Produktbild: Milchmann

Milchmann Roman | Gewinner Man Booker Prize 2018

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

20.02.2020

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

464 (Printausgabe)

Dateigröße

3719 KB

Originaltitel

Milkman

Übersetzt von

Anna-Nina Kroll

Sprache

Deutsch

EAN

9783608115741

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Erscheinungsdatum

20.02.2020

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

464 (Printausgabe)

Dateigröße

3719 KB

Originaltitel

Milkman

Übersetzt von

Anna-Nina Kroll

Sprache

Deutsch

EAN

9783608115741

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  • Miri

    5/5

    31.03.2020

    eBook (ePUB 3)

    "Le ciel est bleu! Le ciel est bleu!" (93)

    Zugegeben am Anfang habe ich mir sehr schwer getan voranzukommen: ungewöhnlicher Stil, durchschnittliche (Haupt-)Geschichte, schräge namenlose Charaktere, viele am ersten Blick unbedeutenden Ausschweifungen einer Pubertierenden uvm. Dann kam das dritte Kapitel mit der Geschichte der Französischlehrerin und ein "AHA-Moment" von allem feinsten :-) Ich war entsetzt wie eingeschränkt meine Perspektive war, ich schob alles auf die Seite - meine fixe Vorstellungen wie ein Buch sein soll - und ab da, war mir klar, wie herrlich dieses Buch tatsächlich ist. Die unglaublich durchdringliche Subtilität jeder einzelnen Szene, Vielfältigkeit an Themen, man nehme irgendeinen Namen und benennt die Protagonisten selbst und siehe da, man findet überall einen Irgendwer McIrgendwas, Milchmann, Ma, Schwager Eins oder Schwager Drei... Ich verstehe beide Seiten: entweder man hasst das Buch, weil die Autorin von den Leser*Innen einiges verlangt und sie mit Komplexität, Subtilität und Themenvielfalt überfordert, oder, wenn man ihre/seine Perspektive erweitert, wird man es mit allen subtilen Kleinigkeiten lieben . Ich kann jeder/m nur empfehlen: "...merkt euch bitte, dass der Himmel, der scheinbar da draußen ist, jede Farbe haben kann, die es gibt." (95) um nicht wie die meisten Menschen nur da sitzen und schreien: "So ein Quark!" (...) Uns kam es vor, als könnte das, was sie sagte, nie und nimmer stimmen. Denn wenn es stimmte, dass der Himmel - der da draußen war, der nicht da draußen war, wie auch immer - jede Farbe haben konnte, dann bedeutete es auch, dass alles alles sein konnte, dass alles passieren konnte, jederzeit, an jedem Ort auf der ganzen Welt und mit jedem Menschen (...) Nach Generationen und Generationen, Vätern und Vorvätern, Müttern und Vormüttern, Jahrhunderten und Jahrtausenden, in denen der Himmel offiziell eine und inoffiziell drei Farben gehabt hatte, durfte doch jetzt nicht einfach so ein bunter Himmel erlaubt sein." (96) Von meiner Seite gibt es eine klare Leseempfehlung, allerdings sollte sich jede/r viel Zeit, Geduld, Nerven und offene Sichtweise nehmen, um nicht an diesem Buch zu verzweifeln.

  • Dorothee

    5/5

    03.03.2020

    eBook (ePUB 3)

    Aktueller denn je

    Ein irritierendes Buch. Es fällt so aus dem Rahmen. Es gibt keine Namen, keine Hinweise wo dieser Roman spielt und in welcher Zeit. Und doch drängt sich der Nordirland Konflikt auf. Was für eine schreckliche Zeit. Die Einwohner müssen sich entscheiden auf welcher Seite sie stehen, bzw. die Religion gibt es vor. Jede Abweichung von der Normalität wird beobachtet und kommentiert. Es könnte auch der Tod für denjenigen bedeuten. Hier gehen wir ein Stück des Weges mit der mittleren Tochter. Sie zieht die Aufmerksamkeit des Milchmannes auf sich. Wodurch genau, wird nicht erklärt. Die junge Frau sträubt sich, sie weiß genau was hier passiert und fühlt sich von allen verlassen und unverstanden. Der Milchmann agiert geduldig und manipulativ. Ein Roman auf den man sich einlassen muss. Er ist nicht einfach zu lesen. Es werden so viele verstörende Themen angesprochen. Die Preise hat er zu Recht erhalten.

  • Magische Farbwelt

    5/5

    17.02.2020

    eBook (ePUB 3)

    Außergewöhnlich und einfallsreich

    Außergewöhnlich. Dieses Wort fällt mir als erstes ein, wenn ich an den Roman „Milchmann“ von der Autorin Anna Burns denke. Wortgewandt, lange, teilweise verschachtelte Sätze, spannend und doch in die Länge ziehend. Wiederholend und dennoch in jedem Wort das gewisse Etwas zu finden. So wirkte der Schreibstil in „Milchmann“ auf mich. Stets war ich auf der Suche nach dem, was mir die Autorin Anna Burns mit ihrem Buch wohl sagen will. Und dennoch – oder gerade deshalb – hat mich ihr Roman so sehr gefesselt und gefangen gehalten. In einer Welt nach dem Zweiten Weltkrieg, in der sich die Gesellschaft noch zu ordnen versucht, lebt die namenlose Ich-Erzählerin in einer Beziehung zu ihrem namenlosen Vielleicht-Freund und in einer Familie mit Mutter, Bruder 1 bis 4 – wobei einige der Brüder eben nicht mehr leben – Schwester 1 bis 3 – wenn ich mich nicht verzählt habe – sowie daugehörigen Schwägern 1 bis 3 und Kleinen Schwestern – 3 an der Zahl. Die Erzählerin selbst ist die Mittelschwester. Und schon allein an diesem Beziehungskonstrukt kann der Leser erkennen, in was für eine Welt er sich begibt. Sie ist eben außergewöhnlich. Ach ja. Und dann ist da noch der Milchmann. Er stalkt scheinbar die Protagonistin, die Ich-Erzählerin ohne Namen. Und schnell wird ihr eine Affäre angedichtet, und sie ist die einzige, die weiß, dass es nicht so ist. Niemand glaubt ihr. Im Übrigen ist dies der falsche Milchmann, denn es gibt ja noch den Echten Milchmann. Alles ziemlich verwirrend. Aber irgendwie auch total abgefahren zu lesen. Und wer zwischen den Zeilen lesen kann, merkt schnell, dass es keiner Namen bedarf. Es kann jedem Individuum so ergehen. Der Leser lernt, wie schnell sich Gerüchte verbreiten und potenzieren. Wie schnell es vorbei sein kann, wie oft der Schein einfach trügt. Auch wenn man sich ins Lesen hineinfinden muss und wenn man dies letztendlich geschafft hat, gewinnt man den Roman „Milchmann“ und den Schreib- und Erzählstil von Anna Burns echt lieb. Ich kann mich nur wiederholen: „Milchmann“ ist außergewöhnlich aber dafür umso lesenswerter. Einfach mal etwas Anderes, was mich als Leserin überrascht hat und dafür für mich umso wertvoller ist.

  • lielo99

    aus Bad Münstereifel

    5/5

    15.02.2020

    eBook (ePUB 3)

    Außergewöhnlich und außergewöhnlich gut

    Milchmann ist das Werk der irischen Autorin Anna Burns. Sie schreibt über die Zeit der großen Konflikte in ihrer Heimat, wo Mord und Totschlag an der Tagesordnung lagen. Die Rede ist oft von „Wir“ und „die da drüben“, wobei „drüben“ nur die andere Straßenseite war. „Unsere“ Religion und „deren“ Religion bietet ebenfalls immer wieder Stoff zu tödlichen Auseinandersetzungen. In dem Buch Milchmann beschreibt die Ich-Erzählerin ihr Leben in Irland. Sie berichtet von sexueller Nötigung durch ihren Schwager und der Gerüchteküche ihrer Nachbarschaft. In ihren Augen war es eine „Chefgerüchteküche“, die nicht nur ihr das Leben schwer machten. Die Menschen sind verstört, weil sie, geprägt von dauerhafter Gewalt und sozialen Konflikten, ihr Leben in Belfast fristen. Die Autorin verarbeitet hier eigene Traumen und Erlebnisse und das macht das Buch zu etwas Besonderem. Sie weiß, wovon sie schreibt. Nichts ist übertrieben und, obwohl zuweilen lustig, so blieb mir als Leser das Lachen im Halse stecken. Die Hauptperson des Buches ist 18 Jahre alt und leidet unter den Familienverhältnissen. Der Vater ist depressiv und muss immer wieder zur langwierigen Behandlung in eine psychiatrische Klinik. Wie es damals wohl noch extremer war als heute, wo wurde die Erkrankung gegenüber der Nachbarschaft geleugnet. Die Mutter verstand nicht, was den Vater belastete. „Man sah doch nichts.“ Die junge Frau ist ebenfalls Opfer von Verleumdung und übler Nachrede. Keiner der Denunzianten hinterfragt den Wahrheitsgehalt der Gerüchte, dabei hätte sie deren Hilfe so sehr gebraucht. Nein, es ist kein Buch, welches ich einfach mal so locker weg lesen konnte. Es gibt ungewöhnlich lange und verschachtelte Sätze sowie viele neue Wortschöpfungen. Oder haben Sie schon mal etwas von „Vielleicht-Freund“, „Zehnminutengegend“ oder „Bruder zwei“ gehört oder gelesen? Und gerade deshalb packte mich die Freude an außergewöhnlicher Literatur und ich ließ mich auf das besondere Buch ein. Es lohnte sich und ich lernte die Situation der Iren aus einer anderen Perspektive kennen. Nämlich der einer jungen Frau. Erschrecken war für mich, dass der Konflikt noch immer schwelt und der Roman in einer Zeit spielt, die noch gar nicht so lange zurück liegt. Wer sich auf ungewöhnliche Sprache einlässt, wird bei der Lektüre von Milchmann nicht enttäuscht.

  • bolie

    aus Langscheid

    5/5

    15.02.2020

    eBook (ePUB 3)

    Milchmann ist das Werk der…

    Milchmann ist das Werk der irischen Autorin Anna Burns. Sie schreibt über die Zeit der großen Konflikte in ihrer Heimat, wo Mord und Totschlag an der Tagesordnung lagen. Die Rede ist oft von „Wir“ und „die da drüben“, wobei „drüben“ nur die andere Straßenseite war. „Unsere“ Religion und „deren“ Religion bietet ebenfalls immer wieder Stoff zu tödlichen Auseinandersetzungen. In dem Buch Milchmann beschreibt die Ich-Erzählerin ihr Leben in Irland. Sie berichtet von sexueller Nötigung durch ihren Schwager und der Gerüchteküche ihrer Nachbarschaft. In ihren Augen war es eine „Chefgerüchteküche“, die nicht nur ihr das Leben schwer machten. Die Menschen sind verstört, weil sie, geprägt von dauerhafter Gewalt und sozialen Konflikten, ihr Leben in Belfast fristen. Die Autorin verarbeitet hier eigene Traumen und Erlebnisse und das macht das Buch zu etwas Besonderem. Sie weiß, wovon sie schreibt. Nichts ist übertrieben und, obwohl zuweilen lustig, so blieb mir als Leser das Lachen im Halse stecken. Die Hauptperson des Buches ist 18 Jahre alt und leidet unter den Familienverhältnissen. Der Vater ist depressiv und muss immer wieder zur langwierigen Behandlung in eine psychiatrische Klinik. Wie es damals wohl noch extremer war als heute, wo wurde die Erkrankung gegenüber der Nachbarschaft geleugnet. Die Mutter verstand nicht, was den Vater belastete. „Man sah doch nichts.“ Die junge Frau ist ebenfalls Opfer von Verleumdung und übler Nachrede. Keiner der Denunzianten hinterfragt den Wahrheitsgehalt der Gerüchte, dabei hätte sie deren Hilfe so sehr gebraucht. Nein, es ist kein Buch, welches ich einfach mal so locker weg lesen konnte. Es gibt ungewöhnlich lange und verschachtelte Sätze sowie viele neue Wortschöpfungen. Oder haben Sie schon mal etwas von „Vielleicht-Freund“, „Zehnminutengegend“ oder „Bruder zwei“ gehört oder gelesen? Und gerade deshalb packte mich die Freude an außergewöhnlicher Literatur und ich ließ mich auf das besondere Buch ein. Es lohnte sich und ich lernte die Situation der Iren aus einer anderen Perspektive kennen. Nämlich der einer jungen Frau. Erschrecken war für mich, dass der Konflikt noch immer schwelt und der Roman in einer Zeit spielt, die noch gar nicht so lange zurück liegt. Wer sich auf ungewöhnliche Sprache einlässt, wird bei der Lektüre von Milchmann nicht enttäuscht.

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  • Zum Bewerterprofil von Clarissa Laicher

    Clarissa Laicher

    RavensBuch Osiander Ravensburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    01.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kluger, skurriler und politisch aufschlussreicher Man Booker Prize Gewinner

    Mit der 18 jährigen namenlosen Protagonistin von „Milchmann“ tauchen wir ein in das bürgerkriegsähnliche Szenario des Belfast der siebziger Jahre und erfahren, wie eine Gesellschaft unter der dauerhaft vorherrschenden Gewalt erstarrt. Dargestellt durch packende und plastische Bilder wird man Zeuge, wie die Ich-Erzählerin Opfer äußerst subtilem und perfidem Psychoterror durch den "Milchmann" wird. Umgehauen hat mich der einzigartige Stil der Erzählung, der an eine Parabel erinnert und mit einer großen sprachlichen Kraft eine Atmosphäre der Beklemmung erschafft. Ein literarisches Meisterwerk.
  • Zum Bewerterprofil von Theresa Raupp

    Theresa Raupp

    OSIANDER Schwäbisch Hall

    Buchhändler*in

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    5/5

    13.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kafkaeske Geschichte zum Nachdenken

    Wer "den Kafka" gerne in der Schule gelesen hat, der mach auch den "Milchmann". Voller verwinkelter Ideen und Ereignissen ungewissen ausgangs, erzählt Anna Burns die Geschichte der namenlosen Hauptperson, die doch nichts weiter tun möchte, als beim Gehen zu lesen. Und die damit die Aufmerksamkeit des Milchmannes auf sich zieht, der währen des Hauptteiles der Geschichte eine Große Unbekannte bleibt - auch wenn man relativ schnell zu wissen glaubt, was es eigentlich mit ihm auf sich hat. Und dann fühlt man sich schnell daran erinnert, dass auch "Josef K. eines Morgens verhaftet" wurde und man auch hier während es Lesens immer dachte, jetzt hat man es kapert. Und dann doch wieder jemand um die Ecke kam, der alles veränderte. Wer gerne mal "Was anderes" lesen möchte ist hier genau richtig.
  • Zum Bewerterprofil von Andrea Hengelhaupt

    Andrea Hengelhaupt

    RavensBuch Osiander Friedrichshafen

    Buchhändler*in

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    5/5

    11.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Milchmann

    Selten war ich von einem Buch so begeistert wie von Anna Burns "Milchmann". Die Geschichte um ein 18jähriges Mädchen in den Zeiten des Nordirland-Konflikt ist nicht nur sprachlich erfrischend und unverwechselbar, sondern eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst. Eine Zeit, in der es „die eine/die eigene/die richtige“ und die „andere/ die falsche“ Seite gibt, in der die Grenze nicht nur entlang der Staatsgrenze, sondern quer durch die Stadt entlang der Straße verläuft. Ständiges Mißtrauen, und die Angst, sich so zu verhalten, dass die eigenen Leute denken könnten, man sei ein Verräter, begleitet jeden zu jeder Zeit. Man erzählt nicht alles, man darf keine falschen Fragen stellen, und man geht, selbst wenn man vergiftet wird, auf keinen Fall ins Krankenhaus. Als dem jungen Mädchen, das dadurch auffällt, dass es im Gehen Romane liest, ein Verhältnis zu einem doppelt so alten ranghohen Paramilitär angedichtet wird, ist nicht einmal ihre eigene Mutter bereit, ihr zu glauben. Man glaubt an die Dinge, die man sehen will: wenn man der Meinung ist, der Himmel sei blau, dann ist er blau, egal ob  es regnet oder gerade die Sonne untergeht, und wenn man der Meinung ist, ein junges Mädchen hätte eine Beziehung zu einem Mann, der sie eigentlich aufs Schlimmste stalkt, dann darf man das nicht in Frage stellen oder abstreiten. Ein starkes, ungewöhnliches Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt.

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