Eigentlich wollte Bodie Kane ihre Zeit am Internat in New Hampshire für immer hinter sich lassen. Zu schmerzhaft ist die Erinnerung an vier Jahre als Einzelgängerin und an den Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia Keith. Trotzdem kehrt Bodie als Dozentin für Medienwissenschaften zurück an das College. Als eine ihrer Schülerinnen beginnt, an einem Podcast über Thalias Tod zu arbeiten, gerät sie in einen obsessiven Strudel aus Erinnerung, nächtlicher Internetrecherche und imaginären Gesprächen mit ehemaligen Zeitgenossen. Immer deutlicher steht die Frage im Raum, ob mit dem Sporttrainer Omar Evans damals der richtige Täter gefasst wurde – und Bodie wird klar, dass sie etwas über den wahren Mörder weiß, etwas, das schon seit den 90er Jahren in ihrem Unterbewusstsein verschüttet liegt.
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MaliM aus Rastatt am 09.01.2024
Bewertungsnummer: 2105603
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten.
Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt.
Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht.
Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.
Bodie Cane ist eine erfolgreic…
Amelia_Sunsign am 09.01.2024
Bewertungsnummer: 2835992
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten. Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt. Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht. Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Bodie Kane ist vierzig, erfolgreiche True-Crime-Podcasterin und kehrt für ein Projekt zurück in das Internat, in dem sie als Jugendliche die letzten Schuljahre verbracht hat. Damals gab es einen Mordfall an einer Mitschülerin; die Ermittlungen erfolgten schlampig.
Beim Arbeiten mit ihren SchülerInnen, die nun ihrerseits Podcasts aufnehmen, wird Bodie erneut in die mysteriöse Geschichte um die ermordete Thalia hineingezogen und beginnt, sich viele Fragen zu stellen und in die Vergangenheit einzutauchen,
Rebecca Makkai hat einen spannenden amerikanischen Campus-Roman verfasst, dessen Figuren ich mir bildlich vorstellen konnte. Bodies Herkunftsgeschichte, ihre gescheiterte Beziehung zum Künstler Jerome und ihre Mutterschaft spielen nur am Rande eine Rolle, machen die Protagonistin aber umso interessanter.
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Bodie Kane kehrt nach über 20 Jahren als Dozentin an das eigene College zurück und wird dort mehr und mehr in die Hintergründe eines Mordfalls aus ihrer eigenen Schulzeit verwickelt.
Das Buch hat mich gefesselt, aber nicht begeistert. Rebecca Makkais „Die Optimisten“ habe ich verschlungen und es zählt nach wie vor zu meinen Lieblingsbüchern, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.
Ich finde, die Autorin will hier zu viel und verzettelt sich zwischen Krimi, Collegeroman, Podcast, MeToo, Justizdrama und zu viel Personal. Ein solider Spannungsroman, aber für mich kein Highlight.
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