Eine etwas andere Geschichte darüber, wie man das Leben in die Hand nimmt
Gibt es Schicksal oder hat man doch letztendlich alles im Leben selbst in der Hand? Diese Frage beantwortet sich Kati Waldstein mit einem klaren nein und nimmt mit fast 40 Jahren einen neuen Anlauf für das Leben. Um aber mit ihrem bisherigen Leben und allen Erlebnissen abzuschließen, beginnt sie nach dem Tod ihrer Mutter mit dem Schreiben von Briefen. Doch nicht etwa an einen Brieffreund, sondern an Menschen in ihrem Leben, die ihren Weg geprägt haben. Damit sie sicher sein kann, dass sie ihr Ziel nicht verfehlen und sie danach die Chance hat, abzuschließen, überbringt und verliest sie die Briefe bei den Adressaten selbst. Sie verfolgt das klare Ziel, ihren Heimatort nach diesen genau 37 Briefen zu verlassen und woanders neu anzufangen.
Als aber auf einmal Severin in ihrem Leben auftaucht, der sich selbst mit einem Leben auf der Straße für ein von ihm verschuldetes Unglück bestraft, wendet sich das Blatt. Nicht nur, dass das Briefe-Schreiben stockt. Nein, Kati kommt durch Severin erst richtig zum Leben und findet dabei immer mehr über sich und ihre Familie heraus, das alles verändert. Und auch wenn die erste Begegnung zwischen Kati und Severin mehr als skurril und teilweise auch beängstigend ist, nähern die beiden sich immer mehr an. Bis sogar eine zarte Liebe zwischen ihnen entsteht.
Das Besondere an diesem Roman war für mich Kati. Sie ist so sehr in ihrem Leben gefangen und wirkt dabei total unbeholfen und eingefahren. Dieses Briefeschreiben und auch Vorlesen, mutet dagegen eher skurril und lustig an. Besonders die Reaktionen der Empfänger darauf reichen von schockiert bis erfreut hinzu tief berührt. Da ich das Hörbuch gehört habe, kam ich hier in den Genuss von Steffen Groths Imitation der Stimmen und war wirklich begeistert. Als Kati dann beginnt immer mehr über ihr bisheriges Leben und ihre Familie herauszufinden, steigen sowohl die Spannung als auch das Mitgefühl für sie, sodass ich mir nur noch gewünscht habe, dass sie nun glücklich werden kann. Und so ging es mir auch bei Severin: Ihn fand ich zwar anfangs gruselig, aber am Ende hätte ich ihn am liebsten einfach in den Arm genommen, um ihm Glück für die Zukunft zu wünschen. Die beiden Protagonisten sind so nahbar dargestellt und man begleitet sie richtig in ihrer Entwicklung, sodass es einem vorkommt, als würde man sie schon ewig kennen. Die Nebenfiguren sind dagegen nicht immer ganz ernsthaft dargestellt, sondern sorgen für die Prise Lachen zwischendurch. Diese Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Skurrilität ist wirklich gut gelungen.
Insgesamt besticht dieses Buch beziehungsweise auch das Hörbuch durch seine Bandbreite an Gefühlen, die wirklich echt und zum Nachempfinden transportiert werden. Und natürlich auch durch die gute Geschichte, die zwar im Hauptstrang sehr realistisch, aber in den Nebenszenen und Nebenfiguren eher humoristisch ist, wirken diese Emotionen so gut. Als Leser ist man nicht nur stiller Zuschauer, sondern fühlt mittendrin in der Geschichte.
Wer sich auf die Mischung aus lustig und ernst einlassen kann, wird hier viel Freude haben.
Bewertung
5/5
25.10.2023
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Kommunikation per Brief
Ich habe „Die Butterbrotbriefe“ von Carsten Henn als Hörbuch angehört und fand es einfach wunderbar. Die Stimme von dem Sprecher Steffen Groth war unglaublich angenehm und hat sich jeder Situation perfekt angepasst. Eine sehr berührende und schöne Geschichte.
Kati Waldstein möchte endlich ein neues Leben beginnen und sich von ihrem alten verabschieden. Sie ist geschieden und hat zu ihrer Mutter kein gutes Verhältnis. Das Butterbrotpapier ihres Vaters kommt zum Einsatz und so schreibt sie für jeden einen Abschiedsbrief und liest ihn dann demjenigen vor. Sei es ihrem Ex-Mann oder der besten Kassiererin vom Supermarkt neben an. Doch nicht jeder möchte ihn vorgelesen bekommen. Es ist immer sehr emotional und tiefgründig. Sie trifft eines Tages auf Severin, einem Obdachlosen und auch er hat so einige Geheimnisse, vor allem warum er obdachlos ist. Beide kommen sich auch näher und drücken ihre Gefühle per Butterbrotpapier aus. Auch Katie schreibt einen Brief an sich selbst, der letzte. Die Geschichte nimmt einen ziemlich mit und regt auch zum nachdenken an. Meine absolute Lese- bzw. Hörempfehlung!
brauneye29
aus Wachtendonk
5/5
21.09.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Toll!
Zum Inhalt:
Kaum einer schreibt heute noch Briefe, zumindest keine mit der Hand auf richtigem Papier, höchstens als Email. Kati hat aber genau das getan, Briefe an alle geschrieben von denen sie sich verabschieden will als sie ein neues Leben beginnen will. Geschrieben auf Butterbrotpapier, dass ihr Vater für sie gesammelt hat. Und in diesen Briefen wird sie sehr klar und offen, was nicht immer so schön für die Betroffenen ist.
Meine Meinung:
Was ist das denn für ein schönes Buch? In meinem Fall Hörbuch. Die Idee allen mal quasi in Briefform die Meinung zu sagen und damit auch keiner die Chance, diese einfach nicht zu lesen, direkt vorzulesen ist einfach klasse. Aber auch die Erkenntnis, dass man nicht unbedingt der Vergangenheit Goodbye sagen muss um eine neue Zukunft zu haben war so richtig schön. Ich fand das Hörbuch auch sehr gut gelesen und habe es sehr genossen.
Fazit:
Toll!
Janina
5/5
21.09.2023
Hörbuch-Download (MP3)
So schön
Ich liebe die Romane von Carsten Henn. Zum Wohl fühlen zum nachdenken einfach ganz besondere Geschichten, die man abtaucht.
Wer schreibt heute noch Briefe auf Papier, oder sogar auf Butterbrotpapier? Wahrscheinlich kam noch jemand, aber in diesem Roman ist es eine Tatsache. Briefe werden auf Butterbrotpapier geschrieben, welches von einem verstorbenen gesammelt wurde, um anderen Menschen die Meinung zu sagen oder schöne Erlebnisse mitzuteilen. Ebenso begleiten wir Severin ein ganzes Stück auf seinem Lebensweg, der mich wirklich bewegt hat. Ein wunderschöner Roman, der zum nachdenken anregt, aber auch viele Wohlfühlmomente hat.
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5/5
26.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie kann eine Mutter nur so grausam sein?
Nach dem Tod ihrer Eltern möchte Kati einen Neuanfang wagen. Deshalb nimmt sie von all den Menschen, die ihr bisheriges Leben geprägt haben, Abschied - indem sie ihnen Briefe schreibt und vorliest. Mal warmherzig, mal anklagend - je nach Person. Was sie vorher nicht ahnt: ihre Mutter hatte in Katis Leben alle Fäden in der Hand, hat ihr Umfeld gesteuert und nur ihre eigenen Interessen durchgesetzt. Ein einfühlsamer Roman voller Zwischentöne und Raum für eine zarte Annäherung zweier völlig unterschiedlicher Menschen. Mal leicht, mal tieftraurig, aber immer in wunderschöner poetischer Sprache.
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5/5
22.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kati Waldstein will mit fast 40...
Kati Waldstein will mit fast 40 ein neues Leben beginnen. Sie verfasst Abschiedsworte, für alle, die ihr Leben geprägt haben...auf Butterbrotpapier, das ihr Vater für sie gesammelt hat. Sie trifft Severin, der auf der Straße lebt und glaubt, Kati ist sein Schicksal. Warmherzig!
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4/5
11.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer schreibt noch Briefe? Nach dieser Geschichte möchte man wieder damit anfangen
Kati Waldstein möchte einen Neuanfang wagen. Vieles in ihrem alten Leben bereitet ihr Bauchweh, das möchte sie gerne beseitigen. Deswegen schreibt sie Briefe, handschriftliche für besonders liebevolle und nette Menschen, die sie in ihren Leben unterstützt haben. Sie schreibt aber auch maschinelle Briefe (Schreibmaschine), um mit gewissen Personen abzurechnen. Beide Briefe enden mit einem "Leb wohl!" und das auszusprechen ist immer am schwersten. Die wichtigsten Fragen für Kati bleiben leider unbeantwortet. Ihre verstorbene Mutter hatte so viele schwerwiegenden Entscheidungen für sie getroffen. Die kann Kati einfach nicht nachvollziehen.
Dann taucht eine neue Person in Katis kleiner Welt auf. Der obdachlose Severin. Er kämpft mit Dämonen aus seiner Vergangenheit.
Carsten Henns Charaktere bleiben im Gedächtnis. Ein moderner Märchenerzähler.
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3/5
11.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gut zu lesen für entspannte Leseabende...
Gut zu lesen für entspannte Leseabende aber der Funke konnte für mich nicht ganz überspringen. Carsten Henn hat eine ganz tolle Art und Weise zu schreiben, daher ist es definitiv dennoch eine Empfehlung, doch die Charaktere sind mir diesmal nicht ganz ans Herz gewachsen.
Carsten Henn hat mich mit mit seiner kurzweiligen Geschichte wieder einmal gepackt.
Kati möchte ein neues Leben beginnen und nimmt sich die Zeit, alles abzuschließen, was sie hinter sich lassen möchte. Ein sehr warmherziger Roman über Selbstbestimmung und über die richtige Person zur falschen Zeit.
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