Was bedeutet es tatsächlich, Schwein zu haben? Welche Rolle spielt der Rauchfangkehrer als Glücksbringer? Viele Bräuche und Volksweisheiten sind aus einer engen Verbundenheit des Menschen mit seinem stark religiös geprägten Umfeld entstanden.
In »Volksweisheiten und Aberglaube im Alpenraum« geht Christoph Frühwirth in Begegnungen mit Experten wie dem Naturmediziner Hans Gasperl und der Beziehungs-Expertin Gabriele Kuhn dem Wesen des Volksglaubens auf den Grund. »Abergläubisch sind immer die anderen«, heißt es im Volksmund. Ob beim Liebeszauber rund um den Valentinstag oder in der Naturheilkunde: Die Geschichten aus dem Leben, denen Frühwirth nachspürt, zeigen, welche Bedeutung der Glaube an das Übernatürliche noch heute im Alpenraum hat. Die »Heilige Länge Christi«, mit der sich die Bauern einst symbolisch den original
Christus ins Haus zu holen glaubten, oder die »Meisterwurz«, der lebensverlängernde Kräfte nachgesagt wurden – der Autor zeigt uns eine Tür in die Vergangenheit, die bis heute offen steht. Ein Buch, mit Augenzwinkern verfasst, das die magische Welt des Alpenraumes ins Heute holt.
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Ein interessantes Sammelsurium an Meinungen und Sprüchen, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen
Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 15.10.2025
Bewertungsnummer: 2626786
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie sehr die Grenzen von Volksweisheiten, Aberglaube und Glaube ineinanderfließen zeigt Frühwirth anhand seiner eigenen Überlegungen und Aussagen seiner Interviewpartner auf. Das sind Melanie, seine Wanderpartnerin, der tiefgläubige Volksschauspieler Karl Merkatz, Mag. Roman Schwarz, Pfarrer der burgenländischen Stadtgemeinde Purbach, die Journalistin Gabriele Kuhn, Dr. Jakob Perschy, Landesbibliothekar des Burgenlandes, der Zauberer Magic Christian, der Landarzt Dr. Hans Gasperl, die Volkskundlerin Dr. Eva Kreissl, und die Rauchfangkehrermeisterin Anna-Theres Stern.
Mit ihnen redet Frühwirth über Themen wie Liebeszauber, Kalendersprüche, Bauern- und Wetterregeln, Glaube und Aberglaube, Volksmagie, Naturmedizin, Zahlenmagie, Volkskunde und Glücksbringer. Auffallend klar schreibt Frühwirth dabei über die nicht klare Trennung von Glaube und Aberglaube in der katholischen Kirche. Für den Naturmediziner Gasperl ist die Praxis des Heilens durch das sogenannte Wenten zulässig. Im Ritual der Umarmung von Birnbäumen sieht Dr. Perschy weniger die Heilkraft der Birnbaumrinde als die Wirkkraft seiner Früchte.
Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass Frühwirths Gesprächspartner sich manchmal doch nicht ganz klar darüber sind, ob es sich nun um ihren Glauben oder doch Aberglauben handelt, und vor allem, um welchen Glauben.
Im Buch gibt es neben den erwähnten Themen noch einiges mehr. Beispielsweise eine Liste von 13 Bauernregeln, die mit Augenzwinkern zu lesen sind; bei jedem Kapitel gibt es ein Kochrezept, wobei ich den Zusammenhang mit den jeweiligen Kapiteln nicht durchschaue; weiters gibt es einen Auszug eines Gesprächs eines Zauberers aus dem 19. Jahrhundert mit dem Namen Goculorum, ein Kapitel, das sich mit Alpenpflanzen im Aberglauben beschäftigt – bei diesen Kapitel wird übrigens ein Rezept für einen Kartoffelsalat angeboten, fünf Glückssymbole werden kurz beschrieben, auf ein paar Seiten geht es abergläubisch durch den Tag und die Woche, die Seiten „Abergläubisch durchs Jahr“ – 23 Seiten – sind leer, da soll der Leser selbst etwas schreiben und schließlich noch ein Kapitel „Abergläubisches Feiertags-ABC“. Das Schlusswort des Autors „Blackout“ kann ich auch nicht ganz einreihen.
Es ist eben ein interessantes Sammelsurium, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Es bietet mehrere Meinungen, in denen allesamt vielleicht doch ein wenig Aberglaube steckt.
Warum schreibt ein Theatermacher zu einem Thema von dem er nichts versteht?
Bewertung am 06.01.2026
Bewertungsnummer: 2694500
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich habe Respekt vor Christoph Frühwirth als Person, und davor was er in Rheinsberg alles zuwege gebracht hat.
Doch ein Buch zu diesem Thema, gleich "über den ganzen Alpenraum" zu schreiben, nur weil man öfter in Reinsberg war, ist gelinde gesagt MUTIG. Wenn man wissenschaftliche Publikationen kennt, sagt mein eher: WAS SOLL DIESER DILETANTISMUS?
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