Florian Illies' Hörbücher werden seit dem Werk 1913 einfühlsam, mit markanter Stimme und Eleganz von Stephan Schad interpretiert.
Im glühend heißen Sommer 1933 spitzt sich die politische Lage in Europa zu - und die der Familie Mann: Thomas und Katia Mann und ihre sechs Kinder sind nach abenteuerlichen Fluchten im Juni in dem verträumten Hafenort Sanary am französischen Mittelmeer gestrandet. Und jetzt wissen sie alle weder vor noch zurück.
Ein Ort, eine Familie, drei Monate bei 30 Grad - Florian Illies erzählt in Wenn die Sonne untergeht von der Trauer um den Verlust der Heimat und des Besitzes, der Angst vor den Plünderungen der Nazis, von Wehmut, Trotz und Leidenschaft.
Eine Familie am Abgrund. Eine Zeit aus den Fugen. Und im Sommerwind von Sanary kommt es zur Zerreißprobe zwischen Klaus und Erika und ihrem Vater Thomas - sie wollen ihn zwingen, mit Deutschland zu brechen. Aber stattdessen zerbrechen die Geschwister fast an ihm.
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Fantastisch erzählt
friederickes Bücherblog aus Berlin am 02.12.2025
Bewertungsnummer: 2667947
Bewertet: Hörbuch-Download
Die Geschichte:
Im heißen Sommer 1933 strandet die Familie im südfranzösischen, verträumten Hafenort Sanary – ihrem Exil. Um sie herum: Bruder Heinrich Mann, Nachbarn, die Deutschland ebenfalls verlassen haben, und Freunde.
»Ich glaube«, sagte Marcel Reich-Ranicki, »dass es in Deutschland im 20. Jahrhundert keine bedeutendere, originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns.« In Sanary ist diese außergewöhnliche Familie in einem absoluten Ausnahmezustand – alle werden das erste Mal gezwungen, sich zu bekennen. Zueinander. Zu Deutschland. Oder auch, so traurig es ist: Dagegen. Ich gebe ihm absolut recht.
Der Sprecher:
Stephan Schad hat mich mit seiner Stimme fasziniert. Ausdrucksstark in beeindruckender Sprachmelodie hat er die Worte des Autors Florian Illies über die Emigration der Familie Mann an die Küste lebendig werden lassen. Ein Hörgenuss der besonderen Art.
Das Cover:
Das Cover spricht mich in seiner Schlichtheit sehr an. Es ist gemeinsam mit dem Titel und dem Klappentext eine in sich stimmige Buchpräsentation.
Meine Meinung:
Die Familie Mann – ein Thema, das mich immer wieder fasziniert. Im Mittelpunkt dieses Werks stehen vorrangig Thomas Mann und seine Frau Katja sowie ihre sechs Kinder, deren Lebenswege das wahre Leben schrieb. Eine außergewöhnliche Familie! Darüber hinaus treten zahlreiche weitere Figuren auf, darunter Thomas’ Bruder Heinrich Mann und andere Weggefährten, die in dieser schwierigen Zeit eine bedeutende Rolle im Leben der Manns spielten.
Der Autor Florian Illies erweist sich dabei als großartiger Erzähler. Eindrücklich schildert er das Exilleben der Familie im Sommer 1933 – geprägt von der Angst vor dem Verlust der Heimat und ihres Besitzes, vom sehnsuchtsvollen Wunsch, nach München zurückkehren zu können, und vom unbedingten Willen zu überleben.
Die Zeitgeschichte wurde vom Autor intensiv recherchiert und auf das Feinste eingebunden. Auch die Schauplätze, die südfranzösische Küste, sind bildhaft stark geschildert. Ein Sommer mit einer besonderen Familie und zahlreichen Intellektuellen der Zeit.
Mein Fazit: „Wenn die Sonne untergeht“ ist ein Werk aus dem Leben der Manns, vom Autor sorgfältig aus Tagebüchern und Briefen zusammengetragen. Ein echtes Highlight zum Abschluss des Jahres 2025 – und ein unbeschreiblicher Hörgenuss, den ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
Heidelinde von Friederickes Bücherblog
Von Licht und Schatten - Ein lebendiges Porträt einer zerrissenen Familie im Exil
bookloving am 17.11.2025
Bewertungsnummer: 2656729
Bewertet: Hörbuch-Download
In „Wenn die Sonne untergeht“ ist es Florian Illies auf beeindruckende Weise gelungen, ein bemerkenswert vielschichtiges Panorama der ersten Monate des Exils der Familie Mann im Jahr 1933 zu zeichnen, die zugleich eine der herausfordernsten Phasen ihres Lebens darstellten.
Beginnend mit 28. Hochzeitstag von Katia und Thomas Mann in München und ihrer geplanten Vortragsreise zu Richard Wagners 50. Todestag, begleiten wir die Familie auf ihrer unfreiwilligen Flucht ins Exil über einen Zeitraum von knapp drei Monaten. Nach Etappen in Amsterdam, Paris und der Schweiz finden sie über die Sommermonate in Sanary-sur-Mer an der französischen Côte d’Azur schließlich eine vorübergehende neue Heimat finden. Vor dem Hintergrund des sich durch die Nazis rasant radikalisierenden Deutschlands verwebt Illies eindrucksvoll nicht nur die persönlichen Schicksale und familiären Konflikte der Manns, sondern auch lebendige Alltagsskizzen und Begegnungen mit weiteren bekannten Künstlern im Exil wie Lion Feuchtwanger oder Stefan Zweig.
Basierend auf einer enormen Fülle an historischen Quellen, die Briefe, Tagebücher, Interviews und literarischen Werke der Familie Mann umfassen, gelingt es Illies mit seinem Collage-artigen Stil, diese in eine kunstvoll arrangierte, atmosphärisch dichte Chronik zu verwandeln. Die daraus entstandene, beeindruckend lebendige, fast filmisch anmutende Momentaufnahme erlaubt intime und sehr berührende Einblicke in die komplexen Familienverhältnisse. Aus unterschiedlichen Perspektiven erleben wir neben persönlichen Befindlichkeiten der so unterschiedlichen Familienmitglieder einen höchst labilen Familienverbund mit all den Enttäuschungen, Ängsten, Eitelkeiten und Hoffnungen.
Besonders eindrücklich ist die einfühlsame Auseinandersetzung mit den vielfältigen Auswirkungen, die das unfreiwillige Exil für die Manns mit sich bringt. Illies zeichnet Thomas Manns innere Zerrissenheit mit groem Feingefühl und in all ihren Facetten nach -seine schmerzhafte Trennung von der geliebten Heimat, sein beständiges Schwanken zwischen Entwurzelung, innerem Rückzug und einer vorsichtigen politischen und künstlerischen Haltung sowie dem Ringen um Zuversicht trotz ungewisser Zukunftsaussichten.
Der zarte, poetische und atmosphärisch dichte Schreibstil Illies’ steht in spannungsvollem Kontrast zur bedrückenden politischen Realität, die durch die aufkommende Naziherrschaft geprägt ist und die der Familie Mann zunehmend an zusetzt. Mit feiner Ironie und lakonischer Humor versteht es Illies zudem, gelungene Gegengewichte zur oft ernsten Grundstimmung zu setzen und immer wieder durch Momente verhaltener Lebensfreude und liebevoller Begebenheiten aufzulockern. Besonders überzeugend ist sein ausgeprägtes Gespür für atmosphärische Details und emotionale Zwischentöne.
So ist ihm eine faszinierende Verbindung aus sorgsam recherchierter historischer Betrachtung und berührender literarisch starker Erzählung gelungen, die stets eine ausgewogene Mischung aus persönlicher Nähe und historischer Distanz zu wahren versteht, und die vielschichtige Realität des Exils lebendig werden lässt.
Obwohl die Fülle an Details und der ständige Perspektivwechsel bisweilen herausfordernd sein knnen, bietet das Buch insgesamt aber eine fesselnde und sehr facettenreiche Darstellung von Thomas Manns Zeit im südfranzösischem Exil, und lädt zu weiterführenden Studien ein.
ZUM HÖRBUCH
Der Schauspieler Stephan Schad erweist sich als ideale Besetzung für die ungekürzte Hörbuchversion. Mit seiner angenehmen, einfühlsamen und markanten Stimme gelingt es ihm, die Hörer tief in die fesselnde Geschichte der Familie Mann zu ziehen und unterschiedlichste Schauplätze lebendig werden zu lassen. Durch feine Variationen in Tempo, Lautstärke und Dynamik fängt er die unterschiedlichen Stimmungen und emotionalen Nuancen gekonnt ein. Gekonnt macht er die melancholische, oft ironisch-humorvolle Grundstimmung spürbar ohne dabei die historische Dramatik zu schmälern. Schads souveräne Interpretation verleiht den Figuren individuelle Facetten, macht emotionale Zwischentöne hörbar und schafft so ein besonders intensives und bewegendes Hörerlebnis, das uns tief in die jene Zeit des Exils eintauchen lässt.
FAZIT
Eine hervorragend recherchierte und zugleich atmosphärisch dichte Erzählung über einen der schwierigsten Lebensabschnitte der Familie Mann – eindrucksvoll lebendig, facettenreich und authentisch dargestellt!
Eine fesselnde und bereichernde Lektüre zum Abschluss Thomas Mann-Gedenkjahres.
Meinung aus der Buchhandlung
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Florian Illies schreibt und ich lese, als ob ich wirklich dabei gewesen wäre. So nahbar und emotional begleiten wir die Familie Mann in diesem Buch, schüttelt den Kopf darüber, was alles 1933 in Deutschland passiert ist. Wenn die Sonne untergeht, ist ein zutiefst persönliches und gedankenvolles Buch über die Familie Mann.
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Florian Illies beschreibt in seinem neuen Buch das Jahr 1933 aus Sicht der Familie Mann. Anhand von Tagebucheinträgen und Briefen bekommt der Leser einen sehr guten Einblick in die Ereignisse des Jahres, aber auch in die Gefühlswelten der verschiedenen Mitglieder der Familie Mann, allen voran natürlich in die des Nobelpreisträgers Thomas Mann.
1933 ist in Deutschland das Jahr der Machtübernahme durch die Nazis. Thomas Mann befindet sich auf einer Vortragsreise in Paris und kann, dadurch dass er sich klar zur Demokratie und gegen die Naziherrschaft bekennt, nicht nach München in sein Haus zurückkehren. Nach Zwischenstationen in der Schweiz, landet die gesamte Familie im südfranzösischen Sanary-sur-mèr. Mit anderen Exilanten verbringen sie dort einen Sommer, hin- und hergerissen zwischen Heimweh, Mutlosigkeit, Trauer über den Verlust der Heimat, Zukunftsängsten und gleichzeitig verzaubert vom mediterranen Flair der Cote d’Azur.
Obwohl Florian Illies nur aus einem Jahr berichtet, gelingt ihm durch seinen wunderbaren Schreibstil ein kurzweiliges und sehr interessantes Portrait der Familie Mann, ihrer sechs Kinder und auch anderer wichtiger Personen aus deren Umfeld. Ein wirklich tolles Buch.
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