In einer Villa am Zürichberg wohnt Alt-Nationalrat Dr. Stotz, umgeben von Porträts einer jungen Frau. Melody war einst seine Verlobte, doch kurz vor der Hochzeit – vor über 40 Jahren – ist sie verschwunden. Bis heute kommt Stotz nicht darüber hinweg. Davon erzählt er dem jungen Tom Elmer, der seinen Nachlass ordnen soll. Nach und nach stellt sich Tom die Frage, ob sein Chef wirklich ist, wer er vorgibt zu sein. Zusammen mit Stotz’ Großnichte Laura beginnt er, Nachforschungen zu betreiben, die an ferne Orte führen – und in eine Vergangenheit, wo Wahrheit und Fiktion gefährlich nahe beieinanderliegen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
16.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Was für ein tolles Buch
Melody ist ein Roman, der mit einer ruhigen Erzählweise beginnt, aber von der ersten Seite an eine besondere Spannung entfaltet. Martin Suter gelingt es hier, eine tiefgründige, präzise beobachtete Geschichte zu erzählen, die einen durch ihre feinen Zwischentöne und ihre vielschichtigen Figuren fesselt. Es ist ein Buch, das ohne große Effekte auskommt und gerade dadurch erstaunlich viel Wirkung hat.
Der junge Jurist Tom Elmer tritt eine Stelle bei Dr. Peter Stotz an, einem wohlhabenden, älteren Alt-Nationalrat, der ihn als persönlichen Assistenten engagiert. Schnell merkt Tom, dass er nicht nur organisatorische Aufgaben übernimmt, sondern immer wieder die alte Liebesgeschichte von Dr. Stotz erzählt bekommt – die Geschichte seiner Verlobten Melody, die kurz vor der geplanten Hochzeit verschwand und seit Jahrzehnten vermisst wird.
Tom hört Stotz’ Erzählungen gespannt zu, während er in der Villa arbeitet, die voller Erinnerungsstücke an Melody ist. Erst nach und nach stellt sich Tom die Frage, was Wahrheit ist und was Fiktion – und ob man sein Leben nach dem ausrichtet, was man glaubt, oder das, was man glaubt, nach dem ausrichtet, wie man lebt.
Ich fand dieses Buch wahnsinnig gut. Es hat etwas unglaublich Ruhiges, fast Sanftes, und bleibt dennoch durchgehend spannend. Während man Stotz’ Erzählungen folgt, spürt man immer wieder, dass etwas nicht ganz zusammenpasst – und trotzdem hofft man, dass sich vielleicht doch alles zu einem schönen, versöhnlichen Bild fügen könnte. Genau diese Mischung aus unterschwelliger Spannung, leiser Skepsis und stiller Hoffnung macht den Reiz des Buches aus.
Die Figuren sind hervorragend gezeichnet. Dr. Stotz ist eine zugleich faszinierende und rätselhafte Gestalt, geprägt von Erinnerungen, Sehnsüchten und blinden Flecken. Tom ist als junger Jurist zunächst der Beobachter, wächst aber mit jeder seiner Entdeckungen in die Geschichte hinein. Beide Figuren wirken authentisch, vielschichtig und tragen enorm zur Atmosphäre des Romans bei.
Suters Sprache ist klar, präzise und unaufdringlich – man gleitet förmlich durch die Seiten. Die Spannung entsteht nicht durch laute Wendungen, sondern durch Details, Andeutungen und das ständige Gefühl, dass die Wahrheit knapp außerhalb der Reichweite liegt. Und das Ende trifft genau deshalb so stark: leise, aber vollkommen unerwartet, und es lässt einen mit einem neuen Blick auf die gesamte Geschichte zurück.
Melody ist ein tiefgründiger, klug erzählter und absolut faszinierender Roman. Ruhig, aber durchgehend fesselnd; emotional, ohne kitschig zu sein; und voller feiner Zwischentöne, die lange nachwirken. Für mich ein außergewöhnlich gutes Buch, das man kaum aus der Hand legt und das einen auch nach der letzten Seite nicht loslässt.
Bewertung
5/5
30.10.2025
Buch (Taschenbuch)
ein Meisterwerk
wow. ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. es hat wieder meine Leidenschaft zum lesen animiert! eine wunderschön geschriebene Geschichte mit einem Ende, welches nicht zu erwarten ist. Kann ich wirklich sehr empfehlen.
Elina Z.
Thalia Book Circle Community
4/5
20.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Distanzierte Charaktere
Die Story hat mich gefesselt, aber erst nach ca 100 Seiten. Der Protagonist sowie die anderen Charaktere erscheinen distanziert. Deswegen dauert es ein wenig, bis man eine ubestimmte Nähe zu Figuren schafft. Ein großes Geheimnis um Melody ist vernünftig ausgebaut. Aber die Enthüllung kommt ganz am Ende und was kann ich sagen. Es lohnt sich bis zur letzten Seite zu warten.
Bewertung
4/5
03.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein eleganter Roman über Erinnerung und Selbsttäuschung
Schon nach wenigen Seiten fühlte ich mich an Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt erinnert – an diese feine Kunst, Identität und Wahrheit zu hinterfragen, ohne große Worte, aber mit kluger, fast beiläufiger Präzision.
Martin Suters „Melody“ knüpft daran an: moderner, leichter zugänglich, doch ebenso präzise im Spiel mit Erinnerung und Selbsttäuschung.
Im Zentrum steht Dr. Peter Stotz, ein alternder Nationalrat, der von seiner verschwundenen Verlobten Melody erzählt, als wäre sie erst gestern gegangen. Als der junge Jurist Tom Elmer in sein Haus am Zürichberg einzieht, beginnt eine stille, elegante Enthüllung: Wer war Melody wirklich?
Die Geschichte entfaltet sich ohne Hast. Und obwohl der Twist – die Ahnung, dass Wahrheit und Erinnerung nicht deckungsgleich sind – sich früh abzeichnet, verliert die Erzählung nie an Spannung.
Suter schreibt so, dass man bleiben möchte: wegen der klaren, feinen Sprache, wegen der kunstvollen kleinen Details – das sizilianische Essen, der Wein, die sorgfältige Milieubeschreibung –, die bewusst ins Bild gesetzt sind, ohne je plump zu wirken.
Was „Melody“ besonders macht, ist diese Mischung: Eine tiefe Melancholie, eingewoben in eine scheinbar harmlose Geschichte. Eine leise Tragik, die am Ende deutlicher spürbar ist als jeder dramatische Bruch.
Man spürt: Hier schreibt jemand, der weiß, wie viel Wahrheit in kleinen Gesten liegt – und wie leicht wir uns in unseren eigenen Geschichten verlieren.
Wer Max Frisch, Dürrenmatt – oder schlicht feine, intelligente Literatur liebt – wird sich in diesem Buch zu Hause fühlen
Lejla
aus Salzburg
3/5
24.08.2025
Buch (Taschenbuch)
in Ordnung
Das Buch war okay, aber für meinen Geschmack einfach zu langsam erzählt, und die Geschichte hat mich nicht wirklich umgehauen. Das war mein erstes Buch dieses Autors, vielleicht ist das auch einfach sein Schreibstil. :)
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5/5
14.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Suter macht gleichbleibend Spaß!...
Suter macht gleichbleibend Spaß! Auch hier besticht er durch einen eleganten Erzählstil. Ganz mühelos kommen wir Stück für Stück dem Geheimnis um ,,Melody" auf die Spur.
Wie immer ein schönes Lesevergnügen.
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5/5
01.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
das Geheimnis einer wahren Liebe
In seiner Jugend ist die Verlobte von Peter Stotz kurz vor der Hochzeit verschwunden. War es eine Entführung? Mord? Oder Flucht? Sein ganzes Leben lang suchte er nach Melody. Wenigstens soll das sein Umfeld glauben. Denn was ist die Wahrheit? Wer hat Geheimnisse, verbirgt etwas und wozu? Seine Nichte Laura und Tom, der eigentlich den Nachlass des alten Herrn ordnen soll, machen sich auf die Suche. Ein toll erzähltes Versteckspiel in einer wundervollen Sprache. Viel Vergnügen!
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5/5
06.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Elegant erzählte, stimmige Geschichte
Martin Suter erzählt diese Geschichte in seiner gewohnt unaufgeregten, eleganten Art. Die Handlung beginnt gemächlich und nimmt dann Fahrt auf, immer neue Wendungen halten die Spannung aufrecht. Das Ende ist zwar überraschend, aber durchaus stimmig. Der Autor kredenzt seinen Lesern feinste italienische Speisen und Getränke. Dadurch fühlt es sich an, als säße man in einem unsichtbaren Sessel in der Villa am Zürichsee und hörte, rieche, sehe alles mit an.
Ich habe jede Seite dieses Romans genossen und bin nach wie vor ein großer Martin Suter Fan.
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5/5
27.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Suter wie wir ihn lieben: geheimnisvoll, spannend, fesselnd
Tom, frischgebackener Jurist, wird vom ehemaligen Nationalrat Dr. Stotz eingestellt, seinen Nachlass noch zu Lebzeiten zu ordnen. Dabei geht es vor allem auch um die Lebensgeschichte Stotzes, dessen Verlobte Melody und deren plötzliches Verschwinden, um das sich allerlei Geheimnisse und Widersprüche ranken. Tom und Dr. Stotz Nichte Laura beginnen in der Vergangenheit zu graben und dem auf den Grund zu gehen.
Wieder ein imposanter Roman von Martin Suter, mit dem er anknüpft an Erfolge wie "Small World" und "Die dunkle Seite des Mondes".
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5/5
23.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wahrer Lesegenuss!
Ein neuer Roman von Martin Suter! Es handelt sich hierbei um die Liebe von Peter Stotz zu Melody! Sie war seine erste große Liebe, seine Verlobte und kurz vor der Hochzeit verschwindet sie spurlos....! Mehr möchte ich gar nicht verraten! Eine fesselnde Suche beginnt mit einem völlig überraschenden Ende! Absolute Leseempfehlung!
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