Nach Unterleuten und Leere Herzen der neue Bestseller von Juli Zeh
Lanzarote am Neujahrsmorgen: Henning will mit dem Fahrrad den Steilaufstieg zum Pass von Fermés bezwingen. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, denkt er über sein Leben nach. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er liebt seine Frau, hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Aber Henning geht es schlecht. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Er leidet unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen. Als Henning schließlich den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier. Damals hat sich etwas Schreckliches zugetragen, das er bis heute verdrängt hat ... Gelesen von Florian Lukas. (Laufzeit: 5h 4)
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Thomas
aus Weisslingen
5/5
29.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Sehr spannend und mitreißend
Eins der wohl besten Bücher von Juli Zeh, spannend und bis zum Ende eine Geschichte, die sowohl unsere heutige Zeit (2026) wie auch die 80er Jahre beinhaltet. Ein Meisterwerk der Erzählkunst.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
07.03.2026
Buch (Taschenbuch)
spannend!
Dieses nur 192 Seiten starke Büchlein ist die aktuelle Lektüre in meinem Lesekreis, und ich war gespannt; ich kannte bislang noch nichts von der Autorin. Der Klappentext klang auch gut; und bezogen auf das schmale Werk ist der Klappentext auch ziemlich aussagekräftig: wir sind bei Henning, der auf Lanzarote am Neujahrsmorgen im Urlaub einen „kleinen Fahrradausflug“ macht. Das Buch ist aus einer auktorialen Perspektive erzählt, im Präsenz, und wir sind ganz dicht bei Hennings Gedanken und Gefühlen, ganz nah dran in seinem Leben. Und vor allem ganz nah dran an seinem aktuellem sportiven Leiden, denn sein Leihfahrrad ist für die Aufstiege und Strecken auf Lanzarote viel zu schwer, sein Trainingszustand so gut wie nicht vorhanden, er hat gestern gefeiert und ist ohne Trinkflasche spontan mal losgefahren….und so begleiten wir ihn, wie er langsam dehydriert und durch die Serpentinen der lanzarotischen Landschaft radelt….Henning ist völlig durch, und das nicht nur im hier und jetzt auf dem Radl, sondern auch generell; er leidet seit langem unter Panikattacken, und er ist kurz vor dem kompletten Burnout als Familienvater. Mit seiner Frau Teresa teilt er sich die familiäre Care-Arbeit und sie arbeiten beide Teilzeit, und das ist ihm mit 2 kleinen Kindern langsam alles zu viel (verständlich, aber was soll ich sagen: welcome to the real world, Millionen Frauen leben dieses Modell schon ziemlich lange). Wie auch immer, die Autorin seziert diesen Zustand ziemlich genau, und das ist spannend und gut gemacht. Finde ich. Denn wie gesagt, die meisten arbeitenden Mamas können sich hiermit sicherlich gut identifizieren….und funktionieren trotzdem….ob das gut ist oder schlecht, sei mal dahingestellt – das liefert auf jeden Fall viel Stoff für Diskussionen in meinem Buchklub, würde ich denken :-)
So, und jetzt wird es irgendwann wirklich faszinierend mit der Lektüre, denn als Henning oben am Pass ankommt und auf einer abgelegenen Finca jemand findet, der, oder vielmehr die, ihm was zu trinken anbietet, hat er diverse Deja-vues: hier war er schon mal, obwohl er überzeugt war, noch nie auf Lanzarote gewesen zu sein. Viel mehr gibt der Klappentext nicht her, und wer sich jetzt von mir nicht spoilern lassen will, der soll jetzt hier nicht weiterlesen, sondern sich zufrieden geben mit der Angabe: jetzt kommt der Psychothrillerteil der Buches.
Für alle anderen: Achtung ich spoilere jetzt. Es stellt sich nämlich heraus, dass Henning hier mal als Kleinkind einen absolut traumatischen Familienurlaub auf eben jener abgelegenen Finca durchlebt hat. Seine Eltern sind damals nach einem Streit mit dem Auto ins Ort gefahren – und Henning und seine damals 2jährige Schwester Luna sind morgens mutterseelenallein aufgewacht und haben sich 2 Tage auch auf sich gestellt durchschlagen müssen. 2 Kleinkinder allein zu Haus, und es lief alles schief, was schief laufen konnte; das war schlimm, das war traumatisch, das hat Henning komplett verdrängt – und das erklärt am Ende vieles, was in seinem Erwachsenenleben schief läuft. PTSD at its best sozusagen. Dieser zweite Teil des Buches hat sich für mich echt gelesen wie ein früher Stephen-King-Roman: das Grauen kommt im helllichten Sonnenschein um die Ecke geschlichen.
Wobei ich mich zugegebenermaßen auch ein paarmal gefragt habe, wieso die beiden Kinder sich teils so sehr unbeholfen angestellt haben; aber gut; dichterische Freiheit, für die Story an sich hat es genauso funktioniert.
Ich war auf jeden Fall gebannt dabei, und fand, die Autorin kann echt diverse Genres intelligent erzählen und miteinander verbinden. Wir haben hier einen gesellschaftskritischen Part, der sich mit modernen Familienrollen und -belastungen auseinandersetzt; wir haben Themen wie Burnout, Funktionalität (oder eben auch Dysfunktionalität) moderner Partnerschaften, wir haben den Psychothrillerteil, wir haben mental health-Themen, wir haben am Ende eine Katharsis, und eine relativ glaubwürdige Cast. Ach ja – und als ehemalige aktive Ausdauersportlerin konnte ich mich mit Hennings radfahrerischen Qualen sehr gut identifizieren, hahaha, das war ein nettes Plus obendrein. Dieses mentale Kopfkino, wenn die Muskeln langsam aber sicher übersäuern und man eigentlich am A****** ist, aber der Zieleinlauf noch seeeeehr weit weg ist…….ja, so ist das :-)
Alles in allem: war gut. Hat mich sehr gut unterhalten, trotz der ernsten Themen, und ich denke, das liefert viel Diskussionsstoff.
Und flott geschrieben – Juli Zeh werde ich mir merken!
Lillybelle
5/5
13.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Packend und erschreckend zugleich
Was als gemütliche Familiengeschichte beginnt, entpuppt sich als wahrer Horror. Man muss sich auf einiges gefasst machen, wenn man dieses Buch liest. Die Spannung steigt mit jedem Meter auf dem Fahrrad. Eine tolle Geschichte.
Bewertung
5/5
07.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hervorragend
Schon wieder ein Buch von Juli Zeh, dass man kaum weglegen kann. Dramatisch, spannend und ergreifend. Zeh trifft immer wieder, die richtigen Wörter und schafft erneut ein literarisches Meisterwerk. Sehr empfehlenswert.
anker_hansestadt
aus Hamburg
5/5
31.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Alles folgt einer klar…
Alles folgt einer klar durchdachten Erzählstruktur. Der Anker der Erzählung ist der Rückblick auf ein traumatisches Kindheitserlebnis. Was ist passiert? Schön erzählt. Man taucht ein in die Welt eines durchschnittlichen Protagonisten, dessen Leben von einem dunklen Geheimnis überschattet wird. Die große Kunst Juli Zehs ist hier die Reduktion und Genauigkeit in der Erzählweise. Nichts ist zu viel und nichts zu wenig. Überflüssige Ausschweifungen gibt es nicht. Knapp, klar und berührend geschrieben. Beim Lesen sind tolle, einprägsame Bilder entstanden, die mir im Gedächtnis bleiben. Danke, für dieses schöne Werk!
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5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Neujahr
Henning macht mit seiner Familie über den Jahreswechsel Urlaub auf Lanzarote. Eigentlich läuft sein Leben gut. Er ist ein moderner Familienvater, hat seine Arbeitszeit reduziert und kümmert sich gleichberechtigt mit seiner Frau Theresa um die Kinder. Und dennoch kämpft er mit Panikattacken. Das Gefühl von Überforderung ist der Grundton seines Lebens. Am Neujahrsmorgen will Henning, schlecht ausgerüstet mit dem Fahrrad, den Steilpass nach Femés bezwingen. Auf dieser Tour wird er erneut von Angst und Panikattacken heimgesucht und alles scheint auf einmal so bekannt. Das kann doch nicht sein! Oder doch? Der Roman hat mich sofort gepackt und zeitgleich mit der Beschreibung des Aufstiegs nach Femés steigert sich die Spannung ins kaum Erträgliche. Die Schilderung seines Kindheitstraumas an diesem Ort wird von Juli Zeh so intensiv erzählt, dass man fast atemlos dem Ende „entgegenliest“. Als ich das Buch nach wenigen Stunden zugeklappt habe, hat es in seiner Wucht noch lange nachgewirkt. Eine großartige Juli Zeh!!!
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5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schauplatz des Romans ist Lanzarote, wo Henning und Theresa mit ihren Kindern Bibbi und Jonas über den Jahreswechsel Urlaub machen. Henning wird neuerdings innerlich fast aufgerieben von den Erwartungen der anderen Menschen. Immer häufiger bekommt er Panikattacken und sein Herz rast. Kein Arzt kann die Ursache dafür finden. An Neujahr macht Henning spontan eine Radtour. Fast bricht er vor Erschöpfung zusammen, als ihm eine Frau hilft. Sie bringt ihm Wasser und Essen. Danach hat er einen Traum. Er spürt, dass er in diesem Haus schon als Kind war und etwas Schreckliches geschah. Hat das Trauma von damals nun endlich seine Macht verloren?
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5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
In wieweit haben Erlebnisse in der frühen Kindheit Einfluss auf unsere geistige Gesundheit? Henning unternimmt im Urlaub auf Lanzarote eine anstrengende Fahrradtour, um seine Panikattacken in Schach zu halten. Als er völlig erschöpft ein Bergdorf erreicht, hat er ein Déjà-vu und plötzlich weiß er wieder was hier, genau hier, vor vielen Jahren geschehen ist. Minutiös schildert Juli Zeh die dramatischen Ereignisse zweier Tage, die uns den Atem stocken lassen. Gesellschaftsanalyse und Spannung gekonnt verknüpft.
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5/5
23.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Henning verbringt den Jahreswechsel mit seiner Frau und den beiden Kleinkindern auf Lanzarote. Am Neujahrstag fährt er mit einem Leihrad alleine auf einen steilen Inselberg und gerät dabei nicht nur an seine körperlichen Grenzen. Was harmlos beginnt, wird zu einer schmerzhaften Konfrontation mit einem schrecklichen Kindheitserlebnis. Dieses Buch hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Juli Zeh versteht es, in einer klaren Sprache eine Achterbahn der Gefühle zu erzeugen und den Leser in Mitleidenschaft zu ziehen. Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so aufgewühlt und nachhaltig beschäftigt. Meine persönliche Herbstempfehlung!
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4/5
26.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein längst vergessenes Trauma
Ein wichtiges Buch über vermeintlich grundlose Ängste, gesellschaftliche Ansprüche und letztendlich die Aktzeptanz der eigenen Probleme. In einer packenden Geschichte, die stetig zwischen Erinnerung und dem Hier und Jetzt wechselt, wird klargemacht, dass Angststörungen und Schwierigkeiten in Beziehungen immer begründet sind und sich nicht verdängen lassen. Trocken und schonungslos im typischen Stil von Juli Zeh geschrieben.
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