Produktbild: Die Sprache meines Bruders | Deutscher Buchpreis 2025 Longlist
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Die Sprache meines Bruders | Deutscher Buchpreis 2025 Longlist

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.03.2025

Verlag

Residenz Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,6/12,6/1,8 cm

Gewicht

306 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710003200434

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Sehr gut

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03.03.2025

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Residenz Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,6/12,6/1,8 cm

Gewicht

306 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710003200434

Herstelleradresse

Residenz Verlag
Lange Gasse 76/12
1080 Wien
AT

Email: info@residenzverlag.at

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Still und leise mit einem enormen Tiefgang

MarcoL aus Füssen am 27.09.2025

Bewertungsnummer: 2608305

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Bei einer Nominierung für den Deutschen Buchpreis geht man mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Lektüre. Meine Erfahrungen haben bisher gezeigt: entweder man verschlingt die Seiten, oder man empfindet es als unlesbar. Nun, in diesem Fall entwickelt der Roman von der ersten Seite an einen Sog, dem man sich nicht verwehren kann, und schon gar nicht verwehren will. Und das trotz einer Art von Handlungsarmut und einer Trostlosigkeit, die für die Geschichte Programm zu sein scheint. Diese Stimmungen mit wenigen, aber dafür sehr gewählten Worten auszudrücken, ist ganz große Erzählkunst. Die Grundthemen wie Heimat, Selbstfindung oder der eigene Platz im Leben und der Welt, Wünsche und Sehnsüchte sind bereits in so mannigfaltiger Weise in der Welt der Literatur verankert, dass man meinen könnte, dieses Thema sei ausgewrungen wie ein nasser Lappen. Weit gefehlt, denn die Herangehensweise der Autorin finde ich tatsächlich einzigartig und grandios. Kasimir und Parker „vegetieren“ gemeinsam in einem Haus in Seattle dahin. Die Brüder kommunizieren nach dem Tod ihrer Mutter kaum miteinander, und scheinen auch keine großen Ansprüche an das Leben zu stellen. Damals waren sie mit ihrer Mutter aus Polen in die USA gezogen. Fragen nach dem Verbleib des Vaters blieben unbeantwortet – er komme später mal nach, so die lapidare Antwort der Mutter. „Kasimir konnte nur denken, nicht sprechen, deshalb hatte er keine Chance gegen seinen Bruder.“ Parker verdient sich das wenige Geld, das für den Unterhalt der beiden nicht reicht, als Fahrer. Kasimir träumt vom Verkauf des Hauses, das nach und nach verfällt und dahin bröckelt wie die Lebenslust der beiden, und davon, was er mit dem Geld alles anstellen könnte. Aber er verlässt das Haus nicht, bleibt ein Gefangener seiner Sozialphobie, deren Ursache in seinen jungen Jahren mit der Mutter, die sich selbst einsperrte, zu suchen ist. Mitten hinein in dieses Duo platzt Luzia, die Freundin von Parker und wohnt bei den beiden für ein Jahr, um dann einfach ohne ein Wort zu sagen nach Panama zu verschwinden. Parker macht zur selben Zeit eine ausgedehnte Fahrt über einige Tage mit einem Kunden, bleibt danach lange vom Haus fern. Zurück bleibt wieder einmal mehr Kasimir, der einen Ausbruch in ein Abenteuer wagt. Doch es entwickelt sich anders als vielleicht vermutet … Die Sprache der Autorin spielt viel mit den Begriffen von „Verlust“. Damit meint sie nicht nur den geographischen Raum, sondern auch die Sprache, den Lebensmut oder ganz einfach ausgedrückt: Verlust von Perspektiven, die das Leben bieten kann. Die Protagonist*innen sind äußerst feinfühlig gezeichnet, präsentieren sich den Leser*innen wie Figuren aus Glas: durchsichtig und zerbrechlich. Man weiß selbst immer ein wenig mehr als die handelnden Personen. Oft ist man versucht die Handlung aufzuhalten und hinein zu schreien – und so spielt Gesa Olkusz sehr geschickt mit unseren Emotionen, drückt unseren Brustkorb zusammen und impliziert uns mit den programmierten Ausweglosigkeiten der Situation. Still und leise kommen die Zeilen daher, eigentlich total unspektakulär und mit einem Nachhall eines Donners in den Bergen. Ganz große Leseempfehlung für dieses literarische Kleinod.

Still und leise mit einem enormen Tiefgang

MarcoL aus Füssen am 27.09.2025
Bewertungsnummer: 2608305
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Bei einer Nominierung für den Deutschen Buchpreis geht man mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Lektüre. Meine Erfahrungen haben bisher gezeigt: entweder man verschlingt die Seiten, oder man empfindet es als unlesbar. Nun, in diesem Fall entwickelt der Roman von der ersten Seite an einen Sog, dem man sich nicht verwehren kann, und schon gar nicht verwehren will. Und das trotz einer Art von Handlungsarmut und einer Trostlosigkeit, die für die Geschichte Programm zu sein scheint. Diese Stimmungen mit wenigen, aber dafür sehr gewählten Worten auszudrücken, ist ganz große Erzählkunst. Die Grundthemen wie Heimat, Selbstfindung oder der eigene Platz im Leben und der Welt, Wünsche und Sehnsüchte sind bereits in so mannigfaltiger Weise in der Welt der Literatur verankert, dass man meinen könnte, dieses Thema sei ausgewrungen wie ein nasser Lappen. Weit gefehlt, denn die Herangehensweise der Autorin finde ich tatsächlich einzigartig und grandios. Kasimir und Parker „vegetieren“ gemeinsam in einem Haus in Seattle dahin. Die Brüder kommunizieren nach dem Tod ihrer Mutter kaum miteinander, und scheinen auch keine großen Ansprüche an das Leben zu stellen. Damals waren sie mit ihrer Mutter aus Polen in die USA gezogen. Fragen nach dem Verbleib des Vaters blieben unbeantwortet – er komme später mal nach, so die lapidare Antwort der Mutter. „Kasimir konnte nur denken, nicht sprechen, deshalb hatte er keine Chance gegen seinen Bruder.“ Parker verdient sich das wenige Geld, das für den Unterhalt der beiden nicht reicht, als Fahrer. Kasimir träumt vom Verkauf des Hauses, das nach und nach verfällt und dahin bröckelt wie die Lebenslust der beiden, und davon, was er mit dem Geld alles anstellen könnte. Aber er verlässt das Haus nicht, bleibt ein Gefangener seiner Sozialphobie, deren Ursache in seinen jungen Jahren mit der Mutter, die sich selbst einsperrte, zu suchen ist. Mitten hinein in dieses Duo platzt Luzia, die Freundin von Parker und wohnt bei den beiden für ein Jahr, um dann einfach ohne ein Wort zu sagen nach Panama zu verschwinden. Parker macht zur selben Zeit eine ausgedehnte Fahrt über einige Tage mit einem Kunden, bleibt danach lange vom Haus fern. Zurück bleibt wieder einmal mehr Kasimir, der einen Ausbruch in ein Abenteuer wagt. Doch es entwickelt sich anders als vielleicht vermutet … Die Sprache der Autorin spielt viel mit den Begriffen von „Verlust“. Damit meint sie nicht nur den geographischen Raum, sondern auch die Sprache, den Lebensmut oder ganz einfach ausgedrückt: Verlust von Perspektiven, die das Leben bieten kann. Die Protagonist*innen sind äußerst feinfühlig gezeichnet, präsentieren sich den Leser*innen wie Figuren aus Glas: durchsichtig und zerbrechlich. Man weiß selbst immer ein wenig mehr als die handelnden Personen. Oft ist man versucht die Handlung aufzuhalten und hinein zu schreien – und so spielt Gesa Olkusz sehr geschickt mit unseren Emotionen, drückt unseren Brustkorb zusammen und impliziert uns mit den programmierten Ausweglosigkeiten der Situation. Still und leise kommen die Zeilen daher, eigentlich total unspektakulär und mit einem Nachhall eines Donners in den Bergen. Ganz große Leseempfehlung für dieses literarische Kleinod.

Leises Drama

Christopher Bahn (Mitglied der Book Circle Community) am 22.09.2025

Bewertungsnummer: 2603767

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein eindrücklicher Roman über zwei Brüder, die zusammen leben und doch mehr mit sich beschäftigt sind. Erst eine junge Frau reißt sie aus dieser Eintönigkeit heraus und verändert ihr Leben für immer. Die sehr poetische Sprache und die knappe, doch tiefgehende Erzählung haben es mir angetan. Sehr empfehlenswert.

Leises Drama

Christopher Bahn (Mitglied der Book Circle Community) am 22.09.2025
Bewertungsnummer: 2603767
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein eindrücklicher Roman über zwei Brüder, die zusammen leben und doch mehr mit sich beschäftigt sind. Erst eine junge Frau reißt sie aus dieser Eintönigkeit heraus und verändert ihr Leben für immer. Die sehr poetische Sprache und die knappe, doch tiefgehende Erzählung haben es mir angetan. Sehr empfehlenswert.

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Die Sprache meines Bruders | Deutscher Buchpreis 2025 Longlist

von Gesa Olkusz

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Cara Nübel

Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

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3/5

Zwei gestrandete Brüder

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kasimir und Parker sind in Polen geboren, wohnen aber seit ihrer Kindheit mit ihrer Mutter in den USA. Nach ihrer Immigration hat die Mutter sich komplett zurückgezogen, die Brüder waren quasi auf sich allein gestellt. Als eine junge Frau bei den beiden einzieht, ändert sich alles, und dann ändert sich alles erneut, als besagte junge Frau plötzlich wieder verschwindet. Die beiden Brüder haben sehr unterschiedliche Wege, wie sie mit ihrem Leben und ihren Traumata umgehen, die Geschichte ist auch sehr schön geschrieben, nur leider bin ich den Charakteren nicht wirklich nahe gekommen, was aber wahrscheinlich auch der Kürze des werks geschuldet ist. Trotzdem ein sehr berührender, wenn auch sehr nüchterner Roman.
  • Cara Nübel
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3/5

Zwei gestrandete Brüder

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kasimir und Parker sind in Polen geboren, wohnen aber seit ihrer Kindheit mit ihrer Mutter in den USA. Nach ihrer Immigration hat die Mutter sich komplett zurückgezogen, die Brüder waren quasi auf sich allein gestellt. Als eine junge Frau bei den beiden einzieht, ändert sich alles, und dann ändert sich alles erneut, als besagte junge Frau plötzlich wieder verschwindet. Die beiden Brüder haben sehr unterschiedliche Wege, wie sie mit ihrem Leben und ihren Traumata umgehen, die Geschichte ist auch sehr schön geschrieben, nur leider bin ich den Charakteren nicht wirklich nahe gekommen, was aber wahrscheinlich auch der Kürze des werks geschuldet ist. Trotzdem ein sehr berührender, wenn auch sehr nüchterner Roman.

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