Jago Trevarno war vierzig Minuten lang klinisch tot. Nun ist sein Leben ein anderes. Sein Kopf funktioniert nicht mehr so wie vorher, er ist schnell überfordert, wenn zu viele Dinge gleichzeitig passieren, lebt maximal im Augenblick, weil es nicht anders geht. Auf dem Hof seines Onkels Jacob an der Küste in Cornwall versucht er, die Teile seines Lebens wieder zusammenzusetzen. Hier gibt es keinen Strom, sondern Öllampen, die Butter wird im Fass gestoßen, auf dem Ofen steht eine große Kupferwanne. In dieser Umgebung findet Jago langsam zur Ruhe. Seine Tage sind bestimmt vom Rhythmus der Natur und der Arbeit. Er melkt die Kühe, repariert Zäune, reitet zum Meer aus und hilft sogar dabei, ein Fohlen zur Welt zu bringen. Alles könnte gut sein, zumindest für den Moment, wenn da nicht der Schurke Bill Sligo wäre, der Jago und seinem Onkel Jacob Ärger macht. Jago muss ihn stoppen, um zu bewahren, was er hat: einen Ort, an dem er weiterleben kann. Patrick Charnleys Roman erzählt anrührend und dabei unsentimental von einem Neuanfang im eigenen Tempo. Der Autor teilt das Schicksal seines Protagonisten – dieses Buch hat er dem Leben abgetrotzt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Annabella
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leise und berührende Story
„Weiterleben“ von Patrick Charnley ist ein ruhiger und gleichzeitig sehr eindringlicher Roman, der mich vor allem durch seine besondere Hauptfigur Jago berührt hat.
Nach einem schweren Herzstillstand ist für Jago nichts mehr wie vorher. Er muss lernen, mit seinen Einschränkungen zu leben und seinen Alltag völlig neu zu gestalten. Bei seinem Onkel auf einem abgelegenen Hof an der Küste Cornwalls findet er langsam wieder Halt. Die Natur, die Tiere und der einfache Rhythmus des Landlebens geben ihm Sicherheit und zeigen ihm, dass ein neues Leben nicht unbedingt schlechter sein muss als das alte.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nicht von großen dramatischen Wendungen lebt. Vielmehr sind es die kleinen Momente, die Jagos Entwicklung ausmachen. Dadurch wirkt der Roman sehr authentisch und lässt einen intensiv an seiner Perspektive teilhaben. Gleichzeitig sorgt der Konflikt mit einem Nachbarn dafür, dass neben der ruhigen Atmosphäre auch Spannung entsteht.
Auch die Beschreibungen der Landschaft Cornwalls haben mir sehr gefallen. Das wunderschöne Cover passt meiner Meinung nach perfekt zu dieser besonderen, etwas melancholischen Atmosphäre.
Dass Patrick Charnley selbst einen Herzstillstand überlebt hat und eigene Erfahrungen in den Roman einfließen lässt, gibt der Geschichte eine besondere Nähe und Authentizität.
„Weiterleben“ ist kein lautes oder spektakuläres Buch, sondern eines, das langsam seine Wirkung entfaltet. Eine berührende Geschichte über Verlust, Veränderung, Akzeptanz und die Frage, wie man nach einem tiefen Einschnitt wieder seinen Platz im Leben findet. Ein Roman, der noch eine Weile nach dem Lesen nachwirkt.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, gefühlvolle und lebensnahe Geschichten mögen.
Im_Lesehimmel
aus Berlin
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckender Neuanfang
Dieser ruhige und leise Spannungsroman klingt bei mir vor allem durch seine Atmosphäre und zwischenmenschlichen Töne nach.
Immer wieder schimmern die Beeinträchtigungen durch, die der Protagonist und wohl auch der Autor, denn der Roman hat autobiografische Züge, nach seinem Herzstillstand zurückbehalten hat. Ich konnte oft spüren, wie viel Kraft ihn das Leben kostet und wie sehr ihn diese Erfahrung geprägt hat.
Der Erzählton ist ruhig und wird durch eine schöne, bildhafte Sprache getragen. Die Naturbeschreibungen sind sehr treffend und haben bei mir viele Erinnerungen an Cornwall wach gerufen. Bei den Protagonisten spürt man dieses starke Heimatgefühl und das Gefühl von Verwurzelung und Zuhause.
Der achtsame Umgang zwischen Onkel und Neffen hat mich besonders berührt. Dieses stille Miteinander und die beschriebenen kleinen Gesten, die oft mehr sagen als Worte, werden sehr feinfühlig erzählt. Und auch die Figur der aufmerksamen Nachbarin hat mich sehr für sich eingenommen. Zwischen all den leisen Zwischentönen klingt sogar noch eine zarte Liebesgeschichte an.
Es ist ein Roman über große lebensverändernde Umbrüche und Zusammenhalt und darüber, was im Leben trotzdem noch Bestand haben kann.
Bei mir bleibt der Eindruck, dass das Gute nicht laut sein muss und trotzdem siegen wird. Manchmal setzt es sich ganz leise mit etwas Nachdruck durch.
Karouchi
5/5
15.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein leiser Roman über einen zweiten Anfang
"Weiterleben" erzählt die Geschichte von Jago, der nach einem Herzstillstand vierzig Minuten lang klinisch tot war. Er überlebt, aber danach ist nichts mehr wie vorher. Sein Kopf funktioniert anders, zu viele Eindrücke überfordern ihn und er muss erst lernen, mit seinem neuen Leben zurechtzukommen.
Jago zieht auf den abgelegenen Hof seines Onkels Jacob in Cornwall. Dort ist das Leben einfach und langsam. Es gibt kaum moderne Technik, dafür Tiere, körperliche Arbeit und einen Alltag, der sich nach der Natur richtet. Gerade diese Atmosphäre mochte ich sehr gerne. Beim Lesen merkt man richtig, wie Jago dort nach und nach wieder zur Ruhe kommt.
Besonders berührt hat mich, dass der Autor selbst einen Herzstillstand überlebt hat. Dadurch bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz andere Bedeutung und Jagos Erfahrungen wirken sehr authentisch. Gleichzeitig wird das Thema nicht unnötig dramatisch erzählt.
Die Handlung ist insgesamt eher ruhig und man muss sich auf dieses langsame Tempo einlassen. Für mich hat es aber gut zur Geschichte gepasst. Der Konflikt mit Bill Sligo bringt später außerdem noch etwas mehr Spannung hinein.
Für mich ein berührendes Buch über einen Neuanfang, die kleinen Dinge im Leben und darüber, dass Weiterleben manchmal auch bedeutet, ein völlig neues Leben akzeptieren zu müssen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
13.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Buchperle
Weiterleben will Jago. Der Herzstillstand hat ihn kurz ausgebremst und die Schädigungen seines Gehirns scheinen ihm anfangs schwer zuzusetzen. Aber als sein Rückzugsort bei seinem Onkel in Bedrängnis gerät, kann er nicht still sitzen. Er will sich wehren. Er will nicht klein beigeben.
Weiterleben bedeutet auch weitermachen. Bedeutet sich aufrappeln und zurecht kommen, mit dem, was das Leben bereit hält.
Wunderschön ist die Sprache in diesem Buch. Eindringlich, sanft und Bilder malend. Die Menschen und die Landschaft geben Jago Halt. Sie machen ihn stark genug, sein Schicksal nicht nur anzunehmen sondern über sich hinauszuwachsen.
Mich hat dieses Buch wahnsinnig glücklich gemacht. Es hat einen Ton, der in mir nachhallt. Das Cover passt hervorragend dazu. Scheinbar still und ruhig aber doch voller Leben. Wie schön, dass ich diese Perle entdecken durfte
Wortschätzchen
aus Kreis HD
5/5
11.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sanft, leise, zärtlich und doch so gewaltig!
Seit Jago Trevarno einen Herzstillstand überlebte, bei dem er vierzig Minuten lang klinisch tot war, ist sein Leben komplett anders. Er hat mit den Folgeschäden zu kämpfen, die ihn langsam machen, alles überfordert ihn schnell. Sein Onkel Jacob nimmt ihn auf seinem Hof auf, auf dem die Zeit stillgestanden zu haben scheint. Kein Strom, keine Verbindung zur Außenwelt, alles wie im vorletzten Jahrhundert. Hier könnte sich Jago in seinem eigenen Tempo erholen, doch Bill Sligo hat Pläne, die er um jeden Preis durchsetzen möchte und Jago muss ihn stoppen, um Jacob und sich zu retten.
Das Buch ist sanft, still und leise, es ist aber vielleicht auch gerade deshalb so eindringlich und mächtig. Die Geschichte erdet, sie fokussiert auf den Moment und das, was wirklich zählt. Gerade in unserer über-technologisierten Welt ist das heilsam und wichtig. Jago entschleunigt den Leser mit seiner Art ungemein. Selbst die dramatischen, hochspannenden Momente erfahren eine Art Zeitlupe und können so noch deutlicher betrachtet, analysiert und gelöst werden. Für mich ist das große Kunst! Jacob sorgt zwischendurch sogar dafür, dass Jago sein Tempo nicht steigert, sondern Geduld an den Tag legt, egal was kommt.
Man muss Jacob und Jago einfach lieben, ebenso ein paar der anderen Figuren. Stückchenweise erfährt man, wie Jago vor seiner Erkrankung war und lebte. Dadurch wird noch klarer, wie sehr seine Einschränkungen auch für ihn schwer zu ertragen sind. Das wird unterstrichen durch das große Ausholen, den großen Anlauf, den Jago bei seiner Erzählung nimmt. Ganz seiner Komfortzone entsprechend, im Hier und Jetzt zu sein, erzählt er seine Geschichte auch in der Gegenwartsform. So erlebt und spürt man die Story quasi in Echtzeit und besonders intensiv.
Auch wenn das Ende weniger realistisch scheint, finde ich es stimmig und bin damit mehr als zufrieden. Wer weiß, vielleicht passiert ähnliches ja doch viel öfter, als wir je erfahren werden. Wichtig ist mir hier sowieso viel mehr, wie die Menschen in Cornwall zusammenhalten, wenn es nötig ist. Ohne darüber zu sprechen. Wie Jakob sich um seinen Neffen kümmert, obwohl er selbst nicht mehr der Jüngste ist und mit sich selbst und seiner Farm mehr als genug um die Ohren hat. Wie Granny Carne alles sieht, hört und versteht.
Für mich war dieses Buch eine Umarmung, in der man heilt, sicher ist und mit der man gestärkt weitergeht. Fünf Sterne.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
17.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein neues Leben
Nach einem vierzigminütigen Herzstillstand zieht der zwanzigjährige Ich-Erzähler Jago zu seinem Onkel Jacob auf dessen Farm an der Küste Cornwalls. Auf dem Hof, ohne Elektrizität, ohne Telefon und Handy, mit Arbeiten auf dem Land und mit den Tieren, findet Jago, eingeschränkt durch die Schädigung seines Gehirns und Sehnervs, die Möglichkeit in seinem eigenen Rhythmus zu leben. Mehr als früher beobachtet er die Schönheiten der Natur im Wechsel der Jahreszeiten. Es wäre ein friedliches Leben, wäre da nicht der zwielichtige Nachbar Bill Sligo, der es auf ein Feld von Jacob abgesehen hat und dafür auch zu rücksichtslosen Methoden greift. "Weiterleben" ist ein schön geschriebener Roman über einen Neuanfang unter stark veränderten Lebensbedingungen, wie sie der Autor selbst erlebte, der mit 39 Jahren einen Herzstillstand erlitt.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alles auf Anfang
Nach einem Herzstillstand ist der junge Jago 40 Minuten ohne Sauerstoff.
Er überlebt, muss sich aber fortan an Einschränkungen wie mangelnde Gedächtnisleistung und schnellere Erschöpfung gewöhnen.
Um wieder zurück ins Leben und in seinen eigenen Rhythmus zu finden, zieht er zu seinem Onkel Jacob auf den Hof.
Die beiden verstehen sich ausgezeichnet und leben ihm Einklang mit der Natur in ihrem eigenen Tempo.
Als jedoch der zwielichtige Nachbar Bill Sligo Interesse an Jacobs Grundstück zeigt, scheint es mit der ruhigen Eintracht vorbei zu sein.
Berührend und auch spannend.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.