Während einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest erinnert sich Jonas zurück an sein Leben – an seine außergewöhnliche Kindheit mit seinem Zwillingsbruder Mike und seinem Freund Werner, an seine Reisen durch die ganze Welt und an die Momente mit seiner großen Liebe Marie, die sein Leben verändert hat. In »Das größere Wunder« erzählt Thomas Glavinic von magischen Begegnungen, großen Freundschaften und tragischen Schicksalsschlägen, von einem Baumhaus in Norwegen, einer einsamen Insel und dem Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt.
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Ein Coming-of-Age Roman, der besonders...
J am 14.11.2024
Bewertungsnummer: 2340901
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein Coming-of-Age Roman, der besonders am Anfang fesselnd ist. Jonas‘ Leben wird großartig erzählt, tragischkomisch und warmherzig. Die Besteigung des Everests hingehen ist ein Überlebenskampf und man fragt sich, was Jonas dort hingetrieben hat - und ob er es hoch schafft.
Da sein.
NiWa am 19.10.2015
Bewertungsnummer: 894485
Bewertet: Hörbuch-Download
Jonas ist ein etwas anderer Tourist. Denn er hat eine ganz besondere Umgebung für seinen Abenteuerurlaub gewählt: den Mount Everest.
Gleichzeitig mit dem Aufstieg in die Todeszone kommen seine Erinnerungen hoch, die ihm gemeinsam mit dem Berg zu überwältigen drohen.
Wer schon einmal ein Buch von Thomas Glavinic gelesen hat, weiß, dass man sich dabei immer auf ein besonderes Leseerlebnis einlässt. Mit einem einfachen Plot ist es bei Glavinic nicht getan und das ist auch hier der Fall.
Jonas besteigt also den Mount Everest. Gemeinsam mit anderen Hardcore-Touristen schleppt er sich von Basislager zu Basislager, kämpft gegen Übelkeit und Erbrechen und später gegen Orientierungslosigkeit und Erfrierungen an. Und in einem der menschenfeindlichsten Gebiete der Welt, denkt er über sein bisheriges Leben nach.
Ein Leben genauso besonders wie der Aufstieg selbst. Jonas ist in einem wohlbetuchten Haushalt aufgewachsen. Gemeinsam mit seinem Freund Werner hat er in absoluter Narrenfreiheit gelernt, gelebt, gelacht, jede Art von Unfug getrieben und der ganzen Umgebung oft boshafte Streiche gespielt. Dennoch musste auch er grausame Schicksalsschläge ertragen. Der unverständliche Tod seines Bruders Mike, die Abweisung durch die Mutter bishin zum Verlust seiner Lieben, der ihn als Erwachsenen nicht zur Ruhe kommen lässt.
Getrieben von dem Bedürfnis da zu sein, gibt es keinen Ort, an dem er zu sich findet, bis er in einem magischen Augenblick Marie begegnet.
Das Thema Mount Everest ist für mich immer wieder interessant. Kaum zu glauben, dass sich „normale“ Menschen monatelang darauf vorbereiten, den höchsten Berg der Welt zu erklimmen, dabei durch Erfrierungen abgetrennte Zehen und Finger und sogar den Tod riskieren, nur um abgekämpft am höchsten Punkt der Welt da zu sein.
Und hier gönnt Thomas Glavinic dem Leser einen Blick auf eine dieser Personen, die sich statt des beschaulichen Strandurlaubs für einen Urlaub in der Todeszone entschieden hat. Dazu erschafft er einen selbstbewussten, undurchschaubaren Charakter. Jonas, der macht, was er will, Jonas, der dem Sinn seines Lebens hinterfragt, Jonas, der den höchsten Berg der Welt erklimmen will.
Genauso interessant ist allerdings, wie Jonas eben diese Person geworden ist, denn all die bisherigen Ereignisse haben ihn genau hier her - auf den Mount Everest - gebracht.
Grundmotiv der Erzählung ist wohl, was wäre, wenn man sich um finanzielle Angelegenheiten keine Gedanken machen müsste. Wie würde man sein? Was würde man tun? Worin läge noch ein Sinn? Denn wenn man sich kaum um etwas bemühen muss, könnte man es wahrscheinlich gar nicht mehr richtig genießen. So ist Jonas eher ein blasser Charakter, der nur mit den Fingern schnippt, um ein Blockhaus zu bauen, ein Museum zu gründen oder eine Yacht zu kaufen. Jedoch funktioniert das nicht, um den Gipfel des Mount Everest zu erreichen oder um die Liebe seines Lebens zu halten.
Thomas Glavinic hat mit „Das größere Wunder“ wieder einen verstörenden Roman geschrieben, der ganz seinem bisherigen Werk entspricht. Dieses Buch stimmt nachdenklich, lässt philosophische Betrachtungen sprießen und beschäftigt sich meiner Meinung nach mit der Frage, was muss man tun, um da zu sein?
Meinung aus der Buchhandlung
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Es ist zwar lange her, seitdem ich diesen Roman gelesen habe, aber ich liebe ihn immer noch über alles. Die Geschichte handelt von Jonas, einem jungen Mann, der dabei ist, den Mount Everest zu besteigen. Als er in einem der Zwischenlager eine Pause einlegt, erinnert er sich an seine Vergangenheit: Aufgewachsen mit einer Alkoholikerin als Mutter, hat er keinen guten Start ins Leben. Abgesehen von seinem geistig behinderten Bruder Mike, ist da nur Werner, sein bester Freund, der mit ihm jede freie Sekunde verbringt und so dafür sorgt, dass seine Situation erträglicher wird. Als die Mutter aufhört sich um ihre Kinder zu kümmern, kommen beide Brüder bei Werner unter, der zusammen mit seinem Großvater (auch Boss genannt) und einigen Angelstellten in einem großen Anwesen lebt. Aber auch diese unbeschwerte und großartige Kindheit geht vorüber und nach einem schweren Schicksalsschlag begibt sich der inzwischen erwachsene Jonas auf eine ziellose Reise um die Welt. ---------------------------Mehr verrate ich dazu nicht, denn wohin es Jonas verschlägt, welche Menschen er trifft und warum es ihn auf den Gipfel des Everest treibt, ist etwas, was man selbst herausfinden sollte. Ich war damals 17 als ich das Buch in die Hand gedrückt bekommen habe, daher will ich es auch absolut jungen Erwachsenen ans Herz legen, die noch auf der Suche nach sich selbst sind. Egal wohin es mich verschlägt, ich werde niemals aufhören dieses Buch weiterzuempfehlen.
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