Ich vermisse niemanden. Und ich brauche auch niemanden.Die neunundzwanzigjährige Akiko lebt als Single und in selbstgewählter Einsamkeit in Tokio. Eines Abends begegnet sie zufällig Kento wieder, ihrer ersten Liebe aus Schulzeiten. Kento führt ein zurückgezogenes Leben als ein Hikikomori, der sich nur nachts auf die Straße traut. Gleichzeitig entdeckt Akiko im Nachlass ihrer Mutter eine Lebenslüge, die all ihre Gewissheiten infrage stellt. Sie muss sich eingestehen, dass sie nicht weiß, wer sie ist. Mit Kentos Hilfe begibt sich Akiko auf eine Reise zu ihrer eigenen Geschichte, die ihr Leben in unverhoffte Bahnen lenkt und sie zu den Fragen führt, die sie sich bisher nicht zu stellen wagte: Wie will ich leben? Und habe ich den Mut, jemanden zu lieben?Ungekürzte Lesung mit Leonie Landa9h 12min
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
AnnaLovesBooks23
5/5
26.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Leise, berührend und voller Sehnsucht. Eine Geschichte über Verlust, Erinnerung und den Mut, weiterzugehen.
Erster Satz: „Ich erkannte die Komposition nach den ersten Tönen.“
Eine ruhige und unglaublich berührende Geschichte über Verlust, Einsamkeit und die kleinen Schritte, die manchmal nötig sind, um wieder nach vorne zu schauen. Akikos stilles Glück hat mich auf eine ganz besondere Art erreicht, weil ich mich an so vielen Stellen in Akiko wiedergefunden habe. Gerade deshalb hat mich ihre Geschichte auch so tief getroffen.
Schon nach den ersten Minuten war ich mitten in dieser Geschichte. Am Anfang dachte ich noch, dass mich vor allem eine große Liebesgeschichte erwartet. Und ja, die Verbindung zwischen Akiko und Kento und vor allem diese unglaubliche Sehnsucht nacheinander spielen eine große Rolle. Aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr habe ich gemerkt, dass es eigentlich um Akiko selbst geht. Darum, mutiger zu werden, den eigenen Weg zu finden und Dinge loszulassen, die man viel zu lange festgehalten hat. Gerade weil ich selbst an einem ähnlichen Punkt in meinem Leben stehe, konnte ich ihre Gefühle so unglaublich gut nachempfinden.
Kento hat mir dabei besonders gut gefallen. Er ist nicht dafür da, Akiko zu retten oder zu reparieren. Vielmehr erkennen sich die beiden gegenseitig und helfen sich dadurch, wieder ein Stück weiterzugehen. Ohne große Worte und ohne den anderen verändern zu müssen. Genau diese Verbindung fand ich wunderschön.
Der emotionale Kern war für mich aber Akikos Mutter. Vor allem der Gedanke, dass Loslassen nicht bedeutet, jemanden aus seinem Leben zu löschen. Manche Menschen bleiben Teil von uns, auch wenn sie nicht mehr da sind.
Ich mochte auch, dass Akiko nicht einfach geheilt wird. Manche Dinge begleiten einen für immer. Aber man kann lernen, mit ihnen zu leben und trotzdem seinen Weg weiterzugehen. Genau das fand ich an ihrer Entwicklung so schön.
Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Ruhig, harmonisch und sehr gefühlvoll, mit diesen kleinen Details, die immer wieder irgendwo auftauchen und der Geschichte ihre besondere Atmosphäre geben. Und dann muss ich natürlich noch die Sprecherin erwähnen. Leonie Landa hat dieses Hörbuch für mich unglaublich gut gesprochen. Ihre Stimme hat so perfekt zu Akiko und dieser ruhigen Geschichte gepasst, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass jemand anderes sie hätte sprechen können.
Ohne etwas über das Ende zu verraten, hat mich besonders das letzte Bild mit dem Meer berührt. Für mich hat sich dort noch einmal alles miteinander verbunden und genau das Gefühl hinterlassen, das ich aus dieser Geschichte mitgenommen habe: Man kann loslassen, ohne zu vergessen.
Akikos stilles Glück ist für mich eine dieser ruhigen Geschichten, die gar nicht laut sein müssen, um einen tief zu erreichen. Ich habe mich in Akiko wiedererkannt, habe mit ihr mitgefühlt und diese Geschichte rundum geliebt.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
09.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Stilles Erwachen
Ein japanisches Sprichwort besagt: „Der Nagel, der hervorsteht, wird eingeschlagen.“ Aus Angst, aufzufallen oder sich angreifbar zu machen, hat sich Akiko jahrelang in eine Rolle gefügt, die sie nahezu unsichtbar macht: ein unauffälliger Job, eine zurückgenommene Art, ein Leben wie hinter Milchglas, in dem sie aus Vorsicht kaum Raum für sich selbst – ihre Wünsche und Träume – beansprucht. Doch eine solche Fassade zu tragen, kostet Kraft.
Zufällig trifft sie ihren ehemaligen Klassenkameraden Kento wieder. Als Hikikomori hat er den gegenteiligen Weg gewählt und sich radikal aus der Gesellschaft zurückgezogen. Doch in seinem selbstgewählten Schutzraum bleibt er wenigstens authentisch: Er verstellt sich nicht, spielt keine Rolle, beugt sich keinen Erwartungen und fordert nichts ein. Diese ungekünstelte Wahrhaftigkeit wirkt auf Akiko wie ein Kontrastmittel. Plötzlich erkennt sie die Masken überall – bei Kollegen, Freunden, Fremden im Zug und sogar bei ihrer Mutter. Und mit jeder dieser Erkenntnisse wird ihr klarer, wie einsam sie in ihrer eigenen Rolle geworden ist und wie sehr sie sich nach einem echten, selbstbestimmten Leben sehnt. Die Begegnung mit Kento wird zum Katalysator: Er inspiriert sie, mutiger zu werden und sich wieder Raum zu nehmen.
Der Roman zeigt typische Feinheiten japanischer Alltagskultur – höfliche Distanzen, indirekte Kommunikation, das Pflichtgefühl im Berufsleben –, ohne sie je explizit zu thematisieren. Für Leser:innen, die zum ersten Mal japanische Literatur lesen, können manche Verhaltensweisen ungewohnt wirken, fügen sich hier aber stimmig in die Figurenwelt ein. Psychologisch überzeugt die Geschichte vor allem durch ihre Kerndynamik: Akiko und Kento, die auf unterschiedlichen Wegen verschwunden sind – sie in der Masse, er in der Abgeschiedenheit – und die erst durch ihre Begegnung begreifen, wie sehr Erwartungen, alte Verletzungen und falsch verstandene Rücksichtnahme das eigene Leben einengen können. Ihre Annäherung wächst in kleinen, behutsamen Momenten und wirkt gerade deshalb so wahrhaftig.
„Aber vielleicht ist es nicht nur die Frage, wie gut wir uns kennen, die entscheidet, ob wir uns einem anderen Menschen nah und verbunden fühlen oder nicht. Vielleicht genügen bei manchen nur wenige Augenblicke, um ein Gefühl der Seelenverwandtschaft zu erzeugen. Ein Lächeln. Ein Schweigen im richtigen Moment. Ein Blick, ein Satz, der uns dort erreicht, wo sonst niemand hinkommt.“ (aus Akikos stilles Glück, Jan-Philipp Sendker)
Akikos stilles Glück von Jan-Philipp Sendker ist ein zarter, zugleich eindringlicher Roman über zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise aus der Welt verschwunden sind – und darüber, wie heilsam es sein kann, endlich gesehen zu werden. Die Verbindung zwischen Akiko und Kento bleibt dabei wohltuend frei von Kitsch. Statt großer Liebesgesten entfaltet sich eine stille Vertrautheit, die mehr über Nähe sagt als jede Romanze. Am Ende wirkt das Buch wie eine sanfte Reflexion darüber, wie Beziehungen, Kultur und innere Blockaden uns prägen — und wie leise Glück entstehen kann, wenn man beginnt, sich selbst wieder zuzuwenden.
Bewertung
aus Einsiedeln
5/5
26.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Faszinataion der Einsamkeit
Ein spannender, feinfühliger Roman über Einsamkeit, Stille und Gelassenheit. Einfühlsam und spannend, wie sich die als Single lebende Akiko und der Hikikomori Kento annähern. Die Geschichte zeigt, wie wenig es brauchen kann, um sein Leben neu auszurichten, vorausgesetzt die dazu notwendigen Impulse kommen von der richtigen Person. Angereichert wird die Geschichte mit wunderschönen Haikus, wie:
Die ganze lange Nacht
Das Geräusch des Wassers sagt,
was ich denke.
Danke Jan-Philipp Sendker für ein weiteres, wunderschönes Buch!
Bewertung
5/5
10.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman über Einsamkeit & den bewussten Rückzug aus der Gesellschaft
Sogenannte Hikikomori - Menschen, die sich aus der Gesellschaft zurückziehen und ein Leben allein vorziehen - sind in Japan mittlerweile keine Seltenheit mehr.
Jan-Phillip Sendker erzählt in seinem Roman, wie sich die junge Japanerin Akiko, auf die Suche nach ihrer Herkunft begibt und dabei einem alten Klassenkameraden wiederbegegnet, der sich für ein Leben als Hikikomori entschieden hat.
Trotz der ruhigen Erzählweise, spricht der Roman ein sehr ernstes Thema an, wodurch der Leser einen interessanten Einblick in die japanische Gesellschaft und den sozialen Rückzug, der dort mittlerweile zum Alltag gehört, erhält.
Doch der Roman regt auch zum Nachdenken darüber an, ob dieses Phänomen nicht schon längst auch bei uns zum Problem geworden ist.
Bewertung
5/5
17.03.2025
eBook (ePUB)
So zart und doch voller Sprachgewalt
Der neue Roman von Jan-Philipp Sendker ist auf eine wunderbare Art und Weise leise. So, wie man es schon von „Das Herzenhören“ von ihm kennt, überrascht Sendker seine Leser*innen auch in seinem neuen Roman mit einer Tiefe und Aussagekraft, die es in sich hat. Die Leser*innen tauchen in die japanische Kultur ein und gehen einen lebensverändernden Weg mit Akiko, der zwar irgendwo leise vonstattengeht, dadurch aber nichts von seiner Kraft verliert. Denn genau darin liegt die Faszination an Sendkers Bücher. Die Lebensweise des Hikikomori Kento fand ich unglaublich spannend. Wie er zu einem Hikikomori geworden ist und wie sein Kontakt zu Akiko, mit ihrer ganz anderen Lebensweise, sie beide verändert hat.
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5/5
21.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Akiko hält eine Solo-Hochzeit...
Akiko hält eine Solo-Hochzeit für eine gute Idee, bis sie Kento begegnet, der ihr wichtige Fragen stellt. Kennt sie sich gut genug? Mag sie sich überhaupt? Sie geht der Sache auf den Grund, hat wichtige Erkenntnisse u. findet heraus, was sie wirklich will. Lieblingsbuchpotenzial.
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5/5
10.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Durch Akiko und Kento hat mir...
Durch Akiko und Kento hat mir Jan-Philipp Sendker die moderne japanische Lebensweise ein Stück näher gebracht.
Genauso wie bei "Herzenhören" haben mich besonders die leisen Zwischentöne im Roman berührt.
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4/5
19.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Glück auf japanisch
Schon das Buchcover ist eine Augenweide und ich habe richtig Lust bekommen den Roman zu lesen, zumal ich sowieso Japanfan bin.
Jan-Philipp Sendker ist ein großer Asienkenner und das merkt man seinen Büchern jedesmal an. Er kennt sich bestens aus und dieser Japan Roman macht keine Ausnahme.
Einsamkeit ist in Japan ein großes Thema, denn Wohnungsnot und großes Arbeitspensum lassen Freundschaften und Beziehungen wenig Raum.
In diesem Roman nähern sich zwei einsame Menschen mit großer Behutsamkeit an und Kento, der Hikikomori kann sich mit der Zeit sogar ein anderes Leben, jenseits der Dunkelheit vorstellen.
Auch Akiko muss sich einer Wirklichkeit stellen, auf die sie eher zufällig stößt nach dem Tod ihrer Mutter. Sie kann sich Kento anvertrauen, der sie in ihrer Suche nach ihrer Geschichte bestärkt.
Ein starkes Buch, das einen emotional mitnimmt und befriedigt zurücklässt.
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