Produktbild: Der Totengräber und der Orden des Teufels (Die Totengräber-Serie 5)
Band 5
Artikelbild von Der Totengräber und der Orden des Teufels (Die Totengräber-Serie 5)
Oliver Pötzsch

1. Der Totengräber und der Orden des Teufels (Die Totengräber-Serie 5)

Der Totengräber und der Orden des Teufels (Die Totengräber-Serie 5) Ein neuer Fall für Leopold von Herzfeldt | Grabschändung und ein bestialischer Mord zwingen den Totengräber zu ermitteln

Aus der Reihe Die Totengräber-Serie
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11
23,99 € inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Verkaufsrang

312

Gesprochen von

Hans Jürgen Stockerl

Spieldauer

18 Stunden und 47 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

25.06.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

33

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783844944808

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Hörbuch Hamburg

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Deutsch

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9783844944808

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  • Michael Sterzik

    aus Wallenhorst

    5/5

    16.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Ein brillanter historischer Kriminalroman, der tief in die Abgründe der Belle Époque blickt und die Vorboten einer globalen Katastrophe seziert.

    Die Existenz von Geheimbünden ist längst kein Mythos mehr, sondern eine fundierte historische Realität. Für Außenstehende bleiben sie dennoch seit jeher ein faszinierendes Mysterium – ein fruchtbarer Nährboden für wilde Spekulationen über okkulte Rituale, elitäre Aufnahmeprozesse und drakonische Strafen bei Verrat. Auch wenn vieles davon, befeuert von Schauerliteratur und Verschwörungsmythen, ins Reich der Fiktion gehört, lässt sich eine Tatsache kaum leugnen: Komplexe, im Verborgenen agierende Netzwerke ziehen oft als graue Eminenzen die Fäden und beeinflussen entscheidende Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Militär. Die wahren Motive hinter dem Okkulten Oft eilt diesen elitären Zirkeln der Ruf voraus, sich dunklen Mächten oder gar der Teufelsanbetung hinzugeben. Zwar mag dies in Einzelfällen einen makabren, okkulten Kern haben, doch die tatsächlichen Triebfedern dieser Logen sind zutiefst weltlich und erschreckend menschlich. Es ist der unstillbare Hunger nach Macht, nach Einfluss und bedingungsloser gesellschaftlicher Dominanz, der als wahrer Motor hinter dem Streben steht, die Weltordnung nachhaltig nach den eigenen Vorstellungen zu verändern. Besonders in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Krisen, wenn das Fundament eines Staates wankt und die Unsicherheit regiert, entfalten solche verdeckten Strukturen ihre fatalste Wirkung. Es ist ein wiederkehrendes, zerstörerisches Muster der Geschichte, dass in Epochen des gesellschaftlichen Umbruchs pauschale Sündenböcke gesucht werden – seien es Zugewanderte, Minderheiten oder andere marginalisierte Randgruppen. Wie gnadenlos und radikal diese Ausgrenzung enden kann, dokumentieren die dunkelsten Kapitel unserer Vergangenheit auf bittere Weise. Genau an dieser historischen Bruchstelle setzt Oliver Pötzsch an. Wien 1896: Ein Abstieg in die Abgründe der Gesellschaft Genau in dieses flirrende historische Spannungsfeld führt uns Pötzsch mit einem erschütternden Fall im mondänen Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Unter der prunkvollen, walzerseligen Oberfläche der k. u. k. Monarchie gärt es gewaltig. Eine junge Frau fällt einem bestialischen Mord zum Opfer, der mit morbider Präzision als scheinbar satanistische Messe inszeniert ist. Die Leiche – mit durchgeschnittener Kehle und beraubt um Zunge und Herz – gibt der Polizei grausige Rätsel auf und lässt selbst abgebrühte Beobachter schaudern. Als Inspektor Leopold von Herzfeldt die brisanten Ermittlungen übernimmt, stößt er schnell auf eine Mauer des Schweigens und gerät rasch in das elitäre Umfeld einer verschwiegenen Freimaurer-Loge. Die Ermittlungen gleichen einem Tanz auf dem Vulkan, bei dem sich unweigerlich die Frage aufdrängt: Hat er es hier tatsächlich mit einem wahnhaften, okkulten Teufelskult zu tun, oder dient die satanische Inszenierung lediglich als groteske Maskerade für ein viel profaneres, politisches Komplott? Unerwartete Unterstützung erhält der moderne Ermittler von ungewöhnlicher Seite. Es ist eine Truppe, die in ihrer Konstellation grandios erdacht ist und dem Roman seine unverwechselbare Dynamik verleiht: • Augustin Rothmayer: Ein exzentrischer Totengräber, der durch eine unheilvolle Grabschändung auf dem Zentralfriedhof auf den Plan gerufen wird und dessen lakonisches Fachwissen über den Tod unersetzlich wird. • Julia Wolf: Herzfeldts Verlobte. Als scharfsinnige und unerschrockene Reporterin durchbricht sie die patriarchalen Konventionen ihrer Zeit und liefert entscheidende Puzzleteile. • Dr. Sigmund Freud: Ein noch junger, aufstrebender Nervenarzt, dessen analytischer Verstand sich als unbezahlbar erweist, um die menschlichen und gesellschaftlichen Psychosen hinter dem Fall zu entschlüsseln. Der Keim des Verderbens Dieses ungleiche, aber brillante Quartett taucht im Zuge der Ermittlungen tief in die moralischen Abgründe der Wiener Haute Volée ein. Ihre gefährliche Spurensuche offenbart nach und nach ein perfides Geflecht aus okkulten Riten und antisemitischen Geheimbünden, die tief in die Schaltzentralen der Macht reichen. Hier zeigt sich die wahre Meisterschaft des Autors: Pötzsch liefert nicht nur einen hochspannenden Thriller, sondern legt präzise den Keim einer zerstörerischen Ideologie frei, die – getarnt unter dem Deckmantel elitären Brauchtums – Jahrzehnte später die gesamte Welt ins Verderben stürzen wird. Ein herausragender Roman, der durch seine historische Weitsicht und psychologische Tiefe lange nachhallt. Die Charakterzeichnung erweist sich in diesem Band als überaus gelungen und fein ausbalanciert. Jeder Figur wird der nötige Raum zur Entfaltung zugestanden. Besonders erfreulich: Der exzentrische Totengräber Augustin Rothmayer tritt erzählerisch wieder spürbar offensiver ins Rampenlicht. Auch seiner Ziehtochter Anna begegnen wir erneut – und durch sie webt Pötzsch überaus geschickt einen zentralen gesellschaftlichen Diskurs der Epoche in die Handlung ein. Anna verkörpert den zähen Kampf der Frauen, sich in einer von archaischen Mustern dominierten Männerwelt einen eigenständigen, selbstverantwortlichen Platz zu erstreiten. Kein Einstieg für Neulinge Ein Wort der Warnung an dieser Stelle: „Der Totengräber und der Orden des Teufels“ verwehrt sich konsequent dagegen, als isolierter Standalone-Roman gelesen zu werden. Das fortlaufende Beziehungsgeflecht der Protagonisten, ihre gewachsenen Abhängigkeiten und die vielschichtige Vorgeschichte haben mittlerweile eine erzählerische Komplexität erreicht, die zwingend nach der Kenntnis der Vorgängerbände verlangt. Wer hier quer einsteigt, beraubt sich selbst der faszinierenden Figurenentwicklung. Fortschritt am Rande des Abgrunds Dass Oliver Pötzsch das Handwerk der Spannungserzeugung beherrscht, steht außer Frage. Seine wahre Stärke liegt in diesem Roman jedoch in der exzellenten Einbettung des historischen Zeitgeistes. Er fängt die fiebrige Atmosphäre einer Welt im Umbruch ein – einer Ära, in der rasante Entwicklungen in Wissenschaft, Technik und Medizin den Takt vorgeben. Es ist das grandiose Porträt einer Gesellschaft, die mit Siebenmeilenstiefeln in eine neue Zeit stürmt und dabei blindlings jenen Abgrund ansteuert, der das kommende Jahrhundert definieren wird. Fazit Oliver Pötzsch liefert hier weit mehr als nur fesselnde Unterhaltung. Es ist ein historischer Kriminalroman von beklemmender Aktualität, dessen tiefere Botschaft mühelos den Bogen in unsere Gegenwart spannt. Ein erzählerisch starkes, atmosphärisch dichtes Werk, das selbst höchste literarische Erwartungshaltungen nicht nur bedient, sondern mühelos übertrifft. Kurzum: Ein großartiges Leseerlebnis.

  • melange

    aus Bonn

    5/5

    30.07.2026

    eBook (ePUB)

    Großartig

    Zum Inhalt: Leo Herzfeldt muss an zwei Fronten kämpfen; Im Privatleben droht die Enterbung, wenn er seine Julia heiratet, beruflich wird er mit einem Mord betraut, der nicht nur mit den oberen Zehntausend zu tun hat, sondern obendrein satanistische Merkmale aufweist, die auf die Freimaurer zu deuten scheinen. Glücklicherweise kann er sich auf sein Team inner- und außerhalb der Polizei verlassen. Mein Eindruck: Der bislang beste Band der Serie (und es gab schon viele sehr gute). Nicht nur gut recherchiert und an interessanten Orten spielend, ist die Geschichte zusätzlich spannend bis ins Mark und bis zum Schluss überraschend bei der Tätersuche. Da sich Pötzsch schon bei den Vorgängern nicht dabei lumpen ließ, auch wichtig erscheinende Figuren über die Klinge springen zu lassen, hat man an vielen Stellen wirklich Angst um die liebgewonnenen Nebencharaktere um Leo, Julia und natürlich Augustin Rothmayer, den titelgebenden Totengräber. Humor und Wiener Schmäh machen den Genuss komplett, auch wenn die immer mehr um sich greifenden Judenfeindlichkeit wahrscheinlich irgendwann zu einem Ende der Reihe führen wird. Und das ist unsagbar schade! Mein Fazit; Ein echter Pageturner vor dem Herrn und allen seinen Engeln... auch den gefallenen...

  • Flyspy

    5/5

    29.07.2026

    eBook (ePUB)

    Der Anfang vom Ende

    Erneut ist Oliver Pötzsch ein historischer Wien-Krimi gelungen, der uns in dunkle Abgründe der Gesellschaft eintauchen lässt. Mutmaßliche Teufelsanbetung, dazu Grabschändung und die immer stärker auftretende antisemitische Bewegung lassen eine Weltanschauung reifen, die die Welt Jahre später ins Unglück stürzt. Das eingespielte Team um Leopold, seiner Verlobten Julia und dem Totengräber Augustin ist hier mehrfach gefordert, zumal die Unterstützung durch den Polizeiapparat nicht wie geboten erfolgt. Es wird persönlich gefährlich und der Spannungsbogen wird beständig hochgehalten. Auch im privaten Umfeld passiert viel. Leopolds Vater stirbt, es geht um das Erbe. Er und Julia wollen heiraten und sind auf Wohnungssuche. Augustins Pflegetochter Anna wird zunehmend erwachsener und folgt ihren eigenen Ideen. Auch dem jungen Dr. Sigmund Freud ist in diesem Krimi eine Rolle zugeschrieben, die sehr gut ausgearbeitet wurde. Dies ist inzwischen der fünfte Fall des Wiener Trios und er hat mich erneut begeistert. Auf jeden Fall empfehle ich die Bücher von Beginn an zu lesen, da man sonst die Entwicklung der Charaktere mit allen Facetten aus deren Privatleben nicht angemessen folgen kann. Oliver Pötzsch ist wieder ein historischer Krimi gelungen, der einen nicht loslässt. Sein Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch, wirkt dennoch ausgesprochen leicht - er kann Ge-schichten so erzählen, dass man regelrecht darin eintaucht. Seine Protagonisten werden stimmig charakterisiert und entwickeln sich auch in der Serie weiter, genau wie das Beziehungsgeflecht der Personen untereinander. Der Autor nimmt einen mit in eine Zeit des Umbruchs. Wissenschaft und Technik sind auf dem Vormarsch, davon profitiert auch die Kriminalistik. Die neuen Erkenntnisse stehen im Widerspruch zu alten Überzeugungen, die nur langsam aufgeweicht werden können. Die Aufklärung der Kriminalfälle bleibt bis zum Ende offen und spannend, die Erzählstränge, die sich mit dem Privatleben beschäftigen, runden alles gelungen ab. Ich hoffe auf weitere Fälle aus dem historischen Wien!

  • Annabell95

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    26.07.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Tat des Teufels

    Wien 1896: Eine junge Frau wird unter mysteriösen, ritualhaften Umständen ermordet aufgefunden. Inspektor Leopold von Herzfeldt stößt bei seinen Ermittlungen auf eine einflussreiche Freimaurerloge, während Totengräber Augustin Rothmayer eine verstörende Grabschändung entdeckt, die den Fall noch rätselhafter macht. Mit Hilfe von Julia Wolf und dem jungen Sigmund Freud versucht das Team, den Täter zu entlarven, doch die Spur führt in gefährliche Kreise und bringt besonders den Totengräber in große Gefahr. “Der Totengräber und der Orden des Teufels” ist der fünfte Band der Totengräber-Reihe, die im historischen Wien spielt. Der Fall selbst ist in sich selbst abgeschlossen und kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wie bei allen anderen Reihen aber auch, empfiehlt es sich die Vorgängerbände zu kennen um in den vollen Genuss der Geschichte um die Charaktere zu kommen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen mit einem Hauch Humor und wienerischem Dialekt, der voll und ganz zum Setting in Wien passt. Dadurch wirkt alles sehr authentisch und durch die bildhafte Erzählweise werden die Handlungsorte sowie die Charaktere auch sehr lebendig. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, sodass es dynamisch und vielschichtig bleibt. Der Fall selbst überrascht mit Wendungen, falschen Fährten und Momenten, in denen man intensiv miträtselt. Besonders gelungen ist der Einbau von Sigmund Freud, der sich wunderbar ins historische Setting einfügt und zusätzliche Tiefe bringt. Ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der das historische Wien mit all seinen Schattenseiten, gesellschaftlichen Strömungen und skurrilen Figuren lebendig macht. Es wurden historische Fakten, Freimaurer-Geheimnisse, Irrenhäuser, Zeitungsintrigen und die Meinungen der damaligen Zeit so geschickt mit dem Kriminalfall verbunden, dass man völlig in die Epoche eintaucht. Da ich die Vorgängerbände bereits kenne, konnte ich sofort wieder Zugang zu den Charakteren finden und eine Bindung aufbauen. Die Hauptcharaktere Leo, Julia, Anna und Augustin Rothmayer sind alle sehr sympathisch, greifbar und ihre persönliche Geschichte wurde sehr schön weiterentwickelt. Am Besten ist immer noch der Totengräber Augustin Rothmayer, ein uriger Kautz, klug, verschroben und liebenswert. Mein Fazit: Ein spannender, atmosphärischer und historisch fundierter Wien-Krimi, der mit starken Figuren, cleveren Wendungen und einem unverwechselbaren Flair überzeugt. Klare Leseempfehlung für alle, die historische Krimis lieben.

  • hasirasi2

    aus Dresden

    5/5

    24.07.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Das Auge der Vorsehung

    Wien 1896: „Inspektor Herzfeld, glauben Sie an den Teufel? Es sieht nämlich so aus, als wäre Satan persönlich in Wien aufgetaucht.“ (S. 31) Im Haus der ehemaligen Schauspielerin Sophia von Tatten soll ihr Sohn Ferdinand eine Teufelsanbetung durchgeführt haben, bei der ein rituelles Menschenopfer dargebracht wurde. Das Opfer ist Pauline Bellheimer, die Tochter der Nachbarn. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten, Zunge und Herz wurden entfernt und ihr Körper mit satanischen Symbolen verunstaltet. Ferdinand wird nackt, blutverschmiert und schlafend vor dem Haus aufgefunden. Verhören kann man ihn jedoch nicht – entweder ist er dem Wahnsinn verfallen oder er spielt seine Rolle erschreckend überzeugend. Dank seiner einflussreichen Mutter landet er nicht im Wiener Landgericht, sondern in einem privaten Sanatorium. Als Leo seiner Verlobten Julia von dem Fall erzählt, denkt die Journalistin sofort an Sigmund Freud, über den sie gerade ein Porträt schreibt. Der junge Nervenarzt sorgt mit seinen Hypnose-Experimenten für Aufsehen. („Ich bin ein Archäologe, der verschüttet Erinnerungen ausgräbt.“ (S. 57) Vielleicht könnte ausgerechnet Freud Ferdinand dazu bringen, über die grausamen Ereignisse zu sprechen. Leo sucht Rat bei Totengräber Augustin Rothmayer. Dieser erkennt die Zeichen auf Paulines Körper als das „Auge der Vorsehung“, ein Symbol, das unter anderem den Freimaurern zugeschrieben wird. Um sie ranken sich düstere Gerüchte über Teufelsmessen und geheime Aufnahmerituale, bei denen Verrätern die Kehle durchgeschnitten sowie Herz und Zunge entfernt werden. Als weitere Opfer auftauchen, die nach demselben grausamen Muster ermordet wurden, ohne dass eine Verbindung zwischen ihnen erkennbar ist, verdichten sich die Rätsel. Schließlich wird auch noch Beethovens Grab auf dem Zentralfriedhof geschändet. Für Augustin gibt es nun kein Halten mehr: Er will Leo unbedingt bei den Ermittlungen unterstützen – und bringt sich damit selbst in höchste Gefahr. Auch der fünfte Band der Reihe von Oliver Pötzsch ist wieder ungemein spannend und atmosphärisch dicht erzählt. Das Wien der Jahrhundertwende befindet sich im Umbruch: Die Welt wird moderner, schneller und komplexer, und viele Menschen fühlen sich von diesem Wandel überfordert. Genau dieses Phänomen untersucht Sigmund Freud mit seiner Forschung zur Neurasthenie – der nervlichen Erschöpfung durch die moderne Zeit. Gleichzeitig brodelt die politische Stimmung. Rechtsnationale Kräfte und ihre Zeitungen instrumentalisieren die grausamen Morde, um gegen Juden, Freimaurer, Ausländer und Anarchisten zu hetzen. Auch Polizeirat Moritz Stukart und Leo geraten wegen ihrer jüdischen Abstammung zunehmend ins Visier. Als sich schließlich auch noch der Vizebürgermeister einmischt und den ehemaligen Polizeichef von Linz zum Leiter einer neuen politischen Polizeiabteilung ernennt, wird ihnen der Fall kurzerhand entzogen. Doch nicht nur beruflich steht Leo unter Druck. Sein verstorbener Vater greift noch immer in sein Leben ein: Sollte Leo seine Verlobung mit Julia nicht lösen, wird er enterbt. Wie soll er ihr das nur erklären? Auch Augustin Rothmayer hat mit privaten Sorgen zu kämpfen. Seine Adoptivtochter Anna steckt mitten in der Pubertät und verbringt immer mehr Zeit im gerichtsmedizinischen Institut bei Professor Hofmann. Dieser fördert ihr außergewöhnliches Talent und macht ihr Mut, vielleicht zu den ersten Studentinnen Wiens zu gehören – die Zeit des gesellschaftlichen Wandels könnte ihr diese Möglichkeit tatsächlich eröffnen. Oliver Pötzsch verbindet historische Fakten, gesellschaftliche Entwicklungen und einen packenden Kriminalfall erneut zu einem fesselnden Pageturner. Die Vielzahl an Verdächtigen, immer neue Spuren und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man bis zum Schluss miträtselt. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Autor den aufkommenden Antisemitismus und die politischen Strömungen jener Zeit einarbeitet – Entwicklungen, in denen sich bereits die Vorboten des Nationalsozialismus und sogar erste Hinweise auf das Hakenkreuz erkennen lassen. Hervorragend recherchiert, atmosphärisch dicht und bis zur letzten Seite spannend.

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    Sabine Brandstetter

    OSIANDER Pfaffenhofen

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    5/5

    22.07.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Tödliche Rituale in Wien der Jahrhundertwende

    Bei einer vermeintlich satanistischen Messe wurde eine junge Frau bestialisch ermordet- ihre Kehle durchgeschnitten, Zunge und Herz fehlen. Inspektor Leopold von Herzfeldt ermittelt und stößt dabei auf eine Freimaurer-Loge. Findet er hier seinen Mörder? Eile ist geboten, denn es gibt noch weitere Opfer. Ich liebe diese vielschichtigen historischen Krimi von Oliver Pötzsch. Absolute Leseempfehlung!!!

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