Wie Frauen Geschichte schrieben – und Männer dafür den Ruhm bekamen Muse, Sekretärin, Ehefrau – es gibt viele Bezeichnungen für Frauen, deren Einfluss aus der Geschichte radiert wurde. Für deren Leistungen Männer die Auszeichnungen und den Ruhm bekamen. Männer, wie Karl Marx, Bertolt Brecht oder Albert Einstein, deren Bekannte, Töchter oder Geliebte an ihren Werken mitwirkten – und deren Namen damals wie heute kaum jemand kennt. Wissenschaftlerinnen wie Rosalind Franklin und Lise Meitner, deren Errungenschaften, im Gegensatz zu denen ihrer männlichen Kollegen, nicht anerkannt wurden. Oder Autorinnen und Künstlerinnen wie Marie Hirsch oder Lou Andreas-Salomé, die sich hinter männlichen Pseudonymen versteckten, um ernstgenommen zu werden. Leonie Schöler erzählt ihre Geschichten, sie zeigt, wer die Frauen sind, die unsere Gesellschaft wirklich vorangebracht haben, und verdeutlicht, wie wichtig die Diskussion um Teilhabe und Sichtbarkeit heute noch ist. Dabei wird klar: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht ein System, das ihn bestärkt; vor allen Frauen steht ein System, das sie aufhält.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Cara
aus Marburg
5/5
16.08.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Große Gefühle
Ein super wichtiges Buch aber echt nicht leicht zu Verdauen. Ich musste zwischendurch immer wieder Pausen beim Hören einlegen. Weil meine Wut zu groß geworden ist. Wut auf diese Welt, Wut auf die Menschheit, Wut auf das Patriarchat und Wut auf Männer die denken sie seien etwas besseres. Es ist wirklich nicht leid die Schicksale der Frauen zu hören die beklaut, unterschätzt, herrabgewürdigt, verfolgt, sexuell Belästigt, ermorderdet oder in den Selbstmord getrieben wurden. Ich kann das Buch nur empfehlen aber man muss sich darauf gefasst machen danach sehr viele Emotionen zu haben.
Bewertung
5/5
16.03.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Wichtiges Thema
Es fällt mir schwer in Worte zu fassen wie viel mir dieses Sachbuch beigebracht hat.
Leonie Schöler zeigt auf wie früher und auch heute Frauen beklaut, klein geredet und missachtet werden.
Und nicht nur wir Frauen sondern alle anderen die der Norm also dem weissen Mann nicht entsprechen.
Die Sprecherin hat ihre Arbeit ganz fantastisch gemacht, mit einer Portion Sarkasmus (wenn es angebracht ist) führt sie einen durch die Kapitel, von Kunst zur Forschung, über den Sport bis zu unserer Zeit.
Für alle Menschen ein muss dieses Buch zu lesen/hören.
Wir brauchen viel mehr solcher Bücher!
seitenmusik
5/5
09.03.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Leonie Schöler holt vergessenen Heldinnen der Geschichte vor den Vorhang.
Hast du schon einmal etwas von Mileva Marić, Lise Meitner, Clara Immerwahr, Marie-Thérèse Walter oder May Ayim gehört? Nicht? Mir ging es vor dem Lesen dieses Buches nämlich genauso. Es ist verrückt, wie die Geschichte Frauen systematisch (!) ausradiert, vergessen, oder einfach ignoriert hat. Umso wichtiger und schöner ist es, dass Leoni Schöler ihnen nun eine Bühne bietet.
Leonie Schöler beleuchtet in ihrem Debüt-(Hör-)Sachbuch "Beklaute Frauen. Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte " die Schatten, in denen die Namen von Frauen verschwanden, während Männer die Lorbeeren für die Arbeit der Frauen ernteten. Als Historikerin und Journalistin wirft sie einen fesselnden Blick auf diejenigen, deren Beiträge in den Annalen der Geschichte unsichtbar gemacht wurden. Ich habe das Buch als Hörbuch "gelesen". Gesprochen von Felicity Grist, entfaltet das Hörbuch eine kraftvolle Erzählung, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat.
Die sechs Kapitel des Buches spannen einen Bogen über verschiedene Bereiche – von Wissenschaft über Kunst bis hin zu Politik und Widerstand. Dabei gelingt es Schöler, komplexe historische Zusammenhänge verständlich und packend zu präsentieren. Insbesondere die Einblicke in den feministischen Aktivismus und die kritische Betrachtung gesellschaftlicher Systeme machen das Werk zeitgemäß und relevant. Viele im und für den Feminismus wichtige Konzepte und Werthaltungen wie bspw. die Intersektionalität werden leicht verständlich und auf den Punkt gebracht erläutert. Außerdem stellt die Autorin auch immer mal wieder einen Bezug zu ihrer eigenen Person und Geschichte als weiße, homosexuelle cis-Frau. Ein wichtiger Aspekt da es einen Unterschied macht, aus welcher Perspektive heraus wir uns einem Thema annähern.
Die Auswahl der Frauen, die Schöler vorstellt, ist sorgfältig getroffen. Persönlich berührt haben mich die Geschichten von Frauen wie Rosalind Franklin, deren Beitrag zur Entschlüsselung der DNA im Schatten blieb oder auch von Clara Immerwahr, der ersten deutschen Chemikerin, die nach ihrer Heirat (fast) nur noch als Hausfrau und Mutter arbeitete und aufgrund der Schuldgefühle in Bezug auf ihren Ehemann, der maßgeblich für den Einsatz von Giftgasen im 1. Weltkrieg verantwortlich war, sich schlussendlich im Alter von 45 Jahren das Leben nahm. Ich war außerdem erschüttert wie viele berühmte Männer, die teilweise auch heute in den Schulen und im gesamtgesellschaftlichen Kontext in den Himmel gelobt und als erfolgreichen Mann dargestellt werden. Während sie die Ideen zu ihren Erfolgen entweder nicht selbst hatten, Frauen aus ihrer Familie und Geliebte maßgeblich zum Erfolg beitrugen, die Ergebnisse von Frauen geklaut hatten oder im Privatleben ganz furchtbar waren (physische, psychische und/oder sexuelle Gewalt). Leonie Schölers kluge Analyse der gesellschaftlichen Mechanismen hinter diesen Unsichtbarmachungen macht das Werk zu einer eindringlichen Anklage und vehilft den Frauen zu später Sichtbarkeit.
Die Stimme von Felicity Grist trägt maßgeblich dazu bei, dass die Geschichten lebendig werden. Ihre gelungene Betonung und emotionale Intonation verstärken die Wirkung der Erzählung. Die Freude an ihrer Stimme machte das Hörerlebnis umso angenehmer. Vor allem da ich sonst keine Sachbücher als Hörbuch hören kann. Hier war das 0 Problem.
"Beklaute Frauen" hat mich emotional bewegt und nachdenklich gestimmt. Die Wut darüber, wie Frauen ihrer Anerkennung beraubt wurden und gleichzeitig die Bewunderung für ihre Leistungen in Zeiten, die noch düsterer als heute waren. Auch wenn ich mich grundsätzlich viel mit feministischen Themen auseinandersetze, hat mich das Buch weiter für die anhaltende Relevanz dieser Themen in der Gegenwart sensibilisiert.
In einer Zeit, in der die Diskussionen um Gleichberechtigung und Sichtbarkeit wieder an Fahrt gewinnt und gleichzeitig der Feminismus wieder stark kritisiert wird, liefert "Beklaute Frauen" einen bedeutenden Beitrag. Leonie Schöler gibt den Unsichtbaren ihre Stimme zurück und ermutigt dazu, die Geschichtsbücher genauer zu hinterfragen. Definitiv und das kann ich jetzt schon sagen eines meiner – wenn nicht sogar DAS Sachbuch-Highlights 2024. Daher kann ich nicht anders als diesem feministischen Meisterwerk 5 Sterne zu geben.
Katrin
aus Leverkusen
5/5
03.03.2024
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Beeindruckend recherchiert, toll aufbereitet und gut erzählt.
Beeindruckend recherchiert, toll aufbereitet und gut erzählt.
Bei vielen Dingen muss man aus heutiger Sicht den Kopf schütteln und sich fragen, wie das möglich wird. Die Autorin belässt es aber nicht bei der Aneinanderreihung beeindruckender Frauen, die aus der Bedeutung der Geschichte ausradiert wurden, sondern verwebt die Geschehnisse, unter Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse und Entwicklungen zu einem Gesamtbild, das die heutigen Generationen mehr als aufrütteln sollte.
Man kann nur hoffen, dass dieses Buch viele (junge) Menschen lesen und die kommenden Generationen entsprechend erziehen. Ich persönlich habe ein kleines Kind, dem ich versuche, vorzuleben, dass Mann, Frau, queere Menschen, Menschen mit Behinderung und alles, was ich gerade vergesse, aufzuzählen, gleich viel wert sind.
Es ist an uns, die patriarchalischen Strukturen zu durchbrechen. Das kann nur mithilfe von Bildung und entsprechenden Vorbildern gelingen. Danke an die Autorin für dieses wichtige Buch, das sicherlich noch in physischer Form bei mir einziehen wird.
Die Sprecherin finde ich ebenfalls großartig. Genau die richtige Betonung. Endlich mal ein Sach-Hörbuch, das nicht monoton klingt.
AnnaLovesBooks23
4/5
11.05.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Ein unglaublich spannendes und wichtiges Hörbuch, das wütend macht und den Blick auf Geschichte verändert.
Beklaute Frauen hat mich beim Hören wirklich oft sprachlos gemacht. Nicht, weil die Geschichten so unbekannt sind, sondern eher, weil man irgendwann merkt, wie systematisch Frauen über Jahrhunderte aus der Geschichte verschwunden sind.
Ich mochte das Hörbuch richtig gerne. Vor allem, weil es sich überhaupt nicht wie ein trockenes Sachbuch angefühlt hat. Alles ist sehr verständlich, locker und fast schon wie ein Gespräch erzählt. Dadurch konnte ich stundenlang zuhören, ohne dass es anstrengend wurde. Ich glaube auch, dass Leonie Schöler selbst spricht und genau das hat für mich richtig gut funktioniert.
Besonders spannend fand ich, dass es nicht nur um einzelne Frauen geht, sondern darum, wie sich diese Strukturen über Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelt haben. Frauen haben geforscht, geschrieben, entdeckt, erschaffen und trotzdem standen am Ende oft Männer im Mittelpunkt. Manche Geschichten machen einfach nur wütend. Gerade die Beispiele aus Wissenschaft und Kunst sind bei mir extrem hängen geblieben.
Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, hier einfach nur ein Männerhassbuch zu hören. Darum geht es überhaupt nicht. Eher darum zu verstehen, warum Frauen heute noch immer um Sichtbarkeit kämpfen müssen und wie lange dieses System schon existiert.
Und genau deshalb finde ich das Buch so wichtig. Nicht nur für Frauen. Eigentlich für alle. Weil es den Blick auf Geschichte komplett verändert. Irgendwann fragt man sich automatisch, wie viele Frauen wir bis heute gar nicht kennen, obwohl sie unsere Welt genauso geprägt haben wie die Männer, deren Namen überall stehen.
Für mich definitiv ein Hörbuch, das hängen bleibt und über das man noch lange nachdenkt.
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5/5
23.03.2026
eBook (ePUB)
Die schockierende Wahrheit über Frauen im Schatten der Männer.
In 'Beklaute Frauen' beleuchtet die Autorin meisterhaft die tief verwurzelten patriarchalen Strukturen und die Geschichte der Unterdrückung von Frauen. Sie zeigt, wie traditionelle Bräuche, wie der Brautschleier, weit mehr sind als romantisierte Symbole der Ehe. Ursprünglich dazu gedacht, die Tränen der Braut zu verbergen, verdeutlicht dieser Brauch die systematische Kontrolle über Frauen und deren Gefühle. Die Autorin hinterfragt solche Traditionen und führt den Leser zu der Erkenntnis, dass sexistische Normen nicht isoliert, sondern in ihrer patriarchalen Herkunft betrachtet werden müssen.
Trotz des schweren Themas gelingt es der Autorin, mit einem leichten, zugänglichen Schreibstil die Schwere des Inhalts sympathisch und unterhaltsam zu vermitteln. Der Text schafft es, die absurden und widersprüchlichen Aspekte der gesellschaftlichen Normen auf humorvolle Weise zu entlarven, was den Leser sowohl zum Nachdenken als auch zum Schmunzeln anregt. 'Beklaute Frauen' ist ein tiefgründiges Werk, das Traditionen hinterfragt und den Ursprung von Machtverschiebungen aufzeigt, das sowohl schockiert als auch zum Umdenken einlädt.
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5/5
03.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Für Gerechtigkeit
Mit Verve, Sachverstand und außerordentlichem Erzähltalent schreibt Leonie Schöler ihr Buch über beklaute Frauen. Unbedingt lesen, es erweitert den Horizont. Enthusiastische fünf Sterne!
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5/5
22.03.2024
eBook (ePUB)
Ein Buch, das Erkenntnisse liefert, Augen öffnet und mich mit jedem Kapitel wütend macht!
Es gibt so viele Nebensätze in Biografien erfolgreicher Männer, in denen die Frauen an ihren Seiten entweder als nervig oder lediglich schmückendes Beiwerk abgetan werden. Dass die Männer ohne diese Frauen ihre Leistungen nie hätten erbringen können, ist inzwischen den meisten klar - Essen und Haushalt mussten schließlich von irgendwem gemacht werden. Dass viele Frauen aber auch eigene Leistungen erbracht haben, von Politik wie Eleanor Marx, über Kunst wie Francois Gilot, und Wissenschaft wie Lise Meitner (nur ein paar Beispiele!), das wird oft verschwiegen, vertuscht, ignoriert. Leonie Schöler schafft es, mit leichtem und doch energischem Ton klar zu machen, dass es längst überfällig ist, die Tatsachen offenzulegen. Ich habe dieses Buch verschlungen und mich teilweise furchtbar aufregen müssen, um dann doch weiter zu lesen und all jene Frauen zu bewundern, die trotz aller Steine, die ihnen in den Weg geworfen wurden, weitergegangen sind. Großartig!
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5/5
20.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Traurig, wütend und empört
Empört euch!
Über all die Leben der Frauen, die ohne Ruhm blieben, immer nur im Hintergrund arbeiteten, für die die Heirat eine Art Endstation war und über die Situation derer, die nie gehört wurden.
Leonie Schöller, eine junge Frau mit ungeheurer Reichweite, hat kein bequemes Buch für uns, aber ein umso wichtigeres!
Wieviel Recherche und Wissen steckt in diesen Seiten, die Lektüre rüttelt auf, macht wütend und traurig zugleich.
Zum Selberlesen und Verschenken gleichermaßen geeignet!
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