Die Stunde der Frauen: Drei Freundinnen erobern das Fernsehen
Das Fernsehen ist ihre Zukunft, dafür nehmen die drei Freundinnen Ina, Barbara und Alexandra in Kauf, mit den Erwartungen ihrer Familien zu brechen. Doch auch als Ina eine Anstellung als Assistentin für eine Samstagabendshow findet, Alexandra in die Tanzkompanie aufgenommen wird und Barbara eine der raren Stellen als Ansagerin ergattert, müssen die drei feststellen, dass es nicht leicht ist, sich in der Männerdomäne zu behaupten, denn selbst in dem neuen Medium Fernsehen herrschen noch überkommene Konventionen.
Voller 50er-Jahre-Flair erzählt Melanie Fischer, wie das Fernsehen in die Wohnzimmer kam
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Die Fernsehfrauen
Claudia Schulte aus Mechernich am 07.04.2024
Bewertungsnummer: 2172262
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die Fernseh Frauen- Mit uns beginnt eine neue Zeit.
Melanie Fischer erzählt uns in ihrem Debütroman wie das Fernsehen in unsere Wohnzimmer kam. Ein Buch voller 50er Flair.
Ich mag diese Zeit ganz besonders gern. Eine Zeit in der nicht alles rosig war und doch eine Zeit voller Wunder.
Mich hat das Buch durch seinen schönen und lebendigen Schreibstil gleich in die Welt der 50er abtauchen lassen und mochte es wirklich kaum zur Seite legen. Es ist angenehm zu lesen, gut recherchiert und die Begeisterung der Autorin für diese Zeit ist deutlich zu spüren. Ich konnte mich so gut in die drei Freundinnen hinein versetzen.
Es gibt spannende Einblicke in die Welt des Fernsehens, die früher eher eine Männerdomäne war.
Ich fand es spannend die Freundinnen Barbara, Ina und Alexandra auf ihrem Weg ins Fernsehen zu begleiten. Dabei
haben es ihnen die Eltern nicht gerade leicht gemacht. Sie hätten sie lieber gut verheiratet gesehen.
Es lohnt sich aber für seine Wünsche und Ziele zu kämpfen.
Gut, dass es damals schon Frauen gab, die sich getraut haben zu denken, ihre Ziele zu verfolgen und sich in einer Männerwelt zu behaupten.
„Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau“
… Sie hatte es allen gezeigt, Männern, die glaubten, dass Frauen zu sensibel wären, Nachrichten vorzulesen, oder bei schlechten Nachrichten in Tränen ausbrechen würden. Sie hatte es allen bewiesen. Sie hatten es allen bewiesen.
Hier eine spannende Textstelle:
Sie saßen zu sechst zusammen und redeten über viele Themen, auch über das aktuelle, den Mauerbau.
„Das mit der Mauer ist wirklich erschreckend. Gerade in Berlin muss es schlimm für die Menschen sein“, sagte Thomas.
„Ja, ich komme aus Berlin, und zu sehen, wie sie durch mir bekannte Straßen einfach eine Mauer ziehen- unvorstellbar“, seufzte Barbara.
„Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob die das so einfach machen dürfen. Gibt es da nicht irgendwelche Rechte?“, fragte Alexandra in die Runde der Männer.
„Ach Schatz, ich glaube, das ist kein Thema für dich . Politik ist dann doch was für Männer. Du solltest lieber damit reden, wo du auch Ahnung hast. Was weiß ich, kochen, Taschen, Kinder oder so.“
Jürgen lachte und tätschelte ihren Arm.
Keiner in der Runde lachte mit.
sehr lesenswert!
Booksandcatsde am 12.03.2024
Bewertungsnummer: 2152716
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich weiß nicht, ob es nur ein Gefühl ist, aber meiner Meinung nach befassen sich in der letzten Zeit immer mehr Autorinnen und Autoren mit „vergessenen“ Frauen. Mit Frauen, die Vorreiter z.B. in der Geschichte, in der Medizin oder in der Biologie waren und deren Arbeit nicht genug oder bisher überhaupt nicht gewürdigt wurde.
Wer gerne solche Bücher liest oder an diesen interessiert ist, dem seien z.B. „Die Formel der Hoffnung“ oder „Eine Frage der Chemie“ ans Herz gelegt. In diese Richtung reiht sich auch das vorliegende Buch „Die Fernsehfrauen“ ein.
In der Buch belgeiten wir drei Frauen von 1958 bis 1970. In dieser Zeit lernen wir Ina, Barbara und Alexandra kennen. Wir erfahren, was sie antreibt, was ihre Wünsche sind und welche Hürden sie überwinden müssen, um ihre Ziele und ihre Träume zu erreichen.
Hürden gibt es in der Tat viele:
Eltern, die den Träumen ihrer Töchter keine Bedeutung beimessen,
Eltern, die versuchen, ihre Töchter mit einer passablen Partie zu verheiraten,
Eltern, die erwarten, dass man als Tochter keine eigenen Wünsche und Hoffnungen hegt.
Diese Szenen machen mich jedes Mal sprachlos. Wie gut, dass es Frauen gab, die sich nicht in ihre Rolle pressen ließen und ihren Träumen gefolgt sind.
Schlimmer aber noch als Eltern, die ihr Kind nicht unterstützen, sind die Männer, die meinten, dass Frauen weniger Wert sind, weniger Gehirn haben bzw. auch weniger denken können. Melanie Fischer hat mehrere Szenen ins Buch einfließen lassen, die mich sehr sauer gemacht haben. Was haben die Männer sich damals rausgenommen? Ich bin beeindruckt und ich ziehe meinen Hut vor allem Frauen, die in solchen Situationen bzw. Momenten die Ruhe bewahrt, sich innerlich sicherlich viele bösartige Dinge für diese Männer ausgedacht, aber trotzdem noch geknickst und Demut vorgegaukelt haben. Der Leitspruch muss wirklich „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ gewesen sein. Das Ende des Buches ist aus diesem Grunde etwas fürs Herz und gleichzeitig absolut passend.
Über 10 Jahre begleitet der Leser die drei Frauen. Jede Frau berichtet in eigenen Kapiteln aus ihrem Leben und ihrem Werdegang. Dabei geht es um Freundschaft, Familie, Beruf, aber auch um Selbstfindung, Problemverarbeitung und Lebenssinn. Allen voran natürlich um Emanzipation.
Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn ich mir mit Barbara anfangs ein wenig schwergetan habe. Die anderen beiden Frauen empfand ich doch als deutlich sympathischer und auch interessanter. Insgesamt wirklich gute Unterhaltung, auch was fürs Herz.
4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)
Weitere Rezensionen bei Claudia liest (5/5) und bei ??? (gerne her mit dem Link!)
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