Als Adisa Gündoğdu vorübergehend als stellvertretender Klassenlehrer der 10a an einem Berliner Gymnasium eingestellt wird, bekommt er schnell den Spitznamen Mr. G – seine Schülerinnen und Schüler mögen nicht nur seinen unkonventionellen Unterricht, seine lässigen Sneaker und seine Hip-Hop-AG, sondern merken auch schnell, dass sie ihm vertrauen können. Durch seine Offenheit und sein Einfühlungsvermögen wird der neue Lehrer schon bald zu einem wichtigen Begleiter der Jugendlichen und hilft ihnen, sich selbst besser kennenzulernen und in einer Welt voller Unterschiede und Herausforderungen zurechtzufinden. Dabei ahnen sie nicht, dass auch ihr Lehrer in der Auseinandersetzung mit ihnen lernt, einen persönlichen Konflikt zu lösen, der ihn seit seiner Kindheit quält. In 23 Kapiteln werden jeweils vergangene und gegenwärtige Szenen aus dem Leben einzelner Schülerinnen und Schüler sowie Adisas dargestellt und miteinander verknüpft. Ergänzt werden die situativen Beschreibungen durch Dialoge der Schülerinnen und Schüler untereinander sowie Zweiergespräche einzelner Protagonistinnen und Protagonisten mit Mr. G. Nach und nach enthüllen sich so den Leserinnen und Lesern individuelle Schicksale, die die großen Themen der Lebensrealität und Identitätsfindung heutiger Jugendlicher, aber auch ihrer Bezugspersonen aufgreifen wie Die erste große Liebe, Familie, Religion, Freundschaft, Identität, Zugehörigkeit, Missbrauch, Mobbing, Gewalt, Diskriminierung und Sucht. Durch den Perspektivenwechsel und die Innenschau in die Gefühlswelten einzelner Personen werden Menschen und ihre Geschichten in ihrer Komplexität erfasst und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Den Leserinnen und Lesern wird auf diskrete, niemals belehrende oder moralisierende und dennoch nachdrückliche Weise aufgezeigt, wie durch gezielte Kommunikation, aufmerksames Zuhören und Reflexion auch in herausfordernden Situationen konstruktive Lösungsansätze möglich werden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
02.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Dünn, aber mit viel Gewicht
Das Büchlein kommt zwar mit weniger als 150 Seiten daher, hat aber ordentlich Gewicht im Inhalt.
Als Adisa Gündoğdu vorübergehend die 10a an einem Berliner Gymnasium übernimmt, bekommt er schnell den Spitznamen Mr. G. Mit unkonventionellem Unterricht, seinen Sneakern, einer Hip-Hop-AG – und vor allem durch seine Offenheit – gewinnt er das Vertrauen der Jugendlichen. Schon bald ist er für viele weit mehr als nur ein Lehrer: ein Begleiter, der ihnen zeigt, wie man seinen Platz in einer Welt voller Unterschiede, Ungerechtigkeiten und Herausforderungen finden kann. Gleichzeitig muss auch Adisa sich seiner eigenen Vergangenheit stellen – einem Konflikt, den er seit seiner Kindheit mit sich trägt.
Ich glaube, in jeder Lehrkraft steckt ein kleines bisschen Adisa. Viele von uns wollen das Beste für die Kinder, tragen dieses „Weltverbesserer-Gen“ in sich – und verlieren es manchmal im Stress, in der Bürokratie, im Schulalltag. Umso schöner, dass mir dieses Buch wieder gezeigt hat, warum ich so gerne Lehrerin bin. Aber auch: Wir sind nur Menschen, wir tragen genauso unser Päckchen wie die Schüler*innen.
Der Roman ist leicht und locker geschrieben, flüssig und angenehm zu lesen. Manchmal humorvoll mit einem ernsten Unterton, jedoch nie belehrend, nie ins Lächerliche gezogen. In sehr kurzen Kapiteln lernen wir Adisa und viele seiner Schüler*innen kennen, ihre Geschichten, ihre Kämpfe, ihre Wünsche. Manche Einzelschicksale sind hart und aufwühlend, gebündelt fast ein bisschen viel für eine Klasse – aber genau so gelingt es, viele Facetten junger Lebenswelten sichtbar zu machen.
Themen wie Privilegien, Diskriminierung, Identität, Herkunft, Liebe, Freundschaft, Gewalt oder die Herausforderungen des Erwachsenwerdens haben alle ihren Platz.
Besonders wichtig fand ich die Botschaft: Wir sehen unsere Schüler*innen oft nur von außen, und sie uns genauso. Aber wenn wir ihnen signalisieren, dass wir da sind, dann werden sie wahrgenommen. Und das kann den entscheidenden Unterschied machen.
Adisa bringt den Jugendlichen viel Empathie entgegen, während er selbst mit der schwierigen Beziehung zu seinem Vater ringt. Genau das macht ihn so nahbar.
Für mich ist Unser Lehrer Mr. G nicht nur eine berührende Geschichte über Schule und Jugend, sondern auch ein Appell: weniger Schubladen, mehr Blick über den Tellerrand. Schüler*innen verdienen es, als Menschen gesehen zu werden – und genauso dürfen auch Lehrkräfte als Menschen wahrgenommen werden.
Bewertung
5/5
15.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Nicht nur ein Lehrer…
Atillâ Aktas schafft es, das reale Schulleben von Schüler_innen und Lehrer_innen mit den alltäglichen Herausforderungen in so gefühlvolle Geschichten zu verpacken und es wurde Zeit, dass es DIESES BUCH gibt!!!
Eine der essenziellen Aufgaben eines Lehrers/ einer Lehrerin ist es, einen Zugang zu den jungen Menschen zu finden und Wege mit ihnen gemeinsam zu gehen. Mr. G. (Atillâ Aktas) ist nicht nur ein Lehrer! Er ist das Ohr, das zuhört. Er ist die helfende Hand, die die Schüler_innen brauchen. Er ist das Auge, das beobachtet. Er ist die Schulter zum Anlehnen oder auch zum Ausweinen. Und was an allererster Stelle steht: er gibt ihnen eine Chance. Frei von jeglichen Vorurteilen. Er reicht ihnen die Hand und geht respektvoll mit ihnen um. Eine Grundlage, die leider oftmals fehlt und die Teens deshalb immer weniger vertrauen lässt.
In diesem Buch finden sich junge Menschen und auch Lehrkräfte wieder. Es hilft zu verstehen, wie Schüler_innen mit ihrer eigenen Zerrissenheit auf Grund ihrer Entwicklung, dem gesellschaftlichen Druck und den eigenen Schwierigkeiten umgehen, in diesem Schulsystem, in Kombination mit ihrem noch jungen Leben, zu bestehen. Es zeigt, wie wichtig die Verbindung zwischen Lehrkräften und Schüler_innen ist. Der Autor beschreibt all diese Geschichten auf eine so berührende Art und Weise, als dass man sich beim Lesen direkt „im Klassenraum“ befindet. Man ist in jeder Geschichte mittendrin.
Ich darf bereits seit vielen Jahren die wundervolle Arbeit von Atillâ Aktas (ob als Lehrer, DJ oder Tänzer) miterleben und bin und bleibe ein großer Fan.
Als mich einer meiner Schüler (16 Jahre, seit wenigen Monaten in Deutschland und liest bereits Bücher auf B1-Niveau) neulich fragte, ob ich ihm ein Buch empfehlen könne, brachte ich ihm „Unser Lehrer Mr. G“ mit. Nachdem er es mehrerer Male las, brachte er es mir schweren Herzens wieder und schwärmte in den höchsten Tönen. Ich konnte das Buch nicht wieder mit nach Hause nehmen und schenkte es ihm, worüber er sich riesig freute. Ich habe mir bereits ein neues Exemplar zugelegt. Denn dieses Buch darf in meinem Regal nicht mehr fehlen.
Eine ganz klare Empfehlung⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Auch als Schullektüre!!!
In absoluter Vorfreude auf die nächsten Werke!
Lese_Nixe
aus Mettmann
5/5
01.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein kleines Buch mit großer Wirkung
Ich wollte nur mal kurz reinschnuppern – und schwupp, war ich durch.
Ein schmales Buch. Aber inhaltlich? Schwergewicht.
„Unser Lehrer Mr. G“ von Atillâ Aktaş @atilla_aktas_berlin ist keine klassische Schulgeschichte.
Es ist ein Kaleidoskop aus Einzelschicksalen, mitten aus dem Klassenzimmer – zwischen Religion, Herkunft, Familie, Freundschaft, erster Liebe und dem ständigen Suchen nach Identität.
Eine Geschichte über .
Eindringlich. Subtil. Unangestrengt klug.
„. ü , ö...“
" ö . . . "
– Ein Zitat, das hängen bleibt. So wie viele andere in diesem Buch.
Ein bisschen F* ju Göhte– aber mit Niveau.
Kein Klamauk, sondern Realität:
, , .
Mit Cans Geschichte konnte ich mich identifizieren. Ich war auch das Arbeiterkind auf dem Gymnasium.
Ich kannte die Putzkräfte beim Namen. Und ich hab sie gegrüßt – auch wenn’s manchmal Mut kostete.
Und ja: Noten laut vorlesen? Uah. Traumatisches Schulrelikt.
Ein Lehrer, der zuhört. Eine Klasse, die spricht.
Ein kleines Buch mit großer Wirkung.
Nora
5/5
15.06.2025
Buch (Taschenbuch)
bewegend, aktuell und lehrreich
„Unser Lehrer Mr. G“ ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt: Wie gebe ich Menschen das Gefühl, gesehen zu werden? Was macht mich aus? Genüge ich den Ansprüchen? Wie kann ich Vorurteile unterbinden und wann ist es Zeit, zu handeln?
Der Autor verbindet dafür verschiedene Einzelschicksale von Schülerinnen und Schülern und führt diese über den Protagonisten Adisa zusammen, der als Vertretungslehrer an eine neue Schule kommt und gleich einen besonderen Draht zu den verschiedenen Figuren entwickelt.
Adisa sei, so die Schülerinnen und Schüler, kein typischer Lehrer. Daher kommt er auch entsprechend gut bei den Jugendlichen an: »Digga, mein neuer Lehrer hat einen türkischen Nachnamen, ist schwarz und unterrichtet Englisch und Deutsch. Wie geil ist das denn? […]«
Trotz der Kürze der Einführung in die Einzelschicksale bekommt man als Leser viele Einblicke in die individuellen Erfahrungen mit Freundschaft, Missbrauch, Identität, Diskriminierung etc. Insbesondere diese verschiedenen Blickwinkel haben mir gefallen, da es in Anbetracht aktueller (politischer) Diskussionen etc. unabdingbar ist, den Fokus auf das, was wir alle gemeinsam haben zu richten und Empathie zu fördern.
Der pädagogische Aspekt im Roman hat mir – als Lehrerin – ebenfalls gefallen. In unserem Job geht es primär um Schülerinnen und Schüler und nicht um unsere Fächer. Wir verbringen so viel Zeit mit den Lernenden und spielen in ihrer Entwicklung eine zentrale Rolle. Adisa stempelt keinen der Lernenden ab und steckt sie nicht in Schubladen, im Gegenteil: Er sieht sie, gibt auf sie Acht und fördert sie. So sollte eine Lehrperson sein.
„Er wollte ein guter Lehrer sein. Er wollte nicht nur lehren, sondern auch von seinen Schülerinnen und Schülern lernen, indem er ihnen zuhörte und aufgeschlossen war für ihre Fragen, Interessen und Wünsche.“
Berührend ist dabei auch Adisas eigenes Schicksal und seine familiäre Situation, die als zweiter Handlungsstrang sehr viel zur Figurentiefe beiträgt. Daran sieht man wieder ganz schön, dass nicht nur Lehrer die Lernenden beeinflussen, sondern auch andersherum.
Insgesamt regt das Buch zum Nachdenken an. Nicht zuletzt aufgrund der Auseinandersetzung mit anthropologischen Grundfragen.
Der Schreibstil ist flüssig, locker und leicht, weshalb die Lektüre auch recht kurzweilig ist.
Ich kann dieses Buch daher jedem empfehlen, da die Botschaft von allgemeiner Wichtigkeit ist: Wir sollten unser Verhalten regelmäßig reflektieren, keine Menschen in Schubladen stecken, weil sie vermeintlich anders sind, und auf unser Kommunikationsverhalten achten.
[Rezensionsexemplar – lies_und_lerne]
Bewertung
5/5
01.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Einfühlsam, politisch, bewegend - Mr. G bleibt im Kopf!
„Unser Lehrer Mr. G.“ von Atillâ Aktaş ist ein beeindruckender Roman, der weit über die Grenzen klassischer Jugendliteratur hinausgeht. Die Geschichte spielt an einem Berliner Gymnasium und erzählt einfühlsam und reflektiert von jungen Menschen auf der Suche nach Identität, Zugehörigkeit und Freundschaft. Gleichzeitig werden schwere Themen wie Missbrauch, Diskriminierung und Sucht nicht ausgespart – im Gegenteil: Sie werden mit Tiefe und großer sprachlicher Sorgfalt behandelt.
Besonders berührend ist, dass nicht nur die Perspektive der Jugendlichen im Mittelpunkt steht, sondern auch die ihres Lehrers Mr. G., der selbst mit einem inneren Konflikt kämpft.
Ein Buch, das nachhallt – nicht nur für junge Leser*innen, sondern auch für Erwachsene, die sich für Bildung, Gesellschaft und mentale Gesundheit interessieren. Absolut lesenswert!
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