Produktbild: Der junge Mann
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Annie Ernaux

1. Der junge Mann

Der junge Mann

Gesprochen von
18
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Maren Kroymann

Spieldauer

28 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

12.01.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

8

Verlag

Der Audio Verlag

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

EAN

9783742426680

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Maren Kroymann

Spieldauer

28 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

12.01.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

8

Verlag

Der Audio Verlag

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

EAN

9783742426680

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  • MarieOn

    5/5

    01.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein leise erzählter erfüllender Tabubruch

    Die beiden, gefangen in einem Alltag aus verfrühtem Zusammenziehen und Prüfungsstress, hatten sich nie vorgestellt, dass Sex auch etwas anderes sein kann als die mehr oder minder aufgeschobene Befriedigung des Begehrens. Eine Art kontinuierlicher Schaffensprozess. Seine Leidenschaft angesichts dieser Neuentdeckung band mich immer mehr an ihn. S. 10 Soviel zu den Gründen, warum sich zwei vom Alter her so unterschiedliche Menschen voneinander angezogen fühlen können. Nachdem A. der junge Mann eine Affäre mit der Autorin Annie Ernaux angefangen hatte, trennte er sich von seiner Freundin. Annie verbringt ab dann die Wochentage mit ihm in seiner Wohnung und sie lieben sich. Das Zimmer, in dem sie die meiste Zeit auf zwei Matratzen verbringen, entwickelt am Abend eine besondere Stimmung. Hier sieht Annie von seinem Fenster aus die Klinik, in die sie als Studentin, vielleicht so alt wie ihr Geliebter, einmal gegangen war, wegen starker Blutungen nach einer heimlichen Abtreibung. Diesen Umstand, von hier auf das Gebäude schauen zu können, findet sie so unerhört, dass sie ihrer Beziehung einen tieferen Sinn attestiert. Und dann beginnt Annie Ernaux ihr Leben zu analysieren. Sie vergleicht sich mit ihm, findet in ihm das proletenhafte, das allen anhaftet, die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, so wie sie. Neben ihrem Ehemann hatte sie sich wie eine Proletin gefühlt, neben A., wie eine Bildungsbürgerin. Er war die verkörperte Vergangenheit. S. 21 Das erste Staunen über die Blicke ihrer Mitmenschen in den Cafés, weicht einer Gewissheit und Sicherheit, dass sie lieber in das Gesicht dieses jungen Mannes sieht, als in das Zerknitterte eines Gleichaltrigen. Die Frauen ihres Alters, die diskret mit ihm flirten, weil sie ihre Stellung auf dem Beziehungsmarkt kennen, sind ihr lieber als die jungen, die so tun, als sei sie gar nicht da.

  • Bewertung

    5/5

    29.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fantastisch! Einfach einzigartig! Genial!

    Und noch so vieles mehr! Und das bei so wenigen Worten. Aber dennoch schafft es Nobelpreisträgerin Annie Ernaux in diesen wenigen Worten und kurzen Passagen, so viel zu thematisieren, was andere in hunderten und tausenden von Seiten nicht schaffen würden. Die Art und Weise wie diese Person mit Worten umgehen kann, ist eine Kunst, die ihresgleichen sucht und auch lange auf dieser Suche verweilen wird. Denn sowas habe ich in meinem Leben nicht gelesen. Ich bin hin und weg, komplett überzeugt davon, dass dieses autobiografische Werk eine literarische Ausnahme ist. Wie man es schafft, in teilweise einzelnen Passagen, Textabschnitten oder sogar nur in Sätzen ein gigantisches, gesellschaftskritisches oder philosophisches Thema aufzumachen und die Klammer direkt im Anschluss wieder zu schließen, ist mir ein Rätsel, aber eines, auf das ich mich sehr gerne einlasse. Ich genieße die Art und Weise wie “Der junge Mann” bestimmte Themen eröffnet, ihnen eine Plattform und meinen Gedanken Anstöße gibt sehr. Ich finde nicht, dass es schade ist, dass dieses Buch so kurz ist. Literatur und Kunst sollte dem kapitalistischen Grundgedanken vom “Preis-Leistungs-Verhältnis” nicht folgen, sondern diesem Strom eher entgegenwirken. Natürlich hätte man aus dieser Geschichte mehr machen können, mehr schreiben können. Aber gerade dadurch, dass dieses Werk so aufgebaut ist, wie es nun mal ist, macht es zu dem, was es ist: Ein literarisch einzigartiges Werk! “Der junge Mann” erzählt die Geschichte einer Annie Ernaux in ihren Fünfzigern und von ihrer Affäre und Partnerschaft mit einem 30 Jahre jüngeren Studenten. Eine interessante Prämisse dir mir sehr gefallen hat.

  • Bewertung

    5/5

    28.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Brechen von Konventionen

    Er ist Mitte 20, Student, wohnt bescheiden und hat sich sie in den Kopf gesetzt. Sie ist Mitte 50, an einem anderen Punkt und lässt sich fallen in diese Leidenschaft. Im gewohnten Ernaux-Stil erkundet die Autorin diese Episode ihres Lebens, legt mehr ihre als seine Motive, Reaktionen und Emotionen frei. Ernaux vermittelt Neugier an dem Altersunterschied, erfreut sich an einer überwundenen Scham. Sie zeigt Lust, Konventionen zu brechen, sich immerzu zu entwickeln, diesen Bruch literarisch zu verarbeiten und in ihr Gesamtwerk einzufügen, denn »Der Junge Mann« erzählt auch die Geburt von »Das Ereignis«. Mit »Der Junge Mann« bricht Ernaux nicht nur mit thematischen Konventionen, sondern auch formal mit einer Konvention, die uns Leser:innen wichtig ist. Ein Roman sollte schon 300 bis 400 Seiten lang sein, weniger als 200 bitte nicht. Hat er aber weniger Seiten, winden wir uns, ihn Roman zu nennen. Und unter 100 Seiten, da hadern wir, so wenig Seiten, was ist das und ja, das ist teuer pro Seite sozusagen. Gerade jetzt, wo die Preise steigen und die Buchpreise zu steigen drohen, wirkt »Der Junge Mann« wie eine Provokation, denn er ist nur 41 Seiten lang, effektiv nur 32, groß geschrieben auch noch. Natürlich irritierte auch mich die Kürze, in gut einer halben Stunde bin ich durch diese leidenschaftliche und zugleich lakonische Miniatur gestürmt, denn Tempo hat sie auch noch. Doch »Der Junge Mann« lohnt sich sehr, sowie der Inhalt als auch die radikal kurze Form haben meine Erinnerungen wie Haltungen provoziert und in einem neuen Licht gezeigt. Ernaux erzählt mit »Der junge Mann« eine Geschichte, die mit jedem Wort mehr zu einer anderen würde. Der Nachhall würde sich mindern, ich wäre wahrscheinlich weniger inspiriert, je mehr Ernaux den Text in die Länge gezogen hätte. Vielleicht hinterfrage ich nun den Drang, Kunst an ihrer Seitenzahl messen zu wollen.

  • Bewertung

    4/5

    22.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Darf in keiner Annie Ernaux-Sammlung fehlen!

    In "Der junge Mann" erzählt Ernaux kurz, jedoch prägnant und eindrücklich von ihrem skandalösen Verhältnis mit einem dreißig Jahre jüngeren Mann. Sie reflektiert über die Bedeutung und Notwendigkeit dieser Affäre - vor allem im Bezug auf ihr schriftstellerisches Dasein und den damaligen Schreibimpuls für "Die Scham" - und bricht wieder einmal jegliche Tabus und gesellschaftliche Konventionen dieser Zeit auf. Dieses kleine aber feine Werk lässt noch einen tieferen Blick in Annie Ernauxs Gedankenwelt zu und knüpft Erfahrungen ihrer Zeit als 50-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder an die ihrer frühen Jugend und Zeit als junge Studentin. Die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen und öffnen ihr die Türen für Zukünftiges.

  • G. G.

    4/5

    09.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Annie Ernaux und der junge Mann. Provokant

    Wie bekommt Ernaux es hin, mit nur 40 Seiten Spielraum, so viele Themen anzusprechen? Wie bekommt sie es hin, so viele Gedankenspiele zu entfesseln - und dies in einer nüchternen, realen Sprache, die einem harte Tatsachen vor das Gesicht knallt? Der "Roman" schafft es inhaltlich unzählige Themen anzusprechen: Alter, Beziehung, politische und geschichtliche Ereignisse, Lebensweisen, Erinnerungen, Sexualität, Schreiben etc. So viel und doch so wenig. Der Inhalt mag für den einen oder anderen mager erscheinen - so ist es aber im Endeffekt nicht, denn es enthält unzählige offene Gedanken, die weiter aufgefangen werden können - quasi ein Experiment, das Ernaux gestaltet. In der Kürze liegt die Würze. Das trifft auf den "Roman" zu, ist aber doch etwas zu bemängeln. Ernaux hätte aus diesen Gedankenfetzen einen wunderbaren "Roman" schreiben können, aber das tat sie bewusst nicht. Ich würde den jungen Mann auch nicht als Roman wahrnehmen, auch nicht als Kurzgeschichte, eher als eine Art Gedankenspiel, so wie man es bei anderen Autoren auch öfters sieht. Es ist ein Spiel des Schreibens. Wie weit kann Ernaux in diesem Bereich gehen? Wie weit lässt sich die Sprache darauf ein und wie schafft man es, so präzise ein Feuer zu entfachen? Hiermit gebe ich dem "Gedankenspiel" 4 Sterne.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (18)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Jan Hartmann

    Jan Hartmann

    OSIANDER Winnenden

    Buchhändler*in

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    5/5

    22.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kleines Buch, Große Wirkung!

    Eine Frau trifft einen jüngeren Mann und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre Liebe ist leidenschaftlich und stürmisch. Doch nach einer Weile, beginnt die Frau zu zweifeln. Sie sie zu alt für Ihn? Will er eine Jüngere? Und auf einmal beginnt sie, wieder an ihre Abtreibung, welche sie vor einer Zeit gemacht hat, zu denken. Und sie redet sich ein, etwas von ihrem ungeborenen Kind in dem jungen Mann zu sehen. Doch kann das sein? “Der junge Mann” ist ein Buch, welches von jedem Leser anders aufgenommen wird. Bei uns in der Buchhandlung haben es, außer mir, noch drei Kolleg*innen gelesen und wir haben festgestellt, dass wir es alle anders interpretiert haben. So viel Leben und Tiefe in einem kleinen Text! Ein richtiges Miniaturkunstwerk.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Renner

    Simone Renner

    OSIANDER Schwäbisch Hall

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    40 Seiten und so viel drin

    Eine Frau trifft einen jungen Studenten. Die beiden verlieben sich stürmisch und leidenschaftlich. Genauso groß wie die Gefühle und das Verlangen sind die Vorurteile von außen wie im Inneren der Beziehung. Genüge ich? Will er eine Jüngere? Kann ich noch mit meinem eigenen, jüngeren Ich mithalten? Und wann wird alles fade und reine Wiederholung? Unglaublich wie viel Leben und Erleben Annie Erneaux in diesen winzigen Text steckt. Lesenswert!
  • Zum Bewerterprofil von Christine Holzner

    Christine Holzner

    OSIANDER Aalen

    Buchhändler*in

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    4/5

    05.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sie ist ca. 30 Jahre älter als...

    Sie ist ca. 30 Jahre älter als er. Immer noch ein kritisch beäugtes Thema. Durch ihn erlebt sie ihre Jugend neu, er kann viel von ihr lernen. Es stecken bedeutungsvolle Sätze in dieser Erzählung darüber, wie Vergangenheit und Zukunft sich in der Gegenwart treffen.

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Bewertungen (3)

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