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Die schönste Version Roman | Eine radikal ehrliche Anklage an toxische Beziehungen und das System, das sie ermöglicht

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Rezension

«[eine] Geschichte über eine junge Frau aus Ostdeutschland mit einer toxisch-gewaltvollen Beziehung. Jedes einzelne dieser drei Themen ist mittlerweile gut bearbeitet – aber kaum jemals so brutal anmutig, wie es sich Thomas vornimmt. Mit diesem Roman, der so mühelos die Erzählregister zwischen einer panisch atemlosen Sprache und einer ausgeruhten Sanftheit wechselt.» ("Die Zeit")
«Es ist eine ganz, ganz große Stärke dieses Debütromans die Nachwende- Nullerjahre-Stimmung eingefangen zu haben. [...] Ein deutscher Nachwenderoman.» ("Deutschlandfunk Kultur "Lesart"")
«Es ist sehr fein geschrieben, sehr stark und auch sehr klar. [...] Sie findet Worte für Dinge, für die es oft keine gibt.» Mona Ameziane, MDR ("MDR Fernsehen")
"Ein starker, aufwühlender Debütroman!" ("nn.de (Nürnberger Nachrichten)")
«Das Wunderbare ist dabei, dass der Roman nicht die Absicht hat, moralisch oder programmatisch zu sein [...], für das Problembewusstsein ist der Leser selbst zuständig. [...] Das Drama ist die Uneindeutigkeit, und ihre präzise Darstellung ist die große Kunst dieses Romans.» ("Die Zeit")
Dringlich, unmittelbar, höchst lohnend. ("Aachener Zeitung")
«Literarisch hervorragend.» ("RBB Radioeins")
«Thomas’ Sprache spiegelt die Ambivalenzen ihrer jungen Heldin. Sie schreibt unverfroren, atemlos und gleichzeitig nachdenklich, melancholisch, zart.» ("Spiegel.de")
«Eine Reflexion der Sozialisation als Frau, also das Frauwerden in einer Welt, die so stark von männlicher Vorstellung und männlicher Macht geprägt ist. [...] Es ist radikal hartnäckig, was Ruth-Maria Thomas macht.» ("Deutschlandfunk Kultur "Lesart"")
«In dem Versuch, die gesellschaftlichen Bedingungen von Gewalt gegen Frauen literarisch zu erforschen, stellt sich Thomas in eine Tradition, die von Ingeborg Bachmann bis Lana Lux reicht. Schonungslos wie einfühlsam erzählt Thomas eine Geschichte, die kein Einzelfall ist — und dennoch höchstpersönlich.» ("Deutschlandfunk "Büchermarkt"")

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Verkaufsrang

126243

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.07.2024

Verlag

Rowohlt

Maße (L/B/H)

20,6/13,2/2,8 cm

Gewicht

359 g

Auflage

7. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710001023240

Warnhinweis

nicht erforderlich.

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Zustand

Sehr gut

Verkaufsrang

126243

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.07.2024

Verlag

Rowohlt

Maße (L/B/H)

20,6/13,2/2,8 cm

Gewicht

359 g

Auflage

7. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710001023240

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • AnnaLovesBooks23

    5/5

    20.04.2026

    Hörbuch-Download

    Schonungslos und erschreckend real. Ein Buch, das wütend macht und trotzdem nicht loslässt.

    Ich habe Die schönste Version als Hörbuch gehört und selten hat mich ein Buch so mitgenommen. Es war kein leichtes Hören. Es war hart, stellenweise brutal ehrlich und genau deshalb so unfassbar gut. Die Geschichte wird komplett aus Jellas Sicht erzählt und springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Vergangenheit erleben wir sie als Jugendliche. Dieses Aufwachsen, die ersten Erfahrungen mit Jungs, dieses Denken, gefallen zu müssen. Und in der Gegenwart sehen wir, wo das hinführt. Diese Beziehung, das Zusammenziehen, dieses sich immer mehr verlieren. Bis es irgendwann eskaliert. Und genau dieser Weg dahin ist das, was so weh tut. Diese beiden Ebenen zeigen so klar, dass sowas nicht plötzlich passiert. Es entwickelt sich. Langsam. Was mich komplett fertig gemacht hat, war, wie real sich das alles anfühlt. Dieses Anpassen, dieses Gefühl, gefallen zu müssen. Ich habe mich in so vielen Momenten wiedererkannt. Gerade dieses Denken zwischen 14 und 18. Man glaubt, man muss so sein. Und das Buch zeigt das so ehrlich, dass es weh tut. Besonders die Szenen rund um Grenzüberschreitungen waren heftig. Dieses „Ich habe doch nein gesagt“ und trotzdem wird es umgedreht. Dieses sich selbst die Schuld geben danach. Ich war beim Hören so oft einfach nur wütend Weil es genau so passiert und die Scham muss endlich umgekehrt werden. Und dann diese Dynamik. Erst aufmerksam, liebevoll, fast perfekt. Und dann Schritt für Schritt Kontrolle, Manipulation und Schuldgefühle. Alles wird so gedreht, dass sie denkt, sie sei das Problem. Und genau darin verliert sie sich immer mehr. Der Schreibstil ist direkt, teilweise derb, fast roh. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber genau das passt perfekt zur Geschichte. Es fühlt sich an, als würde man direkt in ihrem Kopf sein. Und trotz allem gibt es diese kleinen Momente. Freundschaft, Familie, dieses kurze Gefühl von Freiheit. Das war wichtig. Das Ende mochte ich sehr. Diese kleine To-do-Liste, dieses vorsichtige Zurück zu sich selbst. Für mich ein unglaublich starkes Debüt, das weh tut, wütend macht und trotzdem komplett fesselt.

  • Bewertung

    5/5

    02.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    5/5 - jetzt schon Jahreshighlight?!

    Hab das Buch in zwei Tagen verschlungen und konnte es am ersten Tag nur zur Seite legen, weil ich so müde geworden bin und die letzten 70 Seiten aufmerksam und genussvoll mich aufsaugen wollte. Ich habe bereits auf der ersten Seite des Buches gemerkt, dass mir das wahrscheinlich besonders gut gefallen wird und ein Highlight werden könnte und ich wurde nicht enttäuscht! Besonders die erste Hälfte hat mir unglaublich gut gefallen: Der Schreibstil so besonders und so leicht zu lesen, dass man die Erzählungen wirklich vor dem inneren Auge selber erlebt und noch dazu sehr besonders. Ich mochte zudem das Setting und die Art, wie die Ruth-Maria Thomas jedes Detail der Umgebung und Personen beschrieben hat. Das Gefühl von Sommer und Badeluft und zwischen den Seiten trotzdem immer wieder ein heißes Sommergewitter (man darf selbstverständlich die emotionale und physische Gewalt in der gesamten Erzählung nicht romantisieren! Doch meiner Meinung nach wird durch diesen Wechsel von warmen Sommergefühlen und Unruhe perfekt die Ambivalenz von Jella getroffen, die sie gegenüber Yannick und auch ihrer Vergangenheit konfrontiert sieht) Nach dem Durchlesen der Kritiken hier kann ich jedoch auch durchaus verstehen, warum das Buch viele nicht abholen konnte. Für meinen persönlichen Geschmack gab es auch einige Handlungen der Protagonistin gegen Ende, die aufgedeckt wurden, die mich ein wenig enttäuscht haben (z.B. der Betrug mit Mert, Jellas eigene Taten ggü. Yannick). Auch wenn mich einzelne Entwicklungen gegen Ende irritiert oder kurzzeitig enttäuscht haben als jemand, der Jellas Geschichte gerne verfolgt hat, muss ich im Nachhinein sagen, dass genau diese Ambivalenz die Geschichte so authentisch macht. Menschen handeln nicht immer konsequent, nicht immer moralisch richtig – und genau das zeigt dieser Roman auf eindringliche Weise. Doch genauso überraschend war es für mich, wie gut ich der Protagonistin folgen konnte und ihre Gedanken besonders am Ende des Romans nachempfinden konnte. Die Erzählweise untermauert die Emotionen während des Lesens perfekt, man erlebt die Tragödie nahezu am eigenen Körper. So kontrovers und sensibel das Thema auch ist, meiner Meinung nach wurde es in dieser Erzählung wirklich gut aufgegriffen UND der Autorin ist es gelungen, die Komplexität einer solchen Situation den Lesern zu vermitteln - denn es ist nicht nur das schlichte „Ich verlasse ihn, nachdem mir Gewalt angetan wurde“. Denn wie kann man jemanden verlassen, den man liebt? Wie kann jemand, der einem liebt, einem selbst Gewalt antun? Wie kann man jemanden, der einem Gewalt antut, weiterhin lieben und wie Jella so gerne beschreibt, „dadurch noch näher kommen“ obwohl man ihn verlassen will und gleichzeitig näher zu ihm rücken möchte? Durch die eingestreuten Rückblicke versteht man hier auch immer besser, wie sich der komplexe Charakter von Jella zusammensetzt, ganz besonders geprägt von ihrer Vergangenheit. Am Ende geht es schließlich darum aufzuzeigen, welche Seiten Menschen von sich hervorbringen können. Denn auch eine Jella hat ihre moralisch graue Seite Lesern offenbart. Ruth-Maria Thomas hat wirkliches Talent dafür, kunstvoll und zugleich schonungslos menschliche Abgründe freizulegen, ohne ihre Figuren dabei eindimensional wirken zu lassen. Stattdessen erschafft sie Charaktere, die sich widersprüchlich, verletzlich, wütend und fehlbar zeigen – und gerade dadurch so erschreckend echt sind. Besonders beeindruckt hat mich, wie differenziert mit Schuld, Scham, Macht und Ohnmacht umgegangen wird. Es gibt keine einfachen Antworten, keine klaren Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Menschen sind nicht nur „gut oder böse“. Vielmehr bleibt man als Leser*in mit einem Gefühl der Unruhe zurück – und genau das macht dieses Buch für mich so stark. Es fordert heraus, zwingt zum Hinsehen und zum Aushalten. Und ja, das Ende finde ich beim Nachdenken über den Roman sehr gelungen! „Die schönste Version“ spielt darauf an, welche Version wir von uns selbst – oder von anderen – sehen wollen. Die ästhetisierte, erträgliche? Oder auch die unbequeme, moralisch graue? Der Roman entscheidet sich klar für Letzteres. Gerade weil das Buch nicht bequem ist, sondern irritiert und zum Nachdenken zwingt, ist es literarisch und gesellschaftlich bedeutsam.

  • Jasmin

    5/5

    01.04.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Toxische Beziehung mit Tiefgang

    Ich möchte nicht viel spoilern, denn es sollte sich am besten jeder sein ganz eigenes Bild von diesem Buch machen. Der Klappentext verrät bereits, worum es im Großen und Ganzen geht. Doch diese Geschichte war so viel tiefer und emotionaler als ich anfangs dachte. Man fühlt sich mitten in die Szenerie hineingeworfen. Die Autorin hat einen sehr besonderen Schreibstil, der den Leser packt. Man schmunzelt, schüttelt den Kopf, man ist erschrocken, fiebert mit. Eine absolute Achterbahnfahrt der Gefühle. Genau so wie die Beziehung zwischen Jella und Yannick. Am Ende saß ich mit Gänsehaut da und musste viel darüber nachdenken.

  • Lena

    aus Firrel

    5/5

    10.03.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Bedeutend und wichtig

    Ich hatte nur vom Lesen des Klappentextes eine deutlich andere und leichtere Story erwartet. Direkt im ersten Kapitel stellte sich allerdings heraus, dass es um viel wichtigere und bedeutendere Themen gehen würde. ❤️‍ (Spoiler folgend) Das Buch behandelt häusliche Gewalt, toxische Männlichkeit und Manipulation. Es ist real und schonungslos ehrlich geschrieben. Es gibt viele Rückblicke, die sehr gut helfen, die Protagonistin Jella zu verstehen. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass Jella nicht als die perfekte Person geschrieben ist, sondern auch ihre Fehler macht. Allerdings artet es bei ihr nie so sehr aus, wie bei ihrem (Ex)-Partner, der sie beinahe erwürgt hätte. Was eben auch der entscheidende Unterschied zwischen den beiden ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Am Ende wurde ich auch echt emotional, da es so unfair ist, wie viele Menschen tagtäglich solche Situationen aushalten müssen. Ein bestimmter Satz am Ende des Buches ist für mich besonders herausgestochen. Die Protagonistin Jella ist sich nämlich lange nicht sicher, ob sie ihren Ex anzeigen soll, oder ob es vielleicht gar nicht so schlimm gewesen ist. Sie vertraut sich dann ihrer Freundin an und diese fragt sie: „Was würdest du mir denn raten, wenn ich an deiner Stelle wäre?“ Wirklich ein großartiges Buch.

  • Bewertung

    5/5

    05.02.2026

    eBook (ePUB 3)

    Ein soooo wichtiges Buch!!!

    Als würde man beim Lesen in einen Spiegel schauen. Von Tränenausbrüchen, zu Wutanfällen, bis hin zur Selbstreflexion hat "Die schönste Version" eine Vielzahl an Emotionen in mir ausgelöst. Es gab so viele Momente, in denen ich am liebsten ins Buch gegriffen und Jella in den Arm genommen hätte. Ein Buch so real und ungefiltert, ein absolutes Lesemuss!!!!!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (196)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Johanna Seiferle

    Johanna Seiferle

    OSIANDER Konstanz

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von Idealen und dem Boden der Tatsachen

    Wie wichtig, diese Geschichte zu erzählen - weil sie uns alle betrifft, eigene Erfahrungen auf die ein oder andere Weise spiegelt. Jella sucht Zuflucht in ihrem Kinderzimmer nachdem ihr Freund sie gewürgt hat und sie ihn bei der Polizei angezeigt hat. Sie erinnert sich zurück an ihre Kindheit und Jugend in dem kleinen Dorf in der Lausitz. An ihre Suche nach Anerkennung und Zugehörigkeit und an die Dinge, die sie dafür getan hat. Wie stark, klar und mit eindrücklicher Erzählstimme das die Autorin macht. Und dabei immer ein Feingefühl für die Nuancen ihrer Figuren behält. Ein Buch, das bei mir lange nachhallen wird.
  • Zum Bewerterprofil von Evelyn Fischer

    Evelyn Fischer

    RavensBuch Osiander Markdorf

    Buchhändler*in

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    5/5

    01.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die schönste Version für die erste Liebe sein

    Anhand von 11 Tagen wird die Geschichte von Jella erzählt, die aus der gemeinsamen Wohnung mit ihrem gewaltätigen Freund Yannik flüchtet und einen safe space in ihrem altem Kinderzimmer findet. Von dort aus schaut sie auf ihre Kindheit und Jugend in den Nullerjahren in Ostdeutschland zurück. Sie erinnert sich an vergangene Freundschaften, erste sexuellen Erfahrungen und an die vermeintlich schönen Anfänge mit Yannick. Ein schonungsloser ehrlicher Roman, der lange nachhält und einem erneut schmerzhaft vor Augen führt, dass (häusliche) Gewalt nach aktuellen Zahlen mittlerweile zur Normalität gehört.
  • Zum Bewerterprofil von Lisa Walz

    Lisa Walz

    RavensBuch Osiander Ravensburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    24.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Spannend und psychologisch tiefblickend

    Ruth Marie-Thomas erzählt in ihrem bewegenden Debütroman von Jella, eine junge Frau, die den körperlichen Angriff ihres langjährigen Partners zur Anzeige bringt. Zurück in ihrem alten Kinderzimmer, nimmt Jella introspektiv noch einmal die Stationen ihrer Kindheit und Jugend im ehemaligen Osten auf. Die dysfunktionale Ehe ihrer Eltern, die sich schlussendlich trennen, aber auch frühe Beziehungserfahrungen, die sukzessive ein Muster erkennen lassen. Ruth Marie-Thomas erzählt explizit, präzise und ehrlich, so dass man unmittelbar am Gefühlsleben ihrer Protagonistin teilhat, aber auch am Lebensgefühl einer ganzen Generation, dem der Millennials. Fazit: Ein Buch, das man zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legen möchte
  • Zum Bewerterprofil von Dominika Geduldig

    Dominika Geduldig

    OSIANDER Bad Säckingen

    Buchhändler*in

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    5/5

    16.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein aufwühlender, bemerkenswerter Debütroman!

    Jella und Yannick sind ein Liebespaar. Er, ein ziemlich erfolgloser Künstler, sieht verdammt gut aus, sie, die Ich-Figur in dieser Coming-of-Age-Geschichte, ist eine Studentin, für die es aber Wichtigeres im Leben gibt als die Vorbereitung auf den Beruf. Sie ist hungrig nach Liebe und Entgrenzung der Körper. Wie wohl in den meisten Beziehungen kriselt es auch hier schon mal. Aber anders als üblich bricht in solchen Momenten zwischen den beiden Gewalt aus. Beide verletzen sich gegenseitig ungehemmt und brutal, seelisch wie körperlich, wobei der Mann freilich physisch überlegen ist. Wut und Hass bleiben zurück. Doch jeder Versuch, sich zu trennen, um der Gewalt zu entfliehen, scheitert. Jella muss nämlich erkennen, dass sie ausgerechnet bei den gewalttätigen Begegnungen mit Yannick die stärksten und intensivsten Augenblicke ihrer Paarbeziehung erlebt. Irgendwann ist jedoch ein Kipppunkt überschritten und Jella wendet sich an die Polizei. Gewalt, Liebe und Sex: ein heikles, schwieriges und aufwühlendes Thema. Ruth-Maria Thomas geht damit behutsam und ohne moralisierende Perspektive um. Das Buch ist großartig geschrieben und dem Sound unserer Zeit abgelauscht, gleichzeitig aber von einer psychologischen Tiefe und stilistischen Souveränität, die für einen Debütroman bemerkenswert ist.
  • Zum Bewerterprofil von Theresa Raupp

    Theresa Raupp

    OSIANDER Schwäbisch Hall

    Buchhändler*in

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    4/5

    31.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Nullerjahre und ihre Schattenseiten

    Schon der Einstieg in "die schönste Version" war ganz anders, als das Buch von außen vermuten ließ. Es kommt so zart und leicht daher — und beinhaltet dann eine Geschichte voller negativer Erlebnisse aus den späten Nullerjahren bis heute. Von dem Druck, der auf jungen Mädchen lastet, "um den Jungs zu gefallen", über häusliche Gewalt, "dabei ist das doch gar nicht so einer", bis hin zu Vergewaltigung, "auch wenn da natürlich gar nichts war", ist alles Schlechte dabei, was man sich vorstellen kann. Mit der Schreisprache muss man klarkommen, auch die ganz anders, als das Buch von außen vermittelt, sehr direkt und vulgär. Aber zum Thema, zum Inhalt absolut passend.

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