Gras unter meinen Füßen
Das Jahr, als ich leben lernte | Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 (Jugendbuch). Ausgezeichnet mit dem Luchs der ZEIT und Radio Bremen
»Ein traurig-schönes, wundervolles, ermutigendes Buch.« Volker Weidermann, DIE ZEIT
Humor, Herzschmerz und der hartnäckige Wille zu überleben
Die neunjährige Ada hat die Wohnung noch nie verlassen. Ihre Mutter hat sie weggesperrt und behauptet, Ada sei geistig behindert. Als ihr kleiner Bruder Jamie 1939 aus London aufs Land evakuiert werden soll, um der Bombardierung zu entgehen, entscheidet Ada, dass sie gemeinsam gehen werden. So beginnt ein großes Abenteuer für die Kinder wie auch für Susan Smith, die Frau, die gezwungen ist, die beiden bei sich aufzunehmen. Während Ada sich das Ponyreiten beibringt und lesen lernt, beginnt sie Susan zu vertrauen - und Susan beginnt, Ada und Jamie zu lieben. Aber wird ihre Bindung ausreichen, um sie gemeinsam durch die Kriegszeit zu bringen? Oder werden Ada und ihr Bruder wieder in die Hände ihrer grausamen Mutter fallen?
Eine außergewöhnlich bewegende Geschichte über ein Mädchen, dem der Krieg das Leben rettet
Über die Kraft von Zuneigung, Liebe und geschwisterlichen Zusammenhalts
Für Kinder, die sich für historische Themen interessieren
Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. Newbery Honor Book und Kirkus, Publishers Weekly, und Wall Street Journal Best Book of the Year
»An diesem Buch gibt es viel zu lieben: Adas einnehmende Stimme, das lebendige Setting, den Humor, den Herzschmerz, aber vor allem den hartnäckigen Willen zu überleben.« School Library Journal
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Sehr berührendes Jugendbuch: Aufwachsen in der Zeit des zweiten Weltkriegs
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 29.11.2025
Bewertungsnummer: 2665960
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Gras unter meinen Füßen: Das Jahr, als ich leben lernte“ von Kimberly Brubaker Bradley ist ein sehr berührender Jugendroman.
Die 10jährige Ada durfte ihre Wohnung noch nie verlassen. Sie beobachtet das Leben vom Fenster aus, denn ihre Mutter hat sie weggesperrt mit der Behauptung, Ada sei geistig behindert. In Wahrheit schämt sie sich für Adas „Klumpfuß“.
"‘Jamie ist draußen’, murmelte ich.
‘Na und?’ sagte Mam. ‘Der ist ja kein Krüppel. Du schon.’"
Ada kann nicht laufen, bringt es sich jedoch heimlich bei, denn zu gerne würde sie ihrem jüngeren Bruder Jamie nach draußen folgen; er darf bald zur Schule gehen, für sie kommt das nicht in Frage.
Ihre Mutter behandelt sie so schlecht, dass es einem beim Lesen fast die Tränen in die Augen treibt.
Ich habe sehr mit Ada gelitten und mitgefühlt!
Oft sperrt sie Ada nachts in ein kleines Kabuff zur Strafe für was auch immer.
“Wenn alles richtig schlimm wurde, konnte ich mich in meinen Kopf zurückziehen. Ich wusste schon immer, wie das geht. Egal wo ich war […], ich sah nichts und ich hörte nichts, ich spürte nicht mal etwas. Ich war einfach weg.”
Doch als die Londoner Kinder evakuiert werden sollen, um der drohenden Bomardierung während des beginnenden zweiten Weltkrieges zu entgehen, ändernt sich alles. Eigentlich soll nur Jamie aufs Land geschickt werden, Ada soll in London bleiben. Heimlich schleicht sie sich mit ihrem Bruder davon.
Die beiden landen in einem Dorf am Meer und werden Susan Smith zugeteilt. Die ist zuerst alles andere als begeistert, sich plötzlich um zwei fremde Kinder kümmern zu müssen. Doch dann tut sich für Ada eine völlig neue Welt auf mit einem Leben, das sie nie für möglich gehalten hätte.
Ich fand Ada einen wirklich tollen Charakter; ein starkes und kluges Mädchen, das den Widrigkeiten ihres Lebens trotzt und im Laufe der Geschichte erst lernen muss, Hilfe und Zuneingung zuzulassen.
Ach Susan Smith fand ich sehr sympathisch; eine Frau, die einen schweren Verlust erlitten hat und nun durch die beiden Kinder auch wieder einen Weg zurück ins Leben findet.
"‘Ich weiß nicht, was ich sagen soll’, meinte sie nach einer Weile. ‘Ich will dich nicht anlegen, und die Wahrheit weiß ich nicht. ’
’Das war wahrscheinlich das Ehrlichste, was je ein Mensch zu mir gesagt hatte."
Ein wirklich emfehlenswertes, tiefgründiges Buch für Kinder ab ca. 10-11 Jahren mit einem einerseits schwierigen Thema, das hier aber sehr feinfühlig umgesetzt wurde.
Herzensbuch
Bewertung am 11.01.2025
Bewertungsnummer: 2383862
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein großartiges, feinfühliges Hörerlebnis, da ich es als Hörbuch genossen habe.
Die 10-jährige Ada hat die Einzimmerwohnung in London noch nie verlassen, weil sie einen Klumpfuß hat und ihre Mutter sich dafür schämt. Kriechend muss sie sich um Haushalt und den jüngeren Bruder kümmern, jeder kleine Ungehorsam wird grausam bestraft. Sie nützt die Gelegenheit eines Kindertransportes aufs Land, es ist Krieg, um den mütterlichen Schikanen zu entkommen.
Dort muss Susan Smith sich um die zwei Kinder kümmern, wie es zunächst scheint, eine schrullige, eigenwillige Frau.
Einfach wunderbar, wie es der Autorin gelingt, die Fortschritte und Niederlagen von Frau und Kindern zu beschreiben. Ada saugt begierig alles Neue auf, denn sie versteht so viel nicht, weil es ihr ja nie erklärt wurde und sie ja auch nie eine Schule besucht hat. Berührend sind die Gespräche zwischen Susan und Ada, man merkt wie sie sich annähern und wie gut es Susan gelingt, auf die Kinder einzugehen, denn auch sie will lernen. Gespannt wartet man darauf, wann sich die Mutter melden wird und wie das Leben dann weitergehen wird.
Der Roman zeigt, wie tief Verletzungen sitzen, die einem als Kind zugefügt werden. Wenn man ständig als Dreck, Krüppel und Abschaum bezeichnet wird, ritzt sich das in die Seele.
Ich habe Ada so lieb gewonnen und in späterer Folge auch Susan Smith! Von solchen Charakteren lebt eine gute Geschichte.
Auch die Stimme von Birte Schnöink fügt sich perfekt ein.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ada lebt in London mit ihrem Bruder und ihrer Mutter. Da Ada einen Klumpfuß hat darf sie die Wohnung nie verlassen. Als ihr Bruder mit einem Kindertransport aufs Land gebracht werden soll, da jetzt auch in London die Bomben fallen, wittert Ada ihre Chance dem Elend und ihrer Mutter zu entfliehen und haut mit ab. Was sie dann alles erlebt und lernt erzählt dieses wunderbare Buch und es ist wahrscheinlich die einzigste Geschichte bei der man sagen kann, der Krieg hat Adas Leben gerettet. Mein Lieblingsbuch aus dem Jahr 2024.
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Ada wurde ihr Leben lang klein gehalten. Von ihrer Mutter wurde sie immer als Schande und Belastung angesehen, weil sie mit einem verkrüppelten Fuß geboren wurde. Ihre Mutter misshandelte sie physisch und psychisch, einzig ihr kleiner Bruder Jamie war für sie da. Doch als Jamie größer wird, zur Schule geht und Freunde findet, ist Ada wieder ganz allein. Sie darf das Haus nicht verlassen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, werden viele Kinder aus London aufs Land geschickt, auch Jamie. Ada soll in der Wohnung bleiben. Sollen sie doch die Bomben treffen, meint ihre Mutter. Doch Ada, die sich sonst immer nur kriechend fortbewegt hat, hat in den letzten Wochen heimlich das Stehen und Laufen gelernt. So gelingt es ihr unter Schmerzen, zum Sammelplatz an der Schule zu kommen und dann zusammen mit Jamie und den anderen Kindern in den Zug zu steigen. Die anderen fahren einer ungewissen Zukunft entgegen. Ada fährt in Richtung Freiheit. Die Geschwister werden bei Miss Susan Smith, einer älteren Dame, einquartiert, die sie zunächst nur widerwillig aufnimmt, da sie keine Ahnung von Kindern hat. Beim Baden, ein Luxus, den die beiden gar nicht kennen, entdeckt Susan Adas Klumpfuß. Sie will Ada helfen, doch Ada zuckt zurück, da sie erwartet, geschlagen zu werden. Susan ist entsetzt über den verwahrlosten Zustand der Kinder, die weder ihr Alter noch ihren Nachnamen wissen. Sie schätzt Jamie auf höchstens 6 Jahre, Ada ca. 9 Jahre. Sie bringt sie zum Arzt, der meint, beide Kinder seien stark unterernährt und wundert sich, dass Adas Klumpfuß nicht schon im Säuglingsalter behandelt wurde und gibt ihr Krücken. Susan geht mit den Kindern einkaufen, da sie keine Wechselkleidung besitzen. Ada versteht nicht viel von dem, was um sie herum vorgeht. Sie war noch nie bei einem Arzt, in einem Laden oder in einer Bank. Ein Radio hat sie auch noch nie gesehen. Langsam werden die alte Dame und die Kinder miteinander warm. Susan schläft schlecht, seit ihre Freundin/ Lebensgefährtin Betty vor drei Jahren an Lungenentzündung gestorben ist. Betty hat ihr das Pony Butter vererbt. Ada ist ganz angetan von Butter. Sie verbringt viel Zeit mit dem Pony und bringt sich selbst das Reiten bei. Während Ada richtig aufblüht, hat Jamie noch immer Heimweh, macht ins Bett, und Ada findet, dass er richtig undankbar ist. Sie genießt ihre Freiheit, dass sie rausgehen kann und dass niemand gemein zu ihr ist und ihr weh tut. Ada geht erstmals in die Schule, doch die Lehrerin meint, sie sei dumm und könne nicht beschult werden. Das ist Blödsinn. Ada ist nicht dumm, es hat ihr nur noch niemand etwas beigebracht. Susan glaubt fest an Ada. Sie beginnt, den Kindern Abends vorzulesen, um ihren Wortschatz zu erweitern und will Ada das Lesen beibringen. Beim Reiten auf Butter lernt Ada das Mädchen Margaret kennen, deren Pferd durchgegangen ist. Margaret ist erstaunt, dass Ada so gut reiten kann, obwohl niemand es ihr beigebracht hat. Ada reitet gemeinsam mit der verletzten Margaret auf deren Pferd und bringt sie so nach Hause. Margarets Mutter, Lady Thorton, schenkt Ada alte Reitkleidung von Margaret. Jamie will nicht zur Schule, verrät aber nicht wieso. Dann entdeckt Susan sein verletztes Handgelenk. Die Lehrerin bindet seine linke Hand brutal fest, damit er nicht mit Links, der “Hand des Teufels” schreibt. Susan meint, das sei Quatsch und sie habe in Oxford einen linkshändigen Professor gehabt. Jamie soll schreiben dürfen, mit welcher Hand er will, oder sie wird rechtliche Schritte einleiten. Ada ist beeindruckt. Butter hat Schwierigkeiten beim Laufen und Grimes, der Stallmeister der Thortons, kann nur entsetzt den Kopf schütteln. Das Pony war seit Jahren nicht beim Hufschmied. Zum Glück kann er Butter helfen. Susan tut es leid, dass sie Butter aus Unwissenheit so vernachlässigt hat. Sie dachte, ein Platz auf der Weide und genügend Futter wären alles, was ein Pony braucht. Betty war die Pferdeexpertin von den beiden. Ada macht im Laufe der Zeit viele neue Erfahrungen. Sie geht ins Kino, sieht das Meer, geht in die Kirche, aber dass sie nichts für ihren Fuß kann, nichts verkehrt gemacht hat und schon gar nicht schlecht oder böse ist, das will ihr immer noch nicht in den Kopf. Der Krieg dauert an, Verdunklung und Lebensmittelknappheit werden Alltag. Jamie macht nicht mehr ins Bett, seit er einen floh-verseuchten Kater abgeschleppt hat, der nun bei ihm schläft. Ada lernt, im Damensattel zu reiten, da sie immer Schwierigkeiten mit den Steigbügeln hat. Die Geschwister feiern zum ersten Mal richtig Weihnachten, mit Baum und Geschenken. Der Krieg ist jetzt auch in dem kleinen Dorf in der Grafschaft Kent angekommen. Es kommt zu Luftangriffen. Ada hilft mit, die verletzten Soldaten zu pflegen, die die Schlacht von Dünkirchen überlebt haben. Außerdem trägt sie durch ihre Wachsamkeit wesentlich dazu bei, einen Spion zu enttarnen und wird zur Heldin. Doch dann taucht plötzlich ihre Mutter auf und will Ada und Jamie mit zurück nach London nehmen, obwohl der Krieg noch andauert. Für Ada heißt das: Zurück in die Hölle!
Diese Geschichte hat mich wirklich berührt. “Gras unter meinen Füßen” ist eines dieser Bücher, das Dich mit Tränen in den Augen und einem Lächeln im Gesicht zurücklässt. Ada ist mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Sie weiß so wenig von der Welt, alles ist neu für sie. Einerseits wünscht sie sich, Ihre Mutter wäre wie Susan, andererseits fragt sie sich, ob sie Susan wirklich vertrauen kann, weil Susan ja vielleicht doch so ist wie ihre Mutter. Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte. ob es ein Happy End gibt. Das Ende verrate ich jetzt nicht, aber ich kann sagen: Dieses Buch hat das Zeug zum Lieblingsbuch!
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