»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.
Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.
»Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.
»Die Wucht des sich behutsam entfaltenden Textes trifft unmittelbar.« Aus der Begründung zur Verleihung des W.-G.-Sebald-Preises
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Ein erschütterndes Buch über die Macht des Alkohols
Bewertung am 16.02.2026
Bewertungsnummer: 3047553
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Als ich beginne zu trinken, trinke ich keinen Schnaps. Ich trinke buntes, süßes Zeug. Ich sage Dinge, die ich nüchtern niemals sagen würde und die sich nicht mehr zurücknehmen lassen.“
Die Erzählerin, von ihrem Vater liebevoll „Motte“ genannt liebt ihren Vater über alles. Der Vater ist Arbeiter, Trinker und Spieler. Sie sieht und beschreibt ihn so wie er ist.
Nach der Arbeit schrubbt er sich ausgiebig die Hände, aber die Spuren seiner Arbeit bleiben.
„So starre ich auf seine Hände, während er isst. Montags grau, über die Woche immer dunkler. an Freitagen ist das Schwarz in jede Rille seiner Hornhaut gekrochen, das spröde Nagelbett tiefrot.“
Die Tochter erlebt, wie der Vater durch seine Alkoholsucht sich und die Familie zerstört. Ihre Liebe für ihn bleibt.
Sie erkennt auch die Hilflosigkeit der Mutter, die an der Situation zerbricht.
Ihr Bruder und sie wollen ein besseres Leben führen.
„Wir schwören uns gegenseitig, ganz anders zu werden.“
Aber sie setzt das „Erbe“ der Familie fort.
„Ich verliebe mich in einen trinkenden Mann, weil es wie zu Hause ist. Ich kenne das.“
„Ich trinke, bis ich nicht mehr sprechen kann. Ich trinke, bis alles dumpf und leise ist. Ich trinke, bis nichts mehr weh tut.“
Dieses Buch bietet einen erschütternder und schonungslosen Einblick in den Zerfall einer Familie über Generationen und die Macht des Alkohols, der Menschen zerstört.
Beeindruckend ist die leise, liebevolle Erzählweise der Autorin ohne jede Bewertung. Ein Text voller Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit.
Intensives Familienporträt, das unter die Haut geht...
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 04.02.2026
Ein leiser, eindringlicher Roman über das Aufwachsen in einem Haushalt voller Alkohol, alltäglicher Härte und familiärer Liebe. Die Ich-Erzählerin „Motte“ lebt mit einem Vater, der trinkt; die Familienrealität ist geprägt von Schmerz, Stolz und dem Versuch, trotz allem nicht auseinanderzufallen. Als schließlich eine Krebsdiagnose fällt, wird das Schweigen durchbrochen – Motte begibt sich auf den schwierigen Weg des Abschieds, aber auch der Selbstfindung. Was bleibt, sind Fragen, Narben, aber auch ein tiefes Bedürfnis nach Verstehen und Versöhnung.
Schätte erzählt in klarer, sparsamer Sprache von dem Innenleben einer Frau, die in einer Welt zwischen Abhängigkeit und Alltag überlebt – und dabei nie aufhört zu lieben, zu beobachten, zu erinnern.
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Die Männer in Mottes Familie haben ein Problem mit Alkohol. Das war schon bei ihrem Opa so, und bei ihrem Vater ist es nicht anders. Der ist eigentlich ein Traumvater, außer wenn er betrunken ist. Da macht er dann Sachen, wegen denen er teilweise tagelang von seiner Familie getrennt ist. Später fangt Motte selbst an zu trinken, findet einen Freund, der aber selber zu viel trinkt. "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" ist ein unglaublich berührender Roman über ein leider viel zu alltägliches Problem.
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