Es ist das Jahr 1983. Daniel steht kurz vor seiner Konfirmation und träumt von blauem Samtsakko und grauer Flanellhose. Doch seit er die Eltern belauscht hat, schwant ihm, dass daraus nichts wird. Hormanns sind pleite und wissen nicht mehr, wie sie die sechsköpfige Familie über die Runden bringen sollen. So erfinderisch die Eltern auch sind, eines können sie nicht: mit Geld umgehen. Was sie dagegen beherrschen: den Schein wahren, selbst als der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht.
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Eine (fast) wahre Geschichte
vielleser18 aus Hessen am 10.09.2025
Bewertungsnummer: 2592477
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Alles war ganz anders, aber genauso war‘s“ – dieser Satz könnte kaum treffender beschreiben, wie Christian Schünemann eine Zeit heraufbeschwört, die längst vergangen ist. Wir befinden uns im Jahr 1983. Der 14-jährige Daniel ist die Hauptfigur – eine literarische Version des Autors selbst. Für mich, damals selbst 14, waren beim Lesen immer wieder diese kleinen Erinnerungsblitze da: „Dallas“ im Fernsehen, die Klänge von Rondo Veneziano, das Schreibmaschinengeklapper im Nebenzimmer, die Avon-Beraterin an der Haustür. All diese scheinbar nebensächlichen Details schaffen eine Atmosphäre, in der man sich sofort zuhause fühlt.
Daniel wächst in einer sechsköpfigen Familie auf. Zufällig belauscht er ein Gespräch seiner Eltern – und begreift, dass das Fundament ihres Lebens wankt. Finanzielle Sorgen, drohende Insolvenz. Doch statt zu verzweifeln, setzt sich die Familie ins Auto und fährt „ins Blaue“ – ein Versuch, dem Schrecken und der bedrückenden Realität für einen Moment zu entfliehen, wie ein Vogelstrauß, der den Kopf in den Sand steckt.
Der Autor erzählt nicht nur Daniels (subjektive) Geschichte, sondern verwebt sie mit den Erlebnissen der Großeltern. Kapitelweise fließen Episoden aus deren Leben ein und machen spürbar, wie sehr die Erfahrungen der vorherigen Generationen die Eltern geprägt haben. So wird der Roman zu einem vielschichtigen Familienporträt, in dem Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen.
Die Stärke des Buches liegt in seiner feinen Beobachtungsgabe. Es sind oft die kleinen Dinge, die hängen bleiben: tropfende Decken im Bungalow, abplatzende Mauerkronen, die typischen Geräusche und Marken jener Jahre. All das macht den Roman nicht nur zu einer Geschichte über eine Familie in der Krise, sondern auch zu einer Zeitreise – mit all der Wärme, Nostalgie und leisen Melancholie, die Erinnerungen mit sich bringen.
Ein leiser, aber berührender Roman darüber, was (oder wer) eine (reale) Familie zusammenhält – und wie man manchmal einfach losfahren muss, um nicht unterzugehen.
Lebendige Familiensaga „Bis…
Luise aus Luckenwalde am 24.05.2025
Bewertungsnummer: 2940744
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebendige Familiensaga „Bis die Sonne scheint“ von Christian Schünemann erzählt aus der Perspektive des jüngsten Sohnes eine bewegte Familiengeschichte. Zugleich ist es eine Reise durch die Generationen, in der ich mich selbst wiederfand und viel Vertrautes entdeckte. Die Handlung springt zwar zeitlich hin und her, doch dank der überschaubaren Figurenzahl bleibt der Lesefluss angenehm. Auffällig ist, wie in jeder Epoche Probleme verborgen werden – nach innen wie außen, denn der Schein muss stets gewahrt bleiben. Besonders faszinierend war Daniels Perspektive: Er beobachtet viel, urteilt wenig. Der Schreibstil ist klar und anschaulich, die jeweilige Zeit wird durch Mode, Filme und Sprache lebendig eingefangen. Das Generationenübergreifende hat mir besonders gefallen – man sieht hautnah, wie falsche Entscheidungen noch Jahre später nachhallen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Daniel ist 15, kurz vor der Konfirmation und wünscht sich nichts sehnlicher als einen schnieken Anzug und einen Schüleraustausch nach Frankreich. Doch das wird schwierig denn seine Familie steckt knietief in finanziellen Problemen. Auch wenn sie die höchst charmant versteckt. Oder es wenigstens versucht. Schünemann verbindet hier Coming-of-Age in den 80ern mit generationsumspannenden Gesellschaftsroman. Die Teile mit der bankrotten Familie sind super, die anderen, ja, okay. Ich hätte es mir tatsächlich noch humoriger und absurder gewünscht und mir hätte der Handlungsstrang in den 80ern gereicht aber es bleibt ein guter Roman.
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Es ist das Jahr 1983 und Daniel wird bald konfirmiert. Er träumt von einer Flanellhose mit Samt-Sakko und natürlich einer großen Feier. Doch seine Eltern haben im Moment andere Dinge im Kopf. Nach außen gilt es den Schein einer wohlhabenden Familie zu wahren, aber die Realität sieht leider komplett anders aus. Die Familie ist pleite, das Haus marode und die Autos haben auch schon bessere Tage gesehen. Daniels Eltern können nicht mit Geld umgehen, sie geben immer alles sofort aus. Ich habe oft mit dem Kopf geschüttelt, wie naiv die beiden Erwachsenen durch ihr Leben spazieren. Als Daniel dann auch noch sein Konfirmationsgeld abgeben muss, hat auch er begriffen, dass sich dringend etwas ändern muss.
Eine ungewöhnliche Geschichte mit Zeitreise in die Achtziger-Jahre.
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