Ich fand das Buch war unfassbar unterhaltsam. Der Schreibstil wirkte so ungeschliffen, was es sehr lebendig und irgendwie nahbar machte.
Dass gewisse Handlungsstränge angekündigt oder in den dramaturgischen Gesamtzusammenhang gesetzt wurden, verlieh der Geschichte eine leichte (Selbst-)Ironie, was mir sehr gut gefallen hat. Ich war positiv überrascht, weil ich noch nie ein Buch mit einem ähnlichen Erzählstil gelesen hab und ich finde es lohnt sich sehr!
Bewertung
5/5
19.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolles Buch!
Ich liebe die Bücher von Caroline und war schon ganz gespannt auf dieses Buch. Ich habe einige Parallelen feststellen dürfen. Umso mehr habe ich mich über den Ausgang der Hauptfigur gefreut. Ich liebe ihren unkomplizierten, gnadenlos ehrlichen Schreibstil und freue mich schon jetzt auf das nächste Buch.
Bewertung
aus Alfter
5/5
01.05.2026
Hörbuch-Download (MP3)
(Irr)witzig
Caroline Wahls dritten Roman kann man durchaus auch als Coming-of-age-Geschichte lesen wie die beiden Vorgänger. Wieder steht eine weibliche, nicht ganz unproblematische, recht eigenwillige Hauptfigur im Mittelpunkt, wieder geht es um den Aufbruch in die Zukunft, um die Ungewissenheit und die Suche nach dem eigenen Weg. Auch hier sind die Familienverhältnisse nicht unbedingt hilfreich. Auch wenn hier der familiäre Hintergrund nicht so bedrückend ist. Allerdings ist der dritte Band keine einfache Neuauflage der ersten beiden, stellt auch keine Fortsetzung dar und mag in diesem Sinne den ein oder anderen in seinen Erwartungen getäuscht haben.
Insbesondere der Tonfall ist ein ganz anderer, wir haben hier häufig eine von Spott triefende Erzählstimme im Hintergrund, die mit dem selbstverliebten, eitlen, neurotischen, egozentrischen und dabei willkürlichen bis hin zum despotischen Verlags- und Kulturbetrieb abrechnet. „Die Assistentin“ ist eine schlecht bezahlte Arbeitskraft, die ins kalte Wasser geworfen wird und von der man erwartet, dass sie von Anfang an alles richtig macht, ohne ihr zu sagen, was denn nun richtig oder falsch ist, weil das letztlich auch gar nicht möglich ist, da der Verleger so launisch und unberechenbar ist, dass man es nur falsch machen kann. Wenig hilfreich dabei sind Verlagsmitarbeiter, die ebenfalls im Dschungel der Launen versuchen, ihre Existenz im Verlag nicht nur zu sichern, sondern auch zu optimieren, und „Zweitassistentinnen“, die übefliegermäßig starten, ausgestattet mit überbordendem Selbstbewusstsein, wenig Reflexionsvermögen und noch weniger Frustrationstoleranz.
Letztlich rechnet Caroline Wahl damit nicht nur mit dem Literaturbetrieb ab, sondern mit dem Teil der Arbeitswelt, der sich die Dienste von Trainees und Praktikanten zu nutze macht, billige Arbeitskräfte auszubeuten und dann fallen zu lassen.
Trotz ihrer Schrullen und Macken ist die Protagonistin für mich eine Figur, der ich meine Sympathie aussprechen kann und der ich gerne gefolgt bin in ihrem Versuch, mit ehrlicher Arbeit und Anstand alles richtig machen und den Ansprüchen der anderen genügen zu wollen. Und die im Beruflichen und wie Privaten mit ihrer Ausdauer und Beharrlichkeit sowie der nötigen Selbstreflexion und Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber doch so etwas wie innere Stärke zu entwickeln, um an den passenden Stellen dann auch einmal „Nein“ sagen zu können.
Nach wie vor nimmt mich Wahls Schreibstil, wie gewohnt, wenn auch hier ganz anders, beißender, (irr)witziger, schonungsloser, gleich mit in die Geschichte und lässt mich nicht mehr los.
Vielleicht muss man diesen Roman besser hören als selbst zu lesen, damit der Ton besser zur Geltung kommt. Auch wenn man sich an Caroline Wahls Art des Vortragens erst gewöhnen muss, ist es insbesondere ihre ausdrucksstarke, bisweilen nervtötende, aber damit hundertprozentig passende Lesart das, was die Lebenswelt, in der die Assistentin aufschlägt, noch einmal besonders stark veranschaulicht. Für mich auf jeden Fall absolut hörenswert!
Bewertung
Book Circle Community
5/5
29.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Kunst des Unbequemen
Caroline Wahl schreibt in Die Assistentin nicht nur über Überforderung, Erschöpfung und den Wunsch nach Veränderung — sie inszeniert diese Gefühle auch sprachlich. Ihr Stil fordert die Leser*innen bewusst heraus. Die Wiederholungen, das Vorwegnehmen einzelner Gedanken, das scheinbar Unsympathische, das sich immer wieder einschleicht: All das ist kein Zufall, sondern ein literarisches Mittel, das die innere Zerrissenheit von Charlotte spürbar macht.
Es entsteht eine Art Hassliebe. Genau wie Charlotte muss auch die/ der Leser*in durchhalten, sich reiben, sich fragen: Soll ich weitermachen oder abbrechen? Soll ich etwas verändern oder nicht? Dieser dünne Grat zwischen Weitergehen und Aufgeben macht die Erzählweise so spannend. Man erlebt die gleichen Ambivalenzen wie die Protagonistin — und das ist unbequem, aber wirkungsvoll.
Charlotte ist eine Figur, die man sofort versteht, weil sie so alltäglich wirkt. Sie ist erschöpft, pflichtbewusst, loyal – und merkt doch, dass sie sich selbst dabei verliert. Die Autorin zeigt diese innere Spannung ohne große Dramen, sondern in präzisen Beobachtungen, die den Roman so glaubwürdig machen. Gerade die sehr kleinen Momente, in denen Charlotte sich gegen Erwartungen stemmt oder sich nach einem anderen Leben sehnt, entfalten eine große Wirkung.
Thematisch bewegt sich der Roman zwischen Überforderung, Selbstbestimmung und der Frage, wie man sich aus Strukturen löst, die man lange für selbstverständlich hielt. Wahl vermeidet einfache Lösungen und zeigt stattdessen, wie mühsam, aber auch befreiend Veränderung sein kann. Die Sprache bleibt dabei unaufgeregt, aber eindringlich – ein Stil, der perfekt zu Charlottes innerer Reise passt.
Gerade diese Kombination aus emotionaler Nähe und stilistischer Reibung macht Die Assistentin so besonders. Manche Leser*innen werden diese Intensität als genial empfinden, andere als schwer auszuhalten — und beides ist nachvollziehbar. Wahl zwingt einen dazu, sich mit den eigenen Grenzen, Erwartungen und Gewohnheiten auseinanderzusetzen.
Fazit: Ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern spürbar macht. Wer bereit ist, sich auf die Reibung einzulassen, wird mit einer aussergewöhnlich dichten, mutigen und ehrlichen Leseerfahrung belohnt.
Bewertung
5/5
19.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erfrischend
Ich mochte das Buch, die Protagonistin und den Schreibstil sehr. Ich werde es definitiv weiterempfehlen! Das „Vorwegnehmen“ der Handlung ist definitiv ungewöhnlich, hat das Interesse in mir jedoch geweckt, sodass ich unbedingt wissen wollte, wie es sich dorthin entwickelt.
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5/5
15.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Teufel trägt Prada - im echten Leben
Mit Spannung habe ich den neuen Roman von Caroline Wahl erwartet.
Die Protagonistin Charlotte, beugt sich nach einer gescheiterten Musikkarriere dem Wunsch der Eltern und nimmt die Stelle als Assistentin eines bekannten Verlags in München an. Charlottes Chef ist exzentrisch. Er ist ein charismatischer Tyrann mit narzisstischen Zügen. Charlotte organisiert seine Reisen, macht Friseurtermine und reserviert Tische in Restaurants. Sie ist sein Kalender. Im Gegenzug fordert er Dinge, die in der regulären Arbeitszeit nicht leistbar sind, ruft zu allen Tages- und Nachtzeiten bei ihr an und gibt neue Aufträge, die erledigt werden müssen. Charlotte macht Überstunden und arbeitet über bis zur Selbstaufgabe. Langsam findet sie zurück zu ihrer Musik, die ihr Halt und Hoffnung gibt. Erst durch ihre Musik gelingt es ihr sich aus der Situation zu befreien.
Es ist das große Thema von Machtmissbrauch in Arbeitsverhältnissen, von Abhängigkeit, Anpassung und Selbstverleugnung und von der Abwertung der Leistung von Frauen in der Arbeitswelt.
Distanziert in ruhiger klarer Sprache erzählt uns Caroline Wahl, die biographisch wirkende Geschichte. Das Buch hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht.
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4/5
18.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnd
Ganz anders als 22 Bahnen oder Windstärke 17 und man sollte Die Assistentin auch wirklich nicht mit ebigen vergleichen, aber in meinen Augen trotz allem richtig gut. Was mir vorallem gefallen hat war das ständige springen auf die Metaebene und der irgendwie schon flappsige Schreibstil der wunderbar zur Protagonistin Charlotte gepasst hat. Der trockene Humor passt hier irgendwie extrem gut zur eigentlich recht schweren Thematik.
Mich hat das Buch irgendwie wirklich gefesselt und ich hätte gerne sogar noch mehr von dieser Geschichte gehabt!
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4/5
11.09.2025
eBook (ePUB 3)
Mit hohen Erwartungen
Wie alle ihre Fans habe ich mir dieses neueste Werk von Caroline Wahl mit hohen Erwartungen vorgenommen. Im Kollegenkreis hatten wir dann auch einige kontroverse Diskussionen. Abschließend möchte ich Frau Wahl zu ihrem Mut beglückwünschen, einen so ganz anderen Roman zu veröffentlichen wie 22 Bahnen und Windstärke 17. Sie hätte es sich auch einfach machen können und im Fahrwasser dieser beiden großen Erfolge verharren. Aber Caro Wahl möchte sich weiterentwickeln und unbequem bleiben, ihre Ecken und Kanten behalten und Reibung erzeugen.
Auch ich fand den Stil und die Wiederholungen gewöhnungsbedürftig, und doch hat mich dieser Roman in seinen Bann geschlagen und aufgewühlt.
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4/5
02.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Kopf sagt Ja, Bauch sagt Nein“
TRIGGERWARNUNG: Dieses Buch kann zu Schweißausbrüchen, feuchten Händen und Herzrasen führen.
Wer erlebt hat, wie Arbeit das eigene Leben auffrisst, wie Grenzen verschwimmen und man sich selbst verliert, wird hier vieles wiedererkennen.
Charlotte will gefallen – ihrem Vater, ihrem Umfeld, der Idee vom richtigen Leben. Und so nimmt sie einen Job an, der sich bald überall in ihr Leben einschleicht. Freizeit, Privatsphäre, Selbstbestimmung: alles geht nach und nach verloren. Man kennt das. Dieses Denken: Nur einmal kurz durchhalten. Nur kurz vor die Welle kommen. Aber das passiert nicht. Und genau darum geht es.
Caroline Wahl beschreibt diesen schleichenden Absturz mit überraschender Leichtigkeit. Ihre Sprache ist klar, zugänglich, oft durchzogen von trockenem Humor, der nicht vom Schmerz ablenkt, sondern ihn betont. Gerade dieser Kontrast – zwischen Ton und Thema – macht das Buch so kraftvoll. Einige Vorgriffe und Wiederholungen hätten für mich nicht sein müssen, da sie der Geschichte stellenweise ein wenig Dynamik nehmen.
Die Assistentin erzählt eine Geschichte, die viele von uns kennen – aber selten so klar vor Augen geführt bekommen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es hat getroffen, an genau den richtigen Stellen – und einen Abdruck hinterlassen.
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4/5
01.09.2025
eBook (ePUB 3)
Egozentriker entlarvt
Den Eltern zuliebe verzichtet Charlotte auf eine Karriere als Musikerin und wird Assistentin eines berühmten Verlegers in München. Schnell wir die Egozentrik ihres Chefs und der Verschleiß an Assistentinnen, meist junge Frauen, deutlich. Charlotte ist ehrgeizig und bis zum quasi Burnout bereit alles zu geben ...
Caroline Wahl legt den Finger auf das Patriachat. Nicht nur der Verleger, auch der Vater sind ein Beispiel für männliche Egozentrik. Ein Selbstverständnis, das sicher auch in der Literaturbranche üblich ist. Und Caroline Wahl hat früher selbst im Verlag gearbeitet.
Allein ihre Meta-Ebene im Erzählen, das Spoilern und ständige Wiederholen von Fakten, macht die Lektüre nur bedingt vergnüglich.
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