Produktbild: Acqua alta
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Acqua alta

Aus der Reihe marePocket
12

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.06.2026

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

208

Originaltitel

Le naufrage de Venise

Übersetzt von

Kirsten Gleinig

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-690-94008-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.06.2026

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

208

Originaltitel

Le naufrage de Venise

Übersetzt von

Kirsten Gleinig

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-690-94008-5

Herstelleradresse

mareverlag GmbH
Pickhuben 2
20457 Hamburg
DE

Email: mare@marbuch.de

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Desillusionierende Dystopie...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 10.05.2024

Bewertungsnummer: 3029462

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten? (Verlagsbeschreibung) Einen beeindruckenden Roman präsentiert Isabelle Autissier hier. Sie entwirft ein Untergangsszenario Venedigs, das überaus glaubhaft und deshalb um so erschütternder wirkt. Im Zentrum des Geschehens stehen die Mitglieder der Familie Malegatti. Diese sind recht prototypisch gezeichnet, was hier aber passend erscheint, da die drei Figuren für jeweils eine andere Position stehen. Der Vater Guido stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet, die Hochzeit mit der Tochter einer alteingesessenen venezianischen Adelsfamilie war nur das Sahnehäubchen auf seinem Erfolg. Seither stehen ihm alle Türen offen, und so hat er es bis in die Politik geschafft. Als Wirtschaftsrat kümmert er sich nun um die Finanzen der Stadt und fördert den Tourismus um jeden Preis. Er schlägt die Warnungen vor den Folgen für die Lagune und die Stadt in den Wind, und er vertraut bedingungslos dem Sturmflutsperrwerk MO.S.E. (Modulo Sperimentale Elettromeccanico), das bereits Millarden verschlungen hat und für das jedes Jahr weitere 100 Millionen Euro bereitgestellt werden müssen. Die Mutter Maria Alba steht für das alte Venedig und den alten Adel. Immer auf akkurates Auftreten bedacht, widmet sie sich den Schönheiten des Lebens und der Stadt. Maria Alba war nie in finanziellen Nöten und bemüht sich, ihrer Tochter das alte Venedig nahezubringen, sie auf die verfallenden Sehenswürdigkeiten aber auch auf die kleinen Besonderheiten der Stadt aufmerksam zu machen. Auf die zunehmenden Rivalitäten zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter reagiert sie mit Rückzug. Sie ist die Beobachtende, die Abwartende, die das Geschehen und Handeln anderen überlässt. Die Tochter Léa wächst wohlbehütet bei ihren Eltern auf, stellt aber mit Beginn ihres Studiums zunehmend einige Standpunkte ihres Vaters in Frage. Sie erfährt viel über die Folgen des Klimawandels, der Industrialisierung, des Tourismus für ihre Stadt - und begreift, dass sie etwas unternehmen muss. Auch das von ihrem Vater so hochgelobte Sturmflutsperrwerk MO.S.E. sieht sie zunehmend kritisch, und das aus gutem Grund. Zu Beginn nimmt Léa nur an Demonstrationen teil, später geht sie in den aktiven Widerstand und verlässt ihre Familie. All diese Informationen erhält der Leser im Verlauf - nachdem Venedig bereits zerstört wurde. Guido Malegatti hat die Katastrophe überlebt, Mutter und Tochter bleiben vermisst. Monate nach der fürchterlichen Überschwemmung der Stad fährt er mit seinem Boot durch die die Kanäle Venedigs und ist erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung. Rückblicke in die Vergangenheit zeugen von den Streitigkeiten zwischen den Befürwortern von Tourismus und Technik und den Mahnern, die vor der Katastrophe warnten. Acqua alta - das winterliche Hochwasser - nimmt seit Jahren an Häufigkeit zu. Ob MO.S.E. hält, was die Betreiber versprechen, wird die Zukunft zeigen. Penible Recherche liegt diesem Roman zugrunde, der viele Informationen zu den genannten Themen bietet. Sowohl die Funktionsweise des Sturmflutsperrwerks als auch die Argumente für und wider Massentourismus und die Veränderungen in Stadt und Lagune in den letzten Jahrhunderten, v.a. Jahrzehnten werden hier nachvollziehbar dargelegt. Daneben wird immer wieder auch auf die Schönheit Venedigs eingegangen, das Altehrwürdige, die besondere Stimmung zu unterschiedlichen Tageszeiten - und auf den allmählichen Verfall. Wehmut und Desillusion durchziehen den Roman, was das Ende noch bestärkt. Was mag sich nach solch einer Katastrophe ändern? Autissier deutet an: der Mensch wohl nicht. Und das beschränkt sich wohl kaum nur auf die Situation um Venedig…   © Parden

Desillusionierende Dystopie...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 10.05.2024
Bewertungsnummer: 3029462
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten? (Verlagsbeschreibung) Einen beeindruckenden Roman präsentiert Isabelle Autissier hier. Sie entwirft ein Untergangsszenario Venedigs, das überaus glaubhaft und deshalb um so erschütternder wirkt. Im Zentrum des Geschehens stehen die Mitglieder der Familie Malegatti. Diese sind recht prototypisch gezeichnet, was hier aber passend erscheint, da die drei Figuren für jeweils eine andere Position stehen. Der Vater Guido stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet, die Hochzeit mit der Tochter einer alteingesessenen venezianischen Adelsfamilie war nur das Sahnehäubchen auf seinem Erfolg. Seither stehen ihm alle Türen offen, und so hat er es bis in die Politik geschafft. Als Wirtschaftsrat kümmert er sich nun um die Finanzen der Stadt und fördert den Tourismus um jeden Preis. Er schlägt die Warnungen vor den Folgen für die Lagune und die Stadt in den Wind, und er vertraut bedingungslos dem Sturmflutsperrwerk MO.S.E. (Modulo Sperimentale Elettromeccanico), das bereits Millarden verschlungen hat und für das jedes Jahr weitere 100 Millionen Euro bereitgestellt werden müssen. Die Mutter Maria Alba steht für das alte Venedig und den alten Adel. Immer auf akkurates Auftreten bedacht, widmet sie sich den Schönheiten des Lebens und der Stadt. Maria Alba war nie in finanziellen Nöten und bemüht sich, ihrer Tochter das alte Venedig nahezubringen, sie auf die verfallenden Sehenswürdigkeiten aber auch auf die kleinen Besonderheiten der Stadt aufmerksam zu machen. Auf die zunehmenden Rivalitäten zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter reagiert sie mit Rückzug. Sie ist die Beobachtende, die Abwartende, die das Geschehen und Handeln anderen überlässt. Die Tochter Léa wächst wohlbehütet bei ihren Eltern auf, stellt aber mit Beginn ihres Studiums zunehmend einige Standpunkte ihres Vaters in Frage. Sie erfährt viel über die Folgen des Klimawandels, der Industrialisierung, des Tourismus für ihre Stadt - und begreift, dass sie etwas unternehmen muss. Auch das von ihrem Vater so hochgelobte Sturmflutsperrwerk MO.S.E. sieht sie zunehmend kritisch, und das aus gutem Grund. Zu Beginn nimmt Léa nur an Demonstrationen teil, später geht sie in den aktiven Widerstand und verlässt ihre Familie. All diese Informationen erhält der Leser im Verlauf - nachdem Venedig bereits zerstört wurde. Guido Malegatti hat die Katastrophe überlebt, Mutter und Tochter bleiben vermisst. Monate nach der fürchterlichen Überschwemmung der Stad fährt er mit seinem Boot durch die die Kanäle Venedigs und ist erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung. Rückblicke in die Vergangenheit zeugen von den Streitigkeiten zwischen den Befürwortern von Tourismus und Technik und den Mahnern, die vor der Katastrophe warnten. Acqua alta - das winterliche Hochwasser - nimmt seit Jahren an Häufigkeit zu. Ob MO.S.E. hält, was die Betreiber versprechen, wird die Zukunft zeigen. Penible Recherche liegt diesem Roman zugrunde, der viele Informationen zu den genannten Themen bietet. Sowohl die Funktionsweise des Sturmflutsperrwerks als auch die Argumente für und wider Massentourismus und die Veränderungen in Stadt und Lagune in den letzten Jahrhunderten, v.a. Jahrzehnten werden hier nachvollziehbar dargelegt. Daneben wird immer wieder auch auf die Schönheit Venedigs eingegangen, das Altehrwürdige, die besondere Stimmung zu unterschiedlichen Tageszeiten - und auf den allmählichen Verfall. Wehmut und Desillusion durchziehen den Roman, was das Ende noch bestärkt. Was mag sich nach solch einer Katastrophe ändern? Autissier deutet an: der Mensch wohl nicht. Und das beschränkt sich wohl kaum nur auf die Situation um Venedig…   © Parden

Hier wird vorweggenommen, wovor...

Bewertung am 19.04.2024

Bewertungsnummer: 2182151

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Hier wird vorweggenommen, wovor viele warnen: Venedig geht unter! Guido, Wirtschaftsrat von Venedig, muss die Kassen der Stadt füllen, seine Tochter Léa stemmt sich vehement gegen Massentourismus. Realistischer, atmosphärisch packender Roman. Isabelle Autissier at her best!

Hier wird vorweggenommen, wovor...

Bewertung am 19.04.2024
Bewertungsnummer: 2182151
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Hier wird vorweggenommen, wovor viele warnen: Venedig geht unter! Guido, Wirtschaftsrat von Venedig, muss die Kassen der Stadt füllen, seine Tochter Léa stemmt sich vehement gegen Massentourismus. Realistischer, atmosphärisch packender Roman. Isabelle Autissier at her best!

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Acqua alta

von Isabelle Autissier

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Hanna Schöllkopf

OSIANDER Tübingen

Zum Portrait

5/5

Das Ende einer Welt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es war nur eine Frage der Zeit, dass (auch) die Literatur des 21. Jahrhunderts den Untergang Venedigs schreibt. Wie gut, dass es nun Isabelle Autissier ist, die sich mit "Acqua Alta" dieser literarischen Herausforderung stellt! Überraschender Ausgangspunkt: Wir schreiben das Jahr 2021 – und Venedig wurde soeben von einer Sturmflut ausgelöscht. Das auch im 'echten Leben' höchstumstrittene Sturmflutsperrwerk MO.S.E hat versagt. Nur wenige überleben die Katastrophe. Darunter Guido und seine Tochter Lea, die – so erfährt man nach und nach in Rückblende – ganz unterschiedliche Vorstellungen von der 'Rettung' ihrer Stadt hatten. Keine Dystopie in ferner Zukunft also, sondern ein konkret denkbares gegenwärtiges Szenario. Ja, die Autorin hat sich offenbar akribisch mit dem Ökosystem der Venezianischen Lagune auseinandergesetzt, mit dessen nachhaltiger Zerstörung seit Beginn der Industrialisierung, mit den Versuchen von Generationen, das Überleben Venedigs dennoch zu sichern. Die große Kunst dieses schmalen Romans aber liegt darin, diese hinlänglich bekannten harten Fakten zu einem Text zu verdichten, der bewegt, beschäftigt und erlebbar macht, was der Untergang einer Stadt eigentlich bedeutet – fernab abstrakter Simulationen. Mit Isabelle Autissier haben wir eine Autorin, die aus eigener Erfahrung weiß, was es bedeutet, eine Symbiose mit dem Meer einzugehen – schließlich ist sie die erste Frau, die allein im Rahmen einer Regatta 1991 die Welt umsegelte. Und so weiß sie den 'Organismus Venedig', seine Geschichte, Gegenwart und Bewohner empathisch zwischen sämtlichen Zeilen zu lesen und schöpft daraus eine poetische Kraft und zugleich Unmittelbarkeit in der Sprache, die überzeugt. "Acqua Alta" ist zugleich wütender, zärtlicher, trauernder, ohnmächtiger und doch noch immer hoffender (Ab)Gesang – denn noch steht Venedig ja. Meisterhaft gelingt es der Autorin, die ganze Komplexität des aktuellen Diskurses rund um Biodiversität, Klimawandel, Wirtschaft, Tourismus… aufzufächern, ohne zu moralisieren. Vielmehr spielt sie den Ball an den Leser zurück, sodass man nicht umhinkommt, sich die drängende Frage nach dem eigenen Standpunkt und möglichen Handlungsmaximen zu stellen. Schließlich ist Venedigs Lagune nur eines unter vielen gefährdeten Ökosystemen.
  • Hanna Schöllkopf
  • Buchhändler/-in

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5/5

Das Ende einer Welt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es war nur eine Frage der Zeit, dass (auch) die Literatur des 21. Jahrhunderts den Untergang Venedigs schreibt. Wie gut, dass es nun Isabelle Autissier ist, die sich mit "Acqua Alta" dieser literarischen Herausforderung stellt! Überraschender Ausgangspunkt: Wir schreiben das Jahr 2021 – und Venedig wurde soeben von einer Sturmflut ausgelöscht. Das auch im 'echten Leben' höchstumstrittene Sturmflutsperrwerk MO.S.E hat versagt. Nur wenige überleben die Katastrophe. Darunter Guido und seine Tochter Lea, die – so erfährt man nach und nach in Rückblende – ganz unterschiedliche Vorstellungen von der 'Rettung' ihrer Stadt hatten. Keine Dystopie in ferner Zukunft also, sondern ein konkret denkbares gegenwärtiges Szenario. Ja, die Autorin hat sich offenbar akribisch mit dem Ökosystem der Venezianischen Lagune auseinandergesetzt, mit dessen nachhaltiger Zerstörung seit Beginn der Industrialisierung, mit den Versuchen von Generationen, das Überleben Venedigs dennoch zu sichern. Die große Kunst dieses schmalen Romans aber liegt darin, diese hinlänglich bekannten harten Fakten zu einem Text zu verdichten, der bewegt, beschäftigt und erlebbar macht, was der Untergang einer Stadt eigentlich bedeutet – fernab abstrakter Simulationen. Mit Isabelle Autissier haben wir eine Autorin, die aus eigener Erfahrung weiß, was es bedeutet, eine Symbiose mit dem Meer einzugehen – schließlich ist sie die erste Frau, die allein im Rahmen einer Regatta 1991 die Welt umsegelte. Und so weiß sie den 'Organismus Venedig', seine Geschichte, Gegenwart und Bewohner empathisch zwischen sämtlichen Zeilen zu lesen und schöpft daraus eine poetische Kraft und zugleich Unmittelbarkeit in der Sprache, die überzeugt. "Acqua Alta" ist zugleich wütender, zärtlicher, trauernder, ohnmächtiger und doch noch immer hoffender (Ab)Gesang – denn noch steht Venedig ja. Meisterhaft gelingt es der Autorin, die ganze Komplexität des aktuellen Diskurses rund um Biodiversität, Klimawandel, Wirtschaft, Tourismus… aufzufächern, ohne zu moralisieren. Vielmehr spielt sie den Ball an den Leser zurück, sodass man nicht umhinkommt, sich die drängende Frage nach dem eigenen Standpunkt und möglichen Handlungsmaximen zu stellen. Schließlich ist Venedigs Lagune nur eines unter vielen gefährdeten Ökosystemen.

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Isabel Tzschaschel-Laggner

OSIANDER Landsberg

Zum Portrait

5/5

Venedig ist untergegangen ...

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman Acqua alta (das italienische Wort für Hochwasser) beginnt mit einem Horrorszenario: Venedig wurde von einer gigantischen Flutwelle zerstört und ist wie ein Kartehaus zusammengefallen. Guido Malegatti, Wirtschaftssenator und Bauunternehmer Venedigs ist einer der wenigen Überlebenden der Stadt und einer der dieses Drama mitzuverantworten hat. Auch ihm war der wirtschaftliche Erfolg der Stadt wichtiger und naiverweise hat er an MOSE geglaubt, einem gigantischen, unterirdischen, heftig umstrittenen Sperrwerk, das tatsächlich in der Lagune von Venedig gebaut wurde und in der Realität auch schon versagt hat. Ganz nebenbei bemerkt möchte ich auch erwähnen, dass es Wissenschaftler gibt, die im Ernstfall nicht glauben, dass dieses Sperrwerk eine große Sturmflut aufhalten kann. Doch zurück zum Buch: auch die 17-jährige Tochter Guidos hat diese Katastrophe überlebt. Sie hatte sich schon zuvor einer Umweltorganisation angeschlossen, die gegen die Stadtregierung kämpfte, gegen den Ausverkauf Venedigs und die den Fakten ins Auge blickte und Lösungsvorschläge bot. Mit Ihrem Vater hatte sie schon lange abgeschlossen. Dieser reale Hintergrund des Buches, macht den Roman so lebendig und gespenstisch zugleich. Auch der Zusammenbruch und der Untergang Venedigs und der gleichzeitige Zusammenbruch der Familie Malegatti ist meiner Meinung nach ein sehr gelungener Kunstgriff. Ein faszinierendes Buch das mich sehr beschäftigt und berührt hat und das uns daran erinnert, dass dieses Szenario schon bald Realität werden könnte!
  • Isabel Tzschaschel-Laggner
  • Buchhändler/-in

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5/5

Venedig ist untergegangen ...

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman Acqua alta (das italienische Wort für Hochwasser) beginnt mit einem Horrorszenario: Venedig wurde von einer gigantischen Flutwelle zerstört und ist wie ein Kartehaus zusammengefallen. Guido Malegatti, Wirtschaftssenator und Bauunternehmer Venedigs ist einer der wenigen Überlebenden der Stadt und einer der dieses Drama mitzuverantworten hat. Auch ihm war der wirtschaftliche Erfolg der Stadt wichtiger und naiverweise hat er an MOSE geglaubt, einem gigantischen, unterirdischen, heftig umstrittenen Sperrwerk, das tatsächlich in der Lagune von Venedig gebaut wurde und in der Realität auch schon versagt hat. Ganz nebenbei bemerkt möchte ich auch erwähnen, dass es Wissenschaftler gibt, die im Ernstfall nicht glauben, dass dieses Sperrwerk eine große Sturmflut aufhalten kann. Doch zurück zum Buch: auch die 17-jährige Tochter Guidos hat diese Katastrophe überlebt. Sie hatte sich schon zuvor einer Umweltorganisation angeschlossen, die gegen die Stadtregierung kämpfte, gegen den Ausverkauf Venedigs und die den Fakten ins Auge blickte und Lösungsvorschläge bot. Mit Ihrem Vater hatte sie schon lange abgeschlossen. Dieser reale Hintergrund des Buches, macht den Roman so lebendig und gespenstisch zugleich. Auch der Zusammenbruch und der Untergang Venedigs und der gleichzeitige Zusammenbruch der Familie Malegatti ist meiner Meinung nach ein sehr gelungener Kunstgriff. Ein faszinierendes Buch das mich sehr beschäftigt und berührt hat und das uns daran erinnert, dass dieses Szenario schon bald Realität werden könnte!

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