Deutliche Gebrauchsspuren z.B. Notizen. Könnte ein Mängelexemplar sein, aber voll funktionsfähig und lesbar. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Irgendwo im Westerwald - Mariana Lekys weiser und warmherziger Bestsellerroman über ein Dorf in der Provinz und seine skurrilen Bewohner
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …
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Im Rhythmus von Selmas Herzschlag
Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 25.01.2026
Bewertungsnummer: 3024328
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zum Verlieben. Wir befinden uns tief im Westerwald, dort, wo die Nächte still und dunkel sind, so wie es sich für Nächte gehört. Louise erzählt uns von ihrem dörflichen Leben mit ihrer Großmutter Selma. Sie berichtet von Martin, der am gleichen Tag geboren wurde wie sie, dem Optiker, der in Selma verliebt ist, und der missmutigen Marlies. Elsbeth, die alle mit Aberglauben und Schutzritualen versorgt, Palm, der säuft und später die Bibel erläutert, und natürlich Alaska, dem irischen Wolfhund mit 90 cm Schulterhöhe. Die Geschichte wird aus Louises Perspektive erzählt, wobei sie manchmal eine persönliche, eingeschränkte Sichtweise einnimmt und manchmal eine allwissende Erzählerinnensicht. Das unterstreicht, dass in diesem Dorf nichts geheim bleibt und alles Verborgene irgendwann ans Tageslicht findet. Spätestens dann, wenn Selma von einem Okapi träumt, was einen nahenden Todesfall andeuten soll, und das ganze Dorf das Ungesagte noch vor dem Ende platzieren möchte. So viel Humor ist in diesem Teil, vor allem, wenn der Spuk vorbei ist und man nicht betroffen war. Wunderbar lakonisch und liebevoll gleichzeitig. Aber auch berührend und traurig, denn gestorben wird auch in diesem Dorf. Das Buch ist in drei Teile aufgebaut: Louise als 10-Jährige, etwas über zwanzig und etwas über dreißig – jedoch geschickt verwoben mit Rückblenden und Einsichten. Der Moment, zum Beispiel, als Louise feststellt, dass sie noch nie eine Entscheidung gefällt hat, dass „Ja“ nicht dasselbe ist wie „Nicht-Nein“, verlangsamt den Handlungsstrang plötzlich in eine Zeitlupensequenz; über eine Seite lang wird Louises innerer Gedankengang in Worte gefasst, bevor sie Sekunden später den Fuß in die sich schließende Tür stellt und ihrem Leben selbstbestimmt die entscheidende Wendung gibt. Oder wenn sie die inneren Stimmen des Optikers beschreibt, die ihn an der Liebeserklärung an Selma hindern wollen, und was mit ihm und der Welt um ihn herum passiert, wenn er sich schließlich geschlagen gibt. Was mich auch beeindruckte, ist, dass das innere Erleben der Figuren im Äußeren (etwas magisch) Folgen hat. Manchmal unmittelbar, manchmal unscheinbar, manchmal zeitversetzt. Dies stellt Leky sprachlich ausgezeichnet dar, ohne dass es kitschig wirkt. Diese Bilderwelt fand ich einfach wunderbar.
Wenn man Lekys Humor mag, ein super Buch!
Beat (also schnon Ü55) aus Meilen am 30.12.2025
Bewertungsnummer: 2688323
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Es stimmt, es passiert nicht sehr viel, doch ich musste immer wieder laut lachen und wurde bestens unterhalten. Die Autorin sprüht von Ideen und die ganze Geschichte ist aufwendig gesponnen und die Details kommen unaufdringlich zu späteren Zeitpunkten wieder hervor. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber zwischendurch war ich gar nicht einverstanden mit der Geschichte, weil ich mich so wohl gefühlt hatte in diesem Dorf mit seinen Bewohnern. Aber sonst wäre es dann vielleicht auch etwas kitschig geworden...
Der Schluss ist nicht mein Lieblingsteil dieses Buches, aber das war mir gar nicht so wichtig, da ich davor so viel Freude hatte beim Lesen!
Meinung aus der Buchhandlung
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Ich habe schon lange kein so urkomisch-wunderschön-tieftrauriges...
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich habe schon lange kein so urkomisch-wunderschön-tieftrauriges Buch mehr gelesen wie dieses hier. Mariana Leky bringt einen den Tränen nahe und lässt einen im nächsten Moment laut auflachen. Ein wunderbarer Roman, der mitten ins Herz trifft.
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Das ist mir bei einem Buch schon länger nicht mehr passiert. Da liest man ganz unbeschwert in einem sehr liebevollen, sprachlich zauberhaften und trotzdem ganz und gar klugen Buch viel über Liebe, die sich nicht aus der Deckung traut und Trauer, die auch nach Jahren immer wieder anklopft und dann laufen mit einem Mal die Tränen. Ach herrje! Ich hab oft gelesen, dass dies hier die deutsche "Amelie" sei. Das ist richtig und falsch. Gemeinsam haben beide wundervolle Skurrilitäten aber dieses kleine Büchlein bringt obendrauf eine dunkle Tiefe mit. Kompliment!
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