Produktbild: Der Halbbart

Der Halbbart

Aus der Reihe detebe
42

12,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

26.08.2020

Verlag

Diogenes eBooks

Seitenzahl

688 (Printausgabe)

Dateigröße

1283 KB

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783257611359

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

26.08.2020

Verlag

Diogenes eBooks

Seitenzahl

688 (Printausgabe)

Dateigröße

1283 KB

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783257611359

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  • https://lieslos.blog/

    5/5

    13.10.2020

    eBook (ePUB 3)

    Lang aber nicht langatmig!

    Gleich vorab: Ein absolut lesenswerter Wälzer! Zeitreise ins tiefste Spätmittelalter - ins Jahr 1313. Ausflug in ein Dorf in der Talschaft, heute Kanton, Schwyz in der Schweiz. Der ca. 13- jährige Eusebius, genannt Sebi, ist der Protagonist dieses umfangreichen und lesenswerten Werkes von Charles Lewinsky. Wir begleiten ihn auf ca. 680 Seiten und über ca. drei Jahre hinweg. Sebi wächst mit seinen beiden älteren Brüdern, die ein Stück Land bestellen bei seiner Mutter auf. Der Vater ist früh verstorben. Sebi selbst hat mit Feldarbeit nichts am Hut und auch das Soldatenleben ist nichts für ihn. Er trägt zum Auskommen der Familie bei, indem er dem örtlichen und bereits betagten Totengräber dabei hilft, Gräber auszuheben. Ansonsten hört bzw. erfindet der etwas verträumte und naive Teenager liebend gern Geschichten oder verbringt Zeit bei Halbbart, dem sonderbaren Fremden aus weiter Ferne, der sich im Ort niedergelassen hat. Halbbart „erklärt“ Sebi die Welt, das Leben und die Menschen. Er wird eine Art geistiger Lehrmeister, ich möchte fast sagen vielleicht sogar eine Art Vaterersatz für den Jungen. Der zunächst rätselhafte Name Halbbart, der dem Roman seinen Titel gibt, rührt daher, dass der Bart dieses klugen und in der Medizin bewanderten Fremden nur noch auf einer Seite sprießt, während die andere Hälfte seines Gesichts von Brandnarben entstellt ist. Der Eigenbrötler Halbbart, der im Roman nur phasenweise und mit unterschiedlicher Gewichtung eine Rolle spielt, wird z. B. aufgrund seiner Heilkünste gerufen, nachdem Sebis ältester Bruder Geni einen furchtbaren Unfall hatte und die Behandlung der örtlichen Mediziner versagt hatte. Einige Rezensenten sind der Meinung, dass der Titel nicht besonders passend gewählt ist, weil Halbbart im Gegensatz zu Sebi nicht durchgängig eine Rolle spielt. Meines Erachtens ist jedoch das Gegenteil der Fall. Da es in dem Roman unterm Strich ganz besonders um die Selbstfindung Sebis geht, bei der Halbbart eine ganz zentrale und durchgängige Rolle spielt, ist der Titel meines Erachtens nicht nur passend, sondern sogar bravourös gewählt. „Halbbart“ ist eine sog. „Coming-of-Age-Geschichte“, die sich vor bedeutenden und interessanten historischen Ereignissen abspielt und bei der es viele Weisheiten und Anekdoten am Rande zu entdecken und genießen gibt. Wir erfahren einerseits etwas über den Marchenstreit zwischen dem Kloster Einsiedeln und den Landleuten von Schwyz und andererseits etwas über die dadurch ausgelöste Schlacht am Morgarten, der ersten Schlacht zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern, die am Anfang der Schweizer Habsburgerkriege steht. Es geht in dem Buch um so Vieles, v. a. um Sebis Identitätsentwicklung, seine Ablösung und Suche nach sich selbst und seinem Weg, aber auch um die Macht von Kirche und Aberglauben. Immer wieder entdeckt man zwangsläufig, verblüfft und teilweise erschüttert Parallelen zwischen Damals und Heute, obwohl so viel Zeit dazwischen liegt. Einige Beispiele für solche Parallelen in der Handhabung oder auch nur, was die Bedeutung dieser Themen anbelangt, sind der Umgang mit Wahrheit und Fremdem, Vorurteile, Gewalt gegen Frauen, Gruppenzwang, Machtmissbrauch, kirchliche Heuchelei oder Auswirkungen von Glaube. Unsere angeborenen tiefen Reflexe und unser archaisches Funktionsmuster schlagen durch, egal ob im Mittelalter oder in der Gegenwart. Die Themen der Menschheit und die Gefühle der Menschen ändern sich im Grunde nur von der Gewichtung her, nicht aber, was deren Präsenz betrifft. Dem Leser wird hier oft der Spiegel vorgehalten. Meist ist das Spiegelbild nicht sehr gefällig. Für das wunderbare Aufzeigen dieser Parallelität und resultierenden Aktualität ziehe ich den Hut vor dem Autor. Um die Atmosphäre des Mittelalters spürbarer zu machen, verwendet der Autor viele Helvetismen, sprachliche Besonderheiten, mit denen ich mir ohne das ausführliche Glossar auf der Website von Diogenes manchmal etwas schwer getan hätte. Meist sind die schwyzerdütschen Begriffe jedoch selbsterklärend oder so gewählt, dass sie einfach in den Kontext passen. Der Roman ist einerseits herzerwärmend, anrührend, märchenhaft, tieftraurig und klug, andererseits grausam und schonungslos. Die Vielfalt an Themen und Wirkungen auf das Innenleben des Lesers ist bravourös austariert. Zu keinem Zeitpunkt wird es unaushaltbar, klischeehaft, langatmig oder gar langweilig. Sowohl die Themen, als auch die Zeit und die Charaktere werden in all ihrer Komplexität, Vielschichtigkeit und Tiefgründigkeit behandelt. „Halbbart“ hat mich sprachlich und inhaltlich überzeugt. Charles Lewinsky schreibt feinfühlig, malerisch, bildhaft, detailliert, schonungslos, manchmal lyrisch und poetisch über eine große Vielfalt an Themen. Das Buch regt zum Mit- und Nachdenken an und hallt nach. Für mich war dieser tiefgründige, abwechslungsreiche, interessante und unterhaltsame Roman ein absolutes Highligt, das ich sehr gerne weiterempfehle! Ich kann nun nachvollziehen, warum er auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2020 gelandet ist.

  • Bewertung

    aus Wilchingen

    5/5

    19.09.2020

    eBook (ePUB 3)

    Super - eigentlich wie immer

    Schönes Buch - darum inzwischen auch als „richtiges Buch“ bei mir

  • Bewertung

    aus Leipzig

    5/5

    11.09.2020

    eBook (ePUB 3)

    Gemischte Gefühle

    Gemischte Gefühle Ich habe eine Zeit gebraucht um in das Buch und die Geschichte einzutauchen. Die Geschichte ist teilweise sehr wirr beziehungsweise für mich nicht richtig nachvollziehbar. Wir begleiten Sebi, einen Träumer der so gar nicht in die Zeit um 1300 passt. Seine Kindheit und auch sein Erwachsenwerden sind von vielen Ereignissen und Schicksalen geprägt. Der Aufbau mit den Kapitelüberschriften und auch die (finde ich) guten Recherchen zu der beschriebenen Zeit finde ich sehr gut gelungen. Ich bin bei dem Buch hin und her gerissen. Ich hatte meine Probleme in die Geschichte zu kommen und dennoch wollte ich es unbedingt zu Ende lesen. Daher 3 Sterne, denn die Hintergründe und Den Aufbau des Buches fand ich sehr interessant und toll, die Geschichte an sich leider etwas zäh.

  • Bewertung

    aus Gockhausen

    4/5

    03.02.2021

    eBook (ePUB 3)

    Morgarten reloaded

    Spannend gestalteter Einblick in die Frühzeit der Eidgenossenschaft und ihrer Mythen. Besonders gefällt mir der Entwicklungsstrang anhand der fiktiv-realen Lebensgeschichten und wie aus friedfertigen Einzelnen ein gewalttätiges Kollektiv entstehen kann. Ganz toll auch die Geschichten über gut und Böse, die Andeutungen, das Stellung beziehen ohne ein eindeutiges Urteilen.

  • bolie

    aus Langscheid

    4/5

    17.09.2020

    eBook (ePUB 3)

    Ist „Der Halbbart“ tatsächlich…

    Ist „Der Halbbart“ tatsächlich ein Roman? Im Jahr 1313 dürfen wir das harte Leben der Dorfbevölkerung in der Schweiz kennenlernen. Und hier genau den Eusebius, genannt Sebi. Er lebt mit Mutter und zwei Brüdern in einem kleinen Dorf und dort hat sich ebenfalls der Halbbart häuslich niedergelassen. Nein, nicht in einem Haus, eher an einem Unterstellplatz. Warum nennen ihn die Leute so? Alle haben hier einen Spitznamen. So heißt ein Mann Bruchi, weil er sich beide Beine brach. Aber noch einmal zum Sebi. Der erzählt gerne und viel und nicht nur das Kloster Einsiedeln kommt in seinen Geschichten vor. Zitat aus dem Buch und ein Gedanke Sebis: „Wenn die Knochen der Heiligen derart durcheinander kommen, wie soll das bei der Auferstehung werden? Wenn eine Hand am falschen Arm ist, oder eine Rippe da, wo sie nicht hingehört?“ Der Autor nutzte für sein Buch eine Sprache der alten Zeit. Viele Ausdrücke gehören zum Schwyzer-deutsch, sind aber im Zusammenhang gut zu verstehen. Warum der Verlag diesen Titel wählte, das kann ich nicht nachvollziehen. Ist doch die Hauptperson der junge Eusebius. Er schreibt von den Mönchen und den Äbten und wie sie das Volk unterdrückten. Wie Kräuterfrauen den Menschen bei Erkrankungen zur Seite standen und der Totengräber viele Kinder begraben musste. Es war ein schweres und karges Leben damals, aber die Menschen waren zufrieden. Sie kannten es nicht anders. Wer ohne Buch, Radio oder Fernsehen leben muss, der hört gerne den Geschichtenerzählern zu. Die kamen immer im Winter, da die Dorfbewohner im Sommer keine Zeit zum Zuhören hatten. Wahrscheinlich hat der Sebi deshalb auch so gerne Geschichten erzählt, weil er seine Familie und Freunde unterhalten wollte. „Der Halbbart“ ist keine Zusammenhängende Story, die hier wiedergegeben wird. Viel mehr eine Aneinanderreihung vieler kleiner Aufzeichnungen, die teils brutal und teils amüsant sind. Schön fand ich, wie der Autor es schaffte, die damalige Atmosphäre so genau darzustellen. Mein Kopfkino funktionierte sehr gut. Vier Sterne und eine Empfehlung gibt es von mir.

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Bewertungen (42)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Julian Kufferath-Sieberin

    Julian Kufferath-Sieberin

    OSIANDER Tübingen

    Buchhändler*in

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    5/5

    10.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein erzählerisches Meisterwerk

    Nach ein wenig Anlaufzeit hat mich der Halbbart komplett in seinen Bann gezogen. Gespannt saß ich im bitterkalten Schweizer Winter mit dem ganzen Dorf am Feuer und lauschte den Geschichten, der Wandernden Erzähler. Voller Vorfreude begab ich mich zusammen mit Sebi in den Wald, um dem Halbbart seine geheimnisvolle Lebensgeschichte zu entlocken. Enthusiastisch zog ich mit den Schweizer Bauern aus, um gegen die Obrigkeiten zu kämpfen. Der Halbbart ist ein Buch voller Geschichte(n) .
  • Zum Bewerterprofil von Ursula Birkhold

    Ursula Birkhold

    OSIANDER Göppingen

    Buchhändler*in

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    5/5

    23.07.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unglaublich spannend, mitreißend und klug erzählt hier der Bauernjunge Sebi von seiner Kindheit und Jugend im mittelalterlichen Schwyz, von seinen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen und seinen Mitmenschen. Diese virtuos erzählte Geschichte vom Leben im Mittelalter, vom Glauben und Aberglauben an das Wirken von Gott und Teufel, von Krieg, Hunger und Mühsal, zieht jeden Leser in ihren Bann.

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