Produktbild: Haus zur Sonne

Haus zur Sonne Roman | Shortlist Deutscher Buchpreis 2025

32

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

11591

Erscheinungsdatum

14.08.2025

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

4301 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783462311433

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Verkaufsrang

11591

Erscheinungsdatum

14.08.2025

Verlag

KiWi eBooks

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320 (Printausgabe)

Dateigröße

4301 KB

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Deutsch

EAN

9783462311433

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  • melange

    aus Bonn

    4/5

    09.11.2025

    eBook (ePUB 3)

    Schwere Kost

    Zum Inhalt: Der Ich-Erzähler kämpft mit seiner psychischen Krankheit, die ihn schon viele Beziehungen und Freundschaften gekostet hat und ihn zudem im Beruf behindert. Jetzt hat er beschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen und dafür das Angebot des "Haus zur Sonne" zu nutzen. Hier darf er bis zu seinem durchgeführten Tod auf Verlangen in Simulationen das Glück finden, dass ihm im wahren Leben verwahrt bleibt. Doch will man überhaupt noch sterben, wenn das funktioniert? Mein Eindruck: Zu Beginn zieht einen die Geschichte wunderbar in ihren Bann; man hofft und bangt mit dem Erzähler, bedauert ihn, leidet mit ihm und wünscht ihm einen Ausweg aus seiner Krankheit. Doch irgendwann wird es für die Leser ähnlich ermüdend wie für den Protagonisten, wenn sich die Konversationen immer wieder um "das eine" drehen, nämlich den Weg zum Ziel und warum er gegangen werden muss, oder ob man ihm letztendlich ausweichen möchte. Irgendwann ist dann auch die Empathie aufgebraucht (ähnlich wie bei Freunden, Verwandten und Kollegen des Erzählers) und man hofft auf ein Ende - wie auch immer dieses gestaltet sein mag - weil die Geschichte kreist und kreist. In schönen Sätzen, wunderbaren Ideen und mit wirklich gut ausgearbeiteten Charakteren... aber sie bewegt sich kaum vorwärts. Doch eins muss man dem Autor unbedingt lassen: Das Ende ist absolut genial! Mein Fazit: Für Menschen mit viel Empathie und Leidensfähigkeit und wunderbar geschrieben

  • zeilen_echo

    4/5

    14.10.2025

    eBook (ePUB 3)

    Ein Buch, das mich zerrissen zurückgelassen hat…

    Selten hat mich ein Buch so ratlos gemacht wie „Haus zur Sonne“. Nicht, weil es mich emotional überfordert hätte sondern, weil ich bis zuletzt nicht wusste, was ich eigentlich davon halte. Der Roman erzählt von einem Mann, der seit Jahren an einer bipolaren Störung leidet. Zwischen manischen Höhenflügen und tiefsten Depressionen verliert er alles: Freunde, Job, Geld, sich selbst.
Er ist müde vom Leben und landet schließlich im „Haus zur Sonne“, einer staatlich geförderten Einrichtung, in der Menschen ihre letzten Wünsche in realitätsnahen Simulationen erleben dürfen, bevor sie aus dem Leben scheiden. Die Idee hat mich sofort gepackt. Sie erinnerte mich an „Die Mitternachtsbibliothek“ nur in realer, härter und konsequenter. 
Auch der Aufbau des Buches mit seinen kurzen Kapiteln und dem Wechsel zwischen Klinikalltag und Simulationen funktioniert gut. Das Buch liest sich flüssig, trotz seines schweren Themas. Aber irgendwann verlor es mich… 
Die Simulationen, anfangs faszinierend, begannen sich zu wiederholen. Jede versprach Erkenntnis doch am Ende stand immer dieselbe Leere. Vielleicht ist genau das der Punkt: dass sich Leid und Hoffnung eben nicht auflösen. Trotzdem blieb bei mir das Gefühl, dass hier erzählerisch mehr möglich gewesen wäre. Und dann das Ende. Ohne zu spoilern: Es kam zu plötzlich, zu offen, zu wenig „auserzählt“. Es soll wohl zum Nachdenken anregen, aber der entscheidende Impuls kam bei mir erst im Gespräch mit anderen Leser*innen – nicht durchs Buch selbst. Trotzdem: „Haus zur Sonne“ ist ein gutes und wichtiges Buch. Es zeigt psychische Erkrankungen ungeschönt, nahbar und erschütternd realistisch. Es spricht über Lebensmüdigkeit, Selbstbestimmung und die Frage, was ein „würdevolles Ende“ überhaupt sein kann. Nur erzählerisch bleibt es für mich ambivalent – irgendwo zwischen „Inception“ und „Mitternachtsbibliothek“, zwischen Faszination und Überdruss.
Ich bin fasziniert, aber nicht begeistert.

  • V

    aus München

    5/5

    21.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anspruchsvolle Lektüre zum Thema mentaler Krankheiten

    Im besten Sinne: Kein Buch, das man nebenher lesen kann. Es greift an und nimmt die Leserin mit, in eine Welt, in der das Leben nicht einfach seinen ruhigen Gang geht. Die Wellen und Schübe seiner Erkrankung nehmen den Protagonisten, der dem Autor in vielem sehr ähnlich ist, immer wieder mit und lassen ihn Schiffbruch erleiden, jedes Mal wird die Lage danach aussichtsloser. In dem Buch gibt es eine Art "Ausweg" - das "Haus zur Sonne", in dem sich lebensmüde und geistig Erkrankte einliefern lassen können, um dort freiwillig aus dem Leben zu scheiden (und somit, ganz im Stile der aktuellen Sozialpolitik, der Allgemeinheit nicht mehr "auf der Tasche zu liegen). Ein sehr krasses "Was wäre wenn" Spiel, das mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat.

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    21.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Haus zur Sonne

    Wie ist es psychiatrisch krank zu sein? Dieses Buch zeigt dies sehr intensiv! Aber es zeigt auch die eigene Nähe zur Erzählstimme! Und gerade das empfinde ich als etwas Großes. Denn psychiatrische Erkrankungen sind immer noch stigmatisiert. Obwohl so viele von uns betroffen sind. Und die Suizidzahlen sind hoch. Erschreckend hoch. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention zählte 2024 10372 Suizide in Deutschland! Dies muss man sich einmal vor Augen führen! So viele Menschen in einem Jahr! 2025 wird ähnlich werden. Und die Jahre vor 2024 waren genauso. Das Haus zur Sonne. Im Buch ist das eine Institution, die Wunscherfüllungsmaschine und Abschaffungsanstalt ist. Vom Staat finanziert dürfen hier psychiatrisch und körperlich erkrankte Menschen nach der Erfüllung von Wünschen aus dem Leben scheiden. Vertraglich wird dies festgelegt und dann darf man nach einer Frist gehen. Muss gehen!  Was für ein Konstrukt! Im vorangegangenen Buch „Die Welt im Rücken“ verarbeitet Thomas Melle seine bipolare Erkrankung literarisch. Und hier im Haus zur Sonne liefert er einen Gedankengang, der es in sich hat. Noch dazu, wenn man weiß, dass Thomas Melle selbst psychiatrisch erkrankt ist. Wie kommt er auf solch ein Buch? Was hat er selbst in der psychiatrischen Medizin erfahren, dass ihm solche Gedanken einfließen? Bzw. was hat ihn seine Erkrankung erleben lassen, dass er solch ein Buch schreiben kann?  Ich arbeite selbst seit vielen Jahren in der Psychiatrie. Und ja, mein Herz schlägt für psychiatrisch Erkrankte. Ich liebe meine Arbeit! Und ich liebe es, wenn es den Patienten besser geht. Ich habe auch das Gegenteil gesehen. Die Stagnation in der Erkrankung. Die wiederkehrenden Krankheitsschübe. Und schlussendlich das Aufgeben der Betroffenen. Und ja. Das macht etwas mit den in der Psychiatrie Arbeitenden. Man versucht dies zu verhindern, man versucht zu helfen, man versucht, man gibt, man kämpft. Aber letztendlich kann man nicht alles verhindern. Leider!!! In der Klinik funktioniert dieses Verhindern eines Suizids schon. Aber nicht im Außenraum. Letztendlich kann man auch nur Agieren, wenn es eine Kommunikation zwischen Behandler und Behandeltem gibt. Wenn nicht mehr geredet wird, kann man noch aus der nonverbalen Kommunikation Rückschlüsse ziehen. Aber allem Tun sind auch gewisse Grenzen gesetzt. Leider! Dieses Buch hier hat etwas mit mir gemacht. Ich fand das Buch wirklich sehr sehr gut. Aber auch schlimm. Eine psychiatrische Erkrankung wird in der Lektüre schonungslos erlebbar gemacht. Authentisch und eindringlich. Sehr eindringlich! Dieses Buch triggert natürlich. Man denkt an Patienten, an Begegnungen auf Arbeit, in der Psychiatrie. Und natürlich flossen bei der Lektüre Tränen. Aber nicht nur durch die Gedanken an die reale Geschehene in meinem Leben, auf der Arbeit. Ebenso auch durch die Handlung des Buches. Das Buch „Haus zur Sonne“ ist intensiv und richtig gut. Ich habe es als E-Book gelesen, nach der Lektüre zog es dann in Buchform bei mir ein, verschenkt habe ich es auch schon, an Arbeitskollegen. Und ich empfehle es. Immer und immer wieder! Denn dieses Buch verdient es gelesen zu werden. Nicht nur durch die intensive Darstellung einer psychiatrischen Erkrankung. Sondern auch wegen der Handlung. Wegen diesem Haus zur Sonne. Welches sich der Autor hat einfallen lassen. Denn dieses Haus zur Sonne gibt es nicht. Dennoch empfinde ich im Geschriebenen auch eine Kritik an unserer Gesellschaft. Eine Kritik an unserem Blick auf die Psychiatrie. Eine Kritik am Umgang mit psychiatrisch Erkrankten. Denn wohin soll die Reise in der Medizin noch gehen, wenn der Gewinn an vorderster Stelle steht und der Mensch dabei auf der Strecke bleibt? Wohin soll die Reise für uns alle gehen, wenn die Gier unser Tun bestimmt? Besonders in der Medizin! Die Psychiatrie sehe ich in ihrer Ausrichtung als ein sehr spezielles Fachgebiet in der Medizin an. Denn gerade hier ist das Personal besonders wichtig. Denn genau dieses Personal muss kleinste Veränderungen beim Patienten erkennen können, um das Schlimmste verhindern zu können. Wenn am Personal gespart wird, leidet die psychiatrische Versorgung sehr, und damit leidet letztendlich der Patient!!! In der intensiven, zutiefst empathischen Darstellung einer psychiatrischen Erkrankung ermöglicht dieses Buch hier ein Verständnis, ein Verstehen, welches in unserer Gesellschaft immens wichtig ist! Die immer größer werdenden Zahlen der psychiatrisch Erkrankten bedingen ein Verstehen. Denn aus dem Verstehen erwächst auch eine Heilung. Denn wer etwas versteht, kann dagegen vorgehen. Die Aktion beim Patienten ist die dritte Säule in der psychiatrischen Behandlung, neben der Medikation und der psychologischen Betreuung. Eine immens wichtige Säule. Auch wegen diesem Verstehen ist das Buch „Haus zur Sonne“ ein immens wichtiges Buch! Lesen!!!

  • MarieOn

    5/5

    08.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was für ein Leidensdruck

    Die letzte manische Phase lag noch nicht lange zurück. Er hatte sich hoch verschuldet, Freunde vor den Kopf gestoßen, seine Wohnung getrümmert, seine Beziehung zu Ella über die Maßen belastet und war straffällig geworden. Dieser Schub war der Schlimmste, der ihn je weggeflutet hat und hatte ihm alles genommen, was ihm wichtig war. Zuvor hatte er über bipolare Störung geschrieben und gehofft, das Ungetüm bändigen zu können, aber das war ihm nicht gelungen, trotz der Medikamente. Die folgende Depression hatten ihn in dumpfe Untätigkeit gezogen und nur die tiefe Antriebslosigkeit verhinderte, dass er sich umbrachte. In sich drin allerdings war er bereits tot. Er erzählte Ella von einer ganzheitlichen Therapie und dass sie ihn die ersten Wochen nicht besuchen dürfe. Es gefiel ihm nicht, aber er wollte es diesmal alleine durchziehen, wollte nicht wieder von ihr „gerettet“ werden. Ob er seine Medikamente nehme, wollte sie wissen. Ja, wie immer und wie vor der Manie auch. Sein Umfeld glaubte ihm nicht, sie bevorzugten einfache Lösungen. Er war wieder abgestürzt und musste wohl etwas falsch gemacht haben. Er ertrug das elende Gefühl der Schuldzuweisungen nicht mehr. Was er Ella nicht sagte, war dass er ins Haus zur Sonne gehen werde, um seinem nutzlosen Dasein ein gnädiges Ende zu verleihen. Fazit: Thomas Melle, Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer, erkrankte im Alter von 24 Jahren an einer besonders schwierigen Form der bipolaren Störung. Seine Geschichte scheint fiktional mit autobiografischem Einfluss. Sein Protagonist lebt mit dieser Erkrankung und den ständigen Auf und Abs. Der letzte Schub war so lang und intensiv, dass er sich davon nicht mehr erholt. Die Manie hatte ein Eigenleben entwickelt und ihn durch turbulente Monate gepeitscht. In der folgenden Phase der Depression war das vorherrschende Gefühl Scham. Nicht zum ersten Mal wollte er sein Leben beenden. Er stößt auf ein Therapieangebot, das er nicht ausschlagen kann. Im Haus zur Sonne will man ihm den kurzen Rest seines Lebens versüßen und ihn dann auf die Art, die ihm beliebt aus dem Leben nehmen. Er unterzeichnet einen Vertrag und zieht ein. So absurd die Idee des Autors ist, zeigt sie doch den enormen Leidensdruck. Die Erkrankung reißt ihn immer wieder aus dem Leben, lässt ihn Entscheidungen treffen, die er später bitter bereuen wird. Es folgt eine Phase der Erholung, ein Neuanfang und Wiederaufbau des Zerstörten und dann schlagen die Botenstoffe wieder zu und alles auf Anfang. Wer sollte da nicht den Mut verlieren und an Selbsttötung denken, die dann wiederum durch die depressive Antriebslosigkeit verhindert wird. Du meine Güte, das hat Thomas Melle gut dargestellt. Das Buch hat mich beim Lesen gar nicht besonders berührt, vielleicht liegt das an seiner Schreibweise. Auf jeden Fall aber hat die Geschichte es in sich und hallt nach. Von mir eine klare Leseempfehlung für den Shortlisttitel des Deutschen Buchpreises 2025.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (32)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Chantal Faller

    Chantal Faller

    OSIANDER Speyer

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schwer und Intensiv

    Dieses Buch befasst sich mit dem wichtigen Thema Psychischer Erkrankungen und ist daher eher ein Buch das eher schwerer Liegt. Ich habe selbst beim Lesen Pausen machen müssen, um das Gelesene zu Verarbeiten, aber es hat sich absolut gelohnt. Es hat mich tief berührt und viel zum Nachdenken bewegt. Wir erleben das Buch vollständig aus der Sicht des Protagonisten heraus. Wir erleben seine Gedanken und Gefühle direkt, als würden wir in seinem Kopf sitzen. Melle beschreibt gute verständlich, wie es sich mit einer bipolaren Störung, sowie Depressionen lebt. Aber auch wie ein Mensch mit dem Wunsch des selbst bestimmten Sterben zugleich Hoffnung und Angst verspüren kann. Das Haus zur Sonne, ein Ort an dem Menschen genau diesem Wunsch nachgehen möchten. Aber nicht jeder ist gleichermaßen bereit dazu, daher können Sie alle sich Ihre größten Träume in Simulationen erfüllen. Ein letztes mal Leben, so wie man es sich vielleicht immer erträumt hat. Oder doch nur die Fantasien ausleben, die einem gerade im Kopf rum schwirren? Wie die Zeit im Haus zur Sonne verbracht wird und wie Sie es wieder verlassen, ist jedem selbst überlassen. Aber eins ist sicher, alle werden endgültig gehen.
  • Zum Bewerterprofil von Stephanie Kaiser-Motz

    Stephanie Kaiser-Motz

    RavensBuch Osiander Ravensburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.08.2025

    eBook (ePUB 3)

    Stilsicher und virtuos ...

    Das Erzähl-Ich möchte sterben. Seit dem letzten manisch-depressiven Schub, sieht es keinerlei Zukunft mehr für sich. Alles hat es vernichtet während der Manie: Wohnung, Geld, Beziehungen, Reputation ... und Würde. Da kommt das Angebot des Suizid-Hospizes gerade recht. Bevor man schmerzlos und friedlich abtritt, werden noch alle Wünsche erfüllt. Nicht in echt; anhand von perfekten Simulationen. Der anfängliche Genuss dieses „Lebens“ entgleitet immer mehr in eine Dystopie. Aber schlussendlich gibt es einen schmalen Streifen der Hoffnung am Horizont. Thomas Melle, selbst erkrankt, hat einen virtuosen Roman geschrieben. Grundehrlich, berührend – und keine Sekunde langweilig. Die Beschreibung der bipolaren Störung sorgt für tiefes Mitgefühl. Das „Erleben“ der einzelen Simulationen ist große Unterhaltung. Und es fndet sich trotz aller Depression immer wieder auch Trost.
  • Zum Bewerterprofil von Anna-Lena Waschek

    Anna-Lena Waschek

    OSIANDER Konstanz

    Buchhändler*in

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    4/5

    20.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Willkommen im Haus zur Sonne?

    Teils autobiographisch, teils fiktiv erzählt Thomas Melle über die Sehnsüchte und Auseinandersetzungen, die mit einer bipolaren Persönlichkeit einhergehen. Ein sehr atmosphärisches Buch, dass Kritik am Umgang mit psychisch erkrankten Menschen in der Gesellschaft, mit dem Haus zur Sonne sehr prägnant und äußerst interessant, skizziert.
  • Zum Bewerterprofil von Cara Nübel

    Cara Nübel

    Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

    Buchhändler*in

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    4/5

    29.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Der Tod war mir zur zweiten Natur geworden"

    Der Ich-Erzähler in "Haus zur Sonne" will vorallem eins: Sterben. Nachdem eine weitere Manie das Leben des bipolaren Protagonisten aus seiner Sicht völlig zerstört hat, beschließt er, sich am titelgebenden Haus zur Sonne einzuschreiben. Hier handelt es sich um einen Ort, an dem Menschen alle Wünsche erfüllt werden, bis sie schlussendlich umgebracht werden. Die Geschichte ist inspiriert von realen Ergebnissen des Autors, die er als bipolare Mensch hatte, ist aber auch voll mit Gesellschaftskritik - die "unerwünschten" Mitglieder der Gesellschaft werden aussortiert, um in einem von der Regierung finanzierten Programm systematisch umgebracht zu werden. Dieser Ansatz hat mich an diesem Roman mit am meisten interessiert, und der Anfang hat mir auch sehr gut gefallen, und auch die Dynamik mit den anderen Bewohner*innen im Haus zur Sonne fand ich sehr gut umgesetzt, nur hat mir das Ende leider nicht besonders gefallen. Dennoch ist "Haus zur Sonne" ein sehr lesbarer Roman über das Leben mit psychischen Krankheiten.
  • Zum Bewerterprofil von Marlene Haas

    Marlene Haas

    OSIANDER Memmingen

    Buchhändler*in

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    3/5

    10.09.2025

    eBook (ePUB 3)

    Leider eher enttäuschend...

    Nachdem "Haus zur Sonne" auf der diesjährigen Longlist für den deutschen Buchpreis steht, waren meine Erwartungen an das Buch zunächst sehr hoch und wurden anfangs auch absolut erfüllt. Wortgewaltig und ehrlich schreibt Thomas Melle über die bipolare Störung und das ewige Leid, das die Krankheit mit sich bringt und verschafft erschreckende Einblicke in eine Gedankenwelt, in der die eigene Existenz schon aufgegeben wurde. Gepackt von der Atmosphäre war ich gespannt auf den weiteren Verlauf im "Haus zur Sonne" und wurde erwartet von - nichts. Immer träger und schleichender werden die Kapitel im Lauf des Buchs, abgewechselt von beinah wahnwitzigen Simulationen, aus denen ich ab einem gewissen Zeitpunkt überhaupt keinen Mehrwert mehr ziehen konnte. Ob Melle dies als gewähltes Stilmittel nutzt, um die Trägheit der depressiven Gedanken darzustellen und den Leser in die eigene wiederholende Irrsinnigkeit einzubinden, oder doch bloß punktlos über die immer wiederkehrenen Suizidgedanken des Hauptcharakters vor sich hinschreibt war für mich leider nicht erkennbar. Vor allem das Ende hat mich sehr enttäuscht, denn nachdem der Hauptcharakter keinen ernsthaft nachvollziehbaren Sinneswandel hatte und sich gegen den Tod entscheidet, wirkt das Ende fehl am Platz und konnte für mich keinen sinnvollen Abschluss für das Buch ermöglichen. Stark angefangen, stark nachgelassen, könnte man also sagen, ich persönlich fand es wirklich schade, dass das Buch nicht auf dem anfänglich wirklich großartigen Niveau bleiben und ein wenig mehr Nachricht vermitteln konnte. Trotzdem stellt es aber gut die Auswegslosigkeit des Charakters in der eigenen Krankheit dar.

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