Martin, sechsundsiebzig, wird von einer ärztlichen Diagnose erschreckt: Ihm bleiben nur noch wenige Monate. Sein Leben und seine Liebe gehören seiner jungen Frau und seinem sechsjährigen Sohn. Was kann er noch für sie tun? Was kann er ihnen geben, was ihnen hinterlassen? Martin möchte alles richtig machen. Doch auch für das späte Leben gilt: Es steckt voller Überraschungen und Herausforderungen, denen er sich stellen muss.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Astrid Wergen
5/5
21.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gefühlvoll, emotional, schonungslos ehrlich
Es gibt Phasen im Leben, an denen die Einschläge im Alltag näher kommen. Die Einschläge, denen man sehr gerne aus dem Weg gehen möchte. Denn sie sind unbequem, und erinnern einen an die Vergänglichkeit des eigenen Lebens. Diese Einschläge können der unbarmherzige Tod von Freunden sein, aber auch die Diagnose von schlimmen Krankheiten. In „Das späte Leben“ von Bernhard Schlink geht es um Martin, der bereits 76 ist. Sein Arzt eröffnet ihm, dass er aufgrund seiner Krebsdiagnose nur noch wenige Monate zu leben hat. Zwar kann man ihn medikamentös noch so einstellen, dass evtl. was zu machen ist, aber Martin entscheidet sich dagegen. Doch wie geht man mit so einer Situation um? Hinzukommt: seine Frau ist deutlich jünger, der gemeinsame Sohn könnte sein Enkel sein. Er weiht seine Frau schlussendlich ein, und nun müssen beide lernen, damit umzugehen. Beiden fällt die Situation sichtlich nicht leicht. Martins Frau überzeugt ihm Schlussendlich, dem gemeinsamen Sohn etwas zu hinterlassen. Vielleicht Videos mit Dingen, die ihm wichtig sind. Vielleicht gemeinsame Erinnerungen, Briefe, oder ähnliches. Die Versuche muten manchmal skurril an, und hinterlassen doch eine berechtigte Frage: Was bleibt vom einzelnen Menschen, der geht? Sind es materielle Dinge wie ein Komposthaufen? Sind es individuelle Botschaften, wie z. B. man sich als junger Mann das erste mal rasiert? Oder basiert das einzelne Leben auf ganz anderen wichtigen Dingen?
In diesem Buch muss sich nicht nur das Paar als solches mit der Situation auseinander setzen. Die Frau, die bereits eine Affäre zu einem gleichaltrigen Mann angefangen hat, muss sich überlegen, ob diese Affäre es noch wert ist, oder ob sie lieber ihrem Mann in den letzten Tagen beisteht. Der betroffene Patient muss sich überlegen, wie er gehen will, und was er seiner Familie hinterlässt. Materiell ist es vielleicht noch einfach, Dinge auszumisten, aber was hinterlässt man der Familie? Sind es die eigenen Erinnerungen, Familiengeschichten, ganz individuelle Erlebnisse?
Bernhard Schlink hat sich gefühlvoll mit der Situation auseinander gesetzt. Dabei stellt auch er fest: es gibt nicht die eine Lösung. Es gibt so viele Optionen zu gehen, und doch zu bleiben. Was bleibt vom Menschen? Wie geht die Nachwelt mit diesem emotionalem Erbe um? Was ist und bleibt wichtig, was muss man loslassen? Die Balance zwischen Loslassen und Bleiben zu finden, ist nicht einfach. Es ist eine individuelle Entscheidung, eine sehr emotionale Entscheidung, die man nicht so einfach treffen kann. Und meist trifft man sie dann, wenn es meist zu spät ist. Wenn man nicht mehr genügend Zeit hat, sich noch in Ruhe um Dinge zu kümmern, die Bestand für das Umfeld hat, aber auch für einen selbst. Ab wann kann man „entspannt“ gehen, ab wann macht man selbst seinen Frieden, ab wann kann man loslassen?
Ein Buch, das mich sehr nachdenklich gestimmt hat, und einen daran erinnert, wie zerbrechlich das Leben ist. Klare Leseempfehlung: Emotional, und schonungslos ehrlich und direkt
Bewertung
aus Villach
5/5
25.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman stellt wichtige Fragen am Ende des Lebens
Martin, 76 Jahre, erhält die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Aussicht, noch zirka zwölf Wochen zu leben, die Hälfte davon vermutlich in gutem Zustand. Was kann er seiner jungen Frau Ulla und dem sechsjährigen Sohn hinterlassen? Was kann er für die beiden noch tun? Wie soll er die verbliebene gemeinsame Zeit mit seinem Sohn nützen? Wie ihm etwas mitgeben, so dass er sich später, wenn er einmal erwachsen sein wird, an ihn erinnern kann? Was wird bleiben, wenn er einmal nicht mehr ist? Alles Fragen, die Martin sich stellt.
Ein melancholisches Buch, das sehr nachdenklich stimmt über eine der wichtigsten Fragen des Lebens: wie gestaltet man die Zeit, wenn man erfährt, dass der Tod unmittelbar bevorsteht? Ein schwieriges Thema, das in diesem Buch sehr sensibel, jedoch nicht wehleidig umgesetzt wird.
Ganz große Empfehlung.
Bewertung
5/5
19.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Am Ende des Lebens
Worauf kommt es im Leben an?
Was ist von Bedeutung?
Was möchte man für die Hinterbliebnen zurücklassen?
Das sind genau die Fragen, mit denen Martin (76) konfrontiert wird, als er erfährt, dass er Krebs hat und sterben wird. Ein Buch, das anregt, über die Bedeutung des Lebens nachzudenken und neue Prioritäten zu setzen.
Bewertung
5/5
16.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Martin,Jurist mit deutlich jüngerer...
Martin,Jurist mit deutlich jüngerer Ehefrau und sechsjährigen Sohn erhält die Diagnose Krebs und damit letztendlich eine Lebensfrist! Mit wohldosierten Sätzen beschreibt Schlink den Willen des Protagonisten seinen Sohn seine Lebens-und liebeserfahrungen zu hinterlassen.Respekt!
Hoelzchen
aus Bad Oldesloe
5/5
14.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erinnerungen
Martin ist 76 und hat ganz unerwartet die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhalten. Seine Lebenserwartung beträgt nur noch wenige Monate. Natürlich ist diese Nachricht ein Schock und zu Beginn kann er es nicht glauben, denn es geht ihm doch gut. Eine zweite Meinung bestätigt diese schlimme Diagnose. Seine über 30 Jahre jüngere Ehefrau Ulla reagiert emotionslos. Ihr fällt sofort ihr gemeinsamer Sohn David ein, der mit seinen sechs Jahren noch sehr jung und im letzten Kindergartenjahr ist. In altersgerechter Art übermitteln sie David, dass sein Vater bald sterben wird. Erwartungsgemäß kann ein sechsjähriges Kind, die Tragweite nicht ermessen. Ulla ermuntert Martin ein Erinnerungsvideo für David aufzunehmen, doch Martin tut sich schwer damit. Lieber greift er zu Stift und Papier und beginnt zu schreiben. Dabei schweifen seine Gedanken ab und er erinnert sich an sein Leben. Seine Kindheit und Jugend mit Eltern und Großeltern, seine Liebschaften und verpasste Chancen. Martin wird immer schwächer, zudem vermutet er, dass Ulla eine Affäre hat. Vieles lässt ihm keine Ruhe, das ein und andere muss noch geklärt werden, bis er von dieser Welt gehen kann. All das stärkt die Verbundenheit zu Ulla, diese wird immer emotionaler, als ob sie erst spät erkennt, was sie an Martin hat und wie sehr sie ihn liebt. Um die letzte gemeinsame Familienzeit zu verbringen, geht´s ans Meer. Dieser Aufenthalt tut allen gut, bis das Unvermeidliche immer näher rückt.
„Das späte Leben“ ist das erste Buch von Bernhard Schlink für mich. Ich habe mich für die Hörbuchfassung entschieden. Der Hörbuchsprecher Ulrich Noethen ist meiner Meinung nach perfekt gewählt. Man nimmt ihn den Martin gut ab. Bernhard Schlink schafft es, uns auf ruhig und unsentimentale Art und Weise auf das Lebensende hinzuweisen. Das Leben ist endlich, jedem von uns wird es ereilen. Doch kann man sich auf den Tod vorbereiten? Dieser Roman lässt Hoffnung aufkommen, dass es möglich ist. Martin macht alles richtig. Er verbringt in seinen letzten, verbleibenden Wochen viel Zeit mit seinem Sohn. David lenkt ihn ab und bewahrt ihn davor, ins Selbstmitleid zu verfallen. Die Beziehung zu Ulla ist realistisch dargestellt und gut erzählt. Die Gewissheit, alleine zurückzubleiben ist nicht einfach. Der Roman hat mich sehr berührt und der Umgang mit der Situation hat mir gut gefallen. Am Ende finden sie eine gute Lösung, mit der alle ihren Frieden machen. Ich wünsche mir, dass auf uns allen, etwas von Martins Gelassenheit abfärbt.
Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch lange in mir Nachhallen wird. Eine absolute Hör- und Leseempfehlung und ganz klar 5 Sterne.
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5/5
11.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Leben ohne mich
Ein Buch über Abschied – vom Leben, von den Menschen, die man liebt und von der gemeinsamen Zukunft.
Trotz der Unvermeidlichkeit des nahenden Endes gelingt es Bernhard Schlink, den Ton leicht zu halten und seine Leser nicht loszulassen.
Es hinterlässt einen leisen, traurig-schönen Klang im Herzen.
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5/5
12.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bleibende Erinnerungen
Martin ist 76 Jahre alt, veheiratet und hat einen kleinen Sohn, als er die Diagnose Bauspreicheldrüsenkrebs erhält. Er wird nur noch wenige Monate leben.
Was soll er in der ihm noch verbleibenden Zei tun?
Was möchte er an Erinnerungen hinterlassen?
Er scheibt Briefe, die später für seinen Sohn David bestimmt sind: über die Liebe, den Tod, über Gerechtigkeit, Lüge, Wahheit.
In einer klaren, aber zutiefst berührenden Sprache gelingt es Bernhard Schlink, den Leser ganz nah an die Familie zu lassen.
Das Buch bewegt und ist auf eine besondere Art tröstlich.
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5/5
30.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch über das Sterben, welches...
Ein Buch über das Sterben, welches es durch Schlinks fantastisch unschnörkeligen Schreibstil schafft, nicht deprimierend zu wirken, nicht "runterzuziehen". Ein Buch voller Liebe; nachdenklich und irgendwie sogar tröstlich. Mir hat es gut gefallen!
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5/5
28.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ergreifende Studie über das Sterben
Martin stirbt. Er hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und laut ärztlicher Diagnose noch etwa zwölf Wochen zu leben. Mit nachdenklichem Ton berichtet Schlink, was Martin tut, um Erinnerungen mit und für seinen Sohn David zu schaffen, wie Ehefrau Ulla zwischen Selbstsucht, Unsicherheit und Stärke beinahe zerbricht und wie Martin selbst immer müder und schwächer wird. Realistisch ist das, kühl und doch auch bewegend. Man hofft auf Besserung und weiss doch um das Unausweichliche. Der Tod macht das Leben wertvoll, das wird immer wieder deutlich in diesem besonderen, innigen Buch.
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5/5
13.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn das Leben zu Ende geht
Was tun oder nicht tun, wenn man erfährt, dass einem nur wenige Monate Lebenszeit bleiben?
So ergeht es dem 76-jährigen Martin, dessen Leben und Liebe seiner jungen Frau und seinem Sohn gehört.
Martin erlebt und erfährt, das auch das späte Leben voller Überraschungen und Herrausforderungen steckt.
Bernhard Schlink erzählt auf seine feine Weise.
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