Putins Netz. Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste
SPIEGEL-Bestseller | »Ein augenöffnendes Buch über das System Putin.« SZ
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Als Ende der 1980er-Jahre die Sowjetunion zusammenbrach, ahnte niemand, dass ein ehemaliger KGB-Agent sich über Jahrzehnte als russischer Präsident behaupten würde. Doch ein Alleinherrscher ist Wladimir Putin nicht. Seine Macht stützt sich auf ein Netzwerk ehemaliger sowjetischer KGB-Agenten, dessen Einfluss weit über Russland hinausreicht.
Catherine Belton, ehemalige Moskau-Korrespondentin der Financial Times, hat mit zahlreichen ehemaligen Kreml-Insidern gesprochen. Etwas, das bisher einmalig sein dürfte. Es sind Männer, deren Macht Putin zu groß wurde und die nun selbst vom Kreml »gejagt« werden.
Belton beleuchtet ein mafiöses Geflecht aus Kontrolle, Korruption und Machtbesessenheit, und das gefällt nicht allen Protagonisten. Vier Oligarchen haben sie deswegen wegen Verleumdung verklagt.
Ihr Buch liest sich in all seiner Komplexität so spannend wie ein Agententhriller, doch vor allem enthüllt es, wie das System Putin uns alle mehr betrifft, als uns lieb ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
12 Bewertungen
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Sehr spannendes Buch
Bewertung am 14.03.2023
Bewertungsnummer: 1900288
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Im Buch ist genau beschrieben, wie der Putin zur Macht kam, wie er sie halten und ausbauen konnte. Die Geschichte von "obschak", gemeinsame KGB-Kassa und das Schleusen und Waschen des Geldes im Westen zeigt wie skrupellos und trickreich KGB-Mafia war und ist. Es wird das KGB-Koruptionssystem der westlichen Politik durchgeleuchtet, insbesondere von Trump: wie KGB bei seiner Sanierung und Machtübernahme half. Das Ganze ist gut belegt mit Fakten und Namen. Kein leicht zu lesendes Buch aber trotzdem sehr spannend!
Alles in allem: beängstigend
Bewertung am 12.03.2023
Bewertungsnummer: 1899186
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Putins Netz
Das Buch ist keine leichte Lektüre. Den Hang der Autorin zu unnötig langen Schachtelsätzen konnten die Übersetzerinnen nicht immer in verständliche Sätze ummünzen. Dazu kommt, dass Mitteleuropäer es mit den vielen fremden Namen nicht immer leicht haben (-ow, -ew, -owin, -ovski, -owski, -in, -itsch) geben sich die Klinke in die Hand. Also am besten mitschreiben, wer nicht unter den gut 20 dankenswerterweise eingangs genannten Hauptpersonen angeführt wird.
Das Buch beschreibt zunächst Putins Weg vom „kleinen“ KGB-Mann, seine Verwicklung in den Mord an Herrhausen, das „Verschwinden“ zahlloser Stasi-Unterlagen und die angesichts des nahenden Zerfalls der Sowjetunion beschleunigte Verschiebung russischen Vermögens in den Westen.
In der nächsten Station erkennen wir sein Geschick dabei, mit Hilfe der organisierten Kriminalität Schlüsselindustrien (hier: Petersburger Hafen und Ölterminal / Mafia) zu übernehmen.
Dem Kreis um die Familie Jelzin galt er als blass und unauffällig genug, um den krankheitsbedingt vakanten Job als Präsident wahrzunehmen. Hier gelingt es Putin, mithilfe alter KGB-Seilschaften Staatsanwaltschaft und Steuerbehörden zu übernehmen. Damit bindet er die Großindustrie an sich, indem der Fiskus ruinöse Steuerforderungen erfindet, die Staatsanwaltschaft Richter bedroht, bis diese willkürlich verurteilt und die Unternehmen für einen Spottpreis an Putins Gefolgsleute übergehen.
Nachdem Putin sich Russland (einschließen der russisch-orthodoxen Kirche, die sich als besonders dankbares Vehikel homophober und imperialistischer Träume entpuppt) angeeignet hat, richtet er den Blick auf die Ukraine, die er erst korrumpiert und dann unterwandert (das Buch wurde zwischen Annexion der Krim und dem Überfall 2022 geschrieben).
Ob die Ukraine ein Test für das weitere Vorgehen war, oder ob der Erfolg Putin beflügelte, bleibt offen. Aber die Methode dient als Blaupause für die Übernahme Westeuropas. Wie schon die Friedensbewegung der 80er wurden und werden Marine Le Pen, Gerhard Schröder, Silvio Berlusconi, Matteo Salvini, die griechische sozialistische Syriza, Baschar al-Assad, die AfD, die Linke, die Tories (das ist nur eine kleine Auswahl) und ihnen nahestehen Organisationen systematisch korrumpiert. Es gibt kompromittierendes Material über jeden. Wo man nichts findet, wird es gemacht - von der Prostituierten im Hotelzimmer über lukrative (Schein-)Aufträge bis zu Millionenbeträgen in bar. Das Netz beschränkt sich nicht auf Europa, auch die USA sind unterwandert. Ein amerikanischer Immobilienmogul, der sich verzockt hatte und dem niemand außer der Deutschen Bank mehr Geld geben wollte, kam gerade Recht, um im großen Stil Geld zu waschen. Die dabei geknüpften Bande halten bis heute und halfen, im Präsidentschaftswahlkampf dessen demokratische Konkurrentin mit einer Schmutz- und Lügenkampagne zu überziehen. Hillary Clinton wurde deshalb nicht die erste Präsidentin der USA, sondern Donald Trump.
Wer in die Zeitungen sieht, erkennt, dass es wirkt - und, dass es nicht aufhört (Moldau enttarnt pro-russisches Netzwerk als aktuelles Beispiel).
Spaltung, Destabilisierung und Desinformation bedrohen uns nicht weniger als russische Raketen. „Was vorher ein Konflikt zwischen zwei Ideologien war, der kommunistischen gegen die kapitalistische, (...) ist heute einer zwischen Ideen einer traditionellen humanistischen Gesellschaft und dem absoluten Materialismus. … dies ist in der Tat ein Kampf, den Russland nutzt, um seine globale Position wiederherzustellen.“ (Wladimir Jakunin. In der Wikipedia wird er so beschrieben: „Jakunin gilt als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er wird den Silowarchen zugerechnet…ist Jakunin innerhalb der russischen Elite einer der „Hauptvertreter eines aggressiven und intoleranten Konservatismus“.). „Korruption ist das neue Werkzeug ihrer Außenpolitik“, sagte Joe Biden schon als Clinton’s Vize.
Zeit, entschieden für Demokratie und gegen Korruption einzustehen. Oder ist es schon so weit, dass man sich besser auf Putins Seite positioniert?
Meinung aus der Buchhandlung
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Sehr gut recherchiertes Buch über Putin und dem russischen Staat!
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr spannendes und gut recherchiertes Buch über Putin und dem russichen Staat, das die derzeitige Zeit einen besser verstehen lässt. Ich habe mich geärgert beim lesen, wie naiv wir waren im Umgang mit Putin und mich immer wieder gefragt, wie es so weit kommen konnte. Für mich eines der besten Sachbücher, die ich je gelesen habe. Unbedingt lesen, um zu verstehen warum die Welt in diesen Tagen so aussieht!
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Ein Buch vollgepackt mit Warnungen, die man deutlich früher hätte sehen müssen.
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Kein Tag vergeht, an dem man nichts über neue Gräueltaten der russischen Armee liest. Die Journalistin Catherine Belton beschreibt eindrucksvoll wie Putin vom KGBler zum Präsidenten Russlands wurde. Sie zeichnet dabei ein Bild eines Mannes, der skrupellos seine Ziele verfolgt und welcher Mittel er sich bedient.
„Putins Netz“ ist sehr detailliert, verliert dabei aber nicht an Spannung und lässt mich fragend zurück. Wie blind war der Westen? Wie naiv hat er nicht gesehen, was sich da zusammenbraut? Und wie oft hat der Westen weggeschaut und dabei seine Taschen gefüllt?
Ein wichtiges Buch, das hilft Putin zu verstehen. Ein Buch vollgepackt mit Hinweisen, die man deutlich früher hätte ernst nehmen müssen.
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