1954: Nach dreißig Jahren im Kloster kehrt Schwester Agnes, nunmehr wieder Miss Nora Breen, ihrem Konvent den Rücken zu. Ihr Weg führt sie nach Kent in das pittoreske Küstenstädtchen Gore-on-Sea, wo ihre einstige Novizin Frieda Brogan vor einem Monat spurlos verschwunden ist. Ihre wöchentlichen Briefe haben einfach aufgehört - und das kurz nachdem Frieda angekündigt hatte, die Geheimnisse der sonderbaren Bewohner der Pension Möwennest zu lüften. Ist sie dabei auf unliebsame Wahrheiten gestoßen, die sie von der Küste vertrieben haben, oder ist ihr gar Schlimmeres widerfahren? Nora geht undercover und nistet sich nicht nur im Möwennest ein, sondern bezieht auch Friedas einstiges Zimmer. Ihr Verdacht, dass es in der Pension nicht mit rechten Dingen zugehen kann, bestätigt sich, als einer der Gäste tot aufgefunden wird. Teddy Atkins Kaffee wurde vergiftet. Da Detective Inspector Rideout den Tod des jungen traumatisierten Mannes jedoch als Suizid abtut, nimmt Nora kurz entschlossen die Ermittlungen selbst in die Hand - und alle Gäste des Möwennests aufs Korn.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Martin Schult
aus Borken
5/5
21.06.2026
eBook (ePUB)
Tödliche Neugier
Im Jahre 1954 macht sich Nora Breen nach dreißig Jahren im Kloster auf, um nach ihrer Novizin zu suchen, die plötzlich spurlos verschwunden zu sein scheint. Der vorherige intensive Briefkontakt riss von einem Moment auf den anderen ab, was Nora große Sorgen bereitet, da ihr Schützling stets extrem zuverlässig war. Sie begibt sich in die Unterkunft, in der auch Frieda gelebt hat, um dort ihren Spuren zu folgen. Als es dann kurze Zeit später auch noch zu einem Todesfall kommt und der zuständige Police-Detective ihn als Unfall einstuft, wird Nora zunehmend misstrauischer und intensiviert ihre Ermittlungen weiter...
Die englische Autorin Jess Kidd hat mit "Mord in der Pension Möwennest" einen aus meiner Sicht sehr unterhaltsamen und auch typisch britischen Kriminalroman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führen konnte. Dabei arbeitet sie mit einer gekonnten Mischung aus Spannung und etwas schwarzem Humor, die mir sehr gut gefallen hat. Der Spannungsbogen wird mit dem plötzlichen Verschwinden der Novizin Frieda sehr gut aufgebaut und über die dann folgenden Ermittlungen der Hobby-Detektivin auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein verzwickter Fall, der in guter britischer Manier mit viel Ruhe und Kombinationsgabe letztendlich gelöst werden kann. Die sehr interessant gezeichnete Hauptprotagonistin Nora Breen trägt mit ihrem besonderen Charme und ihrem eigenen Schicksal zum Gelingen des Krimis bei. Dem eigenen Spekulieren in Bezug auf Täter und Tathintergründe wird ausrechend Raum gegeben.
Insgesamt ist "Mord in der Pension Möwennest" ein für mich gelungener und äußerst unterhaltsamer Kriminalroman, der mich mit einer charmanten Protagonistin, einem clever konzipierten Fall und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen konnte. Eine Fortsetzung wäre sicherlich möglich und wünschenswert, ich werde die Augen offen halten. Natürlich empfehle ich das Buch gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.
nanu?!
aus Belgien
5/5
23.05.2026
eBook (ePUB)
Eine gescheiterte Nonne ermittelt
Nach 30 Jahren verlässt Schwester Agnes ihr Kloster und nimmt wieder ihren bürgerlichen Namen, Nora Breen, an.
Sie reist ins Küstenstädtchen Gore-on-Sea, um sich in die Pension "Möwennest" einzumieten. Denn diese Pension ist der letzte Ort, an dem Noras Freundin Frieda zuletzt gelebt hatte, bevor diese einfach verschwand.
Nora beginnt nach ihrer Ankunft umgehend mit ihren Ermittlungen. Sie muss einfach herausfinden, was mit Frieda geschehen ist.
Dies war mein erster Roman von Jess Kidd und es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein.
Die Autorin weiß, wie man ein lebendiges und überzeugendes Setting schafft.
Da ist erstmal die Pension Möwennest mit ihren schrägen Bewohnern. Sie alle wohnen dauerhaft in der Pension und sie alle hatten auch mit Frieda zu tun, nur reden möchte keiner über sie.
Zudem herrscht unter einigen der Gäste eine gewisse Feindseligkeit, die Nora als Außenstehende überhaupt nicht versteht.
Andererseits halten die Gäste auch wie eine eingeschworene Mannschaft zusammen, wenn es darum geht, sich über den Geschmack des täglichen Abendessens lustig zu machen, oder über die fragwürdige Gastfreundschaft der Hausmutter Irene.
Szenen, die mich als Leserin wirklich amüsiert haben.
Dann ist da noch das Küstenörtchen Gore-on-Sea selbst, das Nora nach und nach für sich entdeckt.
Sie besucht die Hotelbar, das Fotografiestudio, den Strand, das kleine Café. So kommen immer mehr Orte dazu und Menschen und Fragen und Möglichkeiten, denn wie es sich für einen ordentlichen Krimi gehört, wird bald eine Leiche gefunden.
Auch hier übernimmt Nora gleich die Ermittlungen. Anfangs wirkt sie dabei noch etwas zurückhaltend, aber sie gewinnt schnell an Selbstvertrauen.
Bald ist sie, zu DI Rideouts Leidwesen, ein regelmäßiger Gast im Polizeirevier.
Den Inspektor geht sie mit ihren neusten Beobachtungen und Erkenntnissen regelmäßig auf die Nerven.
Allerdings ist Nora so eine gute Beobachterin, dass sie sich bald unentbehrlich macht.
Den Fall selbst fand ich persönlich gut durchdacht und schwierig zu durchschauen. Es gibt mehrere Spuren, aber nicht alle haben unbedingt mit dem Mordfall zu tun.
Und dann darf man auch nicht den Vermisstenfall außer Acht lassen. Frieda wird ja immer noch vermisst.
Ich habe gehört, dass es weitere Bände um Nora und den Inspektor geben soll. Das ist eine gute Idee, ich möchte Nora gerne weiter in Aktion sehen.
LED
Thalia Book Circle Community
5/5
14.05.2026
eBook (ePUB)
Eine unkonventionelle Ermittlerin
Der Kriminalroman Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd hat mich schon allein durch sein Cover magisch angezogen. Doch auch die Geschichte der ehemaligen Nonne Nora, die nach 30 Jahren ihr Klosterleben hinter sich lässt, um nach ihrer Freundin Frieda zu suchen, ihrer einstigen Novizin, die den Konvent ebenfalls verlassen hat, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Roman ist wunderbar erzählt, zugleich humorvoll und spannend, mit einer charmanten Ermittlerin und viel atmosphärischem Lokalkolorit, also genau das, was ein gelungener Cosy Crime braucht.
Nora checkt in der Pension Möwennest ein, ausgerechnet in jenem Zimmer, aus dem ihre Freundin kurz zuvor verschwunden ist. Während die übrigen Bewohner ihr Verschwinden herunterspielen, hat Nora bereits Briefe von Frieda erhalten, die darauf hindeuten, dass viele der MitbewohnerInnen etwas zu verbergen haben.
Als kurz nach Noras Ankunft ein weiterer Todesfall eintritt, der von der Polizei schnell als Selbstmord eingestuft wird, beschließt sie, selbst Nachforschungen anzustellen. Das nötige kriminalistische Wissen hat sie sich schließlich über Jahre hinweg durch das Lesen zahlloser Kriminalromane angeeignet.
Jess Kidd versteht es meisterhaft, ihren Figuren unverwechselbare Eigenheiten zu verleihen, die sie gleichermaßen skurril wie liebenswert erscheinen lassen. Mit viel Gespür baut sie Spannung auf und schafft es mühelos, die Leserinnen und Leser bis zum Schluss zu fesseln.
Die Handlung spielt im Jahr 1954, also in der Nachkriegszeit, was auch atmosphärisch immer wieder mitschwingt. Traumatisierte und versehrte Kriegsheimkehrer, die spartanischen Essgewohnheiten und das allgemeine Lebensgefühl jener Zeit bilden einen glaubwürdigen Hintergrund. Nora ist dabei für ihre Epoche eine bemerkenswert selbstbewusste Frau. Der ermittelnde Inspector Rideout begegnet ihr auf Augenhöhe, ist offen für ihre Ansichten und schätzt ihren scharfen Verstand.
Gemeinsam bilden die beiden ein herrlich unterhaltsames Ermittlerduo, und ich würde mich sehr freuen, wenn es weitere Fälle für Nora und Rideout geben würde.
Ich habe mich in der Pension Möwennest rundum bestens unterhalten gefühlt und kann diesen Cosy Crime wärmstens empfehlen, selbst all jenen, die sonst eigentlich keine Krimis lesen.
verhei
5/5
13.05.2026
eBook (ePUB)
skurrile Charaktere und britischer Humor - garniert mit Spannung
Man schreibt das Jahr 1954. Nora Breen kehrt nach dreißig Jahren als Nonne ihrem Kloster den Rücken und zieht in ein Zimmer der Pension Möwennest in einem pittoresken Küstenstädtchen Gore-on-Sea gelegen. Hier war Frieda ehemalige Novizin des Klosters vor ihr untergebracht, doch sie ist spurlos verschwunden. Schließlich wird auch noch einer der Gäste tot aufgefunden – der Inspector geht von einem Suizid aus, doch Nora zweifelt daran und startet selbst Ermittlungen.
Dieser Krimi, der mich an Miss Marple erinnert hat, vermittelt rasch britisches Feeling: die Liebe zum Tee, eine Küstenstadt mit etwas skurrilem Namen und auch sehr skurrile Charaktere mit dem man vielleicht so manches Klischee füttert. Auch der Tatsache, dass der Roman knappe zehn Jahre nach dem Ende des Weltkrieges spielt und die ehemals glamourösen Küstenorte nicht mehr so populär sind, wird kunstvoll eingearbeitet. Welches bessere Setting als ein in die Jahre gekommene und eigentlich schon etwas schmuddelige Pension mit einer herrischen Pensionsangestellten und eben skurrilen Gästen. Jeder Gast scheint sein eigenes Geheimnis zu haben, so wie auch Nora.
Die Charaktere und das Setting sind gut ausgearbeitet und man schafft es rasch eine Verbindung zu Nora aufzubauen. Man kann nachvollziehen, wie schwer es ist nach dreißig Jahren nicht mehr die gewohnte Umgebung, um sich zu haben und ist gleichzeitig auch überrascht über ihren Witz und Unerschrockenheit ja sogar Forschheit – wer hätte das von einer ehemaligen Nonne erwartet.
Auch ich brauchte etwas, um mich an den doch sehr detaillierten Schreibstil der Autorin zu gewöhnen. Jedoch war ich nach einigen Seiten umso begeisterter davon, da ich wirklich in das Buch abtauchen konnte. Wäre der Schreibstil anders wäre ich nicht so sehr in diese skurrile Situation abgetaucht und hätte wahrscheinlich weniger Gelegenheit gehabt viel vom britischen Humor mitzunehmen.
Die Mischung des Romans war perfekt – Humor, Exzentrik aber auch ernste Stellen und eine detaillierte und glaubwürdige Auflösung des Falles. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Bewertung
aus Grolsheim
5/5
10.05.2026
eBook (ePUB)
Aberwitziger Mix aus Alice im Wunderland und der Addams Family
England 1954. Die Ordensschwester Nora Breen tritt nach dreißig Jahren aus ihrem Kloster aus, um in dem malerisch gelegenen Küstenstädtchen Gore-on-Sea nach ihrer ehemaligen Novizin, der jungen Frieda Brogan, zu sehen. Sie macht sich Sorgen um die Freundin, die sich nach einem regen Schriftverkehr plötzlich nicht mehr meldet. Nora bezieht deren Zimmer in der heruntergekommenen Pension Möwennest und beginnt ihre Nachforschungen. Sie erfährt, dass Frieda von einem Spaziergang nicht mehr zurückkehrte, aber keiner der anderen Pensionsgäste weiß etwas Näheres. Schon bald wird Nora klar, dass es sich bei ihnen um eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von schrägen Typen handelt. Und dann wird einer der Gäste tot aufgefunden. Nora ist empört, dass der zuständige Detective Inspector Rideout den Fall als Selbstmord abtut und Friedas Verschwinden nicht ernst nimmt. Sie stellt nun auf eigene Faust Ermittlungen an.
Der Einstieg in diesen Krimi fiel mir zunächst schwer, ich fand ihn zu melancholisch und nichtssagend. Erst als die Protagonistin Nora dem stoischen Constable im Polizeirevier ihre Stiefel um die Ohren wirft, nimmt die Handlung Fahrt auf. Mehr als einmal habe ich mich vor Lachen gekrümelt über die bildhaften Schilderungen und den großzügig eingestreuten Sprachwitz. Nora entpuppt sich als eigensinnige und durchsetzungsstarke Person, die dem D.I. gehörig Beine macht. Wie die beiden sich lauernd umkreisen, sich gegenseitig beschimpfen und doch so unübersehbar miteinander harmonieren, ist so feinfühlig beschrieben, dass es mir warm ums Herz wurde. Nora lässt sich nicht beirren, ermittelt auf die ihr eigene unkonventionelle Weise und erfährt so Dinge, die der Polizei niemals zu Ohren gekommen wären. Auch mit schweren Jungs wird sie spielend fertig, ein weiterer Angriff auf die Lachmuskeln der Leser. Die Autorin beschreibt die Dinge aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Manche Szenen erinnern mich an Alice im Wunderland, bei andere diente wohl die Addams Family als Vorbild. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, wer denn nun der heimtückische Mörder ist. Jeder der skurrilen Pensionsgäste sowie die Inhaberin nebst Tochter und deren Personal scheinen etwas zu verbergen.
Ich liebe diese Protagonistin. Nora ist lebensklug, sensibel, bezaubernd, warmherzig, von eigenen traumatischen Erlebnissen gebeutelt, immer zu vollem Einsatz bereit und geht für die, die sie liebt, durch jedes Feuer. Sie macht aus diesem Krimi ein Erlebnis. Von mir gibt es dafür fünf Sterne mit Auszeichnung.
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5/5
16.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Der erste Fall für die ehemalige Nonne Nora Breen
Und hoffentlich nicht der letzte in deutscher Übersetzung.
In einer heruntergekommenen Pension an der englischen Südküste lebt in den 50er Jahren ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Gästen. Nora Breen, die das Kloster und ihre Berufung verlassen hat, um eine ehemalige Novizin zu suchen, die in der Pension wohnte und verschwunden ist, zieht in deren Zimmer. Kurz darauf stirbt einer der Gäste an einer Blausäurevergiftung. Und bald darauf gibt es einen weiteren Todesfall. Nora Breen beginnt zu ermitteln und versucht den attraktiven Kommissar Rideout davon zu überzeugen, dass es Mord war. Ein Lesevergnügen für alle die englische Cosy Crime lieben.
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