Der Satz ist etwas aus dem Zusammenhang gerissen, ist mir aber im Gedächtnis geblieben. Ein guter Rat, der schon lange Bestand hat. Aber zum weiteren Inhalt des Buches. Thomas Hitzlsperger, Fussballspieler, Nationalmannschaft, TV-Experte und ein ganz wichtiger Botschafter seiner Sache. Bis heute ist der "Hammer" der Einzige im Profifussball, der seine Homosexualität geoutet hat. Das viel erwartete Echo blieb zwar aus, aber vieles hat sich verändert in Hinsicht auf Toleranz und Umgang. Nebenher erfährt man auch einiges über seinen Werdegang. In der Jugend des FC Bayern hat er gespielt und ist dann mit 17 Jahren gegen alle Widerstände nach England gegangen. Und das blieb nicht seine einzige Mutprobe. Ich habe Thomas Hitzlsperger höchstens mal in der Nationalmannschaft wahrgenommen, aber ich bin froh, dass ich mit diesem Buch mehr über ihn erfahren habe.
Gertie G.
aus Wien
5/5
26.03.2024
eBook (ePUB 3)
Homosexualität im Profifußball - ein letztes Tabu?
„Mutproben“ von Thomas Hitzlsperger ist nicht nur die Geschichte (s)eines Coming-outs, sondern auch die beachtenswerte Entwicklung eines jungen Mannes vom elterlichen Bauernhof in die Welt des Profifußballs. Das Buch liest sich sehr spannend und gibt Einblick in die Welt des Profifußballs in der der schnöde Mammon mehr zählt, als der einzelne Spieler.
Wie könnte es sonst sein, dass die Fußball-WM an Länder wie Quatar und Saudi-Arabien vergeben wird, in denen Menschen- und Frauenrechte aufs Gröbste vernachlässigt sowie Homosexualität bestraft werden?
Warum wird männliche Homosexualität gerade im Fußball so vehement negiert und abgestritten? Weil im Fußball eine ureigene männliche Identifikation innewohnt?
Hitzlsberger geht, wie die ehemalige Bundesliga-Spielerin Tanja Walther-Ahrens in ihrem 2011 erschienen Buch „Seitenwechel“ der Frage nach, wieso es im männlichen Fußball nahezu unmöglich ist, seine Homosexualität als aktiver offen zu leben. Es scheint, dass hier ein archaisches Männlichkeitsideal in den Köpfen von Trainern, Spielern, Funktionären und Fans tief verwurzelt zu sein, das voller Widersprüche steckt.
Dazu passen auch die überschwänglichen, oftmals peinlichen Umarmungen oder Gesten nach einem Tor oder gar einem Sieg. Hier scheint wenig Männliches vorhanden zu sein. Auch der auffallend zur Schau gestellte Körperkult zahlreicher Spieler trägt zur Doppelmoral bei. Da wird tätowiert, die Haare gestylt, Zopferl geflochten und die Sixpacks zur Schau gestellt und gleichzeitig die Homosexualität geleugnet.
Die Antworten auf die Frage, warum es für aktive Profifußballer so schwer ist, sich als homosexuell zu outen, sind nicht leicht zu finden. Hitzlsperger beschreibt die inneren Kämpfe, das Für und Wider eines Outing sehr anschaulich. Er erzählt aus eigener Erfahrung vom Klima in der Kabine, der Reaktion von Öffentlichkeit und Medien sowie und deren Folgen für ihn als Einzelnen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass seit Hitzlspergers Coming Out vor nun gut 10 Jahren kein aktiver Fußballer in Deutschland den Schritt gewagt hat.
Weltweit gibt es rund zehn männliche Fußballprofis, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen. Das Thema scheint weiterhin unter den Teppich gekehrt zu werden.
Hitzlsperger erzählt von Justin Fashanu, dem Pionier aus England. Er war der erste Spieler, der sich 1990 (!) während seiner Profikarriere geoutet hatte. Fashanu war mit einer Welle an Ablehnung konfrontiert. Sein Trainer Brian Clough beschimpfte ihn vor versammelter Mannschaft. Fashanu wurde gleich doppelt diskriminiert: schwarz und schwul - eine unheilvolle Kombination, die ihn letztlich das Leben gekostet hat. Nachdem er von einem Minderjährigen der Vergewaltigung beschuldigt worden ist, begeht er Selbstmord.
Gemeinsam mit Co-Autor Holger Gertz erzählt Thomas Hitzlsperger in seiner lebendigen Autobiografie zahlreiche Anekdoten, zeigt aber auch seine verletzliche Seite als seine Persönlichkeit. Dabei wirkt Hitzlsperger, „Hitz the Hammer“ wie ihn die Engländer auf Grund seines scharfen Schusses nennen, geerdet. Er ist Vorbild. Sein Aktivismus ist leise und bestimmt, Brachialgewalt ist nicht das Seine. In seinem Buch verknüpft er Privates mit Öffentlichem. Er spricht sachlich und ohne die weit verbreitete Heuchelei die Widersprüche im Männerfußball an. Dabei ist er weder selbstgerecht oder belehrend oder suhlt sich in Selbstmitleid.
Dass Homophobie im Männerfußball noch immer sehr weit verbreitet ist, zeigt sich bei fast jedem Wiener Derby ein Bild machen. Die schwulenfeindlichen Fangesänge gehören genauso zum schlechten Ton eines Spiels zwischen Rapid und der Austria wie das spezifische Umfeld, das diese toxische Männlichkeit fördert.
Dass Hitzlpergers Buch nur wenige Wochen nach dem Eklat im Anschluss an das letzte Wiener Derby erschienen ist, ist wohl ein Treppenwitz der Geschichte. Was ist da passiert? Nach dem Sieg Rapids sind Funktionäre, Spieler und Fans durch homophobe Schlachtgesänge mehr als unangenehm aufgefallen. Rapid-Präsident Alexander Wrabetz sollte Hitzlspergers Buch als Pflichtlektüre für Spieler, Fans und Funktionäre seines Vereins einführen.
Dabei könnte gerade der Fußball einiges zur Akzeptanz von Homosexualität bewirken, denn "Der Ball ist rund und kann deswegen mehr ins Rollen bringen als viele es sich vorstellen können."
Fazit:
Dieser Autobiografie, die Pflichtlektüre für Fußballfunktionäre, Spieler und Fans sein sollte, gebe ich gerne 5 Sterne.
Jörg
aus NRW
2/5
03.01.2025
eBook (ePUB 3)
Mutprobe nicht gelungen
Sehr schade, dass das Buch größtenteils am Thema vorbei geschrieben ist. Ich habe mehr Mut erwartet. Es ist alles sehr allgemein gehalten, es wird wenig preis gegeben. Für mich mehr als enttäuschend. Schade.
Bewertung
4/5
28.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fußball ist für alle da – oder doch nicht?
Schon wieder ein Fußballer, der seine Memoiren schreibt? Und natürlich erzählt Hitzlsperger auch von seinem Werdegang, wie er als minderjähriger Nachwuchsspieler bei Bayern München ohne ein Wort zu seinen Eltern, geschweige denn zu seinem Chef Ulli Hoeneß, sich einfach mal in England vorstellte. Klar, dass eine saftige Standpauke folgte. Für “The Hammer” erwies sich Aston Villa als Beginn seiner Karriere, die ihn über Stationen wie den VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart oder Lazio Rom bis in die deutsche Nationalmannschaft führte. Aber das Buch ist mehr als “nur” eine Biografie, denn was “Hitze” zur Ausnahme macht: er ist bislang der erste und einzige deutsche (Ex-)Profi, der sich als homosexuell geoutet hat. 10 Jahre später liegt es auf der Hand zu hinterfragen, warum das bis heute so geblieben ist. Dabei spart Hitzlsperger nicht an Kritik, während er Zusammenhänge treffend analysiert. Hier liegt auch die Stärke dieses Buches: obwohl er sachlich bleibt und sich nicht ausschließlich auf Queerness bezieht, sondern auch mit Nachdruck auf andere Hintergründe und Doppelmoralitäten (nicht nur) von Seiten der FIFA eingeht, spürt man deutlich die Brisanz hinter seinen Worten!
ElenasZeilenZauber
aus Hamburg
4/5
24.04.2024
Hörbuch-Download
Mutproben
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Hatte ich falsche Erwartungen an das Hörbuch? Ich vermute ja. Ich hatte eine Autobiographie erwartet und erhielt einen umfassenden Einblick in die Fußballwelt, aber nicht wirklich in Hitzlspergers Leben.
Irgendwie fehlen mir die Worte für diese Rezension. Es ist erschreckend, wie homophob der Fußball und die meisten Menschen, die auf die eine oder andere Weise damit zu haben, immer noch sind. Auch wenn betont wird, dass sich einiges geändert hat. Aber, Leute, wir leben im 21. Jahrhundert.
Auch wurde bewiesen, dass gute Absichten immer nur so lange verfolgt und verteidigt werden, bis sie ans eigene Portemonnaie gehen oder es unbequem wird. Da verweise ich auf die WM in Qatar.
Hitzlsperger hat sich erst nach dem Ende seiner Spielerkarriere geoutet, weil er zum Beispiel das Zusammenspiel des Teams nicht stören wollte. So kann man es auch verkaufen. Überhaupt kam er bei mir recht konfliktscheu an. Da wird er bei Lazio Rom nicht eingesetzt und nimmt es einfach hin, weil es Sprachprobleme gibt. Kleiner Tipp, es gibt Übersetzer.
Solange er mittendrin in der Situation war, hat er häufig nicht reagiert und alles einfach hingenommen. Aber es anderen Menschen ankreiden, dass sie die WM in Qatar trotzdem feiern. Look who’s talking. Der Weg des geringsten Widerstandes ist immer einfach, aber selten reflektiert und verantwortungsvoll.
Wer einen Einblick hinter die Kulissen des Fußballs werfen will, ist hier gut bedient. Auch wenn ich mehr über den Mensch Hitzlsperger und sein Leben erfahren wollte, vergebe ich gern 4 bunt-vielfältige Sterne.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Sein Coming-out 2014 als homosexueller Profifußballer war ein Meilenstein für den Kampf gegen Schwulenfeindlichkeit im Fußball und in der Gesellschaft. Seine Fußballerkarriere war eine Reise voller Erfolge und Abenteuer.
Den Mut, mit dem sich Thomas Hitzlsperger am 8. Januar 2014 als erster deutscher Fußballprofi öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat, hat er in seinem Leben immer wieder gezeigt: Schon als 18-Jähriger wechselte er als Jugendspieler von Bayern München in die englische Premier League zu Aston Villa, nach seinen großen Erfolgen in der Bundesliga als Deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart und in der Nationalmannschaft suchte er die nächste Herausforderung in der italienischen Serie A bei Lazio Rom.
Und nach dem Ende seiner überaus erfolgreichen Profikarriere wagte er den Sprung in den Sportjournalismus beim ZDF, der ARD und bei ZEIT ONLINE sowie ins Fußballmanagement als Vorstandsmitglied beim VfB Stuttgart oder heute als Teilhaber am dänischen Fußballclub Aalborg BK und Inhaber des Restaurants "L'Escargot" in London.
Sein Hörbuch, das er mit dem SZ-Reporter Holger Gertz verfasst hat, ist eine abenteuerliche Lebensgeschichte, die in der bayrischen Provinz begann, in die drei großen europäischen Fußballligen führte und die ihn zu einem engagierten Kämpfer für Vielfalt und Toleranz, gegen Rassismus und Gewalt im Fußball und in der Gesellschaft werden ließ - auch wenn sich bis heute nicht alle Hoffnungen erfüllt haben, die Thomas Hitzlsperger mit seinem historischen Schritt vor zehn Jahren verbunden hat.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
15.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klasse Buch von einem klasse Menschen. Nicht nur für Fußballfans.
Mutproben von Thomas Hitzelsberger ist viel mehr als nur eine weitere langweilige Fußballer-Biografie. Er erzählt darin zwar von seiner Fußball-Karriere, aber eben auch über den Menschen Thomas Hitzelsberger, sein Coming-out und alles, was danach geschah. Er spricht im Buch auch die Probleme im Gegenwartsfußball an, der sich doch öfter wie ein Vergangenheitsfußball anfühlt.
Zusammen mit dem Autor Holger Gertz ist Hitzelsberger ein beeindruckendes und nachwirkendes Buch gelungen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
09.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
»Man weiß nie, was bei ihm als Nächstes kommt«
Das Coming-out von Thomas Hitzslperger vor 10 Jahren war ein riesen Meilenstein, und nun erzählt er in seiner Biographie, die nicht nur für Fußballfans interessant ist, von bedeutenden Momenten in seinem Leben und geht auf ihm wichtige Themen ein.
Er nimmt eine offene, ehrliche und kritische Stellung zu Themen, die immer noch ein Schwachpunkt im Profisport sind, wie mentale Gesundheit und Unterstützung, Homophobie und Erfolgsdruck.
Beim Lesen hatte ich stets das Gefühl, dass er neben mir sitzt und seine Geschichte und Ansichten im lockeren Plauderton erzählt. Trotzdem spürt man die Brisanz und (An)Spannung bei den ernsteren Themen.
Insgesamt vermittelt Hitzslperger erfrischende, wie auch erschütternde Einblicke in sein Leben und den Profifußball. Ich hoffe, dass mit diesem Buch die Gespräche und Entwicklungen zur weiteren Besserung im Umgang mit LGBTQIA+ und mentaler Gesundheit führen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
05.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Er hat Mut bewiesen!
In seiner langen Karriere musste Thomas Hitzlsperger immer wieder Mut beweisen. Führte ihn sein Weg von der bayerischen Provinz doch über den VfB Stuttgart, zu verschiedenen Stationen in England und bis nach Rom zu Lazio. Als deutscher Nationalspieler wurde er 2006 WM-Dritter und 2008 Vizeeuropameister. 2014 outete er sich als erster deutscher Fußballspieler.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.