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Kissinger & Unseld Die Freundschaft zweier Überlebender – ein Doppelporträt | "Ein phantastischer Erzähler." Claudius Seidl

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.09.2024

Verlag

Rowohlt Berlin

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

20,8/13,2/2,9 cm

Gewicht

387 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710001120048

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Die wunderbare Geschichte dieser Freundschaft schärft den eigenen Blick. ("Die Zeit")
Brillant erzähltes Doppelporträt zweier der interessantesten Denker und Macher des 20. Jahrhunderts und ihrer ungewöhnlichen Freundschaft. ("Die Literarische Welt")
Der Journalist Willi Winkler erzählt die Doppelbiografie zweier ungleicher Freunde, die zugleich die Beziehung zweier Staaten widerspiegelt: Deutschland und Amerika. ("Die Zeit, Sachbuch-Bestenliste")
Ein phantastischer Erzähler. ("Claudius Seidl über Willi Winkler")

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Gut

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.09.2024

Verlag

Rowohlt Berlin

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

20,8/13,2/2,9 cm

Gewicht

387 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710001120048

Herstelleradresse

Rowohlt Berlin
Neue Promenade 5
10178 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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Ein hochinteressanter Text

Bewertung aus Villach am 16.10.2024

Bewertungsnummer: 2318320

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch erzählt die fast lebenslange Freundschaft zwischen Henry Kissinger und Siegfried Unseld. Unseld, ehemaliger deutscher Wehrmachtssoldat, und Kissinger, aus Deutschland vertriebener Jude, könnten unterschiedlicher nicht sein. Heinz Kissinger flieht mit seinen Eltern 1938 vor den Nazis nach Amerika. Sein Leben lang wird er sich für die deutsche Kunst und Kultur, insbesondere Literatur interessieren. Besonders für Ingeborg Bachmann und Max Frisch konnte Kissinger sich begeistern, ebenso für Martin Walser und Uwe Johnson. 1955 besucht Siegfried Unseld aufgrund eines Empfehlungsschreibens von Hermann Hesse die von Professor Henry Kissinger ins Leben gerufene International Summer School in Harvard. Vielversprechende, aufstrebende Persönlichkeiten werden dorthin eingeladen. Dies gleicht einer Auszeichnung und ist auch der Auftakt für eine Freundschaft über Jahrzehnte. Das Buch beschreibt anhand der beiden Biografien das Weltgeschehen der 1950, 60er und 70er Jahre. Bei Kissinger, der nach seinem Studium zum Experten für Atomwaffen avanciert, werden noch Jahre ins Land ziehen bis er echte politische Macht im Weißen Haus erlangt hat. Unseld übernimmt demgegenüber Ende der 1950er Jahre den Suhrkamp Verlag. Der Verlag steht anfangs noch für die bürgerliche Mitte in Deutschland, rückt aber aufgrund der Weltgeschehnisse nach links. Unseld wird zum mächtigsten deutschen Verleger. Während Amerika sich in der Zeit des Kalten Krieges für einen Atomkrieg rüstet, den Kissinger immer wieder prophezeit, kämpft Deutschland gegen den Eisernen Vorhang. Durch den Vietnam-Krieg ändert sich das Ansehen von Kissinger bei den Suhrkamp-Autoren. Sie verurteilen den Krieg aufs Schärfste, wissen jedoch nie genau, welche Rolle Kissinger dabei spielt. Unselds Wunsch, dass Kissinger ein Suhrkamp Autor wird, sollte sich trotz seiner literarischen Publikationen leider nie erfüllen. Interessant fand ich schließlich auch, wie die deutsche Nachkriegszeit bis Anfang der 1970er Jahre aus diesen beiden Blickwinkeln dargestellt wird. Ein unglaublich interessantes Buch, in vielerlei Hinsicht: die beiden Protagonisten zu sehen, ja zu spüren, eingebettet in den historischen Kontext und gänzlich unterschiedlich politischen Zugängen und Zwängen ausgesetzt.

Ein hochinteressanter Text

Bewertung aus Villach am 16.10.2024
Bewertungsnummer: 2318320
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch erzählt die fast lebenslange Freundschaft zwischen Henry Kissinger und Siegfried Unseld. Unseld, ehemaliger deutscher Wehrmachtssoldat, und Kissinger, aus Deutschland vertriebener Jude, könnten unterschiedlicher nicht sein. Heinz Kissinger flieht mit seinen Eltern 1938 vor den Nazis nach Amerika. Sein Leben lang wird er sich für die deutsche Kunst und Kultur, insbesondere Literatur interessieren. Besonders für Ingeborg Bachmann und Max Frisch konnte Kissinger sich begeistern, ebenso für Martin Walser und Uwe Johnson. 1955 besucht Siegfried Unseld aufgrund eines Empfehlungsschreibens von Hermann Hesse die von Professor Henry Kissinger ins Leben gerufene International Summer School in Harvard. Vielversprechende, aufstrebende Persönlichkeiten werden dorthin eingeladen. Dies gleicht einer Auszeichnung und ist auch der Auftakt für eine Freundschaft über Jahrzehnte. Das Buch beschreibt anhand der beiden Biografien das Weltgeschehen der 1950, 60er und 70er Jahre. Bei Kissinger, der nach seinem Studium zum Experten für Atomwaffen avanciert, werden noch Jahre ins Land ziehen bis er echte politische Macht im Weißen Haus erlangt hat. Unseld übernimmt demgegenüber Ende der 1950er Jahre den Suhrkamp Verlag. Der Verlag steht anfangs noch für die bürgerliche Mitte in Deutschland, rückt aber aufgrund der Weltgeschehnisse nach links. Unseld wird zum mächtigsten deutschen Verleger. Während Amerika sich in der Zeit des Kalten Krieges für einen Atomkrieg rüstet, den Kissinger immer wieder prophezeit, kämpft Deutschland gegen den Eisernen Vorhang. Durch den Vietnam-Krieg ändert sich das Ansehen von Kissinger bei den Suhrkamp-Autoren. Sie verurteilen den Krieg aufs Schärfste, wissen jedoch nie genau, welche Rolle Kissinger dabei spielt. Unselds Wunsch, dass Kissinger ein Suhrkamp Autor wird, sollte sich trotz seiner literarischen Publikationen leider nie erfüllen. Interessant fand ich schließlich auch, wie die deutsche Nachkriegszeit bis Anfang der 1970er Jahre aus diesen beiden Blickwinkeln dargestellt wird. Ein unglaublich interessantes Buch, in vielerlei Hinsicht: die beiden Protagonisten zu sehen, ja zu spüren, eingebettet in den historischen Kontext und gänzlich unterschiedlich politischen Zugängen und Zwängen ausgesetzt.

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