Bestsellerautor Jostein Gaarder über das Wunder der Erde und des Lebens. Eine inspirierende Lebensphilosophie, die zum Nachdenken anregt - und ein kurzweiliges Leseerlebnis
30 Jahre nach der Veröffentlichung von "Sofies Welt" widmet sich Bestsellerautor Jostein Gaarder seiner ganz eigenen Lebensphilosophie, als Brief an seine Enkel. Dabei verknüpft er Erfahrungen und Erlebnisse aus seinem Leben mit Themen, die ihn schon immer beschäftigt haben, wie Natur, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Religion, Liebe, Leben, Tod und das Wunder unserer Existenz. Und er setzt sich intensiv mit Fragen auseinander, die die Zukunft seiner Enkel betreffen. Die wichtigste: Wie kann es uns gelingen, die menschliche Zivilisation und die Lebensgrundlage auf unserem Planeten zu bewahren? Ein neugieriger und kluger Blick auf das Privileg, auf dieser Erde zu leben.
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Ein stilles Staunen über das Menschsein
Christa (Mitglied der Book Circle Community) am 01.02.2026
Bewertungsnummer: 3033123
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ist es nicht ein Wunder, dass es uns gibt? von Jostein Gaarder ist ein schmales, aber gedanklich weites Buch. Es ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern ein philosophischer Text, der sich in kurzen, zugänglichen Gedanken dem grossen Ganzen nähert: dem Leben, der Natur und der Frage, was uns als Menschen ausmacht.
Gaarder lädt nicht zu Antworten ein, sondern zu einem Innehalten. Das Buch stellt grundlegende Fragen, ohne sie abschliessend zu klären. Was bedeutet es, Mensch zu sein? Welche Verantwortung tragen wir gegenüber der Welt, in der wir leben? Und was bleibt von uns, wenn wir einmal nicht mehr da sind? Diese Fragen werden nicht belehrend formuliert, sondern vorsichtig, fast tastend. Gerade dadurch entfalten sie ihre Wirkung.
Der Ton ist ruhig, nachdenklich und zutiefst humanistisch. Gaarder verbindet philosophische Überlegungen mit einem klaren Appell an unsere Aufmerksamkeit: für die Natur, für das Leben und füreinander. Immer wieder wird deutlich, wie zerbrechlich das ist, was wir oft als selbstverständlich hinnehmen. Das Buch zwingt einen nicht zur Reflexion, aber es entzieht sich ihr auch nicht. Wer sich darauf einlässt, wird unweigerlich ins Nachdenken geführt.
Besonders berührend ist dabei die Form, in der Gaarder seine Gedanken teilt. Das Buch ist als eine Art Lebensfazit angelegt, geschrieben in Briefen an seine Enkel. Diese Perspektive verleiht den philosophischen Überlegungen eine grosse Nähe und Wärme. Man liest nicht abstrakte Gedanken, sondern die reflektierte Stimme eines Menschen, der zurückblickt, ordnet und weitergeben möchte, was ihm wesentlich erscheint.
Mein liebstes Zitat bringt diese Haltung auf den Punkt: „Zuerst und zuletzt sind wir Mensch.“ In einer Zeit, in der vieles nach Effizienz, Nutzen und Geschwindigkeit bewertet wird, wirkt dieser Gedanke fast radikal. Er erinnert daran, dass Menschsein mehr ist als Leistung oder Fortschritt – und dass Verantwortung nicht erst am Ende beginnt, sondern im Jetzt.
Ist es nicht ein Wunder, dass es uns gibt? ist ein Buch, das zum Weiterlesen einlädt und dabei Raum lässt für eigene Gedanken. Ein philosophischer Begleiter, der leise bleibt, persönlich wirkt und gerade dadurch lange nachhallt.
Ein Buch zum nachdenken
Bewertung am 11.07.2025
Bewertungsnummer: 2536690
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
INHALT
Im Buch geht es um die wichtigen Fragen des Lebens, Dinge die wir sehen und nicht sehen. Der Autor schreibt eine Art Brief an seine Enkelkinder und stellt sich ganz wichtige Fragen, und beantwortet diese auch zum Teil. Wir lesen einen Brief der sowohl wissenswerte Fakten als auch eigenen Erfahrungen beinhaltet.
„Das allerwichtigste, was Sie für Ihre Kinder tun können, dürfte sein, sie freundlich und liebevoll zu behandeln. Das zweiwichtigste dann, sie dazu zu erziehen, dass sie ihrerseits andere Menschen freundlich und liebevoll behandeln. Die Schwachen, die Tiere und die kommenden Generationen.“ S. 114
EINDRUCK UND FAZIT
Ich hatte den Eindruck, dass dies ein kleiner Teil einer Selbstreflexion ist. Ein kleines Resümee bzgl. seines eigenen Lebens - mit grundlegenden wichtigen Fragen und Erkenntnissen. An vielen Stellen fing ich an zu grübeln und nachzudenken - habe mir Notizen gemacht.
„Es ist nicht einfach sich vorzustellen, wenn irgendetwas in der Vergangenheit nur ein kleines bisschen anders gewesen wäre, weil unsere Mutter oder unser Vater zum Beispiel einen Bus oder eine U-bahn verpasst hätten, dann würden wir nicht hier sein. Wir wären nicht auf diese Welt gekommen, die Welt wäre da, aber ohne uns.“ S.155
Diese Frage habe ich mir öfter schon gestellt und auch in dieser Lesezeit des Buches. Abschließend kann ich sagen, interessantes Werk, welches einlädt Dinge zu hinterfragen, aber auch ein unruhiges Gefühl auslösen können.
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