Nach dem Tod des Vaters treffen sich die drei erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus im Elternhaus, um den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Alle versuchen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden, doch im Spannungsfeld zwischen alten Mustern und der veränderten Familienkonstellation bringen Verletzungen aus der Kindheit die Geschwister an ihre Grenzen. Andrea fühlt sich von der engen Beziehung zwischen ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter ausgeschlossen, Ulrika sieht in Andrea nur Papas Liebling, die immer alles bekommen hat, was sie wollte, und Rasmus, der Jüngste, steht schon seit jeher im Schatten seiner Schwestern. Als auffällt, dass einige Gegenstände aus dem Haus verschwunden sind, kommt es zum Eklat, und drei verschiedene Versionen einer gemeinsamen Kindheit prallen aufeinander.
Mit messerscharfen Beobachtungen und emotionaler Tiefe erzählt Moa Herngren von der Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen und stellt die wichtige Frage: Wem gehört die Wahrheit über die gemeinsame Vergangenheit?
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
4/5
01.06.2026
eBook (ePUB)
anders als erwartet, aber gut!
ich bin mit dem gefühl reingegangen das es um eine ziemlich klassische familiengeschichte geht aber ziemlich schnell hat mich das buch eher so in dieses unangenehme jeder hat seine eigene wahrheit -ding reingezogen. ich hatte beim lesen oft das gefühl das ich zwischen den fronten stehe und niemand so ganz recht hat aber auch niemand komplett unrecht. das cover wirkt auf mich eher schlicht und ruhig, fast schon ein bisschen distanziert was gut zu dieser angespannten geschwisterbeziehung passt. es schreit nicht nach drama obwohl genau das im inneren passiert. der schreibstil ist sehr klar und leicht zu lesen, ich bin echt gut durchgekommen aber es ist kein buch das einen durch tempo packt sondern eher durch diese ständigen kleinen reibungen zwischen den figuren. manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr emotionale nähe gewünscht aber vielleicht ist genau diese distanz auch gewollt. die geschwister haben mich ziemlich beschäftigt weil ich ständig meine meinung geändert habe, je nachdem aus welcher perspektive ich gerade gedacht habe. das hat sich sehr echt angefühlt weil familien ja oft genau so funktionieren.. jeder erlebt es anders. am meisten hat mich dieses thema von verletzung und missverständnissen interessiert weil man beim lesen merkt wie schnell sich jahre alte dinge festsetzen und alles neue überlagern. insgesamt war es für mich ein ruhiger aber ziemlich intensiver roman der lange nachwirkt. ich würde es allen empfehlen die gern realistische familiengeschichten lesen bei denen es keine klaren schuldigen gibt sondern eher viele grautöne.
Isabel (engi)
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
08.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Familie. Drei Perspektiven. Unzählige Gefühle ...
Ein Highlight! Was für ein großartiger Roman! Moa Herngren hat mich mit „Geschwister“ emotional gepackt und gleichzeitig immer wieder darüber nachdenken lassen, wie unterschiedlich Menschen ein und dieselbe Vergangenheit wahrnehmen können.
Im Mittelpunkt stehen die drei erwachsenen Geschwister Ulrika/Ullis, Andrea/Nea und Rasmus/einfach nur Rasmus. Nachdem ihr Vater gestorben ist, treffen sie sich im Elternhaus, um den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Eigentlich könnte dieser Tag ein gemeinsamer Moment des Zusammenhalts werden – doch stattdessen brechen alte Wunden, Rivalitäten und längst verdrängte Konflikte wieder auf.
Ullis, die Älteste, empfindet die Beziehung zwischen ihrer Mutter und Andrea als besonders eng und sieht in ihrer jüngeren Schwester noch immer das verwöhnte Lieblingskind des Vaters. Andrea, die Mittlere, wiederum fühlt sich von ihrer großen Schwester ausgeschlossen und glaubt, für die Familie immer besonders viel leisten und zusammenhalten zu müssen. Und dann ist da Rasmus, der Jüngste, der sein Leben lang zwischen seinen beiden Schwestern stand und sich dabei häufig und vollkommen zu Recht wie ein Außenseiter innerhalb der eigenen Familie gefühlt hat.
Als nach dem Tod des Vaters auffällt, dass Gegenstände aus dem Elternhaus verschwunden sind, eskaliert die Situation. Plötzlich geht es längst nicht mehr nur um ein paar Dinge, sondern um alte Verletzungen, um Anerkennung, Liebe, Bevorzugung und die Frage, wer eigentlich das Recht hat, die gemeinsame Vergangenheit zu erzählen.
Genau hier liegt für mich die große Stärke dieses Romans: Moa Herngren erzählt die Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven der drei Geschwister. Und je mehr man liest, desto deutlicher wird, dass jeder von ihnen seine ganz eigene Wahrheit besitzt. Ein Ereignis, das für Ulrika eine bestimmte Bedeutung hatte, kann Andrea oder Rasmus völlig anders erlebt haben. Dadurch verändert sich der Blick auf die Figuren immer wieder – und genau das hat mich so fasziniert. Während meine Sympathien zu Anfang eindeutig bei Andrea lagen, änderte sich mein Blickwinkel immer wieder, je tiefer ich in das Buch eintauchte.
Besonders beeindruckend fand ich, wie authentisch die Autorin familiäre Dynamiken beschreibt. Neid, Eifersucht, Schuldgefühle, Missverständnisse und der Wunsch nach Anerkennung verschwinden nicht einfach, nur weil man erwachsen wird. Manche Verletzungen aus der Kindheit begleiten einen ein Leben lang und beeinflussen Beziehungen, ohne dass man es selbst immer bemerkt.
Und obwohl ich zeitweise mit einzelnen Figuren gehadert habe, konnte ich sie doch alle verstehen. Niemand ist hier ausschließlich Opfer oder Täter. Jeder trägt seine eigene Geschichte, seine eigenen Erinnerungen und seine eigenen blinden Flecken mit sich herum. Gerade dadurch wirken Ulrika, Andrea und Rasmus unglaublich menschlich und glaubwürdig. Wie schade, dass sie so viele Jahre unwiederbringliche Lebenszeit damit verbracht haben, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
„Geschwister“ ist für mich kein oberflächlicher Familienroman, sondern eine psychologisch sehr fein beobachtete Geschichte über die Macht von Erinnerungen, die Zerbrechlichkeit familiärer Beziehungen und die Frage, ob es überhaupt eine einzige Wahrheit über die eigene Kindheit geben kann.
Moa Herngren schreibt präzise, emotional und schonungslos ehrlich. Sie schafft es, mich gleichzeitig zu berühren, zu ärgern und zum Nachdenken zu bringen. Und genau solche Bücher bleiben bei mir hängen.
Für mich ist „Geschwister“ ein absolut lesenswerter, intensiver und bemerkenswert authentischer Familienroman. Dafür gibt es von mir fünf dicke, fette Sterne verbunden mit einer überzeugten Leseempfehlung. Diese Autorin werde ich im Auge behalten!
Bewertung
aus Berlin
5/5
07.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine authentische Familiengeschichte
Moa Herngren erzählt in ihrem neuen Roman „Geschwister“ von der Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen und stellt die wichtige Frage: Wem gehört die Wahrheit über die gemeinsame Vergangenheit?
Die von der Autorin aufgebaute dichte Atmosphäre und der Perspektivwechsel zwischen den Geschwistern, entwickelt schnell eine absolute Sogwirkung.
Nach dem Tod des Vaters treffen sich die drei erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus im Elternhaus, um den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Alle versuchen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden, doch im Spannungsfeld zwischen alten Mustern und der veränderten Familienkonstellation bringen Verletzungen aus der Kindheit die Geschwister an ihre Grenzen. Andrea fühlt sich von der engen Beziehung zwischen ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter ausgeschlossen, Ulrika sieht in Andrea nur Papas Liebling, die immer alles bekommen hat, was sie wollte, und Rasmus, der Jüngste, steht schon seit jeher im Schatten seiner Schwestern. Als auffällt, dass einige Gegenstände aus dem Haus verschwunden sind, kommt es zum Eklat, und drei verschiedene Versionen einer gemeinsamen Kindheit prallen aufeinander.
Im ersten Teil erzählt Andrea aus ihrer Perspektive verwoben mit Erinnerungen an die Vergangenheit: Sie hat das Gefühl, sich um alles kümmern zu müssen. Sie ist doch diejenige, die sich um die Beerdigung ihres Vaters gekümmert hat und sich um ihre Mutter sorgt. Das Ansehen ihres geliebten Vaters ist ihr besonders wichtig und deshalb kann sie nicht verstehen, warum ihre Mutter und ihre Geschwister, dies so gleichgültig lässt. Besonders die innige Beziehung zwischen ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester Ulrika, ist ihr ein Dorn im Auge. Dann hat sie noch die Belastung mit ihrem Architekturbüro, ihrem Mann Dan und ihrer Tochter Livan aber trotzdem scheint sie wie ein Wirbelwind alles zu schaffen.
Im zweiten Teil erzählt Ulrika aus ihrer Perspektive verwoben mit Erinnerungen an die Vergangenheit: Irgendwie hat sie kein Glück mit den Männern und muss hart für ihren Unterhalt und den ihres Sohnes, arbeiten. Verständnis für ihre Situation bekam sie nie von ihrem Vater, denn seit dem Vorfall aus der Kindheit als Andrea fast ertrunken wäre, zeigt er ihr gegenüber nur Ablehnung. Ulrika kümmert sich rührend um ihre Mutter, denn sie verbindet ein Geheimnis, worüber sie nicht reden wollen, bis Andrea immer fordernder und aufdringlicher wird.
Ulrike und Andrea geraten in Streit und dazwischen steht Rasmus.
Im dritten Teil erzählt Rasmus aus seiner Perspektive verwoben mit Erinnerungen an die Vergangenheit: Rasmus ist das Nesthäckchen der Familie und kann sich nicht an ein Zusammenleben mit Ulrika erinnern sondern an sein inniges Verhältnis zu Andrea, die ja noch zu Hause gewohnt hatte. Er steht im Schatten seiner Schwestern und versucht sich immer geschickt im Hintrgrund zu halten bis zu dem Tag als es zum großen Streit der Schwestern kommt. Rasmus ist hin und her gerissen und steht zwischen den beiden Streithähnen. Endlich gelingt es ihm, dieses toxische Verhalten seiner Schwestern hinter sich zu lassen und merkt schnell, dass er ohne sie besser klar kommt und endlich aufatmen kann. Seine Freundschaft zu Hannes wird immer inniger und Rasmus stellt sich seiner Veranlagung.
Fazit:
Ein beeindruckend realistischer Familienroman, der geschickt und authentisch familiäre Kränkungen und Verletzungen aus den verschiedenen Perspektiven mit überraschenden Wendungen erzählt. Alle drei Geschwister haben ihre Stärken und Schwächen und doch spürte ich, was sie bis in die Gegenwart, geprägt hat. Mich konnte die Geschichte von der ersten Zeile an fesseln. Gerne empfehle ich dieses Buch allen, die gerne Familienromane lesen.
Marita Robker-Rahe
Thalia Book Circle Community
5/5
07.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
einfach nur toll
Moa Herngren ist eine sehr differenzierte Beobachterin, wie sie in ihren bisher erschienenen Bücher immer wieder beweist.Ihr psychologischer Blick auf Beziehungskonstellationen, ob nun bei Paaren, Mutter-Kind Beziehungen oder wie hier Geschwisterbeziehungen ist psychologisch ausgefeilt, fasziniert mich als Leserin und lässt mich noch lange über das Gelesene nachdenken.
Beginnend tut dieses Geschichte mit dem Geburtstag der Mutter und dem mittleren Kind Andrea, die Macherin der Familie ist, sich immer verantwortlich fühlt, da ihr ältere Schwester Ulrika so chaotisch und auch lethargisch in wichtigen Dingen, die es zu erledigen gibt , ist. Ihr Bruder, Rasmus, bekommt in der Familiengeschichte wenig Aufmerksamkeit und hat mir eigentlich nur leid getan.
Im zweiten Kapitel kommt Ulrika zu Wort, die natürlich ihre eigene Sicht auf die Dinge hat,die ich sehr interessant fand.
Der Leser erfährt viel über das was in der Familie passiert ist, wie die Beziehungen der einzelnen Familienmitgliedern untereinander sind und waren, von Gefühlen und Geschehnissen, die die Familiendynamiken immer wieder beeinflusst haben.
Die Autorin hat einen bezwingenden Schreibstil, einen mehr als interessanten psychologischen Blick auf die Dinge, sodass ich dieses Buch wärmstens empfehle.Absolut lesenswert.
Bewertung
5/5
25.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gerechtigkeit ist schwer unter Geschwistern
Drei Geschwister - drei Kapitel
Es wird aus jeder Perspektive erzählt und somit ergibt sich jedes mal eine andere Sichte der Dinge und der Erinnerungen.
Was für den einen gut wahr, erinnert sich ein anderer es sehr negativ.
Und so zieht sich das durch das Leben der drei Geschwister
Wurde dem einen was von der Mutter gegeben natürlich heimlich, bekam es ein anderes raus und der Streit begann.
So zieht sich das durch ihr Leben.
Der Vater hatte ein Kind zu dem er mehr Zugang hatte durch die gemeinsamen Interessen, die Mutter tat es ihm gleich.
und das dritte Kind, ja wo blieb das ?
Wie es in jeder Familie vorkommen kann, begannen dadurch die Probleme und ziehen weiter als der Vater verstirbt, die Mutter will das Haus nur einem ihrer Kinder vermachen, weil es eben viel Pech im Leben hatte.
Und wie wird das nach dem Tod der Mutter ausgehen ?
Werden die Kinder weiter streiten ?
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5/5
06.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Soziogramm einer Familie
Schon in ihren vorhergehenden Romanen “Schwiegermutter” und “Scheidung” bewies die Autorin ihre Erzählkunst über Beziehungsdynamiken innerhalb der Familie. Auch in ihrem neuen Buch widmet sie sich diesem Thema. Drei Geschwister wachsen unter gleichen Bedingungen auf und doch nehmen alle ihre Kindheit unterschiedlich wahr und so stellt sich die Frage: kann man seinen Erinnerungen überhaupt trauen? Als auch noch Erbgegenstände verschwinden, wird alles auf den Kopf gestellt.
Eine packend erzählte Familiengeschichte!
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