„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“
April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.
Kirsten Boies literarisches Plädoyer für den Frieden . Ausgezeichnet mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.
Dunkelnacht: Der preisgekrönte historische Jugendroman über die Geschehnisse im Zerfall des Nazi-Regimes
Vielfach ausgezeichnet: Das preisgekrönte Jugendbuch von Bestsellerautorin Kirsten Boie jetzt als handliches Taschenbuch.
Historisch fundiert und fesselnd: Was deutsche Geschichte uns zeigt, wie wir uns an den Nationalsozialismus erinnern und daraus lernen.
Zweiter Weltkrieg für Jugendliche aufgearbeitet: Wie wichtig Empathie und Zivilcourage im Angesicht des Rechtsextremismus sind.
Mut, Widerstand und Moral: Wie diese Werte unsere Vergangenheit bewegt haben und was wir noch heute aus ihnen lernen.
Ideal als Schullektüre: Eine tiefgehende, zugängliche Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich für die Schule oder als Begleitung zum Geschichtsunterricht.
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Eine Nacht, die niemals vergessen werden darf
Bewertung am 26.05.2026
Bewertungsnummer: 3149712
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich muss leider ganz ehrlich gestehen: Bis zu diesem Buch wusste ich absolut nichts von der Penzberger Mordnacht. Dabei ist es so unfassbar grausam, was damals passiert ist. In nur einer einzigen Nacht wurden 16 Menschen kaltblütig ermordet. 17 sollten es eigentlich sein, einer konnte zum Glück entkommen.
Es ist so wichtig, dass Kirsten Boie diese Novelle geschrieben hat, damit diese Taten unvergessen bleiben.
Wir schreiben den April 1945. Jeder spürt, dass das Ende des Krieges und der Nazi-Ideologie kurz bevorsteht. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April (nur zwei Tage vor Hitlers Selbstmord) bricht in der bayerischen Stadt Penzberg die Hölle los. Der ehemals von den Nazis abgesetzte Bürgermeister will das Rathaus friedlich übernehmen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Doch die Wehrmacht erlässt den brutalen Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten.
Mitten in diesem Chaos stehen drei Jugendliche:
• Marie, deren Papa im Widerstand ist.
• Schorsch, dessen Vater als Polizeimeister zwischen den Stühlen sitzt.
• Gustl, ein überzeugter Nazi-Anhänger und Mitglied der „Werwölfe“.
Die Geschichte wird größtenteils aus den Perspektiven von Marie, Schorsch und Gustl erzählt. Man spürt beim Lesen eine ganz tiefe, beklemmende Unruhe. Während die einen wissen, dass der Krieg verloren ist, klammern sich die anderen fanatisch an den „Endsieg“.
Es geht wahnsinnig unter die Haut zu sehen, wie Nachbarn und Freunde plötzlich zu Verrätern werden. Noch schlimmer fand ich, wie nach den Morden darüber geredet wurde, als wäre das eine reine Nebensächlichkeit oder ein makabres Spiel. Das Buch zeigt schmerzhaft und ehrlich, dass es nicht nur die „großen“ Nazi-Verbrecher waren, die Leid brachten. Es waren ganz normale Bürger, die zu Mitläufern und damit selbst zu Tätern wurden. Eine Warnung, wie gefährlich solche Systeme bis heute sein können.
Hier wird Geschichte für Jugendliche (und Erwachsene!) aufgearbeitet. Themen wie Zivilcourage, Gerechtigkeit und Widerstand stehen im Fokus. Das Buch ist schonungslos ehrlich, aber absolut altersgerecht geschrieben.
Im Anhang gibt es zudem ein tolles Glossar, das Begriffe wie Wehrmacht, Schutzhaft oder Hitlerjugend erklärt.
Für mich die perfekte Schullektüre, aber auch ein Buch für zu Hause. Wichtig ist nur, dass man danach jemanden zum Reden hat, je nachdem, wie viel Vorwissen die Kinder schon haben.
Kennt ihr dieses Kapitel der Geschichte bereits oder ist es für euch auch neu?
Sehr interessanter Jugendroman
Bewertung am 28.01.2026
Bewertungsnummer: 3028168
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich bin ein Fan von historischen Serien/Filmen und Romanen. Da bin ich natürlich auf das Buch Dunkelnacht gestoßen.
Dieser Roman bringt die emotional grausame Ebene der Verbrechen in Penzberg wirklich gut rüber, man kann mit den Beschreibungen gut in die Szene eintauchen.
Vieles aus der Sicht der jungen Menschen Schorsch, Marie und Gustl zu erfahren, war sehr interessant. Vor allem das Ende.
Auch wenn die Erzählstruktur für die ein oder andere Person vielleicht gewöhnungsbedürftig ist, sorgt der Inhalt des Romans für eine gewisse Spannung, die dafür sorgt, dass man weiterlesen möchte.
Ich habe dieses Buch gerade mit 18 Jahren gelesen und das Nachwort hat mich einfach sehr gerührt.
Abschließend bin ich sehr zufrieden mit dem Buch. Es ist grausam was am Ende des zweiten Weltkriegs noch passiert ist. Das zeigt mal wieder was manche Personengruppen befürworten, unfassbar eigentlich, aber wahr.
Meinung aus der Buchhandlung
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Das eine 128 seitige Novelle so intensiv ausfällt ist dem Schreibstil der Autorin und dem tatsächlichen Geschehen geschuldet. Die Mordnacht in Penzberg am 28. April 1945. Mit dem Nachwort wurde es für mich nochmals verdeutlicht, auch die Frage, wie konnten Opferfamilien und Täterfamilien danach in einem Ort noch zusammen leben. Ein Buch für Jugendliche, die unbedingt über diese Zeit wissen müssen, aber auch Erwachsene werden sich der Intensität nicht entziehen können.
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Penzberg, Ende April 1945: Schorsch (15) und Marie (14) haben Schmetterlinge im Bauch. Heute haben sie sich zum ersten Mal geküsst. Für einen Moment war die Welt in Ordnung, obwohl sie es schon seit Jahren nicht mehr ist. Zu lange schon dauert der Krieg, und der vom Führer versprochene Sieg ist nirgends in Sicht, im Gegenteil. Dennoch darf das Deutsche Volk nicht aufgeben. Bis zum letzten Mann sollen sie kämpfen. Angeblich sind die Amerikaner schon ganz nah. Daher wird der Nero-Befehl gegeben: Alles soll zerstört/ unbrauchbar gemacht werden, bevor es dem Feind in die Hände fällt, Straßen, Fabriken. Hans Rummer, der Bürgermeister war, bevor die Nazis an die Macht kamen, will verhindern, dass das Bergwerk geflutet wird und die Bergleute (zum Großteil Kriegsgefangene) retten. Im Radio heißt es dann, der Krieg sei vorbei, und Rummer zieht wieder ins Rathaus ein. Seinen Vorgänger, Vonwerden, lässt er friedlich ziehen. Er verspricht den Bürgern, das Dorf ohne Blutvergießen an die Amerikaner zu übergeben. Doch dann gibt Oberstleutnant Ohm der Wehrmacht den Befehl, das Rathaus zu umstellen und ernennt sich zum Stadtkommandanten. Im Radio spricht Gauleiter Giesler. Er erklärt, dass feindliche Elemente den Sender übernommen hätten und der Krieg mitnichten vorbei sei. Alle Vaterlandsverräter sollen erschossen werden. Vonwerden wird wieder als Bürgermeister eingesetzt. Im Dorf ist man sich unsicher, wer denn nun hier das Sagen hat. Marie und Schorsch beobachten aus einem Versteck heraus, wie die Verurteilten zum Richtplatz geführt und von den Soldaten erschossen werden. Rummer ist der Letzte, der stirbt. Die Soldaten ziehen ab, in Richtung der Alpenfestung (die es übrigens nie gegeben hat, sie war nur Propaganda). Nun könnte alles vorbei sein, doch leider war das erst der Anfang.
Nicht weit entfernt, in Großhadern, hat sich der aus Penzberg stammende Gustl (15) dem “Werwolf” angeschlossen, genauer der “Gruppe Hans”, die aus knapp 100 Mann besteht. Sie sind eine treue Gemeinschaft, die Letzten, auf die der Führer noch zählen kann. Sie kämpfen im Untergrund, gehen speziell gegen den Verrat ihrer deutschen Volksgenossen vor und verüben Sabotage hinter den feindlichen Linien. Gustl schämt sich für seine Eltern, der Vater ein “Roter”, die Mutter ein Feigling, eine Schande. Er glaubt fest an den Führer, das Reich und die arische Rasse, und will auch an den Endsieg glauben. Entweder wird er als Held in sein Heimatdorf zurückkehren oder sein Leben für die Sache geben. Doch die Realität sieht anders aus. Die “Gruppe Hans” wird nach Penzberg beordert, und der “Leitwolf” sagt Vonwerden seine volle Unterstützung gegen die “verdächtigen Elemente” zu. Flugblätter werden verteilt: Tod allen Volksverrätern! Eine Liste mit Namen und Adressen wird erstellt. Der “Werwolf” geht auf die Jagd. Gustl ist mit Feuereifer dabei. Es gibt keine Verhandlungen. Die Leute, die auf der Liste stehen, werden gleich aufgehängt. Gustl muss sich übergeben. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Auch Marie und Schorsch werden Zeugen der Hinrichtungen. Sie kommen sich vor wie in einem Alptraum, doch es ist grausame Realität!
Diese Mordnacht (28./29. April 1945) hat wirklich stattgefunden! Nur einen Tag später marschierten die Amerikaner ein! Kirsten Boie verwendet im Buch die echten Namen, sowohl die der Opfer als auch die der Täter. Die Erzählperspektive wechselt dabei zwischen Opfern und Tätern. Man ist also mitten drin in den Ereignissen, was das Ganze unheimlich spannend macht. Wer jetzt noch denkt “nicht-noch-ein-2.-Weltkriegs-Buch”, der liegt echt total daneben, denn dieses Buch ist anders und einfach eine absolute Leseempfehlung. Mit den Endphasenverbrechen beleuchtet Kirsten Boie zudem einen Aspekt des 2. Weltkrieges, der vielen eher unbekannt ist. Ganz zurecht erhielt das Buch den “Katholischen Kinder- und Jugendliteraturpreis” und wurde außerdem gleich zweimal für den “Deutschen Jugendliteraturpreis” nominiert (von der Jugendjury und der Kritikerjury)!
Viel Spaß beim Lesen!!!
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