Produktbild: Madame Lazare

Madame Lazare Roman; aus dem Irischen übersetzt, irischer Bestseller, preisgekrönt

Aus der Reihe Literatur von Welt
9

19,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Ja

Family Sharing

Nein

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

53010

Erscheinungsdatum

23.03.2026

Verlag

Alfred Kröner Verlag

Seitenzahl

227 (Printausgabe)

Dateigröße

568 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Elvira Veselinovic

Sprache

Deutsch

EAN

9783520630957

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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23.03.2026

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Alfred Kröner Verlag

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1. Auflage

Übersetzt von

Elvira Veselinovic

Sprache

Deutsch

EAN

9783520630957

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Ein Leben voller Geheimnisse

Lesenswert aus Bielefeld am 05.04.2026

Bewertungsnummer: 3099971

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Tadhg Mac Dhonnegain ist nicht umsonst für sein Werk "Madame Lazare" mit dem Preis Irish Language book of the year ausgezeichnet worden. Wer sich für Irland, seine Geschichte und Mythen interessiert, sollte hier unbedingt zugreifen.Für mich ist ein wweiteres Highlight! Lavana ist die Enkelin von ihrer Großmutter und ihrem Großvater nach dem Tod ihrer Mutter im jüdischen Glauben großgezogen worden. Ihre Großmutter Hana die Shoa in Estland überlebt, weigert sich aber, darüber zu sprechen. Nach dem Tod des Großvaters kümmert sie sich um Hana, kann aber nichts von ihr erfahren. Hana wird immer verwirrter und beginnt im Schlaf seltsame Worte in einer fremden Sprache zu murmeln. Lavana forscht nach und rfährt, dass es sich hierbei um Irisch (Gälisch) handelt. Aber was hat diese Sprache mit der Vergangenheit in estland zu tun? Wir bgleiten ein Mädchen namens Muread ab dem Jahr 1937 mit ihrer Familie auf einer Aran-Insel vor Galway in Irland, erleben Lavanas Nachforschungen um das Geheimnis ihrer Großmutter 2015 in Brüssel und in einem dritten Zeitstrang ab 2015 wie Lavana von ihren Großeltern Hana und Samuel großgezogen wird. Die Sprache, in der uns der Autor die Geschichte erzählt, ist etwas Besonderes! Er versteht es, die Gefühle der unterschiedlichen Protagonist*innen sehr empathisch zu transportieren. Auch die örtlichen Gegebenheiten, besonders in Irland, sind unglaublich atmosphärisch beschrieben. Als Lesender riecht man die Luft, hört die Wellen, hört die alten Gedichte und hat dazu irische Folklore im Ohr. Wir erleben das streng katholische Irland der 40er Jahre, aber auch gleichzeitig die jüdischen Bräuche und Abläufe in Lavanas Jugend. Im Verlauf des Romans tauchen wir immer mehr in die Welt von Hana/Muread/Mémé ein, in die wir bereits im Prolog hineingeworfen werden. Der Plot ist interessant konstruiert und fesselnd zu lesen.Der Roman insgesamt hat "nur" 300 Seiten, diese Seiten haben es aber in sich und sind dabei aber auch gut lesbar, poetisch und fesselnd. Der Roman enthält sehr viele Sätze in gälisch, jüdisch, aber auch französisch. Alle sind in einem sehr umfangreichen Glossar erläutert. Im Ebook sind sie alle verlinkt, in der Printausgabe sollten die Lesenden ein Lesezeichen anbringen. Es lohnt sich! Links zu den Übersetzungen der Gedichte sind ebenfalls vorhanden. Ich spreche zwar französisch, von gälischer Aussprache hatte ich bisher keine Ahnung. Auch hierzu gibt es viele Erläuterungen und Aussprachehilfen. Durch das wunderschöne Cover habe ich mich sofort wieder nach Irland versetzt gefühlt.Es passt wunderbar zur Story! Ich habe diesen Roman sehr genossen und kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, die Auszeichnungen hat der Autor verdient. 5 Sterne für dieses Highlight!

Ein Leben voller Geheimnisse

Lesenswert aus Bielefeld am 05.04.2026
Bewertungsnummer: 3099971
Bewertet: eBook (ePUB 3)

Tadhg Mac Dhonnegain ist nicht umsonst für sein Werk "Madame Lazare" mit dem Preis Irish Language book of the year ausgezeichnet worden. Wer sich für Irland, seine Geschichte und Mythen interessiert, sollte hier unbedingt zugreifen.Für mich ist ein wweiteres Highlight! Lavana ist die Enkelin von ihrer Großmutter und ihrem Großvater nach dem Tod ihrer Mutter im jüdischen Glauben großgezogen worden. Ihre Großmutter Hana die Shoa in Estland überlebt, weigert sich aber, darüber zu sprechen. Nach dem Tod des Großvaters kümmert sie sich um Hana, kann aber nichts von ihr erfahren. Hana wird immer verwirrter und beginnt im Schlaf seltsame Worte in einer fremden Sprache zu murmeln. Lavana forscht nach und rfährt, dass es sich hierbei um Irisch (Gälisch) handelt. Aber was hat diese Sprache mit der Vergangenheit in estland zu tun? Wir bgleiten ein Mädchen namens Muread ab dem Jahr 1937 mit ihrer Familie auf einer Aran-Insel vor Galway in Irland, erleben Lavanas Nachforschungen um das Geheimnis ihrer Großmutter 2015 in Brüssel und in einem dritten Zeitstrang ab 2015 wie Lavana von ihren Großeltern Hana und Samuel großgezogen wird. Die Sprache, in der uns der Autor die Geschichte erzählt, ist etwas Besonderes! Er versteht es, die Gefühle der unterschiedlichen Protagonist*innen sehr empathisch zu transportieren. Auch die örtlichen Gegebenheiten, besonders in Irland, sind unglaublich atmosphärisch beschrieben. Als Lesender riecht man die Luft, hört die Wellen, hört die alten Gedichte und hat dazu irische Folklore im Ohr. Wir erleben das streng katholische Irland der 40er Jahre, aber auch gleichzeitig die jüdischen Bräuche und Abläufe in Lavanas Jugend. Im Verlauf des Romans tauchen wir immer mehr in die Welt von Hana/Muread/Mémé ein, in die wir bereits im Prolog hineingeworfen werden. Der Plot ist interessant konstruiert und fesselnd zu lesen.Der Roman insgesamt hat "nur" 300 Seiten, diese Seiten haben es aber in sich und sind dabei aber auch gut lesbar, poetisch und fesselnd. Der Roman enthält sehr viele Sätze in gälisch, jüdisch, aber auch französisch. Alle sind in einem sehr umfangreichen Glossar erläutert. Im Ebook sind sie alle verlinkt, in der Printausgabe sollten die Lesenden ein Lesezeichen anbringen. Es lohnt sich! Links zu den Übersetzungen der Gedichte sind ebenfalls vorhanden. Ich spreche zwar französisch, von gälischer Aussprache hatte ich bisher keine Ahnung. Auch hierzu gibt es viele Erläuterungen und Aussprachehilfen. Durch das wunderschöne Cover habe ich mich sofort wieder nach Irland versetzt gefühlt.Es passt wunderbar zur Story! Ich habe diesen Roman sehr genossen und kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, die Auszeichnungen hat der Autor verdient. 5 Sterne für dieses Highlight!

Ein tragisches Märchen für Erwachsene

Bewertung aus Quickborn am 04.04.2026

Bewertungsnummer: 3099563

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Irische Literatur hat, wie es scheint, zurzeit Konjunktur, beim Alfred Kröner Verlag ist dieser Roman erschienen, aber auch andere haben Irland entdeckt bzw. wiederentdeckt, z. B. „Twist“ von Colum McCann oder der neueste Roman „Die Schwestern“ von Colm Tóibín. Der Ursprung der bekannten irischen Literatur für jeden heutigen Bücherfan ist aber sicher „Ulysses“ von James Joyce. Dass der wirkliche Ursprung irischen Erzählens und Dichtens sehr viel weiter zurück liegt, lässt Tadhg Mac Dhonnagáin (der Name spricht sich so aus: Teig Mäc Ronnagahn oder Gonnagahn) – der wohl bisher den wenigsten als Romanautor ein Begriff war –, die Leser in diesem Roman erfahren. Für mich war die umfangreiche Werbung für den Roman „Madame Lazare“ ein Hauptgrund, mich darauf einzulassen. Denn die Ankündigung enthielt Hinweise auf die verwickelte Lebensgeschichte jener Madame Hanna Lazare, um die es im Roman in erster Linie geht: Eine Jüdin estnischer Herkunft, die in Paris mit ihrem Mann Samuel lebt und niemandem, auch nicht der früh verstorbenen Tochter Brigitte und erst recht nicht ihrer Enkelin Levana, über ihre Kindheit und Jugend und ihre furchtbaren Erlebnisse berichten will. Levana wächst bei ihren Großeltern, Mémé und Pépé, erzogen im jüdischen Glauben auf und geht von klein auf mit ihnen in die Synagoge, feiert Schabbat, achtet peinlich darauf, dass alle jüdischen Gesetze eingehalten werden, so wie sie es bei ihrer verstorbenen Mutter lernte. Der Großvater gibt sich größte Mühe, Levana alles recht zu machen, die Großmutter aber wird immer zurückhaltender, abweisender und mürrischer. Das war Mitte der 1990er Jahre, 20 Jahre später arbeitet Levana in Brüssel, besucht die mittlerweile verwitwete Großmutter möglichst häufig und muss feststellen, dass diese in eine Demenz abgleitet. Sie nimmt die Großmutter zu sich nach Brüssel in ein Seniorenheim, um sich besser kümmern zu können. Noch ist die Großmutter klar genug, um ihr das Betreten ihrer Pariser Wohnung in ihrer Abwesenheit zu verbieten. Aber sie dämmert immer mehr dahin und vergisst. Nur nachts kommen ihre Erinnerungen zurück, aber es ist nicht Französisch oder gar Estnisch, das sie im Traum oder Halbschlaf laut spricht, es ist Irisch. Levana beginnt über die seltsamen Worte nachzugrübeln und findet einen Übersetzer, Gearailt, der ihr hilft, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Alles beginnt mit dem Namen eines Vogels. Heimlich wird im Laufe der Zeit immer wieder die Stimme der Großmutter aufgenommen und die langwierigen Recherchen ergeben, dass sie von einer Insel in Irland stammt, wo ein spezieller irischer Dialekt gesprochen wird. Der Roman spielt in der Gegenwart von 1996, 2006, 2015 bis 2018 und wechselt in die Vergangenheit von Muraed, einem Mädchen, das in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Vater, der Schwester Bid und ihrem geistig behinderten Zwillingsbruder Páraic aufwächst. Muraed ist sehr gut in der Schule, aber die meiste Zeit verbringt sie mit ihrem Bruder, um den sie sich aufopferungsvoll kümmert. Das Besondere an diesem einsamen, abgeschiedenen Leben ist aber die traditionelle Art der Geschichtserzählungen, die oftmals in Form sehr langer, komplizierter Gedichte von Generation zu Generation weitergegeben werden. Muraeds Vater, ein einfacher Fischer, ist einer der großen Könner im Dorf, bei ihm finden die Zusammenkünfte der Leute statt, die sich diese Geschichten erzählen. Muraed ist fasziniert davon und als in der Schule aufgerufen wird, das Gehörte zu Papier zu bringen, um die Erforschung der Volkskunde zu befeuern, macht sie sich mit Eifer ans Werk. Später im Roman wird man von diesen Gedichten lesen, die nicht verlorengingen, sondern als nationales Erbe verwahrt wurden und unauslöschlich im Kopf der dementen Hanna fest verwurzelt sind. Der Autor lässt seine Leser mehr erfahren, als es Levana vergönnt ist, aber auch den Lesern enthält er Entscheidendes vor. Das und die Geschichte von Muraed, die teilweise einem modernen, schrecklichen Märchen gleicht, haben mich nicht vollkommen überzeugt. Andererseits ist der Prolog für sich genommen bereits beinahe die Lösung des Rätsels um Hanna und das hat mich auch etwas gestört. Die sich langsam rückwärts und vorwärts bewegende Geschichte wäre viel geheimnisvoller gewesen ohne diese frühe Enthüllung. Das Buch hat einen angenehm lesbaren Stil, aber die vielen irischen Namen und Texte sowie das eingestreute Französisch haben die literarische Melancholie, die über allem schwebte, immer wieder unterbrochen. Dieses Zitat „Doch die Welt, wie sie jetzt war, bestand nicht mehr aus einzelnen Räumen, sondern aus einem Flur, einem langen, namenlosen Flur.“ gibt wieder, wie sich Hanna in den letzten Jahren vor dem ihrem Tod fühlt. Die Protagonisten werden teilweise psychologisch gut in Szene gesetzt, aber vieles bleibt in der Schwebe oder im Dunklen. Im Anschluss an den Epilog, der den Prolog noch einmal inhaltlich aufgreift, findet man ein Glossar und lautsprachliche Hilfen, im E-Book sind die Verlinkungen wirklich hilfreich. Was man nicht findet, das ist ein Nachwort des Autors. Ich hätte gern von ihm erfahren, welche seiner Ideen auf wahren Begebenheiten beruhen, nicht nur wenn es um die irische Volkskunde geht, sondern auch welchen Einfluss der Katholizismus bei allem hatte, wie Muread trotz ihrer katholischen Erziehung ihre selbstgewählte Rolle als Jüdin spielen konnte. Es gab nicht nur im und nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch heutzutage bei großen Unglücken oder Terroranschlägen das Phänomen der Annahme falscher Identitäten. „Gelegenheit macht Diebe.“ Da hätte der Autor seine Leser nicht ohne etwas Erklärendes aus dem Buch entlassen sollen, nicht nur, was Muraed, auch was Samuel betrifft. Fazit: Ein Roman, der in Erinnerung bleibt, aber der bei mir viele Fragen offenließ. Eine Story, die einem Märchen ähnlich ist, Schuld und Sühne inklusive. Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

Ein tragisches Märchen für Erwachsene

Bewertung aus Quickborn am 04.04.2026
Bewertungsnummer: 3099563
Bewertet: eBook (ePUB 3)

Irische Literatur hat, wie es scheint, zurzeit Konjunktur, beim Alfred Kröner Verlag ist dieser Roman erschienen, aber auch andere haben Irland entdeckt bzw. wiederentdeckt, z. B. „Twist“ von Colum McCann oder der neueste Roman „Die Schwestern“ von Colm Tóibín. Der Ursprung der bekannten irischen Literatur für jeden heutigen Bücherfan ist aber sicher „Ulysses“ von James Joyce. Dass der wirkliche Ursprung irischen Erzählens und Dichtens sehr viel weiter zurück liegt, lässt Tadhg Mac Dhonnagáin (der Name spricht sich so aus: Teig Mäc Ronnagahn oder Gonnagahn) – der wohl bisher den wenigsten als Romanautor ein Begriff war –, die Leser in diesem Roman erfahren. Für mich war die umfangreiche Werbung für den Roman „Madame Lazare“ ein Hauptgrund, mich darauf einzulassen. Denn die Ankündigung enthielt Hinweise auf die verwickelte Lebensgeschichte jener Madame Hanna Lazare, um die es im Roman in erster Linie geht: Eine Jüdin estnischer Herkunft, die in Paris mit ihrem Mann Samuel lebt und niemandem, auch nicht der früh verstorbenen Tochter Brigitte und erst recht nicht ihrer Enkelin Levana, über ihre Kindheit und Jugend und ihre furchtbaren Erlebnisse berichten will. Levana wächst bei ihren Großeltern, Mémé und Pépé, erzogen im jüdischen Glauben auf und geht von klein auf mit ihnen in die Synagoge, feiert Schabbat, achtet peinlich darauf, dass alle jüdischen Gesetze eingehalten werden, so wie sie es bei ihrer verstorbenen Mutter lernte. Der Großvater gibt sich größte Mühe, Levana alles recht zu machen, die Großmutter aber wird immer zurückhaltender, abweisender und mürrischer. Das war Mitte der 1990er Jahre, 20 Jahre später arbeitet Levana in Brüssel, besucht die mittlerweile verwitwete Großmutter möglichst häufig und muss feststellen, dass diese in eine Demenz abgleitet. Sie nimmt die Großmutter zu sich nach Brüssel in ein Seniorenheim, um sich besser kümmern zu können. Noch ist die Großmutter klar genug, um ihr das Betreten ihrer Pariser Wohnung in ihrer Abwesenheit zu verbieten. Aber sie dämmert immer mehr dahin und vergisst. Nur nachts kommen ihre Erinnerungen zurück, aber es ist nicht Französisch oder gar Estnisch, das sie im Traum oder Halbschlaf laut spricht, es ist Irisch. Levana beginnt über die seltsamen Worte nachzugrübeln und findet einen Übersetzer, Gearailt, der ihr hilft, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Alles beginnt mit dem Namen eines Vogels. Heimlich wird im Laufe der Zeit immer wieder die Stimme der Großmutter aufgenommen und die langwierigen Recherchen ergeben, dass sie von einer Insel in Irland stammt, wo ein spezieller irischer Dialekt gesprochen wird. Der Roman spielt in der Gegenwart von 1996, 2006, 2015 bis 2018 und wechselt in die Vergangenheit von Muraed, einem Mädchen, das in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Vater, der Schwester Bid und ihrem geistig behinderten Zwillingsbruder Páraic aufwächst. Muraed ist sehr gut in der Schule, aber die meiste Zeit verbringt sie mit ihrem Bruder, um den sie sich aufopferungsvoll kümmert. Das Besondere an diesem einsamen, abgeschiedenen Leben ist aber die traditionelle Art der Geschichtserzählungen, die oftmals in Form sehr langer, komplizierter Gedichte von Generation zu Generation weitergegeben werden. Muraeds Vater, ein einfacher Fischer, ist einer der großen Könner im Dorf, bei ihm finden die Zusammenkünfte der Leute statt, die sich diese Geschichten erzählen. Muraed ist fasziniert davon und als in der Schule aufgerufen wird, das Gehörte zu Papier zu bringen, um die Erforschung der Volkskunde zu befeuern, macht sie sich mit Eifer ans Werk. Später im Roman wird man von diesen Gedichten lesen, die nicht verlorengingen, sondern als nationales Erbe verwahrt wurden und unauslöschlich im Kopf der dementen Hanna fest verwurzelt sind. Der Autor lässt seine Leser mehr erfahren, als es Levana vergönnt ist, aber auch den Lesern enthält er Entscheidendes vor. Das und die Geschichte von Muraed, die teilweise einem modernen, schrecklichen Märchen gleicht, haben mich nicht vollkommen überzeugt. Andererseits ist der Prolog für sich genommen bereits beinahe die Lösung des Rätsels um Hanna und das hat mich auch etwas gestört. Die sich langsam rückwärts und vorwärts bewegende Geschichte wäre viel geheimnisvoller gewesen ohne diese frühe Enthüllung. Das Buch hat einen angenehm lesbaren Stil, aber die vielen irischen Namen und Texte sowie das eingestreute Französisch haben die literarische Melancholie, die über allem schwebte, immer wieder unterbrochen. Dieses Zitat „Doch die Welt, wie sie jetzt war, bestand nicht mehr aus einzelnen Räumen, sondern aus einem Flur, einem langen, namenlosen Flur.“ gibt wieder, wie sich Hanna in den letzten Jahren vor dem ihrem Tod fühlt. Die Protagonisten werden teilweise psychologisch gut in Szene gesetzt, aber vieles bleibt in der Schwebe oder im Dunklen. Im Anschluss an den Epilog, der den Prolog noch einmal inhaltlich aufgreift, findet man ein Glossar und lautsprachliche Hilfen, im E-Book sind die Verlinkungen wirklich hilfreich. Was man nicht findet, das ist ein Nachwort des Autors. Ich hätte gern von ihm erfahren, welche seiner Ideen auf wahren Begebenheiten beruhen, nicht nur wenn es um die irische Volkskunde geht, sondern auch welchen Einfluss der Katholizismus bei allem hatte, wie Muread trotz ihrer katholischen Erziehung ihre selbstgewählte Rolle als Jüdin spielen konnte. Es gab nicht nur im und nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch heutzutage bei großen Unglücken oder Terroranschlägen das Phänomen der Annahme falscher Identitäten. „Gelegenheit macht Diebe.“ Da hätte der Autor seine Leser nicht ohne etwas Erklärendes aus dem Buch entlassen sollen, nicht nur, was Muraed, auch was Samuel betrifft. Fazit: Ein Roman, der in Erinnerung bleibt, aber der bei mir viele Fragen offenließ. Eine Story, die einem Märchen ähnlich ist, Schuld und Sühne inklusive. Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

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