Eine Frau, ein Fluss, eine ganze Epoche – und ein Geheimnis, das der Strom für immer bewahrtDer Fluss kennt keine Gnade – und genau deshalb liebt Lis ihn. Als ihr Ehemann bei einem Schiffsunfall ertrinkt, trifft die junge Anneliese in den späten 1950ern eine Entscheidung, die alle für unmöglich halten: Sie wird Kapitänin. In einer von Männern dominierten Welt kämpft sie sich auf ihrem Lastenkahn durch Widerstände und Vorurteile – bis sie auf dem Wasser endlich die Freiheit findet, die ihr an Land versagt blieb. Dann tritt der griechische Schiffsmechaniker Vassili in ihr Leben und weckt in ihr eine Liebe, die alles verändert. Tanja Weber erzählt in eindringlichen Bildern von einer außergewöhnlichen Frau, die von ihrem Kahn aus beobachtet, wie sich Deutschland über Jahrzehnte wandelt – und die tief in ihrem Herzen ein dunkles Geheimnis bewahrt, das nur der Fluss kennt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
11.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Emotional und spannend!
„Die Flussfrau“ hat mir sehr gut gefallen und mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Schon nach den ersten Seiten war ich neugierig darauf, wie sich die Geschichte entwickeln würde.
Kein Wunder also, dass ich die 300 Seiten in einem Rutsch durchgelesen habe und mich nicht eine Sekunde gelangweilt habe. Die Autorin schafft es, die Schauplätze und Stimmungen so lebendig zu beschreiben.
Die Protagonisten - allen voran Lis - haben mir sehr gut gefallen. Sie wirken vielschichtig, glaubwürdig und menschlich. Ihre Gedanken, Gefühle und Entscheidungen konnte ich gut nachvollziehen, auch wenn ich nicht immer mit ihnen einer Meinung war. Die Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen und entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter, sodass ich gerne mit ihnen mitgefiebert habe. Man begleitet Lis und die Leute um sie herum ihr ganzes Leben lang. Vom Wildfang, der auf Bäume klettert zur lebenserfahrenen Frau.
Besonders gelungen fand ich die Mischung aus ruhigen, emotionalen Momenten und spannenden Passagen. Die Geschichte nimmt sich Zeit, ihre besondere Stimmung zu entfalten, ohne für mich langweilig zu werden. Gleichzeitig gibt es immer wieder Momente, die neugierig machen und dazu führen, dass man unbedingt weiterlesen möchte.
Fürs Cover hätte ich mir statt des Flussreihers einen Storch gewünscht...
ullap64
aus Kleve
5/5
10.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Starke Frauenfigur!
Lis wächst vor und in den Kriegsjahren auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf und ist dort bereits an hartes Arbeiten gewöhnt. Als sie einen älteren Landwirt aus dem Ort heiraten soll, trifft sie ihre eigene Entscheidung und heiratet einen Binnenschiffer, "ein guter Mann" wie sie selbst sagt, ohne Altlasten. Von dem Zeitpunkt an wird das Schiff ihre neue Heimat, sie fühlt sich dem Fluss und ihrem Mann verbunden. Als dieser bei einem Unglücksfall stirbt, beschließt Lis, das Erbe und den Beruf ihres Mannes fortzuführen und von nun an selbständig mit Hilfe wechselnder Arbeitskräfte das Schiff zu führen, eine mehr als ungewöhnliche Sache in den 50er Jahren.
Diese Geschichte hat mich sehr fasziniert, in der wir Lis in ihrem schweren arbeitsreichen Alltag über Jahrzehnte begleiten. Es ist eher eine Geschichte der leisen Töne, so wie es auch zu Lis passt. Ein Frau, die klaglos tut, was zu tun ist, immer am Rande der finanziellen Möglichkeiten. Dennoch spricht aus jeder Zeile Lis' Liebe zu ihrem Schiff und den Gewässern, die genau zu ihrer Welt geworden sind und denen sie alles unterordnet, manches Mal auch die Kontakte zu anderen Menschen, die sich auch oft nur über den Beruf ergeben. Sie war mir ein total sympathischer Charakter, gerade weil sie im Leben immer "ihre Frau" gestanden hat, klug agierte und dabei auch manches mal angeckt ist oder als "schrullig" im Alter bezeichnet wurde. Für ihre innere Ausgeglichenheit habe ich sie persönlich dabei sehr bewundert.
Diese eher unspektkuläre Geschichte war etwas ganz Besonderes, was ich sehr gerne weiterempfehle
Bewertung
5/5
09.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Geschichte, die nachklingt.
„Die Flussfrau“ von Tanja Weber hat mich sehr berührt. Besonders Lis ist mir mit ihrer ruhigen, pragmatischen und gleichzeitig unglaublich starken Art ans Herz gewachsen. Wir begleiten sie von ihrer Kindheit während des Krieges bis ins hohe Alter und erleben mit, wie sie sich in einer männerdominierten Welt ihren eigenen Weg bahnt und schließlich Binnenschifffahrtskapitänin wird. Ein Metier zu dem ich bisher noch gar keinen Bezug hatte, daher habe ich den neuen Einblick sehr geschätzt.
Besonders gefallen hat mir die ruhige Atmosphäre des Buches. Das Leben auf dem Fluss, die Natur und die vorbeiziehenden Landschaften wirken wunderbar entschleunigend. Auch die vielen starken Frauenfiguren verknüpft mit den Einblicken in die deutsche Geschichte haben mir gut gefallen. Gegen Ende waren mir die Zeitsprünge etwas zu schnell ich hätte Lis gerne noch länger begleitet.
Eine berührende Geschichte über Mut, Freiheit, Liebe und Selbstbestimmung. Klare Leseempfehlung!
Leonie
5/5
09.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
100% ein Buch für mich!
„Die Flussfrau“ von Tanja Weber - eine Geschichte über das Leben einer Frau, die sich in der Nachkriegszeit als Kapitänin eines Handelschiffes in einer männerdominierten Welt durchgekämpft hat.
Ich mochte alles an der Geschichte. Dieses Eintauchen in das Leben in Deutschland vor, während und nach dem 2. Weltkrieg. Die Autorin hat die Stimmung sehr gut eingefangen, sodass man sich vorstellen konnte wie das damals gewesen war.
Die Hauptprotagonistin Lis war mir von Anfang an sympathisch aufgrund ihrer ruhigen Art und ihrer pragmatischen Denkweise. Da wurde nichts schön geredet oder romantisiert - sie hat das Leben beim Schopf gepackt, das Beste daraus gemacht und sich nicht klein kriegen lassen.
Das schöne ist, dass wir als Leser:innen Lis Leben von Anfang bis Ende begleiten. Wir erleben alle Höhen und Tiefen mit, ihren Schmerz, ihre Enttäuschungen, aber auch die glücklichen Phasen, ihre Liebe zu den wichtigsten Menschen & Tieren in ihrem Leben.
Ein bisschen schade fand ich, dass vor allem ab der 2. Hälfte das Tempo etwas angezogen wurde was die Zeitsprünge anging. Das Buch hätte locker 100 Seiten länger sein können, das hätte der Geschichte gut getan! Außerdem hätte ich einfach gern noch viel mehr Zeit mit Lis und ihrem Leben verbracht.
Alles in allem ein absolutes Lesehighlight für mich!
Sternzauber
aus Düren
5/5
09.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine starke Frau und eine atmosphärische Geschichte
Das Cover von „Die Flussfrau“ von Tanja Weber gefällt mir sehr. Ich mag das intensive Blau des Hintergrunds im Kontrast zu den hellen Farben des Fischreihers und auch, wenn ich das Orange des Titels als nicht ganz stimmig empfinde und mit Weiß zum Beispiel glücklicher gewesen wäre, so schafft es doch einen ansprechenden Bruch und macht auf sich aufmerksam. Zudem schätze ich es sehr, dass die Gestaltung so gut zur Geschichte passt.
Diese erzählt von Lis, die trotz einer Kindheit und Jugend auf einem Bauernhof, eng verbunden ist mit einem Fluss, bzw. dem Wasser überhaupt. Sie heiratet einen Binnenschiffer und trifft eine folgenschwere Entscheidung, als dieser bei einem Unglück ums Leben kommt: sie wird selber Kapitänin! Alle um sie herum halten dies für unmöglich, anmaßend und einfach grundlegend falsch, so dass sich Lis mit vielen Anfeindungen, Widerständen und Vorurteilen auseinandersetzen muss, doch sie geht ihren Weg. Und wir als LeserInnen dürfen sie, sowie ihr Leben und die Veränderungen des Landes über einen langen Zeitraum begleiten.
Tanja Weber ist mit „Die Flussfrau“ ein Roman gelungen, der mich mitgenommen hat, auf eine ganz besondere Lebensreise auf dem Wasser und der mich in seiner leisen Art sehr bewegen konnte. Es ist ihr gelungen, dass mir Lis sehr ans Herz gewachsen ist, ich mit ihr gefühlt, gebangt und gejubelt habe. Dabei geschieht alles in leisen und zurückhaltenden Beschreibungen, die wunderbar zu Lis´ Art zu leben passen und mir wahrscheinlich auch daher so stimmig und eindrücklich erschienen. Es gibt wunderschöne Naturbeschreibungen, die mir sehr gefallen haben und die uns LeserInnen einen tiefen Einblick in Lis´Wahrnehmung erlauben. Über diese dürfen wir, zusätzlich zu der Geschichte rund um Lis und ihre Familie, auch ganz vieles von den Veränderungen des Landes, in der Politik, in der Lebensweise und der demografischen Veränderung miterleben. Das hat mich sehr fasziniert, zumal es nie konstruiert erscheint, wenn solche Dinge eingefügt wurden, sondern diese ganz selbstverständlich mit Lis Augen wahrgenommen werden. Ein Highlight ist für mich, neben den schönen Naturbeschreibungen auch die überall spürbare Liebe von Lis zum Wasser und zu ihrem Schiff. Ihre tiefe Verwurzelung und ihr Zugehörigkeitsgefühl haben mich ebenfalls berührt und mir sehr gefallen.
Sie steht als unglaublich starke, zunehmend durchsetzungsfähige und freie Frau ganz klar im Mittelpunkt der Geschichte und das mochte ich sehr. Ihre Entwicklung mitzuverfolgen und zu lesen, woran sie wächst, oder womit sie hadert, was sie erfreut und was ihr Sorgen macht, hat mich erreicht und mitfühlen lassen. Aber auch die anderen Charaktere der Geschichte sind meiner Meinung nach sehr gut gewählt und ausgearbeitet. Es entsteht ein spannendes Beziehungsgeflecht, ein interessantes Miteinander, aber auch die Persönlichkeiten an sich wirken stimmig und authentisch.
Der Text liest sich angenehm flüssig und leicht, so dass ich ganz in das Geschehen eintauchen konnte und ich mag die Zartheit, die in der Erzählung entsteht sehr. Es ist, als würde die Geschichte von den sanften Wellen eines Flusses getragen werden … einfach unaufgeregt schön! So hat mir „Die Flussfrau“ wirklich sehr gefallen und ich möchte dieses Buch gerne allen LeserInnen empfehlen, die zarte Töne, starke Charaktere und außergewöhnliche Lebensentwürfe mögen – viel Freude beim Lesen!
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