Saint-Malo 1944: Die erblindete Marie-Laure flieht mit ihrem Vater, einem Angestellten des Muséum National dHistoire Naturelle, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer. Verborgen in ihrem Gepäck führen sie den wahrscheinlich kostbarsten Schatz des Museums mit sich.
Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert und landet auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht, die die Feindsender der Widerstandskämpfer aufzuspüren versucht. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, der die Résistance mit Daten versorgt Hochspannend und mit einer außergewöhnlichen Sprachkunst erzählt Anthony Doerr die berührende Geschichte von Marie-Laure und Werner, deren Lebenswege sich für einen schicksalsträchtigen Augenblick kreuzen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Ann
aus Bünde
5/5
28.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flugblätter - Bei Tagesanbruch fliegen sie vom Himmel
Anthony Doerr schafft es in seinem Roman einen poetischen Blickwinkel auf den zweiten Weltkrieg zu beschreiben, ohne dabei die Brutalität, die Missstände oder die Hilflosigkeit auf allen Seiten zu beschönigen oder gar außer Acht zu lassen. Die Willkür und die Zufälle die über den Werdegang und die Geschichte eines Menschen entscheiden sind wunderschön eingefangen worden.
Es geht um das blinde Mädchen Marie-Laure das mit ihrem Vater in Paris lebt. Ihr Vater ist im Museum angestellt und so hat sie von klein auf die Möglichkeit die Welt mit ihren Sinnen zu studieren, wahrzunehmen, zu erkunden. Als Paris dann besetzt wird, fliehen die beiden zu einem kauzigen Onkel und dessen Haushälterin nach Saint-Malo und wohnen während des Krieges dort.
Werner dagegen wächst als Waise in einem Heim mit seiner Schwester im Ruhrpott auf und sein Weg in die Minen ist eigentlich schon festgelegt. Doch er verdankt es seinem Interesse und seiner Begabung für Mechanik und Elektronik einen Platz an einer elitären Schule zu erhalten. Dies führt ihn jedoch auch gradewegs zur Wehrmacht und in den Krieg.
Die Geschichte der beiden ist von Anfang an miteinander verwoben, auch wenn man erst später versteht wodurch genau. Die Personen die im Leben der beiden auftauchen und eigentlich Nebenrollen sind bleiben einem ebenso im Gedächtnis wie die Geschichte selbst.
Madame Manec, Etienne, Frederick, Volkheimer,….
Der Schreibstil ist brillant, wenn man kurze Kapitel mag. Ich liebe sie. So bin ich förmlich durch dieses Buch geflogen und konnte es schwer zur Seite legen.
Die Sprache ist nicht zuletzt durch Marie-Laures Blick auf die Welt bildgewaltig und poetisch.
Bewertung
4/5
21.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alles Licht, das wir nicht sehen
Über dieses Buch wurde viel Feedback abgegeben, so das ich nicht viel mehr dazu beitragen könnte.
Wir Lesen jeden Nachmittag in drei Seniorenheimen vor.
So auch dieses Buch und es war wieder ein schöner Erfolg.
Bories vom Berg
aus München
3/5
26.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gute Unterhaltung Der Roman…
Gute Unterhaltung Der Roman «Alles Licht, das wir nicht sehen» des amerikanischen Schriftstellers Anthony Doerr wurde von seinen Landsleuten begeistert aufgenommen und erhielt den Pulitzer Prize des Jahres 2015. Die Begeisterung in den deutschen Feuilletons hielt sich in Grenzen, was daran liegen mag, dass Romane aus dem Zweiten Weltkrieg hierzulande viel häufiger veröffentlich werden und das Thema den meisten Lesern vertraut sein dürfte. Wenn man es nicht wüsste, würde man wohl kaum darauf kommen, dass dieses Buch nicht von einem Deutschen oder Franzosen geschrieben wurde, so vertraut ist einem das Erzählte, so wenig «schimmert» der Amerikaner durch als Autor. In zwei Haupt-Ebenen wird mit vielen Rückblenden die Geschichte zweier junger Leute erzählt. Da ist zum einen Werner, ein deutscher Waisenjungen aus dem Ruhrgebiet, dessen früh erkannte, technische Begabung für Radiogeräte dazu führt, dass er in eine Nationalpolitische Lehranstalt kommt und später mit strengem Drill zum Spezialisten für die Wehrmacht ausgebildet wird. Im Laufe des Krieges wird er an verschiedenen Orten in den von Deutschland besetzten Gebieten dazu eingesetzt, die mit Rundfunk-Sendern bewerkstelligte Kommunikation feindlicher Partisanen und Spione mittels Peilempfängern aufzuspüren und auszuschalten. In Paris lebt die blinde Halbwaise Marie Laure bei ihrem Vater, der sich rührend um sie kümmert. Er ist als Schlosser im riesigen Nationalmuseum der Hauptstadt tätig und für tausende von Schlüsseln verantwortlich, eine absolute Vertrauensstellung. Als die Nazis auf Paris vorrücken und er emigrieren will, soll er einen ungeheuer kostbaren Diamanten aus dem Bestand des Museums mitnehmen. Von dem sind drei wertlose Duplikate angefertigt worden, die von drei weiteren Vertrauens-Personen ebenfalls in Sicherheit gebracht werden sollen, wobei keiner von ihnen weiß, wem der echte Stein anvertraut wurde. Marie Laure emigriert mit ihrem Vater nach Saint-Malo an der Atlantikküste zu einem etwas wunderlichen Onkel, der dort mit einer Wirtschafterin in einem fünf Stockwerke hohen Haus zurückgezogen lebt. Er besitzt dutzende von Radioapparaten und hat auf dem Dachboden einen Sender mit einer ausklappbaren Antenne installiert, die man nach dem Betrieb gleich wieder zusammen klappen kann, womit sie für den Feind praktisch unsichtbar bleibt. Nach der Invasion der Alliierten wird Werner mit seinem Team darauf angesetzt, diesen Sender der Résistance aufzuspüren. Den betreibt inzwischen Marie Laure, die ihre Dossiers im Brot versteckt täglich von der Bäckerin bekommt. Genau dorthin wird Werner versetzt, um diesen Spionagesender endlich aufzuspüren. Aber auch ein Edelstein-Experte der Nazis, der dem berühmten Diamanten auf der Spur ist, taucht in Saint-Malo auf und dringt in das Haus ein. Werner hat die ausklappbare Antenne entdeckt, hat Marie Laure kennen und lieben gelernt, kommt jetzt ebenfalls in das Haus und erschießt den Nazi-Schergen. In dem nie ins Kitschige abgleitenden Plot wird geschickt ein Spannungsbogen aufgebaut, der den Leser bis zum Schluss gefangen hält, Mit einer der Thematik angepassten, nüchternen Sprache werden viele Facetten der Zeit zwischen Frankreichs Besetzung durch Nazi-Deutschland und der Befreiung durch die Alliierten aufgezeigt, was interessant ist, auch wenn man Vieles natürlich schon weiß. Bemerkenswert und erfreulich ist auch die zwischen gut und böse differenzierende Figurenzeichnung, zu der die durchweg stimmigen Dialoge ebenfalls beitragen. Übertrieben und ins Kitschige abgleitend aber sind die vielen Zufälle, die den Plot schon fast in Märchenhafte steigern. Zu denen zählen die geschilderte Sonder-Begabung von Werner ebenso wie die wissenschaftlichen Kenntnisse von Marie Laure über Wasser-Schnecken. Gut unterhalten aber wird man trotzdem, man liest diesen Roman gerne bis hin zum überraschenden Ende!
Bewertung
Book Circle Community
5/5
26.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Zwei Wege, ein Krieg
Man folgt hier zwei Perspektiven, der eines (deutschen) Waisenjungen und der eines blinden (französischen) Mädchens, von vor bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Dementsprechend ist die Thematik auch bedrückend.
Die Kapitel sind sehr kurz, was das Lesen schnell macht, gleichzeitig muss man sich an diesen Schreibstil etwas gewöhnen. Es sind viele kleine Szenen, die sich nach und nach zu einem ganzen Bild fügen. Allerdings auf so gute Weise erzählt, dass so viel auch in diesen kurzen Kapiteln passiert. Besonders prägend sind die verschiedenen Menschen, denen die zwei begegnen und die ihr Leben auf ganz unterschiedliche Weise prägen. Die Geschichte der Beiden läuft zwangsweise irgendwann aufeinander zu und man fragt sich, ob und wie sie sich wohl begegnen werden…
Diese Geschichte kann einen gar nicht kalt lassen.
Bewertung
5/5
31.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Berührende Geschichte
Vor Kriegsbüchern scheue ich mich oft, da sie sehr emotional sind und damit keine leichte Kost sind. Aber nachdem ich "Wolkenkuckucksland" gelesen habe und begeistert war, habe ich "Alles Licht, das wir nicht sehen" eine Chance gegeben und bereue es nicht.
Anthony Doerr hat es wieder geschafft, mit ein paar Sätzen so viel zu bewirken, dass ich danach manches Mal das Buch weglegen musste zum grübeln. Es war wundervoll geschrieben, teils sehr poetisch.
Es geht hier um Marie-Laure, die in ihrer Kindheit erblindet ist. Ihr Vater fertigt für sie ein Modell der Gegend an, in der sie leben, damit sie sich zurecht finden kann.
Ohne zu weit ins Detail der Kriegsgeschehnisse zu gehen, wird die Thematik hier aber gut angesprochen und regt zum Nachdenken an.
Fazit: Ein wirklich wundervolles Buch, das man gelesen haben sollte!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
06.10.2021
Buch (Taschenbuch)
In Alles Licht das wir nicht sehen kreuzen sich die Lebenswege eines blinden französischen Mädchens auf der Flucht vor den Deutschen und einem, ins Heer eingezogenen, deutschen Waisenjungen. Der Autor verwendet einen wunderbar poetischen Stil und hat einen Roman erschaffen, der Krimi, Abenteuer, Drama und wahre Geschichte vereint.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.