Der zweite Fall für Nyström und Forss - ein hochpolitischer, psychologisch komplexer KrimiKurz vor Mittsommer im småländischen Växjö: In einem Wald am Seeufer wird der von Pfeilen durchbohrte Leichnam eines Lehrers gefunden. Die Todesumstände erinnern an die Darstellungen frühchristlicher Märtyrer. Kommissarin Ingrid Nyström und ihre junge, impulsive Kollegin Stina Forss übernehmen die Untersuchungen. Bald darauf tauchen an der Wand der Domkirche seltsame Zeichen auf. Haben die Polizistinnen es mit einem religiösen Ritualmord zu tun?Die Deutsch-Schwedin Stina Forss hat bald erste Zweifel. Spätestens nachdem ein weiterer Toter entdeckt wird, erhöht sich der Druck von Vorgesetzten, Presse und Öffentlichkeit auf die beiden ungleichen Frauen spürbar. Während Ingrid Nyström mit familiären Problemen zu kämpfen hat, führt die wendungsreiche Ermittlung Forss nach Nordschweden, nach Berlin und weit zurück in die Geschichte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Corinna
aus der Nähe von Bremen
5/5
26.01.2021
Hörbuch (CD)
Der 2. Fall für Nyström und Forss
Es ist kurz vor Mittsommer, als in einem Wald ein Toter gefunden wird. Von Pfeilen durchstochen erinnert der verstorbene Lehrer doch sehr an einen frühchristlichen Märtyrer.
Als kurz darauf eine weitere Leiche auftaucht, befürchten Ingrid Nyström und Stina Forss es mit einem Ritualmörder aufgenommen zu haben.
Wer wird der oder die Nächste sein? Und wie kann man den Täter stoppen?
Ich liebe nordische Krimis. Es gab eine Zeit, da war ich sehr versessen hinter allem was aus Skandinavien kommt. Die Autoren haben eine andere Herangehensweise an einen Kriminalfall oder an einen Thriller und so war ich sehr gespannt auf Rotwild von Roman Voosen. Hierbei handelt es sich um einen zweiten Teil der Reihe, was mich als Neuling aber überhaupt nicht störte.
Die Reihenfolge kommt hier:
1) Später Frost
2) Rotwild
3) Aus eisiger Tiefe
4) Der unerbittliche Täter
Was bei diesem (Hör-)Buch so interessant für mich war ist die Tatsache, dass es sich bei einer der Ermittlerinnen um eine Deutsch-Schwedin handelt. Interessant aus dem Grund, weil man natürlich ein gemeinsames Heimatland hat und bestimmte Dinge kennt, die Stina Forss ebenso geläufig sind.
Der Fall an sich war für mich anders, als ich es vermutet hatte. Natürlich war ich gespannt, was christliche Märtyrer mit einer Reihe von Morden zu tun haben. Aber vor allem merkte ich recht schnell wie blutig dieses Buch ist. Wo viele skandinavische Autoren gerne Taten andeuten, geht Roman Voosen hier ins Volle. Er schildert genau die Zurichtung der Leichen und lässt dabei wenig Spielraum für eine etwas unblutigere Version.
Ich mag so etwas. Es darf ruhig deutlich beschrieben werden, was passiert, wie ein Tatort aussieht und wie die Personen ums Leben kommen. Dies aber natürlich nur, wenn es in die Geschichte passt. Und hier passt es, wie ich finde.
Gelesen wird Rotwild von Nina Petri, die schwedische Namen, Orte, etc. so echt ausspricht, dass ich es sehr genossen habe. Denn es gibt natürlich einen Unterschied zu der eigenen Version, wenn wir ein ausländisches Buch lesen und zu der wirklichen Aussprache. Vielen Dank dafür, es war ein Genuss.
Was mich allerdings störte und da kann wohl nur ich selber etwas dafür, waren die Namen an sich. Ich gebe zu, ich hatte dann doch ein Problem jeden Namen der richtigen Person zuordnen zu können. Ich denke dies liegt daran, dass wenn man ein Buch liest man auch das Namensmuster der Buchstaben mit der Person verbindet und man es in einem Hörbuch lediglich hört.
Dies schwächte im Laufe der Geschichte zwar ab, kam bei mir aber trotzdem immer wieder vor.
Der Fall an sich ist spannend erzählt, überrascht und bringt eine kluge Wendung in den Handlungsverlauf. Auch wenn ich mir recht schnell dachte worum es im Großen und Ganzen geht, ich war die komplette Zeit über gefesselt von dem Buch.
Natürlich werde ich hier weiterlesen. Der erste Teil Später Frost wartet hier bereits auf mich und die Ermittlerinnen Nyström und Forss machen Lust auf mehr.
Mein Fazit:
Ein toller Krimi aus Schweden. Ich war gefesselt, überrascht und lauschte gebannt. Mein Punktabzug gilt hier lediglich der Tatsache, dass ich mich mit den Namen manchmal schwer getan habe.
peedee
5/5
07.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Brutale Bilder
Nyström und Forss, Band 2: Am Seeufer wird ein toter Mann gefunden, der von unzähligen Pfeilen durchbohrt wurde. Unweit von ihm liegt ein toter Hund, ebenfalls von Pfeilen durchbohrt. Kommissarin Ingrid Nyström nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Sie stossen bald auf Darstellungen von frühchristlichen Märtyrern. Dann tauchen an den Wänden des Doms und einer Bank seltsame Zeichen in Sternform auf – stehen diese Symbole in Zusammenhang mit dem ersten gefunden Toten? Und schon wird ein weiterer Leichenfund gemeldet. Stina Forss fliegt für Ermittlungen sogar nach Berlin, in ihr altes Revier…
Erster Eindruck: Ein für mich typisches Bild für Schweden, mit den roten Häuschen und dem Gewässer im Hintergrund. Im oberen Bereich sieht man einen Käfer (o.ä.) – gefällt mir.
Dies ist der zweite Band der Reihe; er lässt sich ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen. Wie aus Band 1 gewohnt, ändert der Blickwinkel der einzelnen Kapitel immer wieder: Mal ist es aus Sicht der Chefin, dann aus Sicht von Forss, anderen Kollegen oder von noch unbekannten Personen – es ist dadurch sehr lebhaft, aber auch komplex.
Der Prolog war schon äusserst nervenaufreibend, dabei hat alles so entspannt mit einem ausgiebigen Spaziergang begonnen… Die Ermittlungen ergeben später, dass es hier nicht „nur“ die Pfeilverletzungen gab, sondern es zu einer massiven Übertötung gekommen ist. Ich habe das Wort „Übertötung“ vorher noch nie bewusst wahrgenommen, doch das bedeutet, dass es noch weitere brutale Verletzungen (wie z.B. zig Knochenbrüche) gab – grausam!
Ingrid Nyström hat mir schon im Vorgängerband gefallen. Sie ist eine taffe Frau, die sich – obwohl sie noch nicht lange den Chefposten innehat – gut schlägt. Mit ihrem direkten Vorgesetzten, Erik Edman – auch „Halbvier-Erik“ genannt, da er jeweils um diese Zeit zum Golfplatz verschwindet – hat sie es nicht leicht. Aber das hätte niemand. Doch dieses Mal belastet sie noch etwas ganz anderes – sie hat persönliche Probleme, denen sie sich noch nicht zu stellen wagt. Stina Forss ist mir leider immer noch suspekt; Sympathiepunkte konnte sie seit dem ersten Band noch keine bei mir sammeln. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Stina müsste sich ebenfalls dringend ihren privaten Problemen stellen, stattdessen verdrängt sie diese durch Alkohol und mehr.
Kollege Knutsson hat es nicht so mit dem Englischen, aber trotzdem schmeisst er mal gerne diverse Ausdrücke in die Runde, wie z.B. den „Messing-Klink“, anstelle des „Missing link“ – herrlich!
Es ist sehr gut beschrieben, wie dieser Fall auch den Polizisten, die bereits jahrelang in diesem Job sind und in puncto Verbrechen schon einiges erlebt haben, zu schaffen macht.
Fazit: Ein komplexer Krimi, bei dem die Spannung bis zuletzt aufrechterhalten werden konnte. Auf die zuweilen brutalen Bilder, die vor meinem inneren Auge entstanden, hätte ich verzichten können (aber es spricht natürlich für das Können der beiden Autoren). Von mir gibt es 5 Sterne. Nun steht mir aber lesetechnisch der Sinn nach etwas Leichterem…
LEXI
5/5
04.10.2013
Buch (Taschenbuch)
Wundervoller Krimi aus dem Norden!
Das Autorenteam Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson, das mich bereits mit ihrem Debütroman Später Frost zu einem Fan ihrer Kriminalromane machte, katapultierte sich nun mit dem vorliegenden zweiten Band endgültig in die Riege meiner favorisierten Krimiautoren. In Rotwild werden die sympathische Kommissarin Ingrid Nyström und ihre Kollegen mit einer Serie von furchtbaren Morden konfrontiert, die aufgrund ihrer Brutalität sogar den abgebrühtesten Ermittlern den Atem anhalten lassen. Ein scheinbar wahnsinniger Mörder zieht eine Spur der Vernichtung und des Schreckens durch Schweden, und es liegt nun an Ingrid und ihrem Team, ihm Einhalt zu gebieten.
Dem Leser offenbart sich gleich zu Beginn ein scheinbar idyllischer Frühmorgen in Schweden. Die wundervolle und äußerst detaillierte Beschreibung der Landschaft, die mich bereits in ersten Band eingenommen hat, beflügelt auch hier wieder die Fantasie. Doch auch die für meinen Geschmack erstklassig gezeichneten Protagonisten machen diese Lektüre trotz der schrecklichen Szenarien der Mordschauplätze zu einem wahren Genuss. Die Morde erhalten mit jedem einzelnen weiteren Massaker ungeahnte Bedeutung, und die Spur führt zu Ereignissen, die weit in der Vergangenheit liegen. Man erfährt in diesem zweiten Fall von Voosen/Danielsson weitere Details über das Ermittlerteam, dem man bereits im Vorgängerbuch begegnen durfte. Nicht nur die akribische Spurensuche, die fordernden Ermittlungsarbeiten und die durchgearbeiteten Nächte am Schreibtisch bilden den Mittelpunkt des Geschehens. Die Autoren lassen ihre Lesergemeinschaft auch ins Privatleben der anderen ermittelnden Kriminalbeamten Einblick nehmen und verfügen über die Fähigkeit, ihre handelnden Personen zutiefst authentisch wirken zu lassen. Der ruhigen, gelassenen Ingrid Nyström steht auch in diesem Band die unkonventionelle und ein wenig undurchschaubare Stina Forss zur Seite, die mit untrüglichem Instinkt und wachem Intellekt wahre Höchstleistungen erbringt.
Das Buch wird in vielen, meist kurzen Kapiteln, erzählt, was meinem Lesegeschmack sehr entgegen kommt. Die Spannung wird bereits zu Beginn aufgebaut und bleibt beinahe den gesamten Plot hindurch konstant hoch.
Fazit: einnehmender Schreibstil, äußerst authentische Charaktere und ein höchst spannender, geschickt inszenierter Fall bereiteten mir in Rotwild größtes Lesevergnügen. Nur zu gerne vergebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung, ganz speziell natürlich für Liebhaber des nordischen Kriminalromans.
simsa
aus bei Bremen
4/5
16.07.2017
Hörbuch (CD)
Es ist kurz vor Mittsommer,…
Es ist kurz vor Mittsommer, als in einem Wald ein Toter gefunden wird. Von Pfeilen durchstochen erinnert der verstorbene Lehrer doch sehr an einen frühchristlichen Märtyrer. Als kurz darauf eine weitere Leiche auftaucht, befürchten Ingrid Nyström und Stina Forss es mit einem Ritualmörder aufgenommen zu haben. Wer wird der oder die Nächste sein? Und wie kann man den Täter stoppen? Ich liebe nordische Krimis. Es gab eine Zeit, da war ich sehr versessen hinter allem was aus Skandinavien kommt. Die Autoren haben eine andere Herangehensweise an einen Kriminalfall oder an einen Thriller und so war ich sehr gespannt auf „Rotwild“ von Roman Voosen. Hierbei handelt es sich um einen zweiten Teil der Reihe, was mich als Neuling aber überhaupt nicht störte. Die Reihenfolge kommt hier: 1) Später Frost 2) Rotwild 3) Aus eisiger Tiefe 4) Der unerbittliche Täter Was bei diesem (Hör-)Buch so interessant für mich war ist die Tatsache, dass es sich bei einer der Ermittlerinnen um eine Deutsch-Schwedin handelt. Interessant aus dem Grund, weil man natürlich ein gemeinsames Heimatland hat und bestimmte Dinge kennt, die Stina Forss ebenso geläufig sind. Der Fall an sich war für mich anders, als ich es vermutet hatte. Natürlich war ich gespannt, was christliche Märtyrer mit einer Reihe von Morden zu tun haben. Aber vor allem merkte ich recht schnell wie blutig dieses Buch ist. Wo viele skandinavische Autoren gerne Taten andeuten, geht Roman Voosen hier ins Volle. Er schildert genau die Zurichtung der Leichen und lässt dabei wenig Spielraum für eine etwas unblutigere Version. Ich mag so etwas. Es darf ruhig deutlich beschrieben werden, was passiert, wie ein Tatort aussieht und wie die Personen ums Leben kommen. Dies aber natürlich nur, wenn es in die Geschichte passt. Und hier passt es, wie ich finde. Gelesen wird „Rotwild“ von Nina Petri, die schwedische Namen, Orte, etc. so echt ausspricht, dass ich es sehr genossen habe. Denn es gibt natürlich einen Unterschied zu der eigenen Version, wenn wir ein ausländisches Buch lesen und zu der wirklichen Aussprache. Vielen Dank dafür, es war ein Genuss. Was mich allerdings störte und da kann wohl nur ich selber etwas dafür, waren die Namen an sich. Ich gebe zu, ich hatte dann doch ein Problem jeden Namen der richtigen Person zuordnen zu können. Ich denke dies liegt daran, dass wenn man ein Buch liest man auch das Namensmuster der Buchstaben mit der Person verbindet und man es in einem Hörbuch lediglich hört. Dies schwächte im Laufe der Geschichte zwar ab, kam bei mir aber trotzdem immer wieder vor. Der Fall an sich ist spannend erzählt, überrascht und bringt eine kluge Wendung in den Handlungsverlauf. Auch wenn ich mir recht schnell dachte worum es im Großen und Ganzen geht, ich war die komplette Zeit über gefesselt von dem Buch. Natürlich werde ich hier weiterlesen. Der erste Teil „Später Frost“ wartet hier bereits auf mich und die Ermittlerinnen Nyström und Forss machen Lust auf mehr. Mein Fazit: Ein toller Krimi aus Schweden. Ich war gefesselt, überrascht und lauschte gebannt. Mein Punktabzug gilt hier lediglich der Tatsache, dass ich mich mit den Namen manchmal schwer getan habe.
Uli Geißler
aus Fürth
4/5
06.04.2014
Buch (Taschenbuch)
Märtyrertod oder Rachehinrichtung
Nach dem ersten Thriller des Autorenpaares geht es spannend weiter, denn ein von Pfeilen durchbohrter nackt an einen Baum gebundener Lehrer wird gefunden. Schnell ergeben sich Vermutungen, es müsse sich wohl um eine Hinrichtung handeln. Die engagierte und kämpferische Stina Forss aus Deutschland findet Hinweise auf eine eventuell religiös motivierte Tat, denn die Todessymbolik verweist auf Darstellungen eines frühchristlichen Märtyrers. Die Vermutung bestärkende Wandschmierereien sowie ein weiterer Mord folgen.
Ziemlich packend wird man in die Mordsgeschichte zweier, wie sich herausstellt offensichtlich in Verbindung mit der damaligen Stasi der DDR stehenden Ermordeten hineingesogen und erreicht immer tiefere Schichten charakterlicher Eigenschaften der Protagonistinnen, denn neben den privaten Seiten und Gedanken der Deutschschwedin Forss bekommt man auch die beklemmenden Sorgen der von einer möglichen Krebserkrankung bedrohten Chefin Ingrid Nyström aus Växjö mit.
Sieht man mal vom etwas sich hinziehenden Mittelteil der Geschichte ab, blickt man doch immer tiefer in die Vergangenheit der möglichen Täterinnen oder Täter, versucht, den Prolog zu deuten und mit den aktuellen Geschehnissen zu verginden. Dann erfährt man von gut recherchierten geradezu unglaublichen politischen und kriminellen Vorgängen vergangener Tage im von Terror geprägten Deutschen Herbst und den Jahren danach bis hin in die Jahre nach der Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands. Doch so, wie langsam die Zusammenhänge erklärlich werden und man sich auf dem richtigen Weg wähnt, so plötzlich und unaufgeklärt trifft einen das offen bleibende Ende.
Es fehlt dem an sich fesselnden (Polit)Thriller ein letzter aufklärender Hinweis, welcher zu einem akzeptierbaren Abschluss führt. So bleibt es der eigenen Phantasie überlassen, was vorher in ausgezeichneter Weise konstruiert und aufgebaut wurde, nun für sich selbst aufzulösen. Dafür ein Stern Abzug.
(c) 4/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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