Produktbild: Haus zur Sonne
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Thomas Melle

1. Haus zur Sonne

Haus zur Sonne

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Jens Harzer

Spieldauer

9 Stunden und 50 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

26.08.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

189

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732484331

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Jens Harzer

Spieldauer

9 Stunden und 50 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

26.08.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

189

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732484331

Herstelleradresse

Argon Verlag AVE GmbH
Waldemarstraße 33A
10999 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@argon.de

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  • Lesenswert

    aus Bielefeld

    5/5

    27.09.2025

    Hörbuch-Download

    Ein beeindruckendes Werk

    "Haus zur Sonne" von Thomas Melle befindet sich meiner Meinung nach zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis 2025. Ich habe es als Hörbuch gehört, eingelesen von Jens Harzer. Mit "Haus zu Sonne" knüpft Thomas Melle an sein Werk "Die Welt im Rücken" an, in dem er sein eigenes Leben mit einer bipolaren Störung beschreibt. In diesem Buch nimmt er das Thema wieder auf und beschreibt teils autobiographisch, teils fiktional sein weiteres Leben. Nach einer langen manischen Phase, in der er sich um fast alles gebracht hat, befindet sich der Protagonist in der depressiven Phase und möchte nicht mehr weiter leben. Es fällt ihm der Flyer vom "Haus zu Sonne" in die Hand. Dort soll er sein Leben, aber auch seinen Tod, selbst bestimmen können. Dazu werden den Kunden/Klienten im Haus der Sonne Wünsche erfüllt. Nichts ist unmöglich, bedient sich dieses Haus doch modernster Technik. Aber kann die Erfüllung dieser Wünsche den Klienten helfen? Der Protagonist lernt andere Personen mit den gleichen Problemen kennen, führt tief gehende Gespräche über das Leben, aber auch über den Tod. Diesen Roman konnte ich nicht ohne Pause hören, zu tief hat mich die Geschichte berührt und ich brauchte immer wieder eine Unterbrechung, um Gehörtes sacken zu lassen und zu verarbeiten. Die Kombination aus Wirklichkeit und Fiktion ist Melle überzeugend gelungen. Seine Art zu (be)schreiben hat mich tief beeindruckt. Er versteht es, seine Depression und Todessehnsucht fühlbar zu machen. Dabei weckt er auch das Verständnis für die Menschen, die unter einer bipolaren Störung leiden und macht vieles klar, baut Vorurteile ab. Am Anfang fand ich die Stimme von Jens Harzer etwas gewöhnungsbedürftig. Aber: seine Art zu lesen und auch die Stimme passen hervorragend zu diesem schweren Thema. Er hat das Gefühl für Nuancen und vermittelt diese sehr empathisch. Dieses Werk von Thomas Melle ist kein leichter Stoff, den man einfach so durchliest. Aber gerade die Pausen, die ich eingelegt habe, haben das Werk für mich umso intensiver gemacht. Ich wünsche Thomas Melle den Deutschen Buchpreis 2025 von ganzem Herzen! Von mir bekommen Autor und Werk volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

  • V

    aus München

    5/5

    21.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anspruchsvolle Lektüre zum Thema mentaler Krankheiten

    Im besten Sinne: Kein Buch, das man nebenher lesen kann. Es greift an und nimmt die Leserin mit, in eine Welt, in der das Leben nicht einfach seinen ruhigen Gang geht. Die Wellen und Schübe seiner Erkrankung nehmen den Protagonisten, der dem Autor in vielem sehr ähnlich ist, immer wieder mit und lassen ihn Schiffbruch erleiden, jedes Mal wird die Lage danach aussichtsloser. In dem Buch gibt es eine Art "Ausweg" - das "Haus zur Sonne", in dem sich lebensmüde und geistig Erkrankte einliefern lassen können, um dort freiwillig aus dem Leben zu scheiden (und somit, ganz im Stile der aktuellen Sozialpolitik, der Allgemeinheit nicht mehr "auf der Tasche zu liegen). Ein sehr krasses "Was wäre wenn" Spiel, das mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat.

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    21.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Haus zur Sonne

    Wie ist es psychiatrisch krank zu sein? Dieses Buch zeigt dies sehr intensiv! Aber es zeigt auch die eigene Nähe zur Erzählstimme! Und gerade das empfinde ich als etwas Großes. Denn psychiatrische Erkrankungen sind immer noch stigmatisiert. Obwohl so viele von uns betroffen sind. Und die Suizidzahlen sind hoch. Erschreckend hoch. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention zählte 2024 10372 Suizide in Deutschland! Dies muss man sich einmal vor Augen führen! So viele Menschen in einem Jahr! 2025 wird ähnlich werden. Und die Jahre vor 2024 waren genauso. Das Haus zur Sonne. Im Buch ist das eine Institution, die Wunscherfüllungsmaschine und Abschaffungsanstalt ist. Vom Staat finanziert dürfen hier psychiatrisch und körperlich erkrankte Menschen nach der Erfüllung von Wünschen aus dem Leben scheiden. Vertraglich wird dies festgelegt und dann darf man nach einer Frist gehen. Muss gehen!  Was für ein Konstrukt! Im vorangegangenen Buch „Die Welt im Rücken“ verarbeitet Thomas Melle seine bipolare Erkrankung literarisch. Und hier im Haus zur Sonne liefert er einen Gedankengang, der es in sich hat. Noch dazu, wenn man weiß, dass Thomas Melle selbst psychiatrisch erkrankt ist. Wie kommt er auf solch ein Buch? Was hat er selbst in der psychiatrischen Medizin erfahren, dass ihm solche Gedanken einfließen? Bzw. was hat ihn seine Erkrankung erleben lassen, dass er solch ein Buch schreiben kann?  Ich arbeite selbst seit vielen Jahren in der Psychiatrie. Und ja, mein Herz schlägt für psychiatrisch Erkrankte. Ich liebe meine Arbeit! Und ich liebe es, wenn es den Patienten besser geht. Ich habe auch das Gegenteil gesehen. Die Stagnation in der Erkrankung. Die wiederkehrenden Krankheitsschübe. Und schlussendlich das Aufgeben der Betroffenen. Und ja. Das macht etwas mit den in der Psychiatrie Arbeitenden. Man versucht dies zu verhindern, man versucht zu helfen, man versucht, man gibt, man kämpft. Aber letztendlich kann man nicht alles verhindern. Leider!!! In der Klinik funktioniert dieses Verhindern eines Suizids schon. Aber nicht im Außenraum. Letztendlich kann man auch nur Agieren, wenn es eine Kommunikation zwischen Behandler und Behandeltem gibt. Wenn nicht mehr geredet wird, kann man noch aus der nonverbalen Kommunikation Rückschlüsse ziehen. Aber allem Tun sind auch gewisse Grenzen gesetzt. Leider! Dieses Buch hier hat etwas mit mir gemacht. Ich fand das Buch wirklich sehr sehr gut. Aber auch schlimm. Eine psychiatrische Erkrankung wird in der Lektüre schonungslos erlebbar gemacht. Authentisch und eindringlich. Sehr eindringlich! Dieses Buch triggert natürlich. Man denkt an Patienten, an Begegnungen auf Arbeit, in der Psychiatrie. Und natürlich flossen bei der Lektüre Tränen. Aber nicht nur durch die Gedanken an die reale Geschehene in meinem Leben, auf der Arbeit. Ebenso auch durch die Handlung des Buches. Das Buch „Haus zur Sonne“ ist intensiv und richtig gut. Ich habe es als E-Book gelesen, nach der Lektüre zog es dann in Buchform bei mir ein, verschenkt habe ich es auch schon, an Arbeitskollegen. Und ich empfehle es. Immer und immer wieder! Denn dieses Buch verdient es gelesen zu werden. Nicht nur durch die intensive Darstellung einer psychiatrischen Erkrankung. Sondern auch wegen der Handlung. Wegen diesem Haus zur Sonne. Welches sich der Autor hat einfallen lassen. Denn dieses Haus zur Sonne gibt es nicht. Dennoch empfinde ich im Geschriebenen auch eine Kritik an unserer Gesellschaft. Eine Kritik an unserem Blick auf die Psychiatrie. Eine Kritik am Umgang mit psychiatrisch Erkrankten. Denn wohin soll die Reise in der Medizin noch gehen, wenn der Gewinn an vorderster Stelle steht und der Mensch dabei auf der Strecke bleibt? Wohin soll die Reise für uns alle gehen, wenn die Gier unser Tun bestimmt? Besonders in der Medizin! Die Psychiatrie sehe ich in ihrer Ausrichtung als ein sehr spezielles Fachgebiet in der Medizin an. Denn gerade hier ist das Personal besonders wichtig. Denn genau dieses Personal muss kleinste Veränderungen beim Patienten erkennen können, um das Schlimmste verhindern zu können. Wenn am Personal gespart wird, leidet die psychiatrische Versorgung sehr, und damit leidet letztendlich der Patient!!! In der intensiven, zutiefst empathischen Darstellung einer psychiatrischen Erkrankung ermöglicht dieses Buch hier ein Verständnis, ein Verstehen, welches in unserer Gesellschaft immens wichtig ist! Die immer größer werdenden Zahlen der psychiatrisch Erkrankten bedingen ein Verstehen. Denn aus dem Verstehen erwächst auch eine Heilung. Denn wer etwas versteht, kann dagegen vorgehen. Die Aktion beim Patienten ist die dritte Säule in der psychiatrischen Behandlung, neben der Medikation und der psychologischen Betreuung. Eine immens wichtige Säule. Auch wegen diesem Verstehen ist das Buch „Haus zur Sonne“ ein immens wichtiges Buch! Lesen!!!

  • MarieOn

    5/5

    08.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was für ein Leidensdruck

    Die letzte manische Phase lag noch nicht lange zurück. Er hatte sich hoch verschuldet, Freunde vor den Kopf gestoßen, seine Wohnung getrümmert, seine Beziehung zu Ella über die Maßen belastet und war straffällig geworden. Dieser Schub war der Schlimmste, der ihn je weggeflutet hat und hatte ihm alles genommen, was ihm wichtig war. Zuvor hatte er über bipolare Störung geschrieben und gehofft, das Ungetüm bändigen zu können, aber das war ihm nicht gelungen, trotz der Medikamente. Die folgende Depression hatten ihn in dumpfe Untätigkeit gezogen und nur die tiefe Antriebslosigkeit verhinderte, dass er sich umbrachte. In sich drin allerdings war er bereits tot. Er erzählte Ella von einer ganzheitlichen Therapie und dass sie ihn die ersten Wochen nicht besuchen dürfe. Es gefiel ihm nicht, aber er wollte es diesmal alleine durchziehen, wollte nicht wieder von ihr „gerettet“ werden. Ob er seine Medikamente nehme, wollte sie wissen. Ja, wie immer und wie vor der Manie auch. Sein Umfeld glaubte ihm nicht, sie bevorzugten einfache Lösungen. Er war wieder abgestürzt und musste wohl etwas falsch gemacht haben. Er ertrug das elende Gefühl der Schuldzuweisungen nicht mehr. Was er Ella nicht sagte, war dass er ins Haus zur Sonne gehen werde, um seinem nutzlosen Dasein ein gnädiges Ende zu verleihen. Fazit: Thomas Melle, Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer, erkrankte im Alter von 24 Jahren an einer besonders schwierigen Form der bipolaren Störung. Seine Geschichte scheint fiktional mit autobiografischem Einfluss. Sein Protagonist lebt mit dieser Erkrankung und den ständigen Auf und Abs. Der letzte Schub war so lang und intensiv, dass er sich davon nicht mehr erholt. Die Manie hatte ein Eigenleben entwickelt und ihn durch turbulente Monate gepeitscht. In der folgenden Phase der Depression war das vorherrschende Gefühl Scham. Nicht zum ersten Mal wollte er sein Leben beenden. Er stößt auf ein Therapieangebot, das er nicht ausschlagen kann. Im Haus zur Sonne will man ihm den kurzen Rest seines Lebens versüßen und ihn dann auf die Art, die ihm beliebt aus dem Leben nehmen. Er unterzeichnet einen Vertrag und zieht ein. So absurd die Idee des Autors ist, zeigt sie doch den enormen Leidensdruck. Die Erkrankung reißt ihn immer wieder aus dem Leben, lässt ihn Entscheidungen treffen, die er später bitter bereuen wird. Es folgt eine Phase der Erholung, ein Neuanfang und Wiederaufbau des Zerstörten und dann schlagen die Botenstoffe wieder zu und alles auf Anfang. Wer sollte da nicht den Mut verlieren und an Selbsttötung denken, die dann wiederum durch die depressive Antriebslosigkeit verhindert wird. Du meine Güte, das hat Thomas Melle gut dargestellt. Das Buch hat mich beim Lesen gar nicht besonders berührt, vielleicht liegt das an seiner Schreibweise. Auf jeden Fall aber hat die Geschichte es in sich und hallt nach. Von mir eine klare Leseempfehlung für den Shortlisttitel des Deutschen Buchpreises 2025.

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    15.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Mann quält sich schon…

    Ein Mann quält sich schon seit vielen Jahren mit seiner manisch-depressiven Erkrankung ab: in den depressiven Phasen erscheint alles sinnlos und leer, aber die manischen Phasen haben sein Leben noch einmal auf ganz andere Weise zerstört: so vieles, was ihm lieb war, hat er in diesen Zeiten verloren: Freundschaften, berufliche Möglichkeiten, liebgewonnene Erinnerungsstücke, Teile der eigenen Persönlichkeit. Jede manische Episode nimmt ihm etwas, das er danach nicht mehr zurück bekommen kann, so erlebt er das, und das geht schon so lange so. Auch das Verfassen eines Memoirs über das Thema (hier sieht man die zum Teil autofiktionalen Bezüge auch in diesem Buch; der Autor hat davor in "Die Welt im Rücken" über seine bipolare Erkrankung geschrieben) hat ihn nicht retten können, er erlebt sein Leben als beschwerlich, von allen entfremdet und sinnlos. Auch kleine Lichtblicke wie die Beziehung zu einer Frau können dieses Empfinden nicht umdrehen. Als er vom "Haus zur Sonne" erfährt, klingt das also nach einem verlockenden Deal: dort wird das Bestmögliche getan, um lebensmüde Menschen mit Hilfe von Simulationen alles erleben zu lassen, was sie sich wünschen: bewunderter Rockstar sein, neue Sportarten ausprobieren, ins Weltall fliegen, noch einmal bestimmte Situationen aus dem eigenen Leben wiedererleben oder gar Verstorbene treffen: alles ist möglich! Die Menschen dort dürfen eine nicht näher definierte Anzahl solcher Simulationen erleben und eine nicht näher bestimmte Zeit dort verbringen, während sie offiziell auf der Welt schon als tot gelten (so wird es ihnen zumindest dort von den Ärzten gesagt). Um am Ende das zu bekommen, "was sie ohnehin wollen": einen sanften, frühzeitigen Tod. Auch hier wird in Bezug auf die Modalitäten auf ihre Wünsche eingegangen, doch das Ende steht fest - und einmal im "Haus zur Sonne" scheint es keinen Weg mehr hinaus zu geben. Schließlich ist das Teil dieses gesellschaftlichen Paktes mit dem Teufel: es werden eine Menge technologische und personelle Ressourcen in den Komfort und die Wunscherfüllung der Bewohnerinnen und Bewohner investiert, zum Ausgleich dafür, dass deren baldiges Ende bevor steht und sie die Sozial- und Gesundheitskassen danach nicht länger beanspruchen werden. Geschrieben ist das Buch auf äußerst deprimierende und herunterziehende Art und Weise: sehr authentisch dafür, dass wir uns im Kopf eines manisch-depressiven Menschen befinden, der gerade in einer depressiven Episode ist und seinem Leben ein Ende setzen will. Diese Darstellung ist unglaublich realistisch und man lernt dabei sehr viel über das Innenleben solcher Menschen. Zum Lesevergnügen macht das dieses Buch aber nicht, man muss diese Düsternis aushalten und sich davon gut distanzieren können. Deshalb empfehle ich das Buch explizit nur Menschen mit einem stabilen psychischen Zustand. Wer schon zur Depression neigt, der halte sich von diesem Buch fern, es könnte sehr triggern und eigene suizidale Tendenzen verstärken. Es ist ein sehr kluges Buch, nicht nur aufgrund der oben erwähnten authentischen Darstellung des dahinterliegenden Störungsbildes, sondern auch aufgrund der gesellschaftlichen Fragen, die es aufwirft: ist es legitim, unser eigenes Ende zu bestimmen? Sollen Institutionen dabei unterstützen? Welcher Teil in Menschen ist es, der so unbedingt sterben möchte, und sollten wir diesem zugestehen, die alleinige Entscheidung darüber zu treffen? Und was ist, wenn der betroffene Mensch seinen Sterbewunsch wieder zu hinterfragen beginnt: nachdem er schon schriftlich zugestimmt hat, sich in der betreffenden Institution befindet und viele der Wunschsimulationen in Anspruch genommen hat? Das Buch wurde völlig zu Recht für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Es ist anspruchsvolles, gut geschriebenes, originelles und sehr nachdenklich machendes Werk mit vielen klugen Gedanken, die Empathie für psychisch erkrankte Menschen fördern können. Ich kann die Lektüre insbesondere jenen, die sich für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und für das Innenleben depressiver oder bipolarer Menschen interessieren, und kein Problem mit einem fordernden, anstrengenden und oft niederdrückenden Lektüreerlebnis voll von Dunkelheit haben, sehr empfehlen. Es lohnt sich, durchzuhalten, man kann aus diesem Buch viel mitnehmen und es hallt lange nach.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (32)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Chantal Faller

    Chantal Faller

    OSIANDER Speyer

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schwer und Intensiv

    Dieses Buch befasst sich mit dem wichtigen Thema Psychischer Erkrankungen und ist daher eher ein Buch das eher schwerer Liegt. Ich habe selbst beim Lesen Pausen machen müssen, um das Gelesene zu Verarbeiten, aber es hat sich absolut gelohnt. Es hat mich tief berührt und viel zum Nachdenken bewegt. Wir erleben das Buch vollständig aus der Sicht des Protagonisten heraus. Wir erleben seine Gedanken und Gefühle direkt, als würden wir in seinem Kopf sitzen. Melle beschreibt gute verständlich, wie es sich mit einer bipolaren Störung, sowie Depressionen lebt. Aber auch wie ein Mensch mit dem Wunsch des selbst bestimmten Sterben zugleich Hoffnung und Angst verspüren kann. Das Haus zur Sonne, ein Ort an dem Menschen genau diesem Wunsch nachgehen möchten. Aber nicht jeder ist gleichermaßen bereit dazu, daher können Sie alle sich Ihre größten Träume in Simulationen erfüllen. Ein letztes mal Leben, so wie man es sich vielleicht immer erträumt hat. Oder doch nur die Fantasien ausleben, die einem gerade im Kopf rum schwirren? Wie die Zeit im Haus zur Sonne verbracht wird und wie Sie es wieder verlassen, ist jedem selbst überlassen. Aber eins ist sicher, alle werden endgültig gehen.
  • Zum Bewerterprofil von Stephanie Kaiser-Motz

    Stephanie Kaiser-Motz

    RavensBuch Osiander Ravensburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.08.2025

    eBook (ePUB 3)

    Stilsicher und virtuos ...

    Das Erzähl-Ich möchte sterben. Seit dem letzten manisch-depressiven Schub, sieht es keinerlei Zukunft mehr für sich. Alles hat es vernichtet während der Manie: Wohnung, Geld, Beziehungen, Reputation ... und Würde. Da kommt das Angebot des Suizid-Hospizes gerade recht. Bevor man schmerzlos und friedlich abtritt, werden noch alle Wünsche erfüllt. Nicht in echt; anhand von perfekten Simulationen. Der anfängliche Genuss dieses „Lebens“ entgleitet immer mehr in eine Dystopie. Aber schlussendlich gibt es einen schmalen Streifen der Hoffnung am Horizont. Thomas Melle, selbst erkrankt, hat einen virtuosen Roman geschrieben. Grundehrlich, berührend – und keine Sekunde langweilig. Die Beschreibung der bipolaren Störung sorgt für tiefes Mitgefühl. Das „Erleben“ der einzelen Simulationen ist große Unterhaltung. Und es fndet sich trotz aller Depression immer wieder auch Trost.
  • Zum Bewerterprofil von Anna-Lena Waschek

    Anna-Lena Waschek

    OSIANDER Konstanz

    Buchhändler*in

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    4/5

    20.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Willkommen im Haus zur Sonne?

    Teils autobiographisch, teils fiktiv erzählt Thomas Melle über die Sehnsüchte und Auseinandersetzungen, die mit einer bipolaren Persönlichkeit einhergehen. Ein sehr atmosphärisches Buch, dass Kritik am Umgang mit psychisch erkrankten Menschen in der Gesellschaft, mit dem Haus zur Sonne sehr prägnant und äußerst interessant, skizziert.
  • Zum Bewerterprofil von Cara Nübel

    Cara Nübel

    Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

    Buchhändler*in

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    4/5

    29.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Der Tod war mir zur zweiten Natur geworden"

    Der Ich-Erzähler in "Haus zur Sonne" will vorallem eins: Sterben. Nachdem eine weitere Manie das Leben des bipolaren Protagonisten aus seiner Sicht völlig zerstört hat, beschließt er, sich am titelgebenden Haus zur Sonne einzuschreiben. Hier handelt es sich um einen Ort, an dem Menschen alle Wünsche erfüllt werden, bis sie schlussendlich umgebracht werden. Die Geschichte ist inspiriert von realen Ergebnissen des Autors, die er als bipolare Mensch hatte, ist aber auch voll mit Gesellschaftskritik - die "unerwünschten" Mitglieder der Gesellschaft werden aussortiert, um in einem von der Regierung finanzierten Programm systematisch umgebracht zu werden. Dieser Ansatz hat mich an diesem Roman mit am meisten interessiert, und der Anfang hat mir auch sehr gut gefallen, und auch die Dynamik mit den anderen Bewohner*innen im Haus zur Sonne fand ich sehr gut umgesetzt, nur hat mir das Ende leider nicht besonders gefallen. Dennoch ist "Haus zur Sonne" ein sehr lesbarer Roman über das Leben mit psychischen Krankheiten.
  • Zum Bewerterprofil von Marlene Haas

    Marlene Haas

    OSIANDER Memmingen

    Buchhändler*in

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    3/5

    10.09.2025

    eBook (ePUB 3)

    Leider eher enttäuschend...

    Nachdem "Haus zur Sonne" auf der diesjährigen Longlist für den deutschen Buchpreis steht, waren meine Erwartungen an das Buch zunächst sehr hoch und wurden anfangs auch absolut erfüllt. Wortgewaltig und ehrlich schreibt Thomas Melle über die bipolare Störung und das ewige Leid, das die Krankheit mit sich bringt und verschafft erschreckende Einblicke in eine Gedankenwelt, in der die eigene Existenz schon aufgegeben wurde. Gepackt von der Atmosphäre war ich gespannt auf den weiteren Verlauf im "Haus zur Sonne" und wurde erwartet von - nichts. Immer träger und schleichender werden die Kapitel im Lauf des Buchs, abgewechselt von beinah wahnwitzigen Simulationen, aus denen ich ab einem gewissen Zeitpunkt überhaupt keinen Mehrwert mehr ziehen konnte. Ob Melle dies als gewähltes Stilmittel nutzt, um die Trägheit der depressiven Gedanken darzustellen und den Leser in die eigene wiederholende Irrsinnigkeit einzubinden, oder doch bloß punktlos über die immer wiederkehrenen Suizidgedanken des Hauptcharakters vor sich hinschreibt war für mich leider nicht erkennbar. Vor allem das Ende hat mich sehr enttäuscht, denn nachdem der Hauptcharakter keinen ernsthaft nachvollziehbaren Sinneswandel hatte und sich gegen den Tod entscheidet, wirkt das Ende fehl am Platz und konnte für mich keinen sinnvollen Abschluss für das Buch ermöglichen. Stark angefangen, stark nachgelassen, könnte man also sagen, ich persönlich fand es wirklich schade, dass das Buch nicht auf dem anfänglich wirklich großartigen Niveau bleiben und ein wenig mehr Nachricht vermitteln konnte. Trotzdem stellt es aber gut die Auswegslosigkeit des Charakters in der eigenen Krankheit dar.

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