Produktbild: Kissinger & Unseld

Kissinger & Unseld Die Freundschaft zweier Überlebender - ein Doppelporträt | "Ein phantastischer Erzähler." Claudius Seidl

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

17.09.2024

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

304 (Printausgabe)

Dateigröße

2666 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783644022195

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

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  • navigierbares Inhaltsverzeichnis
  • alle Texte können angepasst werden
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert
  • Seitennummerierung folgt dem gedruckten Werk
  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • ARIA-Rollen vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

17.09.2024

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

304 (Printausgabe)

Dateigröße

2666 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783644022195

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Ein hochinteressanter Text

Bewertung aus Villach am 16.10.2024

Bewertungsnummer: 2318320

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch erzählt die fast lebenslange Freundschaft zwischen Henry Kissinger und Siegfried Unseld. Unseld, ehemaliger deutscher Wehrmachtssoldat, und Kissinger, aus Deutschland vertriebener Jude, könnten unterschiedlicher nicht sein. Heinz Kissinger flieht mit seinen Eltern 1938 vor den Nazis nach Amerika. Sein Leben lang wird er sich für die deutsche Kunst und Kultur, insbesondere Literatur interessieren. Besonders für Ingeborg Bachmann und Max Frisch konnte Kissinger sich begeistern, ebenso für Martin Walser und Uwe Johnson. 1955 besucht Siegfried Unseld aufgrund eines Empfehlungsschreibens von Hermann Hesse die von Professor Henry Kissinger ins Leben gerufene International Summer School in Harvard. Vielversprechende, aufstrebende Persönlichkeiten werden dorthin eingeladen. Dies gleicht einer Auszeichnung und ist auch der Auftakt für eine Freundschaft über Jahrzehnte. Das Buch beschreibt anhand der beiden Biografien das Weltgeschehen der 1950, 60er und 70er Jahre. Bei Kissinger, der nach seinem Studium zum Experten für Atomwaffen avanciert, werden noch Jahre ins Land ziehen bis er echte politische Macht im Weißen Haus erlangt hat. Unseld übernimmt demgegenüber Ende der 1950er Jahre den Suhrkamp Verlag. Der Verlag steht anfangs noch für die bürgerliche Mitte in Deutschland, rückt aber aufgrund der Weltgeschehnisse nach links. Unseld wird zum mächtigsten deutschen Verleger. Während Amerika sich in der Zeit des Kalten Krieges für einen Atomkrieg rüstet, den Kissinger immer wieder prophezeit, kämpft Deutschland gegen den Eisernen Vorhang. Durch den Vietnam-Krieg ändert sich das Ansehen von Kissinger bei den Suhrkamp-Autoren. Sie verurteilen den Krieg aufs Schärfste, wissen jedoch nie genau, welche Rolle Kissinger dabei spielt. Unselds Wunsch, dass Kissinger ein Suhrkamp Autor wird, sollte sich trotz seiner literarischen Publikationen leider nie erfüllen. Interessant fand ich schließlich auch, wie die deutsche Nachkriegszeit bis Anfang der 1970er Jahre aus diesen beiden Blickwinkeln dargestellt wird. Ein unglaublich interessantes Buch, in vielerlei Hinsicht: die beiden Protagonisten zu sehen, ja zu spüren, eingebettet in den historischen Kontext und gänzlich unterschiedlich politischen Zugängen und Zwängen ausgesetzt.

Ein hochinteressanter Text

Bewertung aus Villach am 16.10.2024
Bewertungsnummer: 2318320
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch erzählt die fast lebenslange Freundschaft zwischen Henry Kissinger und Siegfried Unseld. Unseld, ehemaliger deutscher Wehrmachtssoldat, und Kissinger, aus Deutschland vertriebener Jude, könnten unterschiedlicher nicht sein. Heinz Kissinger flieht mit seinen Eltern 1938 vor den Nazis nach Amerika. Sein Leben lang wird er sich für die deutsche Kunst und Kultur, insbesondere Literatur interessieren. Besonders für Ingeborg Bachmann und Max Frisch konnte Kissinger sich begeistern, ebenso für Martin Walser und Uwe Johnson. 1955 besucht Siegfried Unseld aufgrund eines Empfehlungsschreibens von Hermann Hesse die von Professor Henry Kissinger ins Leben gerufene International Summer School in Harvard. Vielversprechende, aufstrebende Persönlichkeiten werden dorthin eingeladen. Dies gleicht einer Auszeichnung und ist auch der Auftakt für eine Freundschaft über Jahrzehnte. Das Buch beschreibt anhand der beiden Biografien das Weltgeschehen der 1950, 60er und 70er Jahre. Bei Kissinger, der nach seinem Studium zum Experten für Atomwaffen avanciert, werden noch Jahre ins Land ziehen bis er echte politische Macht im Weißen Haus erlangt hat. Unseld übernimmt demgegenüber Ende der 1950er Jahre den Suhrkamp Verlag. Der Verlag steht anfangs noch für die bürgerliche Mitte in Deutschland, rückt aber aufgrund der Weltgeschehnisse nach links. Unseld wird zum mächtigsten deutschen Verleger. Während Amerika sich in der Zeit des Kalten Krieges für einen Atomkrieg rüstet, den Kissinger immer wieder prophezeit, kämpft Deutschland gegen den Eisernen Vorhang. Durch den Vietnam-Krieg ändert sich das Ansehen von Kissinger bei den Suhrkamp-Autoren. Sie verurteilen den Krieg aufs Schärfste, wissen jedoch nie genau, welche Rolle Kissinger dabei spielt. Unselds Wunsch, dass Kissinger ein Suhrkamp Autor wird, sollte sich trotz seiner literarischen Publikationen leider nie erfüllen. Interessant fand ich schließlich auch, wie die deutsche Nachkriegszeit bis Anfang der 1970er Jahre aus diesen beiden Blickwinkeln dargestellt wird. Ein unglaublich interessantes Buch, in vielerlei Hinsicht: die beiden Protagonisten zu sehen, ja zu spüren, eingebettet in den historischen Kontext und gänzlich unterschiedlich politischen Zugängen und Zwängen ausgesetzt.

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Kissinger & Unseld

von Willi Winkler

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